Aufhören, zu sagen: „Mit der Kirche geht es zu Ende“!

Jesus am Kreuz

Jesus am Kreuz

Es gibt eine Geschichte aus der DDR-Zeit, ob sie so geschehen ist oder nicht, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist sie symptomatisch für diese Zeit. Einmal wurde ein Superintendent und der Pfarrkonvent zum Rat des Kreises bestellt. Damit es wenigstens den Anschein hatte, dass er sich in der kirchlichen Materie etwas auskennt und dass es ja mit der Kirche auch langsam zu Ende geht, machte der Vorsitzende des Rat des Kreises zu dem Superintendenten und den Pfarrern eine scheinbar biblisch-fromme Bemerkung: „Naja mit der Kirche ist es ja auch Matthäi am Letzten.“ Da nahm der Superintendent seine Bibel und las dem Vorsitzenden des Rat des Kreises eben Matthäi am Letzen vor:

18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Matthäus 28,18-20

Man kann darum sagen, es wäre schön, wenn es mit der Kirche „Matthäi am Letzten“ wäre. Nun Angesicht sinkender Gemeindegliederzahlen, weniger Taufen, leerer Kirchen, immensen Überbestand von Immobilien, Abbau von Pfarrstellen und Mitarbeiterstellen, weniger Einnahmen (stimmt nicht ganz so), aber vielleicht einem geänderten Spendenbewusstsein könnte man sicher schon fragen: „Geht es mit der Kirche zu Ende?“ Dabei sehe ich nicht zuerst die Struktur einer Landeskirche oder der überkirchlichen Struktur, sondern zuerst die Kirche vor Ort, letztlich die Gemeinde. Natürlich beeinflusst beides einander. Das wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Eine Gemeinde – die Kirche vor Ort – ist immer eingebunden in das Netzwerk der Kirche im Ganzen.

Warum sollen wir nun aufhören zu sagen: „Mit der Kirche geht es zu Ende“? Ganz einfach, weil wir einen Herren haben, der für seine Kirche sorgt:

32b Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.
33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Matthäus 6,32b-34

Genau dieses Gottvertrauen benötigen wir als Christen heute und für die Zukunft der Kirche, denn es ist nicht nur unsere Kirche, sondern es ist die Kirche Jesu Christi. Solange er der Herr dieser Kirche ist, wird sie bestehen. Es werden sicher sehr unterschiedliche Zeiten geben: Zeiten, des Gutseins, des Wohlstandes und Zeiten der Krisen. Ja es wird auch Zeiten der Verfolgung geben, so wie es gerade unsere Schwestern und Brüder im Irak und in anderen Teilen der Welt durchleben und durchleiden. Doch der Herr dieser Kirche ist dabei. Das dürfen wir wissen.

Ähnliche Gedanken finden Sie bei Nadja Bolz – Aufhören – zu sagen, die Kirche stirbt

 

Print Friendly, PDF & Email