Predigt – Sonntag Misericordias Domini 2010 – 1.Petrus 2, 21b-25: Jesus nachfolgen – lohnt sich das?

Abendmahl

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Abendmahl

Abendmahl

Liebe Gemeinde,

eines der ältesten Bücher zum Thema Nachfolge außer der Bibel selbst, welches auch noch heute gelesen wird, ist das Buch Nachfolge Christi von Thomas von Kemten.

Er hat es zwischen 1424 und 1427 in lateinischer Sprache herausgegeben und 1438 in deutsche Sprache.

Meine Ausgabe stammt aus dem Jahr 1975. Das hatte ich mir als Jugendlicher gekauft und ich gebe es zu, habe aber nicht viel in dem Buch gelesen. Als Jugendlicher hatte ich da sicher anderer Interessen, und dann ist es in meinem Bücherregal verschwunden. Es ist immer mal wieder aufgetaucht, aber doch nur sporadisch gelesen worden.

Dabei ist das Buch in seiner Sprache vielleicht veraltet, aber in seinem Inhalt noch ganz aktuell, wen es über die Nachfolge Christi schreibt.

Und dieses Buch macht von Anfang an deutlich, dass echte Nachfolge eine große Herausforderung ist. Schon die Überschrift des ersten Kapitel im ersten Buch macht es uns deutlich, wenn Thomas von Kempen schreibt:

„Folge Christus nach und lerne verschmähen, was vergänglich ist“

Nachfolge ist eben nicht nur ein bisschen an Jesus denken und ihn als guten Freund oder Kumpel zu haben. Nein dafür ist sein Sterben am Kreuz und seine Auferstehung viel zu wertvoll.

Das macht uns auch der Apostel Petrus deutlich, der in seinem 1. Brief Kapitel 2, 21b-25 folgendes schreibt:

Ihr Lieben,

habt ihr schon einmal probiert in die Fußstapfen des anderen zu treten und ihm nachzugehen.

Als Kind hat man das sicher schon einmal probiert in den Fußstapfen der Erwachsenen zu treten. Doch das war ein schwieriges Unterfangen, denn die Erwachsenen hatten einen großen Schritt und da musste man sich ja richtig anstrengen, das zu schaffen.

Oder bei einer Bergwanderung muss man wenn es über besonders enge Pässe geht, genau auf die Stellen treten, wo der Bergführer hintritt. Er kennt sich hier aus und weiß, wo die richtigen Trittstellen sind. Und wenn man da nicht genau aufpasst, da kann man ganz schnell abstürzen.

Wenn Petrus hier von den Fußstapfen Christi schreibt, denen wir nachfolgen sollen, dann ist das für uns eine ungeheure Herausforderung und verlangt von uns die ganze Konzentration im Leben als Christen. Jesus Christus kann man nicht nebenbei nachfolgen und gleichzeitig noch soviel anderes tun.

Unsere moderne Gesellschaft macht uns zu sogenannten Multitasking-Menschen. Das heißt man wird herausgefordert mehreres gleichzeitig zu tun.

Es ist doch heute fast normal, dass da vieles gleichzeitig tut. Da macht man am Schreibtisch eine Arbeit, gleichzeitig wird telefoniert, dann werden mal schnell zwischendurch die Emails gelesen, man schreibt eine kurze Meldung in Twitter oder Facebook, vielleicht isst man noch eine Schnitte und trinkt eine Tasse Kaffee, führt noch ein Gespräch mit einem anderen, ja und dann läuft da noch das Radio oder sogar der Fernsehen oder man schaut sich nur schnell eine Webseite oder ein Video im Internet an.

Da wird uns schon klar, dass man da nirgendwo 100% bei der Sache ist. Ihr könnt mir glauben, ich weiß wovon ich rede.

Und bei manchen Menschen ist das mit der Nachfolge Christi so. Sie ist da eines unter vielen. Und das geht auch 100% schief.

Nein, die Nachfolge Christi ist eine totale Herausforderung. Wir werden aufgefordert so zu leben, wie Jesus gelebt hat.

Es sind vier Punkte, die Petrus hier aufzählt.

1.Jesus lebte ohne Sünde – darum sei auch Du ohne Sünde – lebe rein.

2.Jesus hat nie gelogen oder andere betrogen– darum sei auch Du immer und überall ehrlich und echt

3.Jesus ließ sich verschmähen und beschimpfen, ohne dass er es auch wieder tat – darum sei immer und überall freundlich und zuvorkommend.

4.Jesus war nie auf Vergeltung und Rache aus, sondern er hat sogar denen vergeben, die ihn ans Kreuz gebracht haben. Darum lebe auch du in der Vergebung. Vergebe immer und überall.

Das ist unmöglich, wird jetzt mancher sagen, oder wenn er es nicht ausspricht, dann wenigsten innerlich denken. Genau an diesen vier Punkten wird deutlich, unter welcher Herausforderung wir als Christen stehen, wenn wir den Fußstapfen Christi nachgehen.

Ich möchte mit euch über die vier Punkte im Einzelnen nachdenken:

1. Jesus lebte ohne Sünde – darum sei auch Du ohne Sünde – lebe rein.

Jesus lebte ohne Sünde, das ist eine der Kernaussagen der Bibel. Und doch ist das für viele Menschen nicht vorstellbar. Für Nikos Kazantzakis war das 1951 Veranlassung für einen Roman, wo er das Leben Jesus aus seiner Sicht beschrieb. Der Roman hatte den Titel „Die letzte Versuchung“. Den meisten ist da eher, der Film aus dem Jahre 1988 bekannt. Er beschreibt da Jesus als einen als Zweifelnder und mit seinem Schicksal Hadernder gezeichnet, der sich verschiedenen Versuchungen ausgesetzt sieht. Bis hin dass er fast der Versuchung nachgibt nicht als Messias zu sterben. Das Roman und Film kontroverse Diskussionen ausgelöst haben, könnt ihr euch sicher vorstellen. Bis hin dass der Roman auf dem Index der verbotenen Bücher stand.

Aber genau das ist es auch, was viele unserer Mitmenschen denken. Doch die Bibel sagt etwas anderes. Im Hebräerbrief Kapitel 4, 15 lesen wir:

„Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.“

Ja auch Jesus wurde versucht, doch er hat den Versuchungen widerstanden.

Nun in der Nachfolge werden wir jetzt herausgefordert, ohne Sünde zu leben und den Versuchungen zu widerstehen.

Das ist unmöglich werden wir sagen. Ja aus menschlicher Sicht ist es wirklich unmöglich.

Wie schwer fällt es uns schon der Versuchung nach einem leckeren Stück Torte oder auch mehrerer zu widerstehen, die den Zeiger der Körperwaage wieder nach oben schnellen lassen.

Dabei ist das Leben ohne Sünde mit unserem Denken, Sprechen und Handeln der Index für unsere Nachfolge.

Thomas von Kempten schreibt dazu: Lieber Bruder! Nichts, nichts soll dir die Zuversicht aus dem Herzen nehmen können, dass auch du noch im geistlichen Leben weiterkommst. … Steh auf und fang augenblicklich an und sprich: „Jetzt ist es Zeit zum Handeln, Zeit zum Streiten, jetzt hat die Stunde geschlagen zu meiner Besserung!

Aber er macht auch deutlich, dass wir die Sünde nie aus eigener Kraft besiegen werden. Wir können sie nur dadurch besiegen, dass wir uns an Jesus Christus hängen und von ihm die Kraft empfangen. Wir werden leider fallen, aber er hilft uns auf, er richtet uns auf, wenn wir uns an ihn hängen.

2.Jesus hat nie gelogen oder andere betrogen– darum sei auch Du immer und überall ehrlich und echt.

Zu der Tatsache, dass Jesus nie gelogen hat brauche ich nicht viel zu sagen, sondern viel mehr steht hier die Herausforderung unter die wir hier gestellt werden.

Gibt es jemand hier, der in seinem Leben noch nie gelogen hat, der immer und überall ehrlich und echt war?

Ich glaube, wenn jetzt jemand hier die Hand gehoben hätte, hätte er oder sie spätestens jetzt gelogen.

Ich selber kann das von mir nicht behaupten. Wie schnell stehen wir in der Versuchung, wenigstens zu einer Notlüge oder dem Verschweigen der ganzen Wahrheit, Wir erzählen nur einen Teil, nach dem anderen hat uns ja keiner gefragt.

Oder da steht man vor einem Getränke-Automaten und man wirft ein Zwei Euro Stück hinein und dann kommen das Getränk und die Zwei Euro wieder heraus. Wer würde dann die Zwei Euro vielleicht zur Kasse oder zum Eigentümer bringen, wohl kaum einer. Aber umgedreht würden wir auf die Barrikaden gehen, wenn wir für die Zwei Euro nichts bekämen.

Fragt mal in einem Hotel nach, wie viele Handtücher oder Badetücher es verliert. Zu DDR-Zeiten gab es mal einen Witz. Ich weiß nicht mehr so genau, wie er ging. Aber irgendwo kam da die Aussage vor „Ah, sie sind also auch eine geborene Mitropa.“

Und ich bin der Meinung, dass auch wir Christen manchen solchen Schatz zu Hause haben.

Wie regen wir uns auf, und zurecht wenn Politiker nicht ehrlich sind.

Darum werden wir in der Nachfolge Christi zu Ehrlichkeit und Echtheit herausgefordert.

3.Jesus ließ sich verschmähen und beschimpfen, ohne dass er es auch wieder tat – darum sei immer und überall freundlich und zuvorkommend.

Au, weiha, das ist ja eine wirkliche Zumutung, die hier von uns gefordert wird. Und doch erwartet Jesus das von uns. Schon in der einen Aussage wird es deutlich, wenn er sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22,39)

Würdet ihr euch beschmähen und beschimpfen? Wohl kaum!

Das Handeln Jesu wurde von der Liebe bestimmt. Er tat alles aus Liebe zu uns. Lest einmal 1. Korinter 13 und tauscht das Wort Liebe mit dem Wort Christus aus. Dann wird uns das Handeln Jesu richtig deutlich.

Als seine Nachfolger sind wir herausgefordert auch in dieser Liebe zu leben – und denen, die uns auf die Backe schlagen, auch die andere hinzuhalten.

Wo das geschieht, wird manchmal der andere von solchem Handeln überwältigt und kommt zur Umkehr.

Genau hier ist die Wurzel des christlichen Pazifismus. Ich erinnere an das Handeln von Martin Luther King, aber auch der spätere polnische President Lech Walesa hat mit der Gewerkschaft Solidarnosch so gehandelt.

Sie zeigen uns das, das Handeln und Leben aus der Liebe Christi möglich ist. Aber wir müssen trotzdem wissen, dass ein irdischer Erfolg nicht garantiert ist.

Und nun noch der 4. Punkt:

4.Jesus war nie auf Vergeltung und Rache aus, sondern er hat sogar denen vergeben, die ihn ans Kreuz gebracht haben. Darum lebe auch du in der Vergebung. Vergebe immer und überall.

Es ist etwas bezeichnendes, wenn ein Mensch aus der Vergebung leben kann.

Normalerweise sind wir nicht darauf aus aus der Vergebung zu Leben. Das jüdische Vergeltungsgesetz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ist das Minimum, aber meistens ist es mehr.

Anwälte und Gerichte haben Hochkonjunktur, Darum muss man mittlerweile ganz schön lange auf eine Gerichtsverhandlung warten.

Aber auch ohne Anwalt und Gericht kann das Ganze zu einer Spirale ohne Ende werden, die immer mehr eskaliert.

Damit sie unterbrochen wird gibt es nur eine einzige Lösung: „Aus der Vergebung leben.“ Anderen zu vergeben – und selber auch Vergebung zu empfangen. Das ist auch immer ein Wagnis, weil wir nicht wissen wie der Andere reagiert. Er kann das auch ausnutzen. Doch es ist der richtige Anfang.

Auch Jesus hat aus der Vergebung gelebt. Er hat seinen Feinden vergeben, obwohl sie ihn töteten.

Nun aus eigener Kraft können wir das nicht, sondern wir müssen uns dabei an Jesus klammern und von ihm die Kraft empfangen.

Martin Luther King schreibt: Vergebung ist kein gelegentlicher Schritt. Sie ist eine Dauerhaltung.

Jesus als der gute Hirte will uns bei all dem vorangehen und wir, wir sollen ihm vertrauen und nachfolgen. Sind wir zu dieser großen Herausforderung, die er an uns stellt, bereit? Wagen wir es und lassen uns darauf ein? Ich kann nur Mut machen, es zu tun. Es lohnt sich.

Amen.

Neues Leben und begründete Hoffnung – was ist es uns wert?

Christus der WeltenherrscherPredigt am  Sonntag Quasimodogeniti – Fraureuth und Gottesgrün  – 1.Petrus 1,3-12

Liebe Gemeinde,

nicht immer erkennt man den Wert einer Sache oder Gegenstandes sofort, oder man verkennt den Wert ganz und gar.

 

Nach der Wende kamen die Holländer nach Ostdeutschland und haben in den Dörfern alte Möbel aufgekauft. Da wurde auch manches schöne Stück für 50 DM oder auch nur für 20 DM verkauft, welches vielleicht einen Wert von 500 DM oder 1000 DM hatte. Wir konnten damals oft nicht den Wert der Möbel einschätzen.

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Damit es in uns hell werde!

Licht im Advent

Licht im Advent

Predigt zu 2. Korinther 4,6-10 am letzten Sonntag nach Epiphanias 24.01.2010 -gehalten in Fraureuth und Gottesgrün

Liebe Gemeinde,
am Freitag hatten wir ja in der Kirche in Fraureuth erlebt was eine kleine Kerze bewirken kann, wie so ein kleines Licht in der Dunkelheit Hoffnung geben kann. Ja wie dabei die Angst verschwindet.
Ich muss mich da an meine Kindheit erinnern, wenn es da hieß: „Gehe mal in den Keller und hole mal ein Glas Wurst.“ Ich muss dazu sagen, der Keller war alles andere als beleutet, nur eine Handlampe gab es. Nun da war es in den meisten Räumen dunkel. Erst wenn man die Handlampe nahm und in den Raum leuchtet, wurde er heller und man sah, was darin los war.
Als Kind hatte ich auch manchmal Angst im dunklen Keller. Da war ich froh, dass das Licht brannte.
Auch wir sind froh, wenn wir im Lichte leben. Und uns als Christen ist das wahre Lebenslicht gegeben. Das wahre Lebenslicht heißt Jesus Christus.
Sicher ist es heute sehr schwer, im Angesicht der Katastrophe von Haiti als von Jesus als dem aufgehendem Licht und als das Lebenslicht zu predigen. Doch sind wir ehrlich, wo als nur bei ihm finden wir wirklich Halt und Hoffnung. Dabei soll das aber kein Vertrösten in ein Jenseits sein, sondern Kraftquelle im Diesseits im Heute.
Ich habe die Blogeinträge der Kleinen Brüder und Schwestern in Haiti auf evangelisch.de gelesen. Sie haben über 20 Mitarbeiter verloren, welche im Erdbeben ums Leben gekommen sind. Doch mit welcher bis an den Rand der menschlichen Möglichkeiten gehenden Anstrengung wird hier geholfen. Und Kraft finden sie eben bei dem Lebenslicht Jesus Christus. Nicht nur sie, sondern viele andere, die in Haiti helfen und wirken.
Vom wahren Lebenslicht Jesus Christus spricht nun unser Predigttext heute. Es ist die Epistel aus 2. Korinther 4,6-10. Ich lese ihn nach der Neuen Genfer Übersetzung:

6 Denn derselbe Gott, der gesagt hat: »Aus der Finsternis soll Licht hervorstrahlen!«, der hat es auch in unseren Herzen hell werden lassen, sodass wir in der Person von Jesus Christus den vollen Glanz von Gottes Herrlichkeit erkennen.
7 Wir allerdings sind für diesen kostbaren Schatz, der uns anvertraut ist, nur wie zerbrechliche Gefäße, denn ´es soll deutlich werden, dass` die alles überragende Kraft, ´die in unserem Leben wirksam ist,` Gottes Kraft ist und nicht aus uns selbst kommt.
8 Von allen Seiten dringen Schwierigkeiten auf uns ein, und doch werden wir nicht erdrückt. ´Oft` wis-sen wir nicht mehr weiter, und doch verzweifeln wir nicht.
9 Wir werden verfolgt und sind doch nicht verlassen; wir werden zu Boden geworfen und kommen doch nicht um.
10 Auf Schritt und Tritt erfahren wir am eigenen Leib, was es heißt, am Sterben Jesu teilzuhaben. Aber gerade auf diese Weise soll auch sichtbar werden, dass wir schon jetzt, in unserem irdischen Dasein, am Leben des auferstandenen Jesus teilhaben.

Liebe Gemeinde,
„Aus der Finsternis soll Licht hervorstrahlen.“ Kriege und Terror, die Naturkatastrophen, wie eben die Erdbeben in Haiti sind Bilder der Dunkelheit. Manche sind durch die Menschen selber geschaffen, andere sind so hart wie das klingen mag, Ausdruck der Vergänglichkeit der Schöpfung Gottes auf unserer Erde in unserer Welt. Wir können diese Finsternis nicht begreifen und verstehen. Ja wir leiden darunter. Und eben aus dieser uns Menschen umgebenden Finsternis will das Licht des Lebens leuchten, will Jesus Christus leuchten.
Für den Apostel Paulus ist aber genau die Hintergründigkeit und Finsternis in der Welt eine Realität.
Dabei wird die Finsternis von ihm nicht als Naturereignis verstanden. Sondern es geht um Finsternis als Gottesferne, als Ergebnis der Macht der Finsternis. Dass es diese Finsternismächte gibt, darüber reden wir auch in der Kirche nicht gern. Wir reden viel lieber von den guten Seiten des Glaubens. Doch diese Finsternis ist Realität.
Aber nicht nur diese Finsternis gibt es, sondern auch in unserem eigenen Inneren gibt es Dunkelheit. Und wir leiden selber sogar darunter. Daher können wir das doch recht gut nachempfinden, was der Apostel Paulus so von unserem Menschsein schreibt:

– Wir sind zerbrechliche Gefäße – Terracotta. Uns bedrücken Krankheiten, Schmerz und Leid. Wir sind im Leben schon mit dem Tod gekennzeichnet.
– Von allen Seiten dringen Schwierigkeiten auf uns ein. Wir haben kaum Luft zum atmen. Wir wissen fast nicht mehr ein noch aus.
– Nun Verfolgung erleiden wir zwar hier in unse-rem Land nicht, aber wir brauchen nur etwas in unsere Welt hineinzuschauen. Wie viele Christen werden um ihres Glaubens willen verfolgt. Und dennoch ist es mittlerweile auch bei uns nicht mehr selbstverständlich, dass man an Jesus Christus glaubt. Ja selbst das ist nicht mehr selbstverständlich, dass man Glied einer Kirche oder Gemeinde ist. Manchmal hat christlicher Glaube auch an unserem Land den Charakter von etwas exotischem.
Und natürlich auch die kritische Anfrage unserer Mitmenschen z.B. beim Erdbeben in Haiti. Da hören wir die Fragen: „Wo war denn da euer Gott? Hat er sich verabschiedet?“
– Wir haben Anteil am Sterben Jesu und erfahren es auch an unserem eigenen Leben und zwar jeden Tag neu.

Paulus beschreibt hier die Vergänglichkeit und die Ärmlichkeit unseres menschlichen Daseins. Und ich muss sagen, wenn wir nur dieses hier hätten, wären wir eigentlich nur noch zu bedauern, dann wären wir das, was Paulus in 1. Korinther 15 sagt: „so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“.
Doch und das ist die gute Botschaft, so elend und erbarmungslos unser Leben auch manchmal sein kann. Und ich weiß, dass es sogar schlimmer sein kann, als wie es Paulus hier beschrieben hat. So elend und erbarmungslos unser Leben sein kann, so kann es dennoch ein hoffnungsvolles Leben sein. Ja es kann sogar ein erfülltes Leben sein.
Ich habe es schon oft erlebt, dass Menschen, die selber sehr viel schweres in ihrem Leben durchgemacht haben, nicht getröstet werden mussten, sondern selber zum Tröster wurden, weil sie ihr Leben und ihren Glauben in Jesus Christus gegründet hatten.
Bei ihnen konnte man spüren, dass trotz aller irdischen Vergänglichkeit, trotz allem Leid und Schmerz, sie eine Hoffnung hatten, die ihnen für jeden Tag neu Hoffnung gab. Es war und ist eine Hoffnung, die nicht in das Jenseits vertröstet, sondern eben im heute wirkt und Kraftquelle ist.
Wir werden hier mit zerbrechlichen Tongefäßen verglichen, mit Terracotta: Und genau in diese Tongefäße, die auch manchmal schmuddelig und schmutzig aussehen, die angeschlagen und eingerissen sind, da hinein gibt sich der wertvolle Inhalt, der Schatz, wie es Paulus sagt. Also ganz das Gegenteil dessen, was Werbestrategen empfehlen. Dahinein begibt sich Jesus Christus. Er kommt in unser Sein, in unsere Welt wird Mensch, nimmt diese Menschsein auf sich und überstrahlt alles. Dieser Inhalt Jesus Christus bewährt sich unter schwierigsten Bedingungen.
Vielleicht ist das die Besonderheit dieses Schatzes. Erst unter Schwierigkeiten zeigt er seine schönsten Facetten. Dieser Schatz macht sich angreifbar.
Er zeigt sich darin stark, dass er Schwächen zulässt. Er kommt in die Nöte der Welt. Er nimmt an der Zerbrechlichkeit teil.
Pilatus sagt über ihn in Johannes 19,5: „Seht, welch ein Mensch! Oder die lateinischen Worte, die auch in die Kunstgeschichte eingegangen sind. „Ecce homo!“
Er schottet sich nicht ab gegen die Sorgen und Nöte der Menschen. Und gerade dadurch wirkt er überwindend und befreiend.
Auch schon die erste Generation der christlichen Gemeinde erfuhr Widerstand gegen die Frohe Botschaft. Und wenn wir die Erfolgsbilanz des Apostels sehen, dann war es auch dort nicht die großen Zahlen von Menschen, die zum Glauben fanden. In der Apostelgeschichte und den Briefen des Neuen Testamentes wird Bedrängnis wird beschrieben und Verfolgung. Unterdrückung und sogar tödliche Folgen bei der Verbreitung des Evangeliums werden sichtbar. Aber die Aufzählung der Bedrängnisse hat nicht zum Ziel, Mitleid zu erzeugen oder den Märtyrer zu spielen. Im Gegenteil: In den äußeren Ereignissen, in denen Angst und Schwachheit mitspielen, wird der innere Trost und die Geborgenheit spürbar, die die Wirksamkeit des Christus in diesen Ereignissen hervorbringt.
Wer sich in eigenen Worten und Taten sonnt, verbreitet eher eine Show. Gerade am eigenen Ende wird die Herrlichkeit Gottes darin erfahren, dass er nicht allein lässt und neu mit uns anfängt. Wir fallen, wenn wir fallen, nicht immer auf die eigenen Füße, aber in die Hände Gottes.
Der Liederdichter Arno Pötsch schreibt 1941 folgendes Lied, was die Geborgenheit bei Gott zum Ausdruck bringt:

1. Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand, die er zum Heil uns allen barmherzig ausgespannt.
2. Es münden alle Pfade durch Schicksal, Schuld und Tod doch ein in Gottes Gnade trotz aller unsrer Not.
3. Wir sind von Gott umgeben auch hier in Raum und Zeit und werden in ihm leben und sein in Ewigkeit.

Lasst uns nun in dieser Glaubensgewissheit in den Alltag gehen, das durch uns vergängliche Tontöpfe, der wertvolle Schatz, das helle Licht Jesus Christus strahlt und Raum gewinnt, auch in den schweren Tagen unseres Lebens, auch in solchen Katastrophen wie in Haiti.
Lasst das Lebenslicht Jesus Christus in uns hell werden.
Amen.

Leben in der Gemeinde!

Minimum-Tonne

Minimum-Tonne Quelle: Wikipedia

Predigt zu Römer 12,4-16 – 2.Sonntag nach Epiphanias 17.01.2010 -gehalten in den Kirchen von Fraureuth und Gottesgrün

Liebe Gemeinde,
ich habe euch heute ein Bild aus der Landwirtschaft mitgebracht. Es ist die Minimumtonne, mit der das sogenannte Minimumgesetz von Carl Sprengel und Justus Liebig dargestellt wird.
In der Landwirtschaft besagt dieses Minimumgesetz folgendes: Dass das Wachstum von Pflanzen durch die im Verhältnis knappste Ressource (Nährstoffe, Wasser, Licht etc.) eingeschränkt wird. Das wird auch als Minimumfaktor bezeichnet. Das Minimumgesetz ist u.a. eine wichtige Grundlage bei der Düngung.
Als ich davon im Internet berichtete, dass ich mit diesem Gesetz in der Predigt einsteigen will, da meinte jemand, dass das doch ganz schön trocken sei. Ich hoffe, dass ich euch damit nicht langweile.
Warum erzähle ich euch von dem Minimumgesetz? Weil ich denke, dass das in ähnlicher Form auch bei einer christlichen Gemeinde vorkommt.
Ich weiß, dass es Christen gibt, die so etwas ablehnen, und der Meinung sind, dass Gemeinde durch Gottes Heiligen Geist baut. Aber warum soll Gottes Heiliger Geist nicht auch unsere menschlichen Gesetzmäßigkeiten nutzen, um Gemeinde zu bauen?
Sicher wird jeder Vergleich, wie im normalen Leben hinken, und manchmal wird es auch anders sein
Deswegen muss aber das noch lange nicht verkehrt sein.
Und wenn wir die Bibel aufschlagen, finden wir eine ganze Menge Gesetze und Gesetzmäßigkeiten, die Gott nutzt um Menschen zu führen, und im neuen Testament finden wir auch beim Gemeindeaufbau solche Gesetzmäßigkeiten, Anweisungen und Ermutigungen.
Eine Gesetzmäßigkeit, die häufig vorkommt ist z.B. die, dass vor einem Wachstumsschub in der Gemeinde häufig eine Krise kommt.
Auch Jesus hat sich den Gesetzen seiner Zeit unterworfen, soweit sie dem Willen Gottes entsprachen. Aber er hat sich auch gegen Gesetze gestellt, wenn sie unmenschlich waren.
Nun gewisse Gesetzmäßigkeiten und Anweisungen für das Leben in der christlichen Gemeinde finden wir in unserem heutigen Predigttext der Epistel vom heutigen Sonntag aus Römer 12,4-16. Ich lese sie nach der neuen Genfer Übersetzung.

4  Es ist wie bei unserem Körper: Er besteht aus vielen Körperteilen, die einen einzigen Leib bilden und von denen doch jeder seine besondere Aufgabe hat.
5  Genauso sind wir alle – wie viele ´und wie unterschiedlich` wir auch sein mögen – durch unsere Verbindung mit Christus ein Leib, und wie die Glieder unseres Körpers sind wir einer auf den anderen angewiesen.
6  Denn die Gaben, die Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat, sind verschieden. Wenn jemand die Gabe des prophetischen Redens hat, ist es seine Aufgabe, sie in Übereinstimmung mit dem Glauben zu gebrauchen.
7  Wenn jemand die Gabe hat, einen praktischen Dienst auszuüben, soll er diese Gabe einsetzen. Wenn jemand die Gabe des Lehrens hat, ist es seine Aufgabe, zu lehren.
8  Wenn jemand die Gabe der Seelsorge hat, soll er anderen seelsorgerlich helfen. Wer andere materiell unterstützt, soll es uneigennützig tun. Wer für andere Verantwortung trägt, soll es nicht an der nötigen Hingabe fehlen lassen. Wer sich um die kümmert, die in Not sind, soll es mit fröhlichem Herzen tun.
9  Die Liebe soll echt sein, nicht geheuchelt. Verabscheut das Böse, haltet euch unbeirrbar an das Gute.
10  Lasst im Umgang miteinander Herzlichkeit und geschwisterliche Liebe zum Ausdruck kommen. Übertrefft euch gegenseitig darin, einander Achtung zu erweisen.
11  Lasst in eurem Eifer nicht nach, sondern lasst das Feuer des Heiligen Geistes in euch immer stärker werden. Dient dem Herrn.
12  Freut euch über die Hoffnung, die ihr habt. Wenn Nöte kommen, haltet durch. Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen.
13  Helft Gläubigen, die sich in einer Notlage befinden; lasst sie mit ihrer Not nicht allein. Macht es euch zur Aufgabe, gastfreundlich zu sein.
14  Segnet die, die euch verfolgen; segnet sie, verflucht sie nicht.
15  Freut euch mit denen, die sich freuen; weint mit denen, die weinen.
16  Lasst euch im Umgang miteinander davon bestimmen, dass ihr ein gemeinsames Ziel habt. Seid nicht überheblich, sondern sucht die Gemeinschaft mit denen, die unscheinbar und unbedeutend sind. Haltet euch nicht selbst für klug.

Über die Gaben und Aufgaben haben wir schon im vergangenen Sonntag nachgedacht. Darum wollen wir jetzt mit der Liebe einsteigen.
Erst einmal finden wir hier einen Katalog, was zu tun ist, wie die Gemeinde zusammen zu leben hat. Die neutestamentliche Theologie nennt das Tugendkatalog.
Aber wenn wir genau einmal hinschauen, entdecken wir, dass das alles Eigenschaften sind, die erst ein Leben in der Gemeinde möglich und spannend machen. Es sind gewisse „Gesetzmäßigkeiten“, wenn die in der Gemeinde gelebt werden, dann ist Gemeinde ansprechend und Menschen kommen gern zur Gemeinde und sind auch bereit Mitzutun. Es geht hier auf jeden Fall nicht um einen erhobenen Zeigefinger, sondern um ein gutes Leben in der Gemeinde
Auf dem Bild Minimumtonne finden wir 8 Kennzeichen, die beachtet werden müssen, damit Gemeinde wächst.
Zwei Kennzeichen liegen mir besonders am Herzen, dass ist die Liebe und die Evangelistische Diakonie.
Und wir finden beide in unserem Predigttext wider.
Nach dem der Apostel Paulus über Gaben und Aufgaben in der Gemeinde gesprochen hat kommt er zur Liebe.
Er sagt: Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
(Über die Frage der Liebe in der Gemeinde, habe ich mit euch schon einmal in der Allianzwoche gesprochen: Ich sprach vom Liebesqoutient und Wohlfühlfaktor.
Das klingt zwar recht theoretisch. Aber sagen wir es einfach, da wo ich geliebt werde und wo ich mich wohlfühle, gehe ich gerne hin und komme auch gerne wieder.
So stellt sich für uns die konkrete Frage: Werden die Menschen, die in unsere Gemeinde kommen, geliebt und fühlen, die sich wohl?
Und um es noch konkreter zu sagen: Fühlt Ihr euch in der Gemeinde geliebt und fühlt ihr euch in unserer Gemeinde wohl, so dass ihr gern andere mitbringt
In einer Skala von 1 bis 10. Wo würdet ihr euch wiederfinden?
Gehen wir mit einem nach außen hin fröhlichen Gesicht durch unsere Gemeinde, aber im innersten des Herzen haben wir es zur Faust geballt?
Ob ihr es glaubt oder nicht, auch wenn man es nicht nach außen sieht, es hat dennoch Auswirkungen nach außen.
Darum die Frage an uns, was tun wir, damit der andere auch wirkliche Liebe erfährt? Was können wir tun um selber in der Gemeinde mehr Liebe zu erfahren?
Der zweite wichtige Aspekt aus der Minimumtonne, den wir in unserem Predigttext wiederfinden, ist die Evangelistische Diakonie. Wir würden sagen, es sind die Werke der Barmherzigkeit.
Ich umschreibe Barmherzigkeit gern mit den Worten ein Herz haben für die Armen.
Sicher denken wir heute dabei zuerst an die Opfer des Erdbebens in Haiti. Und es ist gut, wenn Menschen ihre Herzen und Geldbeutel öffnen. Auch auf die Gefahr hin, dass ihre Hilfe nicht oder nur im geringen Maß ankommt.
Nein Barmherzigkeit ist ein Lebensstil, den wir in unserer Gemeinde brauchen.
Was nützt es, wenn wir in unseren Gottesdiensten und Bibelstunden Gottes Wort hören, Lieder singen und beten und Lisa Müller ist einsam und krank allein zu Hause und keiner besucht sie?
Oder da ist eine Tochter, die ihre schwerstkranke Mutter aus Barmherzigkeit pflegt und nicht in ein Pflegeheim geben will. Und dann bricht sie fast selber unter der Pflege zusammen und keiner hilft ihr?
Oder eine alleinerziehende Mutter muss mit dem großen Kind zum Arzt und keiner ist da, der das kleine in der Abwesenheit auf das kleine Kind aufpasst.
Ich weiß, dass das andererseits auch oft aus falscher Eitelkeit versteckt und überspielt wird. Und es schwer zu sehen ist.
Dennoch ist es gut und wichtig mit offenen Augen durch die Gemeinde zu gehen.
Das sind zwei Beispiel von Notlagen, die in unserer Gemeinde vorkommen können und auch vorkommen.
Aber es gibt auch noch weitere. Darum sollten wir uns von dem Worten des Apostels ermutigen lassen:
Helft Gläubigen, die sich in einer Notlage befinden; lasst sie mit ihrer Not nicht allein. Macht es euch zur Aufgabe, gastfreundlich zu sein.
Ich persönlich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Helft auch den Nichtgläubigen als Zeichen eures Glauben und das euch die Freuden Botschaft von Jesus Christus verändert hat. So könnt ihr ohne große Worte Zeugen von Jesus Christus und seiner Liebesbotschaft werden. Damit sind wir beim Thema der Allianzgebetswoche.
Aus dem Predigttext habe ich zwei wichtige Kennzeichen des Gemeindelebens herausgesucht: Liebe und Barmherzigkeit. Man mag von dem Modell der Minimumtonne halten, was man will. Es weist schon in die richtige Richtung.
Warum sollen wir das überhaupt tun? Nun der Apostel sagt dazu: „Lasst euch im Umgang miteinander davon bestimmen, dass ihr ein gemeinsames Ziel habt.“
Gemeinsam sind auf den Weg und dieser Weg hat ein Ziel – dieses Ziel hat einen Namen: Jesus Christus. Gemeinsam sind wir unterwegs mit Jesus Christus zu ihm hin – hin in seine Ewigkeit.
Ich wünsche uns, dass wir ausganzen Herzen sagen können, was wir gleich im Predigtlied singen werden:
O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie köstlich sind sie mir!
Du weißt, wie mich’s oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir.
Amen

Lieben Sie Ihre Kirche?

Kirche in Rheinsberg Uckermark
Kirche in Rheinsberg Uckermark

Kirche in Rheinsberg Uckermark

Predigt zu Römer 12,1-8 – 1.Sonntag nach Epiphanias 10.01.2010 -gehalten in den Kirchen von Fraureuth und Gottesgrün

“Lieben Sie Ihre Kirche?”
Was ist dass denn für eine komische Frage?, wird jetzt mancher von Euch denken. Die meisten werden es mit der Kirche so halten, wie Gustav Heinemann mit Deutschland. Als man ihn fragte: „Lieben Sie Deutschland?“, hat er geantwortet, er liebe seine Frau. Also zu Deutschland hatte er keine intensive Beziehung und das als Bundespräsident.

So ähnlich verhalten wir uns meistens als evangelische Christen zu unserer Kirche, zu unserer Gemeinde. Und wir sind noch stolz darauf.
Ja, immer wieder begegnen mir Christen, die sagen: Ich liebe Jesus und habe eine persönlich Beziehung zu ihm, aber Kirche und Gemeinde, das brauchen wir nicht.

Ich stelle jetzt einmal die Frage: Was tun wir, wenn wir Menschen zum Glauben an Jesus Christus einladen, laden wir sie auch in die Kirche ein? Oder ist das uns peinlich? Sagen wir, es ist uns wichtig, dass Menschen mit dem Evangelium in Berührung kommen, aber sie einladen sich dann taufen zu lassen, Glied der Gemeinde zu werden und sich dann zu unseren Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen zu halten, das kommt uns nur schwer von den Lippen.

Dabei entspricht genau das dem biblischen Bild von einem Christen. So werden wir zum Beispiel im Hebräerbrief ermutigt:
23 Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat;
24 und lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken
25 und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.
Hebräer 10:23-25

Es gehört beides zusammen Gottes Wort und Gottes Volk. Das sagt auch Martin Luther: „Gottes Wort kann nicht ohne Gottes Volk sein.“ Es ist ein Kernsatz der Reformation.

Natürlich stellt sich jetzt die nächste Frage: Wie attraktiv, wie ansprechend ist denn die Kirche, ist die Gemeinde? Wie attraktiv wie ansprechend ist die Gemeinde, die Kirche in Fraureuth (in Gottesgrün)? Um gleich auch konkret zu werden.
Eine Antwort auf die Frage werde ich nicht geben. Das kann jeder selber einschätzen. Und jeder wird sicher einen anderen Standpunkt haben.

Was man tun kann, das Kirche, das Gemeinde attraktiv und ansprechend ist, darauf gibt uns der Predigttext eine Antwort. Es ist die Epistel aus Römer 12,1-8. Wir hören sie noch einmal nach der Neuen Genfer Übersetzung:

Römer 12,1-8

1 Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf.

2 Richtet euch nicht länger nach ´den Maßstäben` dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist

3 Ich rufe daher aufgrund der Vollmacht, die Gott mir in seiner Gnade gegeben hat, jeden Einzelnen von euch zu nüchterner Selbsteinschätzung auf. Keiner soll mehr von sich halten, als angemessen ist. Maßstab für die richtige Selbsteinschätzung ist der Glaube, den Gott jedem in einem bestimmten Maß zugeteilt hat.

4 Es ist wie bei unserem Körper: Er besteht aus vielen Körperteilen, die einen einzigen Leib bilden und von denen doch jeder seine besondere Aufgabe hat.

5 Genauso sind wir alle – wie viele ´und wie unterschiedlich` wir auch sein mögen – durch unsere Verbindung mit Christus ein Leib, und wie die Glieder unseres Körpers sind wir einer auf den anderen angewiesen.

6 Denn die Gaben, die Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat, sind verschieden. Wenn jemand die Gabe des prophetischen Redens hat, ist es seine Aufgabe, sie in Übereinstimmung mit dem Glauben zu gebrauchen.

7 Wenn jemand die Gabe hat, einen praktischen Dienst auszuüben, soll er diese Gabe einsetzen. Wenn jemand die Gabe des Lehrens hat, ist es seine Aufgabe, zu lehren.

8 Wenn jemand die Gabe der Seelsorge hat, soll er anderen seelsorgerlich helfen. Wer andere materiell unterstützt, soll es uneigennützig tun. Wer für andere Verantwortung trägt, soll es nicht an der nötigen Hingabe fehlen lassen. Wer sich um die kümmert, die in Not sind, soll es mit fröhlichem Herzen tun.

Liebe Gemeinde,

dass wir Menschen soziale Netze brauchen, zeigt uns gerade heute das Internet. Dort boomen zur Zeit die sozialen Netzwerke, allen voran sind es Twitter und Facebook, bei Unternehmern und Businessleuten ist es XING, bei Studenten ist es StudiVZ, bei Schülern ist es SchuelerVZ.

Ja und wer will, der kann ohne große Probleme sein eigens soziales Netzwerk einrichten.

Es ist komisch, je unpersönlicher die reale Welt wird, umso mehr entwickeln sich solche soziale Netze, wobei sie auch Vorteile haben – zB. die schnelle Kommunikation und das gleich mit mehreren Leuten.

Bei Facebook z.B. bin ich mit mindestens 15 Leuten befreundet, die etwas mit der Fraureuther Kirchengemeinde zu tun haben.

Und ich werde der letzte sein, der gegen solche Vernetzung ist, sondern das Gegenteil ist der Fall. Ich werde das fördern, wo ich es kann, denn so erreichen wir den modernen Menschen – gerade auch mit dem Evangelium.

Doch genau diese sozialen virtuellen Netze stellen uns als Christen, als Kirche und als christliche Gemeinde in Frage, nicht in unserer Existenz, sondern in unserer Handlungsweise. Versäumen wir es in der realen Welt uns zu vernetzen, Verbindungen aufzubauen. Was tun wir, dass andere unsere Gemeinde als lebendige und persönliche Gemeinschaft erfahren, wo sie gehalten und getragen werden? Kirche geschieht nicht an sich und von alleine, sondern sie braucht den aktiven Beitrag des Einzelnen. Sie braucht deinen Beitrag und meinen Beitrag.

Genau das macht der Apostel Paulus hier in dem Brief an die Römer deutlich. Er macht uns deutlich wie wir die soziale Gemeinschaft in unserer Gemeinde wieder zurückgewinnen können. Es wird aber gleich deutlich, dass das nicht über den Pfarrer, den Kantor und einzelne Mitarbeiter allein geht, sondern dass das den Beitrag aller erfordert.

Als erstes lesen wir bei Paulus etwas über die Existensberechtigung der Kirche:

„Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf.“

Kirche – Gemeinde hat seine Existenzberechtigung aus dem Erbarmen Gottes heraus. Es ist Gottes Erbarmen, dass wir heute hier versammelt sind. Das wollen wir uns immer wieder bewusst machen.

Es ist Gottes Erbarmen, dass wir Christen sind und an ihn glauben. Darum ermutigt uns der Apostel Paulus, dass wir uns und unser ganzes Leben Gott ganzheitlich zur Verfügung stellen.

Damit macht er uns deutlich, dass Gottesdienst eben nicht nur am Sonntag morgen die eine Stunde ist und vielleicht noch ein paar Gemeindeveranstaltungen dazu, sondern das Gottesdienst das ganze Leben ausmacht.

Und Gottesdienst heißt auch unser Leben nicht nach den Maßstäben der Welt zu richten in der wir Leben, und dennoch in dieser Welt zu leben – und den Kontakt zu unseren Mitmenschen zu pflegen. Das ist ein ganz schöner Spagat, der da von uns als Christen abverlangt wird.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht weiß, ob man das alleine durchsteht, oder ob da nicht die Gemeinschaft mit den anderen gerade deswegen notwendig ist.

Ich jedenfalls, wenn ich auf solche Situationen in meinem Leben zurückblicke, die ich in ganz besonderer Weise als Jugendlicher hatte, bin dankbar für die anderen.

Ich denke, das kann mancher von euch von den schweren Situationen in seinem Leben bezeugen.

Darum ist das Bild vom Leib Christi durch den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus das Bild, was uns als Kirche und Gemeinde ausmacht.

Wenn wir den menschlichen Körper betrachten, dann sehen wir, dass er verschiedene Organe und Gliedmaßen hat. Jedes Organ hat seine bestimmt Aufgabe und Funktion. Werden sie in ihrer Funktionsweise behindert, dann hat das aber auch Einfluss auf die Funktion der anderen Organe.

Und genauso ist es auch bei der Kirche, bei der Gemeinde.

Die Gemeinde als Leib Christi und jeder von uns hat in ihr seine Aufgabe und seine Gaben. Und jeder ist mit seiner Aufgabe erforderlich und jeder soll seine Gaben einbringen.

Und nur so kann Kirche und Gemeinde wachsen, nur so kann Kirche in unsere Welt.

Das heißt, dass wir aus der Einzelkämpfermentalität, die leider vorherrscht, heraus müssen. Wir werden ermutig, einander zu dienen, nicht nur zwei oder drei den anderen, sondern jeder jedem, mit den Gaben die Gott gegeben hat. Das hat zur Folge, dass Kirche als soziales Netzwerk, als Gemeinschaft wieder attraktiv ist.

Die Kirche befindet sich in der Krise, aber das ist kein Grund zum Heulen, sondern Grund zur Veränderung, zum Neuanfang. Und wir dürfen dabei sein.

Und das wichtigste ist, wir müssen das nicht aus eigener Kraft tun, sondern Gottes Geist wirkt in uns und gibt uns die Kraft dazu. Uns gilt die Verheißung des Wochenspruches:
Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8, 14)

Darum lasst es uns immer wieder neu wagen.

Jetzt stelle ich noch einmal die Frage:

Lieben Sie Ihre Kirche?

Ich weiß nicht, was eure Antwort ist.

Meine Antwort heißt: Ja ich liebe meine Kirche und werde alles dafür tun, dass Menschen sich in ihr wohlfühlen und so zum Glauben an Jesus Christus finden.

Dass die Kirche nicht perfekt ist, das sagt uns schon Martin Luther:

„Die Weltweisen werden von der äußeren Gestalt der Kirche geärgert, die Ärgernissen und Sekten unterworfen ist. Denn sie meinen, die Kirche sei rein, heilig, ohne allen Tadel, Gottes Taube usw. Das ist wahr, vor Gott hat die Kirche ein solches Ansehen, aber vor der Welt ist sie gleich ihrem Bräutigam Christus: zerhackt, zerkratzt, verspeit, gekreuzigt, verlacht.“

Und dennoch sie ist Gottes Wille und Werk und wir dürfen an ihr Anteil haben.

Wisst ihr warum Blaukreuz-Gruppen und Anonyme Alkoholiker erfolgreich sind und wirklich etwas bewirken, weil die Leute wissen, dass jeder der dabei ist, irgendwie Probleme mit Alkohol oder anderen Drogen hat und der Hilfe Gottes und des anderen benötigt, um nüchtern zu werden und zu bleiben.

Nicht anders ist es in der Kirche. Hier gilt das gleiche Prinzip. Als von Gott geheiligte Sünder einander beistehen und dienen.

Lasst uns das fröhlich und aus ganzem Herzen tun. Amen

 

 

Ewiges Leben – bin ich dem gewiss?

FragezeichenPredigt zu 1. Johannes 5,11-13 – 2.Stg nach Weihnachten 03.01.2009 in der Kirche Gottesgrün – Pfarrer Jörg Bachmann

Liebe Gemeinde,

da ist Iris. Sie schreibt folgendes in einem Internetforum: “Kann mir jemnd sagen, woran man erkennt, dass der Junge, in den ich verliebt bin und der süß ist mach auch liebt? Woran erkenne ich das?”

Sie erhält einige Antworten, teilweise unqualifiziert teilweise hilfreich. Die nicht einfache aber vielleicht hilfreichste Antwort heißt: „Gehe hin zu ihm und frage ihn!“ Nun dies meisten von uns sind aus diesem Verliebtsein-Status heraus, obwohl das manchmal auch nicht so schlecht ist, sich daran zu erinnern.

Darum jetzt die Frage: woher wissen Sie, dass ihr Partner, ihre Kinder, ihre Eltern sie lieben? Wir wissen ja, dass es recht einfach ist, zu sagen: „Ich liebe dich!“

Wenn ich zu meiner Frau sage „Ich liebe dich“ muss das doch noch lange nicht stimmen, oder? Reicht das, wenn ich ihr das sage? Wenn ich es sage, dann muss das doch stimmen! Nein das muss noch lange nicht stimmen. Wir alle wissen, wie viel da im Namen der Liebe Missbrauch getrieben wird. Wir wissen auch, dass mancher von Liebe redet und eigentlich Egoismus meint. Nur sich selber sieht und nicht den anderen.
Darum muss sich diese Liebe nicht nur in Worten darstellen, sondern sie muss sich im realen Leben, im Handeln und im Tun gegenüber, dem Partner, der Kinder und der Eltern zeigen.

Eine Lehrerin schreibt dazu an junge Menschen:

Wahrhaftige Liebe beruht auf Selbstliebe und dem Fehlen von Besitz-Denken in der Partnerschaft. Sie entwickeln Ihre Liebes-Fähigkeit, wenn Sie Erwartungen loslassen.

Wahre Liebe ist frei – “Sei frei und lass das was du liebst in Freiheit”. Wer so denkt, will den Partner nicht besitzen und erwartet auch nicht von ihm, dass er für das eigene Lebensglück zuständig sei.

Wahre Liebe schenkt sich selbst – Zur wahrhaftigen Liebe gehört die Annahme des eigenen Selbst. Das bedeutet, dass jeder Mensch sein Ich so liebt wie es ist. Erst dann ist der Mensch wirklich er selbst und kann als Ich dem Du gegenüber treten. Sich selbst dem Partner schenken, ohne Erwartung einer Gegenleistung, das ist bedingungslose Liebe.

Wahre Liebe manipuliert nicht – Wer liebt will nichts damit erreichen. Er will weder den Partner ändern, noch gibt er sich anders als er ist. In solcher Liebe hat alle Manipulation ein Ende. Der Mensch ist authentisch und trifft den Partner auf Augenhöhe.

Wahre Liebe bewertet nicht – Menschen, die zu wahrer Liebe fähig sind verurteilen und bewerten nicht. Sie beobachten, was ist. Ein solches Verhalten ist nicht zu verwechseln mit kritikloser Akzeptanz. Gemeint ist eine Abkehr vom Schwarz/Weiß Denken hin zu Mitgefühl und liebevoller Toleranz.

Wahrhaftigkeit in der Liebe: Der Weg ist das Ziel – Wahrhaft lieben können wir lernen. Dazu gehört vor allem der Mut, sich selbst ins Gesicht zu schauen und sich zu akzeptieren.

Warum erzähle ich jetzt so viel über die Liebe? Weil ich heute in diesem Gottesdienst, am Anfang des neuen Jahres euch fragen will: Woher weißt Du, dass Gott dich liebt? Sicher könnte mir jetzt mancher von euch darauf eine Antwort geben und die wird gut und richtig sein. Aber heute möchte ich doch noch etwas darauf setzten, und die egoistische Frage stellen. Was haben wird davon, dass Gott uns liebt?

Nun wir haben ja heute schon einmal die Epistel dieses Sonntages aus 1. Johannes 5,11-13 gehört. Ich lese sie noch einmal nach der Neuen Genfer Übersetzung:

 

11 Und was bedeutet diese Aussage Gottes ´für uns`? Sie bedeutet, dass Gott uns das ewige Leben gegeben hat; denn dieses Leben bekommen wir durch seinen Sohn.
12 Wer mit dem Sohn verbunden ist, hat das Leben. Wer nicht mit ihm, dem Sohn Gottes, verbunden ist, hat das Leben nicht.
13 Ich habe euch diese Dinge geschrieben, um euch in der Gewissheit zu bestärken, dass ihr das ewige Leben habt; ihr glaubt ja an Jesus als den Sohn Gottes.

So jetzt stelle ich Ihnen, stelle ich Dir die Frage: „Hast Du das ewige Leben? Haben Sie das ewige Leben? Was ist die Antwort auf diese Frage? Vielleicht, so richtig weiß ich das nicht oder ist es ein Ja aus vollem Herzen.

Nun der Apostel Johannes geht davon aus, dass wir das wissen oder uns dessen wenigstens gewiss machen. Darum schreibt er an die Christen von damals und heute: Ich habe euch diese Dinge geschrieben, um euch in der Gewissheit zu bestärken, dass ihr das ewige Leben habt; ihr glaubt ja an Jesus als den Sohn Gottes.
Er spricht hier von der Gewissheit im Glauben.

Gott will uns das ewige Leben geben, weil er uns liebt. Und woran sehen wir, dass Gott uns liebt. Reicht das, wenn er uns das in Buchform zukommen lässt. Reicht das, wenn er uns das irgendwie mitteilt? Nein, das reicht ja ihm noch nicht einmal selber. Dazu sind wir ihm ja viel zu wichtig. Darum hat sich Gott selber zu uns Menschen in unsere Welt aufgemacht. Darum ist Gott in Jesus Christus Mensch geworden. Darum haben wir ja vor ein paar Tagen Weihnachten gefeiert, darum ist Jesus als Kind in einem Stall zur Welt gekommen, darum ließ er sich in einen Futtertrog als Wiegebett legen, darum mussten seine Eltern vor Herodes flüchten. Darum lebte Jesus als Mensch und Wanderprediger. Darum begab er sich auf den Weg seiner Passion. Darum wurde er gepeinigt und geschlagen. Darum wurde er gekreuzigt. Darum ging er diesen Weg der Niedrigkeit. Doch sein Weg ist noch nicht vollendet, denn bis dahin würde uns die Liebe Gottes noch nicht viel bringen. Nein das Entscheidende ist, dass er die Macht des Todes besiegt hat, dadurch dass er von den Toten auferstanden ist. Er gibt uns die Gewissheit des Ewigen Lebens.

Genauso hat das der Apostel Paulus im Philipperbrief beschrieben:

Philipper 2
6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,
7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.
8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.
9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist,
10 dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,
11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Wenn du auf die Frage: Glaubst Du an Jesus Christus? Ein Ja aus ganzem Herzen sagen kannst, dann kannst auch auf die Frage: „Hast Du die Gewissheit des ewigen Lebens?“ mit einem Ja aus ganzem Herzen beantworten. Nun wirst Du vielleicht sagen: „Ich spüre es nicht, dass Gott mich liebt, darum fühle ich mich unsicher. Ja manchmal habe ich sogar das Gefühl Gott ist nicht da. Nun von der Liebe her wissen wir, dass das mit dem Gefühl ein recht schwieriges Ding ist. Auch da haben wir manchmal nicht das Gefühl, dass der andere uns liebt. Besonders wenn man schon länger zusammen ist. Sich kann da manchmal auch etwas dran sein. Doch oft hat sich die Liebe des anderen, wie auch die eigene Liebe verändert. Aus dem Verliebtsein im Anfang, wo da die Schmetterlinge im Bauch flattern, ist hat die Liebe sich in eine verantwortungsvolle Liebe verwandelt. Und so ist es auch bei unserem Verhältnis zu Gott. Gegenüber allem Gefühl, allem Glauben und Hoffen, gegenüber allen Gefühl steht die Tatsache, dass Gott das getan hat, dass Jesus den Weg gegangen ist, dass er uns die Hoffnung auf das Ewige Leben zur Gewissheit macht.

Wir stehen am Anfang des neuen Jahres. Und mit dieser Gewissheit können wir in dieses Jahr hinein gehen und auf Gottes Ewigkeit hoffen. Wir können gespannt im heute und im Morgen leben, ausgerichtet auf die Ewigkeit Gottes.

Es ist wie bei einer Bergbesteigung: Schon der Anstieg – das ist das Leben heutet – bietet uns Atemberaubendes, aber das Gipfelerlebnis – Gottes Ewigkeit – übertrifft alles. Amen

 

Erntedank in unseren Kirchengemeinden

Erntedank

Erntedank

Die Erntedankgaben werden in Gottesgrün am Sonnabend, den 03. Oktober, in der Zeit zwischen 09:00 Uhr und 11:00 Uhr wieder von den Christenlehrekindern und den Konfirmanden eingesammelt. Die Naturalgaben sind für das Kinderheim in Reichenbach und die Geldgaben für die Diakonieeinrichtung Carolienfeld in Greiz.

In Fraureuth können die Erntedankgaben am Sonnabend, den 03. Oktober, in der Zeit zwischen 15:00 Uhr und 18:00 Uhr in der Kirche abgegeben werden. Die Natural- und die Geldgaben sind für die Diakonieeinrichtung Carolienfeld in Greiz bestimmt. Die Sammlung im Erntedankgottesdienst wird zur Linderung der Hungersnot in Tansania sein. Wir bitten dies dieses Mal besonders zu berücksichtigen.

 

Konfirmation in Fraureuth und Gottesgrün

2009_KonfirmationIn diesem Jahr hatten wir 1 Konfirmanden und 3 Konfirmanden in unseren Kirchgemeinden. Sie wurden in zwei Konfirmationsgottesdiensten konfirmiert, am Sonntag Exaudi in Gottesgrün (1 Konfirmand) und am Pfingstsonntag in Fraureuth (3 Konfirmandinnen). Die Konfirmationsgottesdienste standen unter dem Thema „Echt sein“. Die Konfirmanden wurden ermutigt in ihrem Leben und in ihrem Glauben echt zu sein, selber die Dinge des Glaubens zu erproben.

 

Der Versuch über Open-Source-Netzwerk eine Predigt zu entwickeln

Vielleicht passt es nicht zusammen, die monologische Predigt und das Web 2.0.  Rob Brink lässt es einmal auf einen Versuch ankommen und lädt die Web-Community zu einer emergenten Predigtvorbereitung und -entwicklung ein. Mit Hilfe des Open Source Sermon Wiki soll eine Predigt unter dem Titel “Der Leib Christi im digitalen Zeitalter” bis zum 20. September 2008 entwickelt werden. Weiterlesen

Gottesdienste zum Schuljahresanfang

Schulanfang 2007Die Sommerferien (zumindestens in Thüringen und Sachsen) sind kaum eine Woche alt, da muss man schon an ihr Ende denken. Da sind dann die Familiengottesdienste zum Schuljahresanfang.
Bei uns ist das meistens ein Freiluftgottesdienst, das heißt er findet im Pfarrhof statt. Da wird sogar eine kleine Bühne aufgebaut.
Da gibt es dann auch einen Punkt, wo die Schulanfänger und überhaupt alle Schüler zum Schuljahresbeginn gesegnet werden. Und ein paar kleine Geschenke gibt es auch – für die Erstklässler etwas größer. Weiterlesen

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