Die Kirche im Dorf lassen und ihr Sinn geben

Kirchen an der Donau

Kirchen an der Donau

Manchmal wird die Frage laut:  „Was sollen wir denn mit so vielen Dorfkirchen in unserem Land?“ Ist da nicht mehr Frust als Lust angesagt? Mancher stellt dann die Frage nach der Umnutzung einer Kirche, vielleicht als Wohnraum, als Tagungszentrum, als Senioren heim, als Bibliothek, als Museum und anderes mehr. Sicher manchmal ist es nicht nur eine Frage des Nutzen, sondern eine Frage der Kosten.

Doch sehr oft ist es auch eine Frage der Einstellung zu einer Kirche. Dabei geht es jetzt gar nicht darum, dass dafür allein der christliche Glaube allein eine Rolle spielt. Gründe, warum eine Kirche im Dorf bleiben soll, finden wir viele. Die Menschen haben dafür recht verschiedenen Beweggründe. Das ist auch einer der Punkte, warum es Sinn macht, dass man für die Kirche oder für die Kirchen der Region einen Kirchbauverein gründen.

Maria Taferl

Maria Taferl

Als ich im August 2014 mit einem Flussschiff auf der Donau zwischen Passau und Budapest unterwegs war, sind mir besonders in Österreich, aber auch in der Slowakei und in Ungarn die vielen Kirchen entlang der Donau aufgefallen. In manchem Ort gab es mindesten zwei Kirchen. Manchmal waren es drei oder sogar vier Kirchen. Da kam keiner auf die Idee diese zu schließen oder umzunutzen. Jede Kirche hatte ihre Daseinsberechtigung und ihre Aufgabe.

Sicher bei der einen oder anderen Kirche war es auch in der Vergangenheit zur Schließung oder zur Umnutzung gekommen. Doch das war die Ausnahme.  Es ist auch fast die Ausnahme, dass eine Kirche nicht renoviert wurde. Und hier im Donaugebiet nicht nur wegen des Tourismus. Sie haben also gerade auch im Oikos der Menschen eine wichtige und nicht zu unterschätzende Funktion.

Gerade im Kernland der Reformation sollten wir unsere Kirchen(gebäude) daher nicht als Last, sondern als einen Schatz sehen, mit dem wir wuchern sollten, auch und besonders auf dem Lande. Sicher wird nicht ständig jede Kirche immer geöffnet sein können. Aber man sollte Möglichkeiten schaffen, Kirchen zu öffnen, zum Anschauen, zum Verweilen, zum Beten.

Nicht jeden Sonntag wird in jeder Kirche Gottesdienst sein, aber wie wäre es mit einer Andacht zum Montag, zu einem Mittagsgebet am Mittwoch oder einem Morgengebet am Freitag, eine Kirchenmusik usw.

Schön ist es, wenn unsere Kirchen leben. Doch auch in den Zeiten, wo das Leben nicht so pulsiert reden sie. Sie sind immer ein Fingerzeig der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Print Friendly, PDF & Email