Die Kirche auf dem Lande braucht auch ein sich veränderndes Bewusstsein der Gemeindeglieder

Es geht bei dem Nachdenken über Kirche auf dem Lande um das Überlegen, wie Kirche in ihren Strukturen und ihrer Daseinsweise auch unter den sich verändernden zukünftigen demografischen und gesellschaftlichen Bedingungen zukunftsfähig bleibt. Dabei sind viele unterschiedliche Anstrengungen und Veränderungen nötig. Nicht nur seitens der Kirchenleitung muss darüber immer wieder neu nachgedacht werden, sondern auch in den Gemeinden selber. Gerade in den Gemeinden vor Ort ist es wichtig, dass man sich fragt: „Wie sind wir als Gemeinde zukunftsfähig?“ „Was macht uns als Gemeinde aus und wie sehen wir uns in der Zukunft?“ Dabei geht es nicht darum ein Bild des Abbaus zu zeichnen, sondern gerade in der Situation ein Bild des Aufbaus und ein Bild der Hoffnung. Dieses Bild begründet sich ja nicht irgendwoher, sondern gerade in dem Glauben, den wir als Christen haben.Natürlich bedeutet es, dass sich Kirche auf dem Lande verändern muss. Diese Veränderung muss gerade im Bewusstsein der Gemeindeglieder geschehen. Und das ist besonders schwer. Ein Punkt ist der Gottesdienst. Bin ich bereit, wenn in meinem Dorf kein Gottesdienst ist, mit dem Auto ins Nachbardorf zu fahren und vielleicht noch ein, zwei Gemeindeglieder mitzunehmen und mit den anderen dort Gottesdienst zu feiern? Oder gehe ich erst wieder frühstens das nächste Mal in den Gottesdienst, wenn einmal wieder in meinem Dorf Gottesdienst ist? Leider erlebe ich das sehr oft, auch bei den frommen Christen, die in ihrem Dorf jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen würden. Dabei ist die Entfernung zum nächsten Ort vielleicht nur 3-4 km weit.

Sicher die eigene Kirche bietet Heimat, das vielleicht für mich die Kirche in der Nachbarort nicht ist. Aber dort sind auch Christen, mit denen man Gemeinschaft hat. Und im Wechsel kann dann eben Gemeinschaft und Heimat entstehen. Leicht ist das vielleicht nicht, aber man sollte es doch einmal versuchen.

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