Seit einigen Wochen bin ich wieder im Altenburger Land. Das hat die Folge, dass die Region wieder größer geworden ist, in der ich als Pfarrer Dienst tue, dass es in meinem Bereich Kirchen gibt, in denen nur alle drei bis vier Wochen Gottesdienst ist. Ja und in einer Kirche ist so gut wie nie Gottesdienst. Fast werde ich an die Zeit des Kirchenvaters Bonifatius erinnert, als er begann Thüringen zu missionieren. Dabei finde ich hier in der Region gute und engagierte Christen, die mit viel Engagement und Herz ihre Kirchen renovieren und den Rest an Gemeindeleben versuchen so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Auch vor wenigen Wochen hat die Evangelische Verlagsanstalt ein kleines Büchlein herausgebracht: „Das Evangelium, die Unerreichten und die Region“. Ein Büchlein, das versucht Akzente zusetzen, wie man heute im beginnenden 21. Jahrhundert im säkularisierten Deutschland missioniert.

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Gottesgrüner Kirche

Gottesgrüner Kirche

Es ist der zweite Beitrag infolge, der sich mit den kleinen Gemeinden auf dem Lande bzw. mit der Kirche vor Ort beschäftigt. Das ist mir immer schon ein Herzensanliegen, weil ich glaube, dass die lokale Kirche  in unserer  (evangelischen) Kirche die wichtigste Kraft ist, die das Evangelium zu den Menschen bringt. Als ich vor 25 Jahren als Pfarrer im Altenburger Land begonnen habe, begann ich in einer Kirche der kleinen Gemeinden zu arbeiten. Sie ist auch heute noch eine Kirche der kleinen Gemeinden trotz aller Strukturreformen. In den Gemeinden in denen ich damals meinen Dienst begann, begegneten mir manchmal die Gemeindeglieder dort mit der Aussage: „Wir sind die Letzten – nach uns kommt niemand mehr!“ Gott sei dank, das hat sich nicht bewahrheitet. Nach wie vor existieren die kleinen Gemeinden noch und sind noch recht aktiv. Nach wie vor existiert die lokale Kirche vor Ort noch – auch wenn sie umstrukturiert und sogar von der Kirchenleitung manchmal recht stiefmütterlich behandelt wurde. Denn leider gab es in der Kirche genauso wie in der Gesellschaft das Bestreben alles zu zentralisieren, sogenannte Hauptgemeinden zu gründen und zu Zentralgottesdiensten und Zentralveranstaltungen einzuladen, alles auf einen Ort zu konzentrieren.

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Twitter Logo

Twitter Logo

Um es vorweg zu nehmen dieser Artikel ist inhaltlich nicht ganz neu. Er ist in ähnlicher Weise schon an anderer Stelle erschienen. Noch einmal das Augenmerk auf die Nutzung der Social Media und besonders Twitter im Dienste des Evangeliums zu legen, ist mir seit dem Kongress Kirche² vom 14.02.2013 bis 16.02.2013 in Hannover, wo das unter anderem ein Thema war, besonders wichtig.

Twitter, das sogenannte Microblogging mit maximal 140 Zeichen, ist jetzt etwa 6 Jahre alt. Ich selber nutze es seit etwa 4 Jahren. Twitter ist nach wie vor sehr beliebt. In Deutschland vielleicht nicht mehr bei der ganz jungen Generation so. Da ist Facebook beliebter. Aber Twitter lässt sich mit den anderen sozialen Netzwerken, wie Facebook, LinkedIn und Google+, verbinden. Selbst mit den verschiedensten Blogs und Webseiten ist ein Verbinden möglich. Es gibt die verschiedensten Twitterdienste und Apps für Smartphones und Tablet-PC, über die man twittern kann. Verschiedene Webseiten und Software können die Tweets (Twitter-Meldungen) auswerten. Zum Beispiel kann man mit Storify und den entsprechenden Stichwörtern und Hashtags eine Geschichte schreiben oder mit paper.li eine eigene Zeitung herausgeben.

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Sicher werden die meisten diese Frage mit „Ja“ beantworten. Ich natürlich auch. Auf jeden Fall die Leute, die sich zur Zeit in Hannover zum Kongress Kirche²  treffen. Dabei geht es dort um neue frische Ausdrucksformen „fresh expressions“ von Kirche. Und das ist wichtig, dass wir in einer sich so rasant verändernden postmodernen und multikulturellen Gesellschaft über neue Ausdrucksformen von Kirche nachdenken. Der normale liturgische Sonntagsgottesdienst, die Bibelstunde oder die katholische Messe sind nicht mehr die einzigen Ausdrucks- und Lebensformen von Kirche.

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Das Titelblatt des Fraureuther Heimatboten

Das Titelblatt des ersten Fraureuther Heimatboten

Dem neuen Ortspfarrer von Fraureuth war es vom ersten Tage an eine Not, dass kein Gemeindeblatt vorhanden war, in welchem man leicht an die Einzelnen mit seinen Gedanken herankommen kann. Viele entziehen sich ja heutzutage dem Einfluss der Kirche. Vom Hörensagen ist noch nie etwas Gescheites geworden! In der Kirche und auf der Kanzel kann nicht alles gesagt werden, was unbedingt gesagt werden muss. Blätter werden verteilt, hinter deren Absichten man nicht gut treten kann.

Der „Heimatbote“ will Bindeglied sein zwischen Pfarrer und Gemeinde. Alles was sonst im kirchlichen Leben von Fraureuth von Belang ist, soll gebracht werden. Wenn dann sich ein unsichtbares Band um uns alle schlingt in das auch auswärtige Fraureuther – die sich ihrer Heimat gern erinnern und denen der „Heimatbote“ die Geschehnisse der Gegenwart und Vergangenheit unseres Ortes übermitteln – eingeschlossen seien, so ist ein schönes Stück auf dem geplanten Wege erreicht.

Das war die Motivation, welche veranlasste, dass meinen Vorgänger in Fraureuth Pfarrer Reindke vor etwas mehr als 80 Jahren in Fraureuth den ersten Gemeindebrief „Heimatbote“ herausgab.

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Da ich in wenigen Tagen eine zweijährige Weiterbildung zum Thema „Spirituelles Gemeindemanagement“ beginne, habe ich mir einmal mit einer Mindmap einen Überblick verschafft, was zum „Spirituellen Gemeindemanagement dazugehören könnte. Sie ist sicher noch ausbaubar und wird in den nächsten Tagen und Monaten auch erweitert werden.
Ich hoffe, dass sie auch ein Stück das strukturelle Gerüst dieses Bloges wird. Auf jeden Fall habe ich viele Anregungen zu neuen Themen gefunden.

Hier ist sie:

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Die Theologie des Gegenwart muss das Gespräch und die Partnerschaft mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen suchen, um gemeinsam mit ihnen Antworten auf die Fragen unserer Zeit geben, bzw. sich besser den Herausforderungen unserer Zeit stellen zu können.

Im Rahmen der Praktischen Theologie sind es unter anderem die Psychologie, die Rhetorik, die Kommunikations- und Medienwissenschaften sowie das Management und Marketing, die uns als Partner begegnen. Dabei beinhaltet das Marketing ein Doppelziel, einerseits die Erfüllung der Kundenbedürfnisse und andererseits die Erfüllung der Unternehmensziele.

Inwieweit ist Marketing diesbezüglich relevant für das Spirituelle Gemeindemanagement?

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Das kann und wird es auch nicht. Die meisten Leute schrecken mehr vor dem Begriff zurück als vor der Sache selber. Wer genauer hin sieht, wird in der Kirche Marketing-Konzepte entdecken, ohne dass diese als solche benannt sind:

  • Martyria, Leiturgia und Diakonia
  • Kirche mit Visionen
  • Emerging Church
  • usw.

Das Kirchenmarketing oder Gemeindemarketing ist daher Mittel zum Zweck: wie kann man die beste Botschaft der Welt den Menschen vermitteln und ihnen Lebenshilfe geben.

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Eigentlich sind Management und Marketing in der Gemeinde so alt wie die Gemeinde selber, nur dass man in der Bibel andere Begriffe dafür verwendete bzw. das Leiten einer Gemeinde nicht als Management verstand.

Jesus sagte zu Petrus: „Weide meine Schafe!“ (Joh 21,15ff) Damit ist durch ihn ein gewisser pastoraler Leitungssstil vorgegeben. Dieser spiegelt sich an vielen Stellen des Alten und des Neuen Testamentes wider.

Wir tun uns schwer, das Gemeindemanagement mit dem Unternehmensmanagement zu vergleichen, obwohl wir bei genauerem Hinsehen entdecken werden, dass es ähnliche Gesetzmäßigkeiten gibt.

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