Kirchen zu Begegnungszentren umbauen

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Die Kirche steht nicht dort, wo das menschliche Vermögen versagt, an den Grenzen, sondern mitten im Dorf.
Dietrich Bonhoeffer

Ich gebe zu, dass mir eigentlich eine Kirche als „heiliger Raum“ lieb ist. Ein Ort, wo man in einer gewissen Stille in herkömmlicher Weise, vielleicht auch in Bänken sitzend, ein meditatives Altarbild oder ein schlichtes Kruzifix vor sich. Hier kann ich Stille finden und Raum zum Nachdenken und Beten. Und solche Kirchen brauchen wir in unserem Land – viel mehr als wir haben, auch im Osten Deutschlands. Darum ist es richtig, dass die EKM sich für offene Kirchen stark macht. Wir brauchen sie, die offene Kirchen im ländlichen Raum, wo Menschen Raum zum Nachdenken, Meditieren und Beten finden. Vielleicht ist das besonders die Aufgabe der kleinen Kirchen in unserem Land.

Dann gibt es noch die großen Kirchen. Sie sind nicht unbedingt touristisch wertvoll oder sonstige Anziehungsmagnete. Auch füllen sie sich nur an Weihnachten oder nur noch an ein, zwei weiteren besonderen Festen im Jahr.  In der Restzeit des Jahres trifft sich da ein Häuflein Weniger, die in den Bänken fast verloren gehen. Dennoch gilt es diese Kirchen zu erhalten und zu beleben. Natürlich gibt es da verschiedene Ideen und Modelle. Das ist auch gut so, denn die Vielfalt wird gebraucht.

Wie schon gesagt, bisher habe ich mich schon gesträubt, den Umbau so einer Kirche in Angriff zu nehmen, weil es immer für mich ein „heiliger Raum“ ist. Gedacht habe ich so etwas länger schon. Da wollte ich vor vielen Jahren einmal in einer Kirche ein Restaurant einbauen.

Doch nicht nur die Kirche in England hat es uns schon vor gemacht (Bild: St Nicholas Cole Abbey, London, England), sondern auch manche Gemeinde in Deutschland hat damit schon begonnen, unser Kirchen zu Begegnungszentren umzubauen. Meistens bleibt in der Mitte noch ein sakraler Raum als Zentrum. Viele Kirchen haben Ecken und Nischen, die mit Glas abgetrennt werden können und als funktionalen Räume genutzt werden können.  Der Einbau von Toiletten und einer Miniküche gehört ebenfalls dazu. Des Weiteren müssen dann meisten die Bänke aus den Kirchen weichen, damit der Platz flexibel genutzt werden kann.

Solche Kirchen können dann flexibel als Gemeindezentren genutzt werden, sich neuen Aufgaben in der Gemeinde, aber auch im kommunalen Gemeinwesen und vielleicht auch manchem Verein öffnen. So kann sich eine gewisse Symbiose zwischen der christlichen Gemeinde und den Menschen vor Ort entwickeln und die Kirche beginnt neu und anders wieder zu wirken. Natürlich birgt das auch Gefahren und Verletzbarkeit in sich, aber das ist ja doch unser Auftrag.

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