Gegenwart Gottes!

Vergiss nicht, was dein Gott für dich getan hat! Wende die Gedenkblätter seiner Wohltaten um und schaue zurück in die vergangenen Tage! Ist auch jetzt alles dunkel, so zünde doch die Lampen der Vergangenheit an. Die werden die Nacht erleuchten, und du wirst auf den Herrn vertrauen, bis der Tag anbricht und die Schatten fliehen. – Charles Haddon Spurgeon

MIT GEIST UND MUT … … DIE VERHEISSUNG FESTHALTEN

Allianzgebetswoche 2014

Allianzgebetswoche 2014
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lilagri/stockphoto.com

Predigt zur Allianzgebetswoche 2014

 Liebe Gemeinde,

hier sind einmal 20 Kennzeichen woran man erkennt, dass man langsam alt wird:

  1. Man schläft und die anderen denken, dass man tot ist.
  2. Man will etwas tun, aber der Rücken macht nicht mehr mit.
  3. Sie hören auf ihren Bauch einzuziehen, egal wer in den Raum herein kommt.
  4. Beim Autofahren ist das Navigationsgerät das wichtigste Gerät.
  5. Sie sind stolz auf Ihren Rasenmäher.
  6. Ihre Arme sind beim Zeitung lesen meistens zu kurz.
  7. Sie singen zur Fahrstuhlmusik.
  8. Sie gehen lieber auf Arbeit, als dass sie einmal zu Hause krank sind.
  9. Sie hören gern zu, wenn andere Leute von ihrer Arbeit reden.
  10. Sie denken nicht mehr, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eine Herausforderung für sie ist.
  11. Wenn die Leute um 9.00 Uhr abends anrufen und sie dann fragen: „Bist du noch wach?“ Weiterlesen

Das rechte Timing für Gottes Kinder – Galater 4,4-7 – Predigt 1. Christtag 2013 – Fraureuth

Krippe

Krippe

Liebe Gemeinde,
haben Sie das nicht auch schon erlebt. Da waren Sie tatsächlich einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Alles war perfekt und alles hat geklappt. So wie sie es sich vorgestellt hatten. Vielleicht sogar noch besser. Vielleicht war es so als sie ein Vorstellungsgespräch bei einer neuen Arbeit hatten. Und sie haben diese Stelle bekommen. Es ist ihr Traumberuf und sie gehen darin auf.
Vielleicht sind sie auch jemand der sich an der Börse auskennt, und sie haben zur richtigen Zeit die richtigen Aktien gekauft und verkauft und einen guten Gewinn gemacht.
Oder sie waren zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle und haben ihre Frau oder ihren Mann des Lebens gefunden, eben die Traumfrau oder den Traummann.
Oder sie waren zum richtigen Zeitpunkt beim richtigen Arzt und dieser entdeckte einen Krebs oder einen Tumor im Frühstadium, ehe sich dieser ausbreitete, und sie konnten wieder geheilt werden bevor das ganze ausarten konnte.
Da geschah dann immer etwas in unserem Leben zum rechten Zeitpunkt und manchmal sagen wir dann im Denglischen Dialekt: „Das Timing ist perfekt.“

Um ein perfektes Timing geht es uns auch am heutigen Weihnachtstag. Und nicht nur um ein perfektes Timing, sondern auch um das perfekte Geschenk und den perfekten Zielpunkt. Weiterlesen

Das große Geheimnis Gottes – Predigt zu 1. Timotheus 3,16 – Heiliger Abend

Weihnachten

Weihnachten

Liebe Gemeinde, liebe Gäste,
vielleicht haben sie in dieser Advents- und Weihnachtszeit auch das beliebte Kinderlied gesungen: ,,Soviel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit.“ Es liegt ja auch ein Geheimnis über dem, was in der Advents- und Weihnachtszeit geschieht. Schon in der äußeren Form dessen, wie wir diese Zeit erleben, wie wir das Weihnachtsfest vorbereiten. Wir sehen einfach mal von den Stress ab, den wir uns selber vielleicht viel zu sehr machen. Da ist doch auch viel Vorfreude auf das Fest dabei. Da basteln oder kaufen wir Geschenke für groß und klein.
Nach Möglichkeit sollen die es noch nicht erfahren, was ihnen da geschenkt wird. Auch wenn wir seit diesem Jahr wissen, dass es da in Amerika eine Organisation mit Namen NSA gibt, die fast alle Geheimnisse ausspioniert hat, so werden diese Geheimnisse sicher nicht gleich verraten und aufgedeckt. Sie stehen bestimmt nicht auf deren Spionageliste oben. 

Auch in unserem Krippenspiel wurde uns heute von einem Geheimnis erzählt. Einem Geheimnis, das durch die Geburt eines Kindes geschieht. Es ist dieses große Geheimnis Gottes, dass mit der Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem — einerseits immer noch ein Geheimnis ist und andererseits doch der ganzen Welt und auch uns heute offenbart wird.
So schreibt es auch Paulus an seinen Freund und Mitstreiter Timotheus:

Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

1. Tim 3,16

 Das Weihnachtsfest mit allen Gottesdiensten, mit den Christvespern, den Konzerten, den Liedern, mit allem was an Weihnachten geschieht, will eigentlich Zeugnis geben von diesem großen und einzigartigem Geheimnis des Evangeliums, von dieser Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem, dass der große Gott Mensch wurde, dass Gott zu uns kommt. Doch was steckt in diesem Geheimnis des Glaubens, in diesem Geheimnis des Evangeliums Gottes, von dem der Apostel Paulus spricht.
Was steckt wohl hinter dem Bekenntnis zu Jesus, zu dem der Apostel Paulus ermutigt:»Er ist offenbart im Fleisch«,»gepredigt den Heiden«,»geglaubt in der Welt«? Dieser Jesus ist»offenbart im Fleisch«: Das heißt also Jesus wurde ganz und gar Mensch, so wie du und ich. Er kam als Baby in tiefer Armut zur Welt, ist in Nazareth aufgewachsen und die letzten drei Jahre seines Lebens öffentlich aufgetreten.
»Offenbart im Fleisch«- das verschweigt auch nicht, dass Jesus wie ein Schwerverbrecher am Kreuz gestorben ist. »Jesus ist offenbart im Fleisch«- das sagt auch, dass er — durchaus als schwacher, verletzlicher, sterblicher — Mensch gelebt hat. 
Dann heißt es:»Gepredigt den Heiden«: Da hat nach seinem Tod eine faszinierende Bewegung eingesetzt: Menschen, die mit der Botschaft von Jesus in Kontakt kamen, spürten die verändernde Kraft in ihrem Leben, die von dieser Botschaft ausging und sie mussten sie aus vollem Herzen weitergeben.
Sie haben gemerkt, die Botschaft hat Kraft und die können wir darum nicht für uns behalten. Es macht diese Botschaft oft so menschlich — manchem von uns manchmal fast zu menschlich -, weil wir als schwache, fehlerhafte Menschen versuchen, einander diese Botschaft glaubhaft weiterzusagen. Vielleicht tun wir das fehlerhaft und stümperhaft, aber aus dem Herzen und gewirkt durch Gottes Geist — Geheimnis des Glaubens.
So geheimnisvoll und manchmal unglaubhaft diese Botschaft auch ist. Seit 2000 Jahren hat sie unzählige Menschen ergriffen und verändert. Die Begegnung mit dem Kind aus dem Stall von Bethlehem hat die Menschen immer wieder verändert und sie auf eine neue Lebensspur gesetzt. Sie haben sich diesem Kind, diesem Jesus von Nazareth anvertraut und ihm Glauben geschenkt. Sie haben gespürt: Er ist immer in meinem Leben bei mir, ich kann mich im Gebet vertrauensvoll an ihn wenden. Er hilft mir, den rechten Weg durchs Leben zu finden, und steht mir auch in schweren Zeiten bei. Es gibt vielleicht Zeiten in unserem Leben, da fehlt uns der Zugang zu ihm. Dennoch dürfen wir wissen: Er ist da, er ist nahe bei mir! 
Diese wenigen Worte»Offenbart im Fleisch«,»gepredigt den Heiden«,»geglaubt in der Welt«sagen uns, dass Gott in Jesus ganz Mensch wurde. Dennoch gehört auch zu diesem Geheimnis dazu, dass Jesus als Mensch immer noch ganz Gott blieb, auch das dürfen wir nicht aus dem Blick lassen: Jesus war auch als ganzer Mensch ganz Gott.
Darum heißt es in den Worten weiter: Jesus ist»gerechtfertigt im Geist«,»erschienen den Engeln«,»aufgenommen in die Herrlichkeit«
Damit wird unser Blick auch heute schon von Weihnachten weg auf Ostern und das nachösterliche Geschehen gerichtet, weil in Gottes Heilsgeschichte gehört alles zusammen und ist für uns bedeutsam!
»Gerechtfertigt im Geist«: Von Menschen wurde Jesus zu Unrecht gekreuzigt. Doch Gott hat Jesus ins Recht gesetzt. Er hat ihn am»Oster«-Morgen wahrhaftig von den Toten auferweckt. Damit zeigt Gott: Wer an ihn glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
»Gerechtfertigt im Geist«: Am»Pfingst«-Sonntag kam der Heilige Geist, so, wie es Jesus verheißen hat. Auch wenn wir Jesus nicht sehen und spüren können. Durch den Heiligen Geist ist er mir nah.
Dies gilt nicht nur für unsere sichtbare Welt:»Erschienen den Engeln«: Alle Mächte, Kräfte und Gewalten müssen anerkennen: Jesus ist Herr, Jesus ist König.
Denn Gott hat ihn, wie es weiter heißt: »Aufgenommen in die Herrlichkeit«: Jesus ist an Himmelfahrt in die für uns unsichtbare Welt Gottes zurückgegangen. Gott hat ihn in seiner göttlichen Würde bestätigt.

Jesus ist der Sohn Gottes, der Heiland und Erlöser. Dennoch stellt sich für uns heute die Frage: Was hat haben wir davon, dass Jesus ganz Mensch war und ganz Gott ist? Was habe ich eigentlich davon, dass sich in Jesus Erde und Himmel berühren?  Weil Jesus wirklich Mensch war wie wir, kann er im Blick auf die Schönheiten und Grausamkeiten der Welt und des Lebens mitreden, mitfühlen, mitgehen. Ihm kann und soll ich vertrauen. Ihn soll und muss ich einfach in Wort und Tat zu anderen bringen. Weil Jesus wirklich Gott ist wie Gott selbst, ist ihm alles möglich. Keine Macht noch Gewalt kann mich von seiner Liebe trennen. Als Christ bin ich heute schon Anteil an Gottes neuer Welt, habe ich schon heute Zukunft mit ihm.  Wir werden dieses Geheimnis der Person und des Werkes von Jesus nicht ganz hier auf Erden ergründen. Schließlich ist es kein menschliches Rätsel, sondern ein göttliches Geheimnis. Aber wir können heute schon damit leben. »Wie?« – fragen Sie?
»Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens« (Lk 2,14).
»Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten (…)« (Lk 2,20).
Ein verlorener Bengel und ein törichter Schafskopf, wer es den jubelnden Engeln und den staunenden Hirten nicht nachmacht. Dem Kind in der Krippe, dem Heiland der Welt, gehört Lob, Anbetung, Ruhm, Ehre und vor allem: mein Vertrauen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Heiligen Abend und frohe Weihnachten, dass Sie selbst in diesen Tagen etwas von dem Geheimnis des Glaubens spüren.
Amen

Lebendiger Adventskalender 2013 in Fraureuth

Lebendiger Adventskalender
Lebendiger Adventskalender

Lebendiger Adventskalender

Am 1. Advent – 01. Dezember 2013 beginnt in Fraureuth zum 4. Mal wieder der Lebendige Adventskalender. Und seine Beliebtheit lässt nicht nach. Im Gegenteil von Jahr zu Jahr wurde er immer beliebter. Und immer mehr Leute wollen sich daran beteiligen, wollen einen Abend ausgestalten. Oft hört man dann, wenn die Planung abgeschlossen, ist die Worte: „Ach wir wollten ja auch gern einen Abend gestalten“. Da war es leider zu spät. Und man musste die Leute auf das nächste Jahr vertrösten. Wobei der Lebendige Adventskalender sich jetzt nicht mehr nur auf Fraureuth begrenzt, sondern  schon einige aus Ruppertsgrün sich daran beteiligen. Dennoch wenn wo anders mit den Jahren die Zahl der Beteiligungen wieder abnimmt, wird der Lebendige Adventskalender bei uns immer beliebter.

Wichtig ist aber, dass die Gastgeber keinen übergroßen Aufwand betreiben. Etwas Tee, und ein paar Plätzchen, ein paar Geschichten und/oder meditative Gedanken und das gemeinsame Singen. Diese Gemeinschaft für 20 – 50 Minuten an den Abenden ist wichtig. Dabei haben sich Carports, Garagen oder ähnliches am besten bewährt. Auf jeden Fall darf kein Wettbewerb aufkommen!

Begonnen wird immer mit dem Anschieben der Pyramide bei Familie Beyer. Hilfreich ist es wenn man seinen eigenen Trinkbecher mitbringt.

 

Blogparade: Lieblingslied im religiösen Gesangbuch

Bachmichels (@Apfelmuse) hat eingeladen, über das Lieblingslied in einem der Gesangbücher zu schreiben. Ursprünglich war damit das alte katholische Gotteslob gemeint. Es kann sein, dass ich das sogar noch irgendwo unter meinen Büchern stehen habe. Doch es zählt nicht zu den Liederbüchern, die ich verwende. Daher weiß ich nicht, ob mein Lieblingslied darin enthalten ist.

Mein Lieblingslied ist „Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein!“ (oder auch „Herr bleib bei mir! Der Abend bricht herein!“) wie man es im evangelischen Gesangbuch findet  (EG 488). Es kommt aus dem Englischen „Abide with me“. Weiterlesen

Gott will unter uns wohnen – Jesaja 66,1-2 Kirchweih 2013

Kirche Fraureuth Altar
Kirche Fraureuth Altar

Kirche Fraureuth Altar

 Fraureuth 21. Stg. n. Trin 20.10.2013

Liebe Gemeinde,

vor 10 Tagen hatten wir hier in unserer Kirche Besuch aus dem fernen Japan. Vier japanische Christen, die in einer japanischen Orgelbaufirma arbeiten bzw. sogar der Chef dieser Firma wollten unsere Silbermann-Orgel sehen. Sie haben alle Klischees eines japanischen Touristen erfüllt. Sie waren voll mit Technik ausgerüstet um alles über die Orgel aufzunehmen.
Wir hatten schon befürchtet, sie wollten eine elektronische Tonkopie unserer Orgel erstellen. Also unsere Kirche mit der Orgel ist weltweit bekannt.
Heute feiern wir das Kirchweihfest. Es ist zwar kein besonderes Jubiläum, aber doch schon eine runde Zahl. Vor 280 Jahren wurde unsere Kirche erbaut. Die Einzelheiten dazu können sie ja in unserer Kirchenbroschüre nachlesen.
Wir wissen aber sie ist nicht die erste Kirche, denn aus der Vorgängerkirche gibt es ja noch den Marienaltar, der in Greiz im Museum zu finden ist.
Die Kirche als Gebäude im Ort war für unsere Mütter und Väter ein wichtiges Zentrum. Auch heute ist und bleibt unsere Kirche umgeben vom Friedhof immer ein gewisses Zentrum für uns hier in Fraureuth. Auch wenn sich in Fraureuth der Ortskern verlagert hat. Oder besser gesagt, man bald drei Ortskerne hat.
Die Kirche ist zwar etwas versteckt. Menschen von außerhalb müssen sie oft erst einmal suchen. Ich habe schon oft die Frage gehört: „Ja, wo ist denn eure Kirche?“
Für uns als Gemeinde ist die Kirche ein Ort der Begegnung und das in zweifacher Hinsicht, ein Ort der Begegnung mit Menschen und ein Ort der Begegnung mit Gott.
Aber Kirche gibt es auch noch anders, nicht nur als Gebäude, eben als Institution d.h. Als Rechtsorganisation: Was meint man damit, wenn jemand sagt: Ich gehöre zu Kirche.
Vielleicht ist es ja zu mindestens manchen in den vergangenen Wochen wieder einmal bewusst geworden, als unser Gemeindekirchenrat gewählt wurde und er oder sie einen Brief bekamen, wo sie zur Briefwahl eingeladen wurden. Ja und 50% unserer wahlberechtigten Gemeindeglieder haben auch daran teilgenommen.
Aber ehrlich brauchen wir denn wirklich die Kirche als Organisation noch – gerade heute in unserer so postmodernen Gesellschaft, wo sich doch alle Strukturen so rasend verändern? Brauchen wir die Kirche noch? Jetzt nach den Skandalen in der katholischen Kirche? Brauchen wir die Kirche wirklich noch als Institution?
Und mancherorts wird die Frage gestellt: Brauchen wir Kirche als Gebäude? Viele mühen sich ja um den Erhalt, auch Nichtchristen sind oft mit dabei. Aber ist es wirklich der Mühe wert.

Auf den ersten Blick macht es uns unser Predigttext heute nicht leicht, darauf eine ermutigende Antwort zu finden. Wir lesen aus dem Buch des Propheten Jesaja Kapitel 66, Verse 1-2:

1 Dies sagt der Herr: »Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße. Was für ein Haus müsstet ihr bauen, damit es diesem gleichkäme? Was wäre das für ein Ort, an dem ich ruhen könnte? 2 Dies alles haben meine Hände gemacht, durch sie ist alles entstanden«, spricht der Herr. »Ich achte auf die, die gedemütigt worden sind und einen gebrochenen Geist haben und vor meinem Wort zittern.

Die erste Frage, die steht lautet: Wo lässt sich Gott finden? Wo ist Gott? Wo finden wir Gott? Wo können wir ihm begegnen? Ist es die Kirche, deren Einweihung vor 280 Jahren wir heute gedenken? Ist es eine andere Kirche? Ist es ein anderer religiöser Ort? Oder ist es doch der Wald und die Natur, wie auch mancher meint?
Uns jedenfalls stellt sich Gott heute vor als der große Gott, als der allmächtige Gott, als der, der davon spricht, dass der Himmel sein Thron ist und die Erde sein Fußschemel. Er stellt sich als der für uns nicht fassbare Gott vor. Aber und das ist wichtig und ein entscheidender Charakterzug Gottes. Er stellt sich als der Gott vor, der auf das kleine achtet, der den Elenden sieht, und den, der auf ihn vertraut.
Gott stellt, sich uns heute als der Gott, vor, der uns Menschen begegnen will. Er will uns mitten in unserem Leben begegnen. Er will uns in unserem Alltag begegnen. Er will uns in unserem hier und heute begegnen. Und er will auch mit uns gehen. Auch im Morgen und wenn wir dann woanders sind.
Uns wird deutlich, das Gott kein Gott ist, der sich in Kirchen, Tempel oder irgendwelche Kulträume einsperren lässt. Er will ein Gott sein, der da ist. Ein Gott, der da ist, wo Menschen ihm vertrauen, wo Menschen seinem Wort nachfolgen, wo Menschen sich von ihm leiten lassen.

Das Haus, das wir bauen
So stellt sich de Frage: Wozu ist die Kirche da? Hat es denn überhaupt Sinn und Zweck dieses Gebäude über so viele Generationen zu erhalten, zu renovieren und zu erneuern? Manchmal gibt es ja sogar Kirchen, die wurden erst vielleicht in den 50iger Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut und werden schon wieder aufgegeben. Müssen wirklich so einen Aufwand betreiben für den Erhalt einer Kirche?
Wir haben schon gesehen: Gott selber braucht die Kirche nicht, denn er ist über all gegenwärtig. Er braucht kein Haus und keinen Kult. Er will sich überall verherrlichen und für die Naturfreunde – auch im Wald, aber nicht nur da.
Wir feiern ja auch Gottesdienst nicht nur hier in der Kirche. Am Johannistag sind wir auf den Friedhof, Himmelfahrt sind wir im Pfarrgarten oder im Grünen, die Jesus-Freaks feiern ihren Gottesdienst bei McDonald, wie auch immer das geht.
Vielleicht sind diese Worte unseres Predigttextes auch so radikal, weil sie sich an die Juden wenden, die gerade wieder aus der Babylonischen Gefangenschaft nach Jerusalem zurückkehren. Und sie finden eben in Jerusalem das Haus Gottes den Tempel als den Ort des Kultes total zerstört. Und die Menschen beginnen trotz aller Armut, trotz allem Elend zuerst mit dem Aufbau des Tempels. Sie brauchen ihn diesen Ort.
Gott braucht den Ort des Kultes nicht, aber der Mensch. Wir Menschen brauchen ihn. Gott ist überall da, wo wir hintreten – als der Erhalter und Bewahrer der Schöpfung, als der Gott, der mit uns geht. So sagt es auch sein Name „Ich bin, der ich sein werde“.
Doch wir brauchen die Kirche oder den Tempel. Wir brauchen den Ort des Kultes . Das zeigt sich in allen Kulturen, das zeigt sich in allen Generationen, das zeigt sich in unserem Menschsein. Selbst die Atheisten und die Kommunisten brauchen den Ort des Kultes. Und bezeichnenderweise, das lehrt uns die Geschichte, je weniger man an Gott glaubt, umso mehr braucht man den Kult.

Aber auch wir brauchen unsere Kirche um Gott zu finden. Sicher das Kämmerlein zum Gebet ist wichtig, der Gesprächskreis zum Austausch ist wichtig, die Räume der Gemeinschaft sind wichtig, dennoch brauchen wir die Kirche als Ort des Herausgenommenseins aus der Hektik des Alltags. Wir brauchen sie als den Ort, wo wir Ruhe finden, wo wir uns besinnen können. Wir brauchen sie als Ort der Andacht. Das kann in der Stille geschehen, im Hören auf Gottes Wort, oder beim Orgelklang.
Kirche ist aber noch mehr. Sie ist ein Ort der Begegnung, wo wir mit anderen auf dem Weg sind, auf dem Weg des Glaubens hin zu Gott. Sie ist zugleich das Symbol unserer Verbundenheit miteinander und mit dem allgegenwärtigen Gott.

Gott ist gegenwärtig
Oft singen wir am Anfang des Gottesdienstes den Choral „ Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten …“ Es gehört zu unserem Glauben, dass wir auf die Gegenwart Gottes vertrauen und nicht nur heute und hier, sondern dass Gott überall auf dieser Welt gegenwärtig ist. Sicher gilt die Gegenwart Gottes für die Kirche in besonderer Weise.
Aber es wird uns deutlich, dass die Welt Gottes Kirche ist. Daher ist er in dieser Welt gegenwärtig. Seine Gegenwart geschieht oft in verborgener Weise, aber er ist da. Manchmal ist sie dennoch gestört, durch uns, durch unser Sünder sein, dass wir den Kontakt zu Gott abbrechen. Und wir können diese Störung nicht einfach mal so reparieren, wie der Elektriker den Stromausfall. Dazu bedarf es mehr.
Wir spüren Gott ist ständig gegenwärtig und am Werk. Dennoch ist sein Handeln manchmal für uns rätselhaft und nicht erkennbar. Dann kommt die Frage: „Gott wo bist du?“ Dann stellen wir ihn in Frage. Und das lässt Gott sogar zu. Er kommt uns dann entgegen. Er kommt uns nahe in seinem Sohn. Er begegnet uns mit seiner göttlichen Liebe und zeigt uns den Weg zum Leben.

Jesus spricht „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Johannes 14,6

Genau dieses Gottes Wort muss mir gesagt werden und das geschieht in der Kirche. Ich kann es mir nicht selber sagen. Das befreiende und leben-bringende Gotteswort muss mir gesagt werden.

Schluss
Wir sind heute hier um Gott für unsere schöne Barock-Kirche, die wir jetzt hier in Fraureuth seit 280 Jahren haben, zu danken In dieser Zeit und noch viel früher wurde unseren Vätern und Müttern Generation für Generation das leben-bringende Gotteswort verkündet. Es wurde gemeinsam Gebet, das Abendmahl gefeiert, Es wurde Menschen getauft und damit in die Gemeinschaft der Kinder Gottes aufgenommen, Ehepaare haben ihren Lebensweg unter den Segen Gottes gestellt. Und man hat Abschied genommen und Menschen unter Gottes Wort auf ihrem letzten irdischen Weg begleitet, wie wir es auch in dieser Woche getan haben. Immer wurde dabei Gottes Wort verkündet.
Zu unserer Kirche gehört die Silbermann-Orgel und mit ihr verbunden ist die Kirchenmusik in unserer Gemeinde, alles erklingt zum Lobe Gottes und uns zur Freude, auch dafür sind wir von Herzen dankbar.
Und wir sind dankbar für unsere Gemeinde selbst, dass wir miteinander auf dem Weg des Glaubens sind, dass wir gemeinsam Gottes Wort hören und darüber uns austauschen und Zeugnis geben, dass wir miteinander und füreinander beten, dass wir einander und anderen dienen, dass wir als Gemeinde Gemeinschaft haben.
Kirche in Fraureuth – das sind wir – das zeugt auch unsere letzte Gemeindekirchenratswahl.
Wenn wir Kirchweih feiern, feiern wir die Größe Gottes und dass wir als Gemeinde weiterhin miteinander auf dem Weg sind.
Amen.

Gottes Liebe – Impulsgeber für unsere menschliche Liebe

Predigt Joh. 15, 9-12 (13-17) –  21.Stg.n. Trinitatis Reinsdorf 2013

ehemaliges Denkmal in Nobitz

ehemaliges Denkmal in Nobitz

Liebe Gemeinde,

L I E B E – fünf Buchstaben und man stellt sich unter diesen vieles vor. Es ist eines der meist gebrauchten und meist missbrauchten Worte, die wir in unserem Munde führen, und das täglich.
Ganze Wirtschaftszweige leben von diesen fünf Buchstaben. Da sei nur einmal als negatives Beispiel die Sexindustrie genannt. Doch auch in der Musikindustrie wird dieses Wort gebraucht und missbraucht. Vom Schlager bis zur Liebesballade, vom Hip-Hop bis zur Opernarie, überall wird dieses Wort besungen.
Es wird ganz schnell deutlich, dass Liebe etwas ist, was wir alle Menschen brauchen, wonach wir uns alle sehnen. Doch mit der Liebe wird auch viel Missbrauch getrieben.
Erfahren wir in unserem Leben keine Liebe, spüren wir nur recht schnell, dass wir ohne sie ein Defizit haben.
Das weiß auch Jesus, darum zeigt er uns, wo und wie wir dieses Defizit füllen können, wo wir Liebe in einer besonderen Weise erfahren. Soviel Liebe, dass wir sie im überreichen Maß haben und dann weitergeben können.
Wir hören die Worte Jesu dazu aus dem Johannesevangelium Kapitel 15:

9 »Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe
10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich immer die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
11 Ich sage euch das, damit meine Freude euch erfüllt und eure Freude vollkommen ist.
12 Liebt einander, wie ich euch geliebt habe; das ist mein Gebot.
13 Niemand liebt seine Freunde mehr als der, der sein Leben für sie hergibt.
14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
15 Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Diener. Denn ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut; ich aber habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat. Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was immer es auch sei.
17 Einander zu lieben – das ist das Gebot, das ich euch gebe.«

Wenn ich diese Worte lese, dann werde ich immer an den Friedhof in meiner ersten Gemeinde in Nobitz erinnert. Dort stand ein Kreuz als Gedenkstein für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges. Leider hat man dieses im vorigen Jahr beseitigt, was mich sehr ärgert. Da man damit ein Stück seiner eigenen Ortskirchengeschichte mit Füßen getreten hat. Dieses Kreuz wurde 1953 aufgestellt, also zu einer Zeit, wo so etwas so gut wie unmöglich war, so etwas zu tun. Dennoch haben es der damalige Pfarrer und die Kirchengemeinden gegen allen Widerstand der damals Herrschenden durchgesetzt, dass das Kreuz errichtet wurde. Eines konnten sie nicht erreichen, dass auf dem Kreuz die Worte standen: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ Wenigstens die Bibelstelle wurde aufgemeißelt: Joh.15,13.
Im 2. Weltkrieg haben viele Menschen ihr Leben lassen müssen. Aber nicht für die Freunde, sondern für einen totalitären und menschenentwürdigenden Staat. Und daher war ich sogar froh, dass nur die Bibelstelle stand, denn der Text war sonst etwas missverständlich.

Andererseits stand dieses gleiche Wort früher über Altar und Kanzel in der damaligen Pfarrkirche meiner Heimatgemeinde. Doch da wurde durch das Kreuz deutlich, wer der eine war, der sein Leben für seine Freunde gelassen hat – Jesus Christus.

Heute stellt der Predigttext an uns die Frage, was bedeutet dieses Wort Liebe für uns? Dabei geht es in ganz besonderer Weise um die göttliche Liebe – die Agape. Es ist die Liebe – mit der Gott seinen Sohn Jesus Christus für uns opferte.

  • Welchen Einfluss hat diese Liebe in unserem Leben?
  • Wie wird durch sie unserer Glauben bestimmt bzw. bestimmt sie unseren Glauben?
  • Welche Konsequenzen hat das für unser alltägliches Leben heute?

Das erste – es geht hier nicht um irgendwelche Ethik und Moral in unserem Leben. Es geht hier auch nicht um irgendwelche platonische Liebe. Es geht hier um ein Liebe, die aus Beziehungen heraus entsteht.

Zuerst aus der Beziehung zwischen Gott, dem Vater, und seinem Sohn Jesus, so dass Jesus bereit war sein Leben zu opfern. Dass so die göttliche Liebe Mensch werden konnte. Dann eben aus der Beziehung zwischen uns und Gott, zwischen mir und Gott. Dass genau diese Liebe mir gilt, dass Ich diese göttliche Liebe erfahren kann: Göttliche Liebe, die mein Leben verändert. Wir brauchen es, das Gott mit seiner Gnade in uns wirkt.
Jesus sagt zu uns: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!“
Jesus ruft uns in Nachfolge, sich mit ihm auf den Weg machen. Diese Liebe Gottes dürfen wir für uns ganz persönlich annehmen und sie im Alltag leben. Vielleicht sogar aus der göttlichen Liebe heraus dann auch den lieben, der uns nicht lieben kann und nicht lieben will.
Das ist nur möglich, wenn wir uns wirklich von Gott seine Liebe und Gnade schenken lasse und sie von ganzem Herzen annehmen.

Zwei Punkte werden deutlich: Jesus Christus ruft uns zur Liebe auf und Jesus Christus ist die Liebe hinein.
Daher sind wir persönlich gefragt. Unser Predigttext ist eine Beziehungsaufforderung von Jesus. Und wenn es um Beziehungen geht, dann wird es immer persönlich. Dann kann man nicht außen davor stehen. Deshalb noch einmal, wenn wir das Beziehungsangebot Jesu ganz persönlich für uns annehmen, hat das für uns und unser Leben Konsequenzen:

1. Jesus macht uns zu Freunden Gottes.
Wir wissen es, dass es für uns unmöglich ist, uns zuerst auf Gott hin zu bewegen.
Im Konfirmandenkurs machen wir immer wieder einmal eine kleine Übung und stellen dieses „Sich zu Gott bewegen wollen und nicht können“ bildlich dar.
Da werden zwei Tische in einem Abstand voneinander aufgestellt. Auf dem einen Tisch ist Gott und auf der anderen Seite sind wir und dazwischen ist ein Graben. Was wir auch versucht haben, wir kamen nicht hinüber. Der Graben war zu groß. Erst als von Gottes Seite ein Brett herüber geschoben wurde, war es möglich hinüber zu gelangen. Und das Brett ist das Kreuz Jesu Christi. Gott sandte seinen Sohn, damit wir mit ihm Gemeinschaft haben.
In Jesus kommt Gott auf uns zu und darin begründet sich seine Liebe und seine Freundschaft.
Das erste Wort, welches Jesus im Predigttext sagt, ist das Wort Vater. Er nennt Gott Vater. Sicher haben in unserer Zeit manche Menschen mit dem Wort „Vater“ große Probleme. Manche haben damit negative Erfahrungen und manche gar keine. Da ist uns Jesus als Freund und Bruder viel sympathischer.
Gottes Freundschaft hebt den Abstand zwischen ihm und uns nicht auf.
Ein väterlicher Freund oder eine mütterliche Freundin ist doch schon etwas anderes als der beste Kumpel am Stammtisch oder die Freundin, mit der man Shoppen geht.
Jesus begegnet uns als Freund und Bruder und doch ist er sogleich unser Herr, dessen Gebot und Auftrag uns gilt. Das Gebot der Liebe, die von Gott kommt und an die anderen Menschen weiter gegeben werden sollen.

2. Jesus bestimmt unser Leben durch seine Liebe
Jesus gibt uns den Auftrag, dass wir einander lieben sollen. Doch mal ehrlich, lässt sich solche Liebe einfach so anordnen?
Wird der Unsympathische auf einmal mir sympathisch, nur weil das Jesus auf einmal so will?
Das liegt vielleicht daran, dass wir eine falsche Vorstellung von der Liebe haben. Seit der Romantik verstehen wir in unserer Gesellschaft Liebe viel zu einseitig nur als Gefühl.

Und genau daran scheitern viele Ehen, dass Mann und Frau in der Illusion leben, ihre Beziehung müsste immer von gegenseitigen Sympathie- und Glücksgefühlen erfüllt sein.

  • Und welche Erwartungen haben wir in unserer Gemeinde von dem Anderen?
  • Erwarten wir nicht eine irrationale Harmonie unter uns?

Manchmal sage ich: „In der Kirche menschelt es!“
Genau darum brauchen wir die Liebe Jesu und müssen in ihr bleiben.
Das bedeutet, dass der Geist Jesu uns immer wieder hilft, Spannungen auszuhalten, gegenseitig zu verstehen und aufeinander zuzugehen. Auf Grund dieser Gemeinsamkeit in Jesus Christus Unterschiede zu ertragen und aufeinander zu zugehen.
Wahre Liebe ist zum Leiden bereit, aber sie nutzt diese Bereitschaft nicht aus.

3. Jesus lässt uns an der Mission seiner Liebe teilnehmen.
Jesus hat uns einen Auftrag gegeben. Wir sollen Frucht bringen. Das bedeutet, dass wir, die wir jetzt hier als Gemeinde Gottesdienst feiern, nicht weiter zusammen hocken sollen, sondern gehen müssen. Wir müssen gehen in den Montag hinein, hinein in unseren Alltag! Wir gehen wieder in unser Privatleben. Wir gehen morgen wieder zur Arbeit, zur Schule, in unser gesellschaftliches Leben. Wir gehen zu unseren Mitmenschen. Dabei nehmen wir heute eine Mission, einen Auftrag von Jesus mit. Wir werden von Jesus gesandt. Im Alltag soll durch uns die Liebe Jesu für unsere Mitmenschen spürbar und erfahrbar werden. Die Liebe Jesu muss sich im Leben der Gläubigen, das heißt also in unserem Leben widerspiegeln.

Es ist heute schwer mit der Sprache der Lehre die Frohe Botschaft von Jesus Christus unseren Mitmenschen nahe zu bringen. Sie ist abgenutzt und für viele unserer Mitmenschen nicht mehr zugänglich. Darum braucht es heute besonders die Sprache der aktiven und tätigen Liebe. Viele können diese Botschaft nur hören, wenn sie sich durch positive Erfahrung mit Christen dafür öffnen.

Unsere Bitte soll es darum sein, dass die Liebe Jesu von uns und durch uns ausstrahlt auf die Menschen um uns herum. Amen.

 

Sie haben gewählt!

Gemeindekirchenratswahl 2013
Gemeindekirchenratswahl 2013

Gemeindekirchenratswahl 2013

Nicht die Bundestagswahl, die liegt schon lange hinter uns, auch wenn wir noch immer keine Regierung haben. Nein die Gemeindeglieder unserer Gemeinden Reinsdorf und Fraureuth haben am 13. Oktober 2013 die Gemeindekirchenräte gewählt. Auf dem Gebiet der EKM finden ja im Oktober überall die Gemeindekirchenratswahlen statt. So war es auch bei uns.

Wir führten diese Wahlen als Briefwahl durch. Das heißt jedes Gemeindeglied bekam im Vorfeld die Wahlunterlagen zugesandt. Die Vorbereitungen dazu waren sehr hoch. Bei der nächsten Wahl sollte man das nicht unterschätzen. Ich hatte mir geschworen, nie wieder Briefwahl zu machen. Jetzt vier Wochen später nach dem Ergebnis der Wahl sieht das wieder anders aus.  Die Gemeindeglieder hatten über 2 Wochen Zeit ihre Wahl durchzuführen. Trotzdem gab der Letzte seinen Brief 5 Minuten vor Schließung des Wahllokals ab.

Es zeichnete sich schon im Vorfeld in beiden Gemeinden eine recht hohe Wahlbeteiligung ab. In Reinsdorf nahmen 40% aller Gemeindeglieder an der Wahl teil und in Fraureuth 50% an der Wahl. Damit haben sich die Zahlen verdreifacht. Besonders erfreulich ist, dass viele Nichtaktive und auch junge Gemeindeglieder sich beteiligt haben. So hatten unsere Wahlvorstände einige Stunden lang alle Hände voll zu tun.

Bei den  Ergebnissen gab es durch die hohe Wahlbeteiligung in beiden Gemeinden auch kleine Überraschungen. Duch ich denke unsere Gemeindekirchenräte können aus dieser Wahl gestärkt herausgehen, dass sie von ihren Gemeinden in ihrem Amt legitimiert und berufen sind und dass unsere Gemeinden selber auch aus diesen Wahlen gestärkt hervorgehen. Dass bei den Gemeindeglieder das Bewusstsein wächst, wir gehören zur Gemeinde. Es hat sich gelohnt, diese Gemeindekirchenratswahl als Briefwahl zu machen, trotz der vielen Arbeiten und mancher Unzulänglichkeiten.

Den neuen Gemeindekirchenräten wünsche ich Gottes Segen und viel Kraft und Freude in ihrem Amt.

Ablauf eines Schnupperabend beim Emmaus-Glaubenskurs

Emmauskurs 2013
Emmauskurs 2013

Emmauskurs 2013

Da es in den offiziellen Unterlagen des Emmaus-Kurses keinen Vorschlag für den Ablauf des Schnupperabend gibt, haben wir selber einen Ablauf entwickelt. Dieser kann auch von anderen Kursveranstaltern gern genutzt werden bzw. variiert werden.

 1. Begrüßung

Wir beginnen mit der Begrüßung. Die Teilnehmer werden erst einmal locker begrüßt und in einer kleinen Runde zu etwas Smalltalk zum Kennenlernen eingeladen.
Am Anfang gibt es einen Sektempfang. Dabei sollte man auch alkoholfreien Sekt und Orange-Saft oder ähnliches ausschenken.
Es könnte dann ein kurzes Statement zum Kurs erfolgen über das Miteinander Unterwegs Sein.
Anschließend folgt die Einladung zum gemeinsamen Abendessen mit einem kurzen Gebet. Weiterlesen

„Was würde Jesus dazu sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“

Kirchenbänke
Kirchenbänke

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Predigt zum 20. Stg. n. Trinitatis 13. Oktober 2013 – Fraureuth und Reinsdorf – Markus 2,23-28

Liebe Gemeinde,

es lässt sich gar nicht so einfach immer als Christ leben. Manchmal weiß man gar nicht, wie man richtig leben soll. Uns stellt sich sogar die Frage sollen wir diesen Weg in unserem Leben gehen oder sollen wir jeden Weg gehen? Oder wir fragen uns, ist es richtig jenem Rat zu vertrauen oder dem Rat des anderen.
Was sollen wir tun?
Nur zu schnell merken wir immer wieder, dass unser Leben nicht in Schwarz und Weiß verläuft, sonder, dass es da viele Graustufen gibt.
Und manchmal kann es sogar passieren, dass jede Entscheidung, die wir treffen am Ende auch negative Folgen hat. Auch das gibt es.
Aber dann stellt sich die Frage, was sollen wir tun?
(Fraureuth: Ich werde heute noch einmal die Gedanken aus meiner Andacht aus der Freien Presse aufnehmen.)

Vielleicht haben Sie schon einmal von dem streitbaren hessischen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller gehört. Er gehörte zu den persönlichen KZ-Häftlingen Hitlers während des zweiten Weltkrieges, erst in Sachsenhausen und dann in Dachau.
Nach dem Krieg kämpft er als Kirchenpräsidenten gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und war in der Friedensbewegung engagiert. Dadurch war er im Westen damals teilweise umstritten und in der DDR anerkannt, Das hatte zu Folge, das selbst in der DDR in den siebziger Jahren eine Biografie über ihn erschien. Und dieser Biografie hatte den Titel „Was würde Jesus dazu sagen?“

Die Frage „Was würde Jesus dazu sagen?“ wurde zu einem Markenzeichen von Niemöllers Denken. So erkannte er in engem Rahmen eine relative Autonomie des Politischen an, zunehmend aber betrachtete er politische Entscheidungen als Glaubensentscheidungen.
Seit dem ich diese Biografie gelesen habe, hat mich diese Frage nicht mehr losgelassen.

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand über der Frage „Was würde Jesus tun? eine Jugendbewegung. Junge Menschen haben auf Basis dieser Frage begonnen ihren Glauben zu leben. Diese Fragestellung ist ja so ähnlich. Die Jugendlichen fragten genau danach, wie Jesus handeln würde, was Jesus zu ihrem Leben sagen würde, wie es verändert werden könnte.

Und heute in unserem Predigttext kommen ein paar Typen zu Jesus, die ihn provozieren, weil das Handeln der Leute Jesu nicht der Norm entspricht. Es waren die Pharisäer. Sie waren nicht da, um von Jesus zu lernen, sondern um ihn auszuspionieren. Sie sagen zu ihm: Jesus sage doch deinen Leuten. Sage deinen Leuten, dass sie das tun, was man tut, das sie das tun, was wir wollen. Das sollen sie tun.

Wir lesen einmal aus Markus 2, 23-28:
Jesus ist Herr über den Sabbat
23 An einem Sabbat ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger fingen an, am Weg entlang Ähren abzureißen ´und die Körner zu essen`.
24 Da sagten die Pharisäer zu ihm: »Hast du gesehen, was sie da tun? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt!«
25 Jesus entgegnete: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter nichts zu essen hatten und Hunger litten?
26 Wie er damals – zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar – ins Haus Gottes ging und von den geweihten Broten aß, von denen doch nur die Priester essen dürfen, und wie er auch seinen Begleitern davon gab?«
27 Und Jesus fügte hinzu: »Der Sabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.
28 Darum ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.«

Also es geht eigentlich genau umgekehrt, die Pharisäer kommen erst einmal zu Jesus und sagen: Jesus, sage mal deinen Leuten, dass sie nicht tun.
Ehrlich so etwas hasse ich, wenn Leute über dritte, etwas ausrichten lassen. Die Pharisäer sind richtig feige. Können die das den Jüngern nicht selber sagen. Nein Jesus soll es sagen. Sie wollen seine Autorität aus nutzen, als wenn sie keine haben. Dabei müssten sie doch welche haben, schließlich sind sie doch die Führungskräfte des Volkes.
Es wäre so, als wenn Frau Merkel zu mir käme und zu mir sagte: Sagen sie mal bitte Ihren Gemeindegliedern, dass sie noch ihre Steuern bezahlen müssten. Also das ist nicht meine Aufgabe, sondern der Finanzämter. Sicher hat Jesus gesagt: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser ist und was Gott ist.“ Aber darum geht es nicht.

Für Jesus geht es um das rechte Leben mit Gott oder wir würden es mit den frommen Begriff der Heiligung umschreiben. Die Pharisäer verstehen darin, dass ein Mensch die Gebote Gottes halten muss und jeden Sabbat in die Synagoge geht und am Sabbat nicht arbeitet. Das Ährenausraufen der Jünger sahen die Pharisäer schon als Arbeit an. Das können sie von Sonntag bis Freitag tun, aber nicht am Sabbat. Damit hatten sie etwas, wo mit sie Jesus endlich mal anschwärzen konnten und ihm zeigen konnten, dass er und seine Leute nicht so fromm sind, wie sie tun. Es stimmt, dass der Sabbat geheiligt werden soll, nach den 10 Geboten, aber die Form und die strenge haben die Pharisäer aufgestellt. Es waren daher streng genommen pharisäische Regeln, die da von den Jüngern befolgt werden sollten.

Auch für uns stellt sich heute die Frage: Wie sieht denn aus unserer Sicht das rechte Leben mit Gott aus? Wie würde denn unserer Meinung nach Heiligung aussehen?  Haben wir dazu auch unsere Regeln auf gestellt, die wir befolgen – und vielleicht erwarten, dass andere sie auch befolgen? Jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen? Montags in die Gemeinschaftsstunde (Kirchenchor) (Dienstags Posaunenchor + Kirchenchor Donnerstags Gebetsstunde oder Frauenstunde) Also das komplette Gemeindeprogramm und immer aktiv mitarbeiten? Vielleicht ist man dann sogar der Meinung man würde Gott richtig gut gefallen. Man bekommt dann einen prima Platz im Himmel!

Was meinen Sie „Würde Jesus in den Gottesdienst gehen? Also, was würde Jesus tun?“ Meine ganz persönliche Antwort wäre: „Ja und Nein!“ Weil um eine richtige Antwort zu finden, müssten wir erst einmal fragen, in welchen Gottesdienst? Dabei spielt die Form des Gottesdienste die geringste Rolle, ob er liturgisch einwandfrei ist oder ob er ein offener Lobpreisgottesdienst oder ein Familiengottesdienst oder ein Sonst-wer-weiß-was-Gottesdienst ist. Es stellt sich eine ganz andere Frage: Was ist der Gottesdienst für Sie? Welche Bedeutung hat er für ihr religiöses Leben, für ihren Glauben an Gott? Ist er eine Lebenshilfe und der Ort der Begegnung mit Gott oder ist es nur eine religiöse Pflichterfüllung um sich bei Gott Liebkind zu machen?

Wenn es das Letzte ist, dass sie nur Gottesdienst feiern, um sich bei Gott Liebkind zu machen, dann werden sie Jesus nicht in dem Gottesdienst treffen. Dann ist er nicht da. In so einen Gottesdienst geht Jesus nicht. Denn da ist es, wie bei dem Sabbat – da sind wir Menschen nur für den Gottesdienst da. Aber da, wo Jesus genau das über den Gottesdienst sagen kann, was er über den Sabbat sagt – dass der Sabbat für den Menschen da ist, da wird der Gottesdienst als Lebenshilfe und als Ort der Begegnung mit Gott erfahren, da wird auch Jesus mit dabei sein. Diesen Gottesdienst will er gern feiern, den will Jesus gern mit uns feiern.

Wer von uns solche Gottesdienste feiert, der erfährt dann auch für den Alltag den Beistand und die Hilfe Gottes. Der kann dann sein Leben mit den Fragen: „Was würde Jesus dazu sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“ nach Gottes Willen in ganz positiver Weise gestalten.

Natürlich bekommen wir nicht immer sofort und jetzt eine Antwort auf diese Fragen. Manchmal bedarf es ein gewisses Ringen um die Antwort. Manchmal dauert das sogar etwas. Vielleicht ist dann ein Ringen im Gebet an einem stillen Ort nötig. Manchmal muss man sich sogar in ein Kloster zurückziehen. Oder die tägliche Bibellese mit eine stillen Zeit kann Antworten auf die Fragen und damit Lebenshilfe geben oder das Gespräch mit einem Mitchristen oder einem Seelsorger und dem gemeinsamen Gebet. Manchmal können es auch Lebensumstände sein, die Wegweisung geben. Auch das ist möglich.

Aber wenn wir uns diese Fragen stellen und das Leben Jesu und sein Handeln und Wirken uns vor Augen halten, wird er uns dann Antwort und Wegweisung geben. „Was würde Jesus sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“

Und zum Schluss noch das Wort, das uns ermutigt die Botschaft dieses Sonntags in unseren Alltag in unserem Morgen umzusetzen:
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6, 8)

 Bei Gott geht es immer zuerst um seine Liebe zu uns, dafür musst Jesus am Kreuz mit seinem Leben bezahlen, so dass wir bei Gott eine Zukunft und das ewige Leben haben. Mit seinen Geboten und Gesetzen gibt er uns eine Richtschnur und Wegweisung diesen Weg der Liebe Gottes zu gehen und in unserem Leben Gestalt werden zu lassen. Mit diesem Gottvertrauen dürfen wir in das Morgen und in die neue Woche gehen und unseren Alltag mit Gott gestalten.  Amen.

Andacht – Mit Jesus unterwegs – Lukas 24, 13-35

Fensterbild Dreifaltigkeitskirche Reinsdorf

Fensterbild Dreifaltigkeitskirche Reinsdorf

Mit Jesus unterwegs – Lukas 24, 13-35 – Eine Andacht als Einstieg für den Schnupperabend zum Emmauskurs

Auf dem Weg nach Emmaus

13 Am selben Tag gingen zwei von den Jüngern nach Emmaus, einem Dorf, das zwei Stunden6 von Jerusalem entfernt liegt.
14 Unterwegs sprachen sie miteinander über alles, was ´in den zurückliegenden Tagen` geschehen war;
15 und während sie so miteinander redeten und sich Gedanken machten, trat Jesus selbst zu ihnen und schloss sich ihnen an.
16 Doch es war, als würden ihnen die Augen zugehalten: Sie erkannten ihn nicht.
17 »Worüber redet ihr denn miteinander auf eurem Weg?«, fragte er sie. Da blieben sie traurig stehen,
18 und einer von ihnen – er hieß Kleopas – meinte: »Bist du der Einzige, der sich zur Zeit in Jerusalem aufhält und nichts von dem weiß, was dort in diesen Tagen geschehen ist?« –
19 »Was ist denn geschehen?«, fragte Jesus. Sie erwiderten: »Es geht um Jesus von Nazaret, der sich durch sein Wirken und sein Wort vor Gott und vor dem ganzen Volk als mächtiger Prophet erwiesen hatte.
20 Ihn haben unsere führenden Priester und die anderen führenden Männer zum Tod verurteilen und kreuzigen lassen. Weiterlesen

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