Deutschland verändert sich

Wir stehen in Deutschland mitten in einem gesellschaftlichen Umbruch ohnegleichen. Der Flüchtlingsstrom aus dem Süden und besonders aus dem Osten wird bei dieser Veränderung in Deutschland einen großen Anteil haben. Veränderungen erzeugen immer bei vielen Menschen Ängste. Man weiß ja nicht, was kommen wird. Es ist ja nicht kalkulierbar und berechenbar. Es entstehen gesellschaftliche Um- und Aufbrüche, die schwer zu verstehen sind. Weiterlesen

Das Evangelium, die Unerreichten und die Region

Seit einigen Wochen bin ich wieder im Altenburger Land. Das hat die Folge, dass die Region wieder größer geworden ist, in der ich als Pfarrer Dienst tue, dass es in meinem Bereich Kirchen gibt, in denen nur alle drei bis vier Wochen Gottesdienst ist. Ja und in einer Kirche ist so gut wie nie Gottesdienst. Fast werde ich an die Zeit des Kirchenvaters Bonifatius erinnert, als er begann Thüringen zu missionieren. Dabei finde ich hier in der Region gute und engagierte Christen, die mit viel Engagement und Herz ihre Kirchen renovieren und den Rest an Gemeindeleben versuchen so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Auch vor wenigen Wochen hat die Evangelische Verlagsanstalt ein kleines Büchlein herausgebracht: „Das Evangelium, die Unerreichten und die Region“. Ein Büchlein, das versucht Akzente zusetzen, wie man heute im beginnenden 21. Jahrhundert im säkularisierten Deutschland missioniert. Weiterlesen

Christenverfolgung im Irak

NazarenerWir leben im 21. Jahrhundert. Eigentlich müsste doch diese Welt aufgeklärt und tolerant sein. Ja so wünschen wir uns das in Europa oder besser hier in Deutschland. Und manchmal ist die Forderung nach Toleranz so stark, dass diese, die es fordern selber wieder intolerant werden.

Doch jetzt holt uns die Weltpolitik ganz anders ein: mit Radikalismus und Terrorismus. Da gibt es eine radikale Gruppe im Irak, die hat fast über Nacht das habe Land erobert und baut ihn nun auf den Gottesstaat nach der Scharia. Weiterlesen

Kirche im ländlichen Raum

Kirche Reinsdorf

Kirche Reinsdorf

Da, wo ich Pfarrer bin, ist der ländliche Raum noch recht dicht besiedelt. Die Infrastruktur ist auch noch intakt. Sicher der strukturelle Wandel hat schon tiefgreifende Veränderungen geschaffen. Die meisten Menschen sind schon lange nicht mehr in der Landwirtschaft tätig. Dennoch wird der ländliche Raum weiterhin als Wohn- und Erholungsraum und damit als Lebensraum von vielen Menschen bevorzugt. Und die Tendenz ist sogar leicht wachsend. Dabei lässt sich aber dennoch nicht übersehen, dass die Bevölkerungszahl in den letzten Jahren grundsätzlich abgenommen hat. Auch und besonders der ländliche Raum war davon betroffen. Gegenwärtig ist die Zahl stagnierend, zumindestens in dem Raum, wo ich jetzt bin, im Thüringer Vogtland. Dabei ist die Bevölkerung in ihrer Struktur überaltert. Weiterlesen

Wie riecht es in ihrer Kirche oder/und in ihrem Gemeindehaus?

Auch solcher äußerlichen Sachen wie der Geruch in einer Kirche oder in einem Gemeindehaus können Einfluß haben, ob Menschen wiederkommen oder nicht.

Wo gehe ich lieber hin? Dorthin, wo es modrig riecht oder, wo es nach Kaffee riecht? Nun sicher dahin, wo es nach Kaffee riecht. Obwohl in einem Gottesdienstraum zu sitzen, der die ganze Zeit des Gottesdienstes nach Kaffee riecht, ist zwar nicht der schlechteste Geruch, aber auf die Dauer auch nicht angenehm. Denn es nimmt doch die Konzentration. Moder schreckt ab und ist natürlich tötend für die Gemeinschaft. Von daher wäre ein neutraler Geruch sicher sehr wichtig. Weiterlesen

Die lokale Kirche stärken

Gottesgrüner Kirche

Gottesgrüner Kirche

Es ist der zweite Beitrag infolge, der sich mit den kleinen Gemeinden auf dem Lande bzw. mit der Kirche vor Ort beschäftigt. Das ist mir immer schon ein Herzensanliegen, weil ich glaube, dass die lokale Kirche  in unserer  (evangelischen) Kirche die wichtigste Kraft ist, die das Evangelium zu den Menschen bringt. Als ich vor 25 Jahren als Pfarrer im Altenburger Land begonnen habe, begann ich in einer Kirche der kleinen Gemeinden zu arbeiten. Sie ist auch heute noch eine Kirche der kleinen Gemeinden trotz aller Strukturreformen. In den Gemeinden in denen ich damals meinen Dienst begann, begegneten mir manchmal die Gemeindeglieder dort mit der Aussage: „Wir sind die Letzten – nach uns kommt niemand mehr!“ Gott sei dank, das hat sich nicht bewahrheitet. Nach wie vor existieren die kleinen Gemeinden noch und sind noch recht aktiv. Nach wie vor existiert die lokale Kirche vor Ort noch – auch wenn sie umstrukturiert und sogar von der Kirchenleitung manchmal recht stiefmütterlich behandelt wurde. Denn leider gab es in der Kirche genauso wie in der Gesellschaft das Bestreben alles zu zentralisieren, sogenannte Hauptgemeinden zu gründen und zu Zentralgottesdiensten und Zentralveranstaltungen einzuladen, alles auf einen Ort zu konzentrieren. Weiterlesen

Warum Christen und besonders Seelsorger twittern sollten?

Der blaue Vogel

Der blaue Vogel

Twittern, das sogenannte Microblogging mit maximal 140 Zeichen, besteht jetzt etwa 4 Jahre. Doch erst in den letzten Jahren hat es einen großen Zulauf gefunden. Es wird jetzt immer beliebter.
Auf jeden Fall seit es sich mit sozialen Netzwerken, wie Facebook, Myspace und ähnlichen verbinden lässt.
Ich habe es etwa vor 2 Jahren entdeckt. Da bin ich schon erstaunt, welche interessanten Menschen ich in dieser Zeit entdeckt habe. Erst einmal territorial -von Hawaii bis Australien von Saudi-Arabien bis nach England lerne ich bei Twitter Menschen kennen. Aber auch Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen, vom Atheisten bis zum frommen Christen, vom Nichtreligiösen bis zu Pastoren verschiedenster Kirchen und Gemeinden. Ich lerne Menschen kennen die ähnliche Interessen haben wie ich. Bei mir ist es unter anderem Webdesign und Emerging Church. Es ist einfach toll in wenigen Worten zu erfahren, wie es anderen geht. Für mich als Pfarrer öffnen sich Horizonte gegenüber anderen Menschen – und ich habe auch schon manchen Impuls für die Predigt und die Bibelstunde gefunden. Meine Gemeinde kann mit Sicherheit nicht sagen, dass ich nur fromm daher rede und keine Ahnung vom Leben habe.
Dann ist Twitter auch ein Medium der schnellen Information. Fernsehsender und Zeitungen twittern die aktuellsten Schlagzeilen. Ja selbst durch Twitter ist manches Geschehen (meistens die schlechten) schnell um den Erdball mitgeteilt worden.
Nun als Bestandteil des Web 2.0 ist Twitter ein modernes Kommunikationsmittel. Auf der Webseite unserer Kirchengemeinde gibt es einen sogenannten Tweetwall, wo man kurze Mitteilungen absetzen kann.

Mich erstaunt immer wieder in der Alten Kirchengeschichte, wie selbstverständlich, die ersten Christen die damals modernen Kommunikationsmittel der Römer nutzten um das Evangelium von Jesus Christus den Menschen nahe zu bringen. Und wir tun uns als Christen immer wieder schwer die modernen Mittel der Kommunikation zu nutzen. Dabei steht uns doch der Auftrag Jesu in alle Welt zu gehen als Herausforderung vor Augen.
Als ich mir vor 20 Jahren einen Computer kaufte sagten, viele Kollegen: „Brauchen wir nicht.“ Heute gibt es kaum eine Kirchengemeinde, die nicht einen Computer verwendet. Natürlich kann man auch sagen: „Twitter – das brauchen wir nicht!“ Sicher brauchen wir Twitter nicht um zu leben. Wir brauchen auch den Computer nicht. Aber vergeben wir uns da nicht eine Chance Menschen zu treffen, mit ihnen zu kommunizieren. Ja und bis zu einem gewissen Grad auch seelsorgerlich beizustehen.

Für mich ist Twitter – sicher mit vielen Ecken und Kanten – ein Abbild christlicher Nachfolge. Interessant ist, dass die Leute, die mir nachfolgen, Nachfolger oder Anhänger genannt werden. Ja und für die, denen ich nachfolge, da gibt es kein Substantiv. Da heißt es „folgen.“

Mark MacDonald nennt drei gewichtige Gründe, warum jeder Seelsorger Twitter nutzen sollte:

  1. Die Predigten können relevanter werden. Das habe ich ja schon angedeutet. Über Twitter lernen wir die Menschen mehr und mehr kennen. Wir wissen, was sie bewegt. Erfahren von ihren Frustrationen, ihrem Leid und ihren Nöten. Mit Twitter sind wir an der Basis – auch wenn man es nicht immer schafft, die nötigen Besuche in der Gemeinde zu machen. Twitter eröffnet uns auch die Sorgen und Ängste, der Leute, die ich gar nicht zu Hause antreffe.
  2. Die Barriere zwischen Kanzel und Sitzplatz kann so entfernt werden. Oft hört man von den Leuten, dass wir Pfarrer in einer anderen Welt leben – so eine Art Wolkenkuckucksheim. Wir kennen die Sorgen und Nöte der Menschen nicht. Manchmal gibt es auch Momente im Leben, wo man an einem Menschen schuldig werden muss. Wie geht man damit um?
    Und wir beschweren uns, dass die Leute nicht auf uns hören, wenn wir von Sünde und Vergebung predigen. Twitter kann uns helfen zu erkennen, dass das Leben nicht schwarz und weiß ist, sondern eben grau in vielen Schattierungen.
    Für uns sollte es in allem gelten, dass Jesus Christus so Mensch wurde wie wir, doch ohne Sünde. Sein Tod am Kreuz beseitigte die Barriere zwischen Gott und Mensch. So dürfen wir wissen, dass Jesus unsere Not kennt. und dass er sie schon am Kreuz mitgetragen hat. Das zu wissen, macht uns menschlich und durch den anderen nahbar Twitter hilft uns transparent und echt zu werden.
  3. Das Gebetsleben kann gestärkt werden. Über Twitter erfahren wir vieles über die Not in der Welt, über die Schicksale der Menschen. Wir erfahren über die Freude unserer Mitmenschen. aber auch über ihre Traurigkeit, über Frustration und Bitterkeit. Wir erfahren alles, was Menschen bewegt. Das macht es uns möglich kurz für diese Menschen zu beten. Ich bin keine großer Gebetskämpfer, aber ein kurzes Segensgebet ist immer möglich.

In diesen 140 Zeichen von Twitter bieten sich uns viele Möglichkeiten Menschen zu begegnen und ihnen als Christen echt zu begegnen und Zeugnis zu geben von Jesus Christus.
Und noch etwas Twitter mach Spaß. Ich würde mich freuen wenn sie mir nachfolgen und ich Ihnen nachfolgen kann: www.twitter.com/pfarrerb/

Auf die Spitze getrieben

„Jetzt hat er es aber auf die Spitze getrieben“ – diese Redewendung sagt man, wenn einer es übertrieben hat. „Auf die Spitze getrieben“ – das war das Thema unseres Kirchweihgottesdienstes. Dabei ging es um Zachäus, der auch auf die Spitze getrieben wurde – auf die Spitze eines Baumes. Er wollte unbedingt Jesus sehen. Doch die Leute ließen ihn nicht ran. Sie sperrten ihn aus, als den Außenseiter, als der, der anders ist als sie. Sie sperrten ihn aus, weil er ein Kollaborateur und ein Schlitzohr ist. Weiterlesen