Vom Geben zum Segen und Loben – Predigt zum Erntedankfest 2010 – 2. Korinther 9,6-15

Erntedank 2010 Fraureuth

Erntedank 2010 Fraureuth

Liebe Kinder, liebe Gemeinde,
wir feiern heute das Erntedankfest. Wir danken Gott, dass wir genug zu essen und zu trinken haben. Wir danken Gott, dass wir Brot haben.
Haben wir uns schon einmal überlegt, wie bei uns heute Brot entsteht.
Ich habe hier einmal ein Roggenbrot mitgebracht. Und ich habe hier Roggenkörner mitgebracht. Es sind nur wenige. Diese Handvoll Körner reichen nicht, dass daraus ein Brot wird. Es wird höchstens ein Brötchen daraus.

Damit es mehr Körner werden ist es darum wichtig,

  • dass der Bauer die Körner in die Erde sät
  • er muss sie pflegen und muss viele Monate warten bis die Ähren reif sind
  • dann muss er sie ernten und dreschen.

Dann kommen die Körner in die Mühle und werden dort zu Mehl gemahlen.
Anschließend kommt das Mehl in die Bäckerei dort wird mit einigen Zusätzen wie Wasser, Hefe und Salz das Brot gebacken. Das können wir dann kaufen und essen.
Es dauert also eine lange Zeit und viele Menschen sind beteiligt, ehe aus den Körnern ein Brot wird.
Und nun sind wir heute hier Gott für die Körner und das Brot zu danken. Wir sind heute hier Gott für die vielen Gaben unseres Lebens zu danken.
Und wir werden heute auch daran erinnert, dass wir nicht allein auf dieser Erde leben, sondern dass auch andere Menschen gib. Menschen, die unsere Hilfe und unseren Beistand brauchen. Und Menschen, die auch uns beistehen. Dazu will uns der Apostel Paulus erinnern und ermutigen, wenn er schreibt:

2. Korinther 9,6-15
6 Denkt daran: Wer wenig sät, wird auch wenig ernten. Und wer reichlich sät, wird reichlich ernten.‘
7 Jeder soll für sich selbst entscheiden, wie viel er geben möchte, und soll den Betrag dann ohne Bedauern und ohne Widerstreben spenden. Gott liebt den, der fröhlich gibt.
8 Er hat die Macht, euch mit all seiner Gnade zu überschütten, damit ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles habt, was ihr zum Leben braucht, und damit ihr sogar noch auf die verschiedenste Weise Gutes tun könnt.
9 In der Schrift heißt es ja ´von dem, der in Ehrfurcht vor Gott lebt`: »Er teilt mit vollen Händen aus und beschenkt die Bedürftigen; das Gute, das er tut, hat für immer Bestand.«
10 Derselbe ´Gott`, der dafür sorgt, dass es dem Bauern nicht an Saat zum Aussäen fehlt und dass es Brot zu essen gibt, der wird auch euch mit Samen für die Aussaat versehen und dafür sorgen, dass sich die ausgestreute Saat vermehrt und dass das Gute, das ihr tut, Früchte trägt.
11 Er wird euch in jeder Hinsicht so reich beschenken, dass ihr jederzeit großzügig und uneigennützig geben könnt. Und wenn wir dann eure Spende überbringen, werden die, die sie empfangen, Gott danken.
12 Ihr seht also: Dieser Dienst, der zur Ehre Gottes getan wird, trägt nicht nur dazu bei, die Nöte der Gläubigen in Jerusalem zu lindern, sondern bewirkt noch weit mehr, indem er zu vielfachem Dank gegenüber Gott führt.
13 Euer Einsatz bei diesem Projekt zeigt, dass ihr in eurem Glauben bewährt seid, und dafür werden die, denen ihr dient, Gott preisen. Sie werden ihn dafür preisen, dass ihr euer Bekenntnis zum Evangelium von Christus ernst nehmt und eure Verbundenheit mit ihnen und allen anderen auf eine so großzügige und uneigennützige Weise zum Ausdruck bringt.
14 Und wenn sie für euch beten, werden sie das voll Sehnsucht nach euch tun, weil Gott seine Gnade in so reichem Maß über euch ausgeschüttet hat.
15 Dank sei Gott für das unbeschreiblich große Geschenk, das er uns gemacht hat!

Von Gott lernen, müssen wir das wirklich?
In der Schule kann man lernen – die meisten von den Kindern sind sicher froh, dass erst einmal Ferien sind und man nicht lernen muss.

Von Gott lernen großzügig zu sein!
Es sagt der Apostel Paulus, dass wir von Gott lernen sollen. Wir sollen von Gott lernen so großzügig zu sein wie er. Wir sollen so großzügig sein, wie Gott mit uns großzügig ist. Wie er uns seine ganze Liebe und seine Barmherzigkeit schenkt.

Liebe Gemeinde,
gerade das Bild vom großzügigen Geben findet sich auch im modernen Unternehmensmanagement wieder. Geht es einem Unternehmen wirtschaftlich schlecht, ist man meistens zuerst geneigt in der Werbung und im Personal zu sparen.
Interessant ist, dass viele Unternehmensberater heute sagen, dass das genau der falsche Weg ist. Sicher sollte man die Werbung überarbeiten und falsche Werbung einstellen, aber man muss sie gerade dann auch intensivieren. Und gutes Personal sollte man solange wie möglich halten, denn wenn es wirtschaftlich wieder besser geht, kann es recht teuer sein neues Personal wieder einzustellen und einzuarbeiten. Wir wissen ja um den Fachkräftemangel in der Wirtschaft.
Vielleicht hinkt diese Bild etwas, aber wie oft machen wir doch auch im eigenem Leben die Erfahrung, wenn wir zu sparsam sind im Abgeben, wird es auch recht sparsam sein im Wiederbekommen., im Nehmen. Es ist wirklich so.
Wer nicht bereit ist zu geben, wird auch keinen Segen empfangen.
Dazu sind mir zwei kleine Geschichten begegnet, über die ich schmunzeln musste.
Die erste Geschichte illustriert, wie knausrig Menschen sein können:
Erwin und Martha gehen seit fast 20 Jahren jedes Jahr nach Nobitz zu Flugshow. Erwin sagt zu Martha: „Martha ich würde gern einmal mit dem Flieger fliegen. Martha sagt darauf. „Aber das kostet 50 Euro – und 50 Euro sind 50 Euro.“Erwin darauf: Aber ich werde bald 75 Jahre. Dann kann ich es vielleicht nicht mehr. Martha noch einmal: „Aber das kostet 50 Euro – und 50 Euro sind 50 Euro.“
Das hörte ein Pilot. Er sagt: „In Ordnung Leute, ich mache mit euch einen Deal. Wenn ihr beim Fliegen nicht schreit, dann ist der Flug kostenlos, aber wenn einer schreit bekomme ich 50 Euro.
Sie vereinbarten es und flogen los. Der Pilot machte alle möglichen Arten von Drehungen und Wendungen, Bögen und Saltos, aber kein Wort war zu hören. Er flog noch ein zweites Mal, immer noch nichts … so landete er.
Er wandte sich an Erwin, als sie gelandet waren und sagte:“Das kann doch nicht wahr sein, das keiner bei den vielen Wendungen und Schleifen nichts gesagt hat.“Und Erwin antwortete: „Ich wollte ja etwas sagen, als Martha herausfiel… aber 50 Euro sind 50 Euro.
Eine zweite kleine Geschichte zeigt, dass man mit weniger manchmal bescheidener ist als mit viel:
Ein junger Mann ging zu seinem Pfarrer um mit ihm über seine berufliche Karriere zu beten und Gott um seinen Segen zu bitten. Er verdiente in der Woche 40 Euro und war bereit immer 4 Euro als Zehnten abzugeben. Das tat er auch. Nach ein paar Jahren hatte er dann einen Zehnten von 500 Euro pro Woche. Das war ihm doch zu viel immer so viel zu geben. So ging er zum Pfarrer und fragte ihn, ob er denn von seiner Zusage mit dem Zehnten Abstand nehmen könnte und ob Gott dennoch seine Karriere segnen würde. Da sagte der Pfarrer: „Eigentlich nicht. Aber wir können etwas anderes tun. Wir können Gott bitten, dass er ihr Einkommen auf 40 Euro in der Woche reduziert, denn bei 4 Euro hatten sie kein Problem mit dem Zehnten.“
Im Evangelium und in der Sprechmotette und auch in den beiden Kurzgeschichten haben wir gehört, wie das aussieht, wenn man sein Leben immer nur auf sich selber bezieht. Wenn die wichtigste Aussage im Leben heißt: „Ich möchte haben!“ Dann kann eines Tages die Antwort lauten: „Du Narr!“ Das ist hart, aber es ist so.
Ist man dann nicht wirklich ein Narr, wenn man nur alles auf sich selbst bezieht und den anderen vergisst, wenn man selber zum Raffke wird, zum Menschen, der sich selbst in dem Mittelpunkt stellt.
Was sagt nun der Apostel Paulus:
„Jeder soll für sich selbst entscheiden, wie viel er geben möchte, und soll den Betrag dann ohne Bedauern und ohne Widerstreben spenden. Gott liebt den, der fröhlich gibt. Er hat die Macht, euch mit all seiner Gnade zu überschütten, damit ihr in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit alles habt, was ihr zum Leben braucht, und damit ihr sogar noch auf die verschiedenste Weise Gutes tun könnt.“
Also es ist sicher jedem seine ganz persönliche Entscheidung, wie viel und was er gibt. Aber er sollte dann auch dazu stehen. Das sagt hier auch der Apostel. Doch er macht uns aber auch sogleich deutlich, dass Gott uns alle liebt. Er macht uns deutlich, das Gott, der Geber aller guten Gaben ist, wie wir es auch in den Erntedankliedern singen. Und Gott liebt besonders die, die fröhlich geben. Denen hat er seinen Segen verheißen. Denen hat er verheißen, dass sie das Leben in Fülle haben. Eine wundervolle Zusage. Diese Zusage gilt auch uns heute.
Der Apostel Paulus ermutigt die Gemeinde in Korinth damals für die mittlerweile verarmte Gemeinde in Jerusalem ein Opfer zu bringen. Ein Opfer als Zeichen der Verbundenheit als Zeichen der Gemeinschaft, der Zusammengehörigkeit.
Genau das zeichnet auch das Miteinander in der christlichen Gemeinde aus. Füreinander da sein, wenn der andere meine Hilfe und meinen Beistand braucht. Darin liegt auch die Segenszusage Gottes: „Wer bereit ist mit offenem Herzen zu geben, dem hat Gott auch seinen Segen verheißen.“
Gottes Segen wirkt im Weitergeben. Bei denen, die weitergeben und bei denen, die die gaben empfangen. Es entsteht eine Gemeinschaft zwischen Gebenden und Empfangenden. Und da heraus entsteht Dank und Lob Gott gegenüber. Am Ende können wir dann mit Paulus sagen:
„Dank sei Gott für das unbeschreiblich große Geschenk, das er uns gemacht hat!
Das wünsche ich euch allen für den heutigen Erntedanktag und für alle Tage eures Lebens, dass ihr immer Grund findet Gott zu loben und zu danken. Amen

„Der Besuch“

(c) ba1969/sxc.hu

(c) ba1969/sxc.hu

Was wäre, wenn Jesus Christus in unsere Gemeinde käme? Dieser Frage sind wir vom 18. bis 21. März im Bibelheim des CVJM Thüringen in Hoheneiche bei Saalfeld nachgegangen. Wir, das waren 17 Konfirmanden und Vorkonfirmanden aus Fraureuth, Gottesgrün und Reudnitz und 5 Mitarbeiter/innen. Aufhänger für dieses Thema war ein Kurzfilm nach einer Geschichte von Adrian Plass. Dieser wurde in einer Gruppenarbeit ausgewertet und in Bezug zu biblischen Texten gestellt. Diese biblischen Texte wurden dann als Anspiele vorgeführt.

In einer zweiten Einheit wurde der Frage nachgegangen „Was wünsche ich von meiner Gemeinde und wie würde ich mich einbringen?“ Dieses Thema wurde mit einer Collage präsentiert.

Gemeinsam wanderten wir am Freitag nach Saalfeld und besuchten die Feengrotten. Bei der Wanderung waren die Wege stellenweise noch mit Schnee bedeckt. Trotzdem kamen wir ganz gut voran. Der Besuch eines kleinen Schwimmbades in Saalfeld stand am Samstagvormittag auf dem Programm.

Ein Filmabend und ein Spieleabend gehörten dann zum Abendprogramm.

Abgeschlossen wurde die Konfirmandenfreizeit mit einem Besuch des Gottesdienstes in der Kirche in Hoheneiche. Dort führte eine Gruppe noch einmal das von ihnen erarbeitete Anspiel auf.

Für das Essen und Trinken waren wir selber zuständig. Wir mussten uns selbst versorgen. Das bedeutet, dass für die Konfirmanden der Küchendienst mit auf dem Programm stand.

Die Konfirmandeneltern hatten reichlich für Essen und Trinken gesorgt. Vielen Dank. Besonders herzlichen Dank den Bäckereien Einert aus Reuth und Weidelt aus Ruppertsgrün für Brot und Kuchen. Herzlichen Dank besonders an Frau Hingst aus Gottesgrün, die das Regiment in der Küche hatten. Dank auch an Frau Bachmann, Sebastian Ziehr und David Josiek für ihre Mitarbeit. Es waren gelungene Tage, wo man sich die Konfirmandengruppen unserer Gemeinden näher kamen. Für die Konfirmanden war es der Abschluss ihrer Konfirmandenzeit.

Glockenguss in der Eifel

Glockenguss in BrockscheidEtwa 30 Gemeindeglieder fahren an Freitag, den 26. März zum Glockenguss in die Eifel. Dieser Landstrich liegt etwa 500 km von Fraureuth entfernt.
21 Gemeindeglieder werden mit dem Bus fahren. Nach einem kleinem Ausflugsprogramm wird es am Abend einen Film über die Vulkaneifel geben.
Am Sonnabend, den 27. März, wird dann der Glockenguss im der Glockengieserei Mark in Brockscheid stattfinden. Diese ist ein über 400 Jahre altes Traditionsunternehmen.
Bilder vom Glockenguss werden dann am 14. April der Gemeinde in einem Gemeindeabend in der Alten Schule in Fraureuth präsentiert.

Leben in der Gemeinde!

Minimum-Tonne

Minimum-Tonne Quelle: Wikipedia

Predigt zu Römer 12,4-16 – 2.Sonntag nach Epiphanias 17.01.2010 -gehalten in den Kirchen von Fraureuth und Gottesgrün

Liebe Gemeinde,
ich habe euch heute ein Bild aus der Landwirtschaft mitgebracht. Es ist die Minimumtonne, mit der das sogenannte Minimumgesetz von Carl Sprengel und Justus Liebig dargestellt wird.
In der Landwirtschaft besagt dieses Minimumgesetz folgendes: Dass das Wachstum von Pflanzen durch die im Verhältnis knappste Ressource (Nährstoffe, Wasser, Licht etc.) eingeschränkt wird. Das wird auch als Minimumfaktor bezeichnet. Das Minimumgesetz ist u.a. eine wichtige Grundlage bei der Düngung.
Als ich davon im Internet berichtete, dass ich mit diesem Gesetz in der Predigt einsteigen will, da meinte jemand, dass das doch ganz schön trocken sei. Ich hoffe, dass ich euch damit nicht langweile.
Warum erzähle ich euch von dem Minimumgesetz? Weil ich denke, dass das in ähnlicher Form auch bei einer christlichen Gemeinde vorkommt.
Ich weiß, dass es Christen gibt, die so etwas ablehnen, und der Meinung sind, dass Gemeinde durch Gottes Heiligen Geist baut. Aber warum soll Gottes Heiliger Geist nicht auch unsere menschlichen Gesetzmäßigkeiten nutzen, um Gemeinde zu bauen?
Sicher wird jeder Vergleich, wie im normalen Leben hinken, und manchmal wird es auch anders sein
Deswegen muss aber das noch lange nicht verkehrt sein.
Und wenn wir die Bibel aufschlagen, finden wir eine ganze Menge Gesetze und Gesetzmäßigkeiten, die Gott nutzt um Menschen zu führen, und im neuen Testament finden wir auch beim Gemeindeaufbau solche Gesetzmäßigkeiten, Anweisungen und Ermutigungen.
Eine Gesetzmäßigkeit, die häufig vorkommt ist z.B. die, dass vor einem Wachstumsschub in der Gemeinde häufig eine Krise kommt.
Auch Jesus hat sich den Gesetzen seiner Zeit unterworfen, soweit sie dem Willen Gottes entsprachen. Aber er hat sich auch gegen Gesetze gestellt, wenn sie unmenschlich waren.
Nun gewisse Gesetzmäßigkeiten und Anweisungen für das Leben in der christlichen Gemeinde finden wir in unserem heutigen Predigttext der Epistel vom heutigen Sonntag aus Römer 12,4-16. Ich lese sie nach der neuen Genfer Übersetzung.

4  Es ist wie bei unserem Körper: Er besteht aus vielen Körperteilen, die einen einzigen Leib bilden und von denen doch jeder seine besondere Aufgabe hat.
5  Genauso sind wir alle – wie viele ´und wie unterschiedlich` wir auch sein mögen – durch unsere Verbindung mit Christus ein Leib, und wie die Glieder unseres Körpers sind wir einer auf den anderen angewiesen.
6  Denn die Gaben, die Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat, sind verschieden. Wenn jemand die Gabe des prophetischen Redens hat, ist es seine Aufgabe, sie in Übereinstimmung mit dem Glauben zu gebrauchen.
7  Wenn jemand die Gabe hat, einen praktischen Dienst auszuüben, soll er diese Gabe einsetzen. Wenn jemand die Gabe des Lehrens hat, ist es seine Aufgabe, zu lehren.
8  Wenn jemand die Gabe der Seelsorge hat, soll er anderen seelsorgerlich helfen. Wer andere materiell unterstützt, soll es uneigennützig tun. Wer für andere Verantwortung trägt, soll es nicht an der nötigen Hingabe fehlen lassen. Wer sich um die kümmert, die in Not sind, soll es mit fröhlichem Herzen tun.
9  Die Liebe soll echt sein, nicht geheuchelt. Verabscheut das Böse, haltet euch unbeirrbar an das Gute.
10  Lasst im Umgang miteinander Herzlichkeit und geschwisterliche Liebe zum Ausdruck kommen. Übertrefft euch gegenseitig darin, einander Achtung zu erweisen.
11  Lasst in eurem Eifer nicht nach, sondern lasst das Feuer des Heiligen Geistes in euch immer stärker werden. Dient dem Herrn.
12  Freut euch über die Hoffnung, die ihr habt. Wenn Nöte kommen, haltet durch. Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen.
13  Helft Gläubigen, die sich in einer Notlage befinden; lasst sie mit ihrer Not nicht allein. Macht es euch zur Aufgabe, gastfreundlich zu sein.
14  Segnet die, die euch verfolgen; segnet sie, verflucht sie nicht.
15  Freut euch mit denen, die sich freuen; weint mit denen, die weinen.
16  Lasst euch im Umgang miteinander davon bestimmen, dass ihr ein gemeinsames Ziel habt. Seid nicht überheblich, sondern sucht die Gemeinschaft mit denen, die unscheinbar und unbedeutend sind. Haltet euch nicht selbst für klug.

Über die Gaben und Aufgaben haben wir schon im vergangenen Sonntag nachgedacht. Darum wollen wir jetzt mit der Liebe einsteigen.
Erst einmal finden wir hier einen Katalog, was zu tun ist, wie die Gemeinde zusammen zu leben hat. Die neutestamentliche Theologie nennt das Tugendkatalog.
Aber wenn wir genau einmal hinschauen, entdecken wir, dass das alles Eigenschaften sind, die erst ein Leben in der Gemeinde möglich und spannend machen. Es sind gewisse „Gesetzmäßigkeiten“, wenn die in der Gemeinde gelebt werden, dann ist Gemeinde ansprechend und Menschen kommen gern zur Gemeinde und sind auch bereit Mitzutun. Es geht hier auf jeden Fall nicht um einen erhobenen Zeigefinger, sondern um ein gutes Leben in der Gemeinde
Auf dem Bild Minimumtonne finden wir 8 Kennzeichen, die beachtet werden müssen, damit Gemeinde wächst.
Zwei Kennzeichen liegen mir besonders am Herzen, dass ist die Liebe und die Evangelistische Diakonie.
Und wir finden beide in unserem Predigttext wider.
Nach dem der Apostel Paulus über Gaben und Aufgaben in der Gemeinde gesprochen hat kommt er zur Liebe.
Er sagt: Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
(Über die Frage der Liebe in der Gemeinde, habe ich mit euch schon einmal in der Allianzwoche gesprochen: Ich sprach vom Liebesqoutient und Wohlfühlfaktor.
Das klingt zwar recht theoretisch. Aber sagen wir es einfach, da wo ich geliebt werde und wo ich mich wohlfühle, gehe ich gerne hin und komme auch gerne wieder.
So stellt sich für uns die konkrete Frage: Werden die Menschen, die in unsere Gemeinde kommen, geliebt und fühlen, die sich wohl?
Und um es noch konkreter zu sagen: Fühlt Ihr euch in der Gemeinde geliebt und fühlt ihr euch in unserer Gemeinde wohl, so dass ihr gern andere mitbringt
In einer Skala von 1 bis 10. Wo würdet ihr euch wiederfinden?
Gehen wir mit einem nach außen hin fröhlichen Gesicht durch unsere Gemeinde, aber im innersten des Herzen haben wir es zur Faust geballt?
Ob ihr es glaubt oder nicht, auch wenn man es nicht nach außen sieht, es hat dennoch Auswirkungen nach außen.
Darum die Frage an uns, was tun wir, damit der andere auch wirkliche Liebe erfährt? Was können wir tun um selber in der Gemeinde mehr Liebe zu erfahren?
Der zweite wichtige Aspekt aus der Minimumtonne, den wir in unserem Predigttext wiederfinden, ist die Evangelistische Diakonie. Wir würden sagen, es sind die Werke der Barmherzigkeit.
Ich umschreibe Barmherzigkeit gern mit den Worten ein Herz haben für die Armen.
Sicher denken wir heute dabei zuerst an die Opfer des Erdbebens in Haiti. Und es ist gut, wenn Menschen ihre Herzen und Geldbeutel öffnen. Auch auf die Gefahr hin, dass ihre Hilfe nicht oder nur im geringen Maß ankommt.
Nein Barmherzigkeit ist ein Lebensstil, den wir in unserer Gemeinde brauchen.
Was nützt es, wenn wir in unseren Gottesdiensten und Bibelstunden Gottes Wort hören, Lieder singen und beten und Lisa Müller ist einsam und krank allein zu Hause und keiner besucht sie?
Oder da ist eine Tochter, die ihre schwerstkranke Mutter aus Barmherzigkeit pflegt und nicht in ein Pflegeheim geben will. Und dann bricht sie fast selber unter der Pflege zusammen und keiner hilft ihr?
Oder eine alleinerziehende Mutter muss mit dem großen Kind zum Arzt und keiner ist da, der das kleine in der Abwesenheit auf das kleine Kind aufpasst.
Ich weiß, dass das andererseits auch oft aus falscher Eitelkeit versteckt und überspielt wird. Und es schwer zu sehen ist.
Dennoch ist es gut und wichtig mit offenen Augen durch die Gemeinde zu gehen.
Das sind zwei Beispiel von Notlagen, die in unserer Gemeinde vorkommen können und auch vorkommen.
Aber es gibt auch noch weitere. Darum sollten wir uns von dem Worten des Apostels ermutigen lassen:
Helft Gläubigen, die sich in einer Notlage befinden; lasst sie mit ihrer Not nicht allein. Macht es euch zur Aufgabe, gastfreundlich zu sein.
Ich persönlich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Helft auch den Nichtgläubigen als Zeichen eures Glauben und das euch die Freuden Botschaft von Jesus Christus verändert hat. So könnt ihr ohne große Worte Zeugen von Jesus Christus und seiner Liebesbotschaft werden. Damit sind wir beim Thema der Allianzgebetswoche.
Aus dem Predigttext habe ich zwei wichtige Kennzeichen des Gemeindelebens herausgesucht: Liebe und Barmherzigkeit. Man mag von dem Modell der Minimumtonne halten, was man will. Es weist schon in die richtige Richtung.
Warum sollen wir das überhaupt tun? Nun der Apostel sagt dazu: „Lasst euch im Umgang miteinander davon bestimmen, dass ihr ein gemeinsames Ziel habt.“
Gemeinsam sind auf den Weg und dieser Weg hat ein Ziel – dieses Ziel hat einen Namen: Jesus Christus. Gemeinsam sind wir unterwegs mit Jesus Christus zu ihm hin – hin in seine Ewigkeit.
Ich wünsche uns, dass wir ausganzen Herzen sagen können, was wir gleich im Predigtlied singen werden:
O wie lieb ich, Herr, die Deinen, die dich suchen, die dich meinen; o wie köstlich sind sie mir!
Du weißt, wie mich’s oft erquicket, wenn ich Seelen hab erblicket, die sich ganz ergeben dir.
Amen

Lieben Sie Ihre Kirche?

Kirche in Rheinsberg Uckermark
Kirche in Rheinsberg Uckermark

Kirche in Rheinsberg Uckermark

Predigt zu Römer 12,1-8 – 1.Sonntag nach Epiphanias 10.01.2010 -gehalten in den Kirchen von Fraureuth und Gottesgrün

„Lieben Sie Ihre Kirche?“
Was ist dass denn für eine komische Frage?, wird jetzt mancher von Euch denken. Die meisten werden es mit der Kirche so halten, wie Gustav Heinemann mit Deutschland. Als man ihn fragte: „Lieben Sie Deutschland?“, hat er geantwortet, er liebe seine Frau. Also zu Deutschland hatte er keine intensive Beziehung und das als Bundespräsident.

So ähnlich verhalten wir uns meistens als evangelische Christen zu unserer Kirche, zu unserer Gemeinde. Und wir sind noch stolz darauf.
Ja, immer wieder begegnen mir Christen, die sagen: Ich liebe Jesus und habe eine persönlich Beziehung zu ihm, aber Kirche und Gemeinde, das brauchen wir nicht.

Ich stelle jetzt einmal die Frage: Was tun wir, wenn wir Menschen zum Glauben an Jesus Christus einladen, laden wir sie auch in die Kirche ein? Oder ist das uns peinlich? Sagen wir, es ist uns wichtig, dass Menschen mit dem Evangelium in Berührung kommen, aber sie einladen sich dann taufen zu lassen, Glied der Gemeinde zu werden und sich dann zu unseren Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen zu halten, das kommt uns nur schwer von den Lippen.

Dabei entspricht genau das dem biblischen Bild von einem Christen. So werden wir zum Beispiel im Hebräerbrief ermutigt:
23 Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat;
24 und lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken
25 und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.
Hebräer 10:23-25

Es gehört beides zusammen Gottes Wort und Gottes Volk. Das sagt auch Martin Luther: „Gottes Wort kann nicht ohne Gottes Volk sein.“ Es ist ein Kernsatz der Reformation.

Natürlich stellt sich jetzt die nächste Frage: Wie attraktiv, wie ansprechend ist denn die Kirche, ist die Gemeinde? Wie attraktiv wie ansprechend ist die Gemeinde, die Kirche in Fraureuth (in Gottesgrün)? Um gleich auch konkret zu werden.
Eine Antwort auf die Frage werde ich nicht geben. Das kann jeder selber einschätzen. Und jeder wird sicher einen anderen Standpunkt haben.

Was man tun kann, das Kirche, das Gemeinde attraktiv und ansprechend ist, darauf gibt uns der Predigttext eine Antwort. Es ist die Epistel aus Römer 12,1-8. Wir hören sie noch einmal nach der Neuen Genfer Übersetzung:

Römer 12,1-8

1 Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf.

2 Richtet euch nicht länger nach ´den Maßstäben` dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist

3 Ich rufe daher aufgrund der Vollmacht, die Gott mir in seiner Gnade gegeben hat, jeden Einzelnen von euch zu nüchterner Selbsteinschätzung auf. Keiner soll mehr von sich halten, als angemessen ist. Maßstab für die richtige Selbsteinschätzung ist der Glaube, den Gott jedem in einem bestimmten Maß zugeteilt hat.

4 Es ist wie bei unserem Körper: Er besteht aus vielen Körperteilen, die einen einzigen Leib bilden und von denen doch jeder seine besondere Aufgabe hat.

5 Genauso sind wir alle – wie viele ´und wie unterschiedlich` wir auch sein mögen – durch unsere Verbindung mit Christus ein Leib, und wie die Glieder unseres Körpers sind wir einer auf den anderen angewiesen.

6 Denn die Gaben, die Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat, sind verschieden. Wenn jemand die Gabe des prophetischen Redens hat, ist es seine Aufgabe, sie in Übereinstimmung mit dem Glauben zu gebrauchen.

7 Wenn jemand die Gabe hat, einen praktischen Dienst auszuüben, soll er diese Gabe einsetzen. Wenn jemand die Gabe des Lehrens hat, ist es seine Aufgabe, zu lehren.

8 Wenn jemand die Gabe der Seelsorge hat, soll er anderen seelsorgerlich helfen. Wer andere materiell unterstützt, soll es uneigennützig tun. Wer für andere Verantwortung trägt, soll es nicht an der nötigen Hingabe fehlen lassen. Wer sich um die kümmert, die in Not sind, soll es mit fröhlichem Herzen tun.

Liebe Gemeinde,

dass wir Menschen soziale Netze brauchen, zeigt uns gerade heute das Internet. Dort boomen zur Zeit die sozialen Netzwerke, allen voran sind es Twitter und Facebook, bei Unternehmern und Businessleuten ist es XING, bei Studenten ist es StudiVZ, bei Schülern ist es SchuelerVZ.

Ja und wer will, der kann ohne große Probleme sein eigens soziales Netzwerk einrichten.

Es ist komisch, je unpersönlicher die reale Welt wird, umso mehr entwickeln sich solche soziale Netze, wobei sie auch Vorteile haben – zB. die schnelle Kommunikation und das gleich mit mehreren Leuten.

Bei Facebook z.B. bin ich mit mindestens 15 Leuten befreundet, die etwas mit der Fraureuther Kirchengemeinde zu tun haben.

Und ich werde der letzte sein, der gegen solche Vernetzung ist, sondern das Gegenteil ist der Fall. Ich werde das fördern, wo ich es kann, denn so erreichen wir den modernen Menschen – gerade auch mit dem Evangelium.

Doch genau diese sozialen virtuellen Netze stellen uns als Christen, als Kirche und als christliche Gemeinde in Frage, nicht in unserer Existenz, sondern in unserer Handlungsweise. Versäumen wir es in der realen Welt uns zu vernetzen, Verbindungen aufzubauen. Was tun wir, dass andere unsere Gemeinde als lebendige und persönliche Gemeinschaft erfahren, wo sie gehalten und getragen werden? Kirche geschieht nicht an sich und von alleine, sondern sie braucht den aktiven Beitrag des Einzelnen. Sie braucht deinen Beitrag und meinen Beitrag.

Genau das macht der Apostel Paulus hier in dem Brief an die Römer deutlich. Er macht uns deutlich wie wir die soziale Gemeinschaft in unserer Gemeinde wieder zurückgewinnen können. Es wird aber gleich deutlich, dass das nicht über den Pfarrer, den Kantor und einzelne Mitarbeiter allein geht, sondern dass das den Beitrag aller erfordert.

Als erstes lesen wir bei Paulus etwas über die Existensberechtigung der Kirche:

„Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie groß Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf.“

Kirche – Gemeinde hat seine Existenzberechtigung aus dem Erbarmen Gottes heraus. Es ist Gottes Erbarmen, dass wir heute hier versammelt sind. Das wollen wir uns immer wieder bewusst machen.

Es ist Gottes Erbarmen, dass wir Christen sind und an ihn glauben. Darum ermutigt uns der Apostel Paulus, dass wir uns und unser ganzes Leben Gott ganzheitlich zur Verfügung stellen.

Damit macht er uns deutlich, dass Gottesdienst eben nicht nur am Sonntag morgen die eine Stunde ist und vielleicht noch ein paar Gemeindeveranstaltungen dazu, sondern das Gottesdienst das ganze Leben ausmacht.

Und Gottesdienst heißt auch unser Leben nicht nach den Maßstäben der Welt zu richten in der wir Leben, und dennoch in dieser Welt zu leben – und den Kontakt zu unseren Mitmenschen zu pflegen. Das ist ein ganz schöner Spagat, der da von uns als Christen abverlangt wird.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht weiß, ob man das alleine durchsteht, oder ob da nicht die Gemeinschaft mit den anderen gerade deswegen notwendig ist.

Ich jedenfalls, wenn ich auf solche Situationen in meinem Leben zurückblicke, die ich in ganz besonderer Weise als Jugendlicher hatte, bin dankbar für die anderen.

Ich denke, das kann mancher von euch von den schweren Situationen in seinem Leben bezeugen.

Darum ist das Bild vom Leib Christi durch den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus das Bild, was uns als Kirche und Gemeinde ausmacht.

Wenn wir den menschlichen Körper betrachten, dann sehen wir, dass er verschiedene Organe und Gliedmaßen hat. Jedes Organ hat seine bestimmt Aufgabe und Funktion. Werden sie in ihrer Funktionsweise behindert, dann hat das aber auch Einfluss auf die Funktion der anderen Organe.

Und genauso ist es auch bei der Kirche, bei der Gemeinde.

Die Gemeinde als Leib Christi und jeder von uns hat in ihr seine Aufgabe und seine Gaben. Und jeder ist mit seiner Aufgabe erforderlich und jeder soll seine Gaben einbringen.

Und nur so kann Kirche und Gemeinde wachsen, nur so kann Kirche in unsere Welt.

Das heißt, dass wir aus der Einzelkämpfermentalität, die leider vorherrscht, heraus müssen. Wir werden ermutig, einander zu dienen, nicht nur zwei oder drei den anderen, sondern jeder jedem, mit den Gaben die Gott gegeben hat. Das hat zur Folge, dass Kirche als soziales Netzwerk, als Gemeinschaft wieder attraktiv ist.

Die Kirche befindet sich in der Krise, aber das ist kein Grund zum Heulen, sondern Grund zur Veränderung, zum Neuanfang. Und wir dürfen dabei sein.

Und das wichtigste ist, wir müssen das nicht aus eigener Kraft tun, sondern Gottes Geist wirkt in uns und gibt uns die Kraft dazu. Uns gilt die Verheißung des Wochenspruches:
Die der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Röm 8, 14)

Darum lasst es uns immer wieder neu wagen.

Jetzt stelle ich noch einmal die Frage:

Lieben Sie Ihre Kirche?

Ich weiß nicht, was eure Antwort ist.

Meine Antwort heißt: Ja ich liebe meine Kirche und werde alles dafür tun, dass Menschen sich in ihr wohlfühlen und so zum Glauben an Jesus Christus finden.

Dass die Kirche nicht perfekt ist, das sagt uns schon Martin Luther:

„Die Weltweisen werden von der äußeren Gestalt der Kirche geärgert, die Ärgernissen und Sekten unterworfen ist. Denn sie meinen, die Kirche sei rein, heilig, ohne allen Tadel, Gottes Taube usw. Das ist wahr, vor Gott hat die Kirche ein solches Ansehen, aber vor der Welt ist sie gleich ihrem Bräutigam Christus: zerhackt, zerkratzt, verspeit, gekreuzigt, verlacht.“

Und dennoch sie ist Gottes Wille und Werk und wir dürfen an ihr Anteil haben.

Wisst ihr warum Blaukreuz-Gruppen und Anonyme Alkoholiker erfolgreich sind und wirklich etwas bewirken, weil die Leute wissen, dass jeder der dabei ist, irgendwie Probleme mit Alkohol oder anderen Drogen hat und der Hilfe Gottes und des anderen benötigt, um nüchtern zu werden und zu bleiben.

Nicht anders ist es in der Kirche. Hier gilt das gleiche Prinzip. Als von Gott geheiligte Sünder einander beistehen und dienen.

Lasst uns das fröhlich und aus ganzem Herzen tun. Amen

 

 

Auf die Spitze getrieben

„Jetzt hat er es aber auf die Spitze getrieben“ – diese Redewendung sagt man, wenn einer es übertrieben hat. „Auf die Spitze getrieben“ – das war das Thema unseres Kirchweihgottesdienstes. Dabei ging es um Zachäus, der auch auf die Spitze getrieben wurde – auf die Spitze eines Baumes. Er wollte unbedingt Jesus sehen. Doch die Leute ließen ihn nicht ran. Sie sperrten ihn aus, als den Außenseiter, als der, der anders ist als sie. Sie sperrten ihn aus, weil er ein Kollaborateur und ein Schlitzohr ist. Weiterlesen

Der Emmaus-Kurs für Gemeinden auf dem Lande

Emmaus auf dem Lande

Emmaus auf dem Lande

Es gibt keine bessere Möglichkeit, zu evangelisieren, zu stärken und ganz allgemein zu helfen dass die Gemeindegliedern in ihrem Wissen um Jesus Christus wachsen, als der Emmaus-Kurs. Für die kleinen Gemeinden auf dem Lande (und in der Stadt) hat er einige Vorteile.

  • Er ist kostengünstig
    Für eine so wichtige Sache ist er sehr preiswert. Um anfangen zu können brauchen Sie eine Leiterhandbuch und ein Basiskurs 2.0-Buch. Das kostet zusammen 55 Euro. Dann kommen noch ein paar Kosten für das Kopierpapier dazu.
  • Es gibt keine kostspieligen Arbeitsbücher oder Videos, weil sie der Emmaus-Kurs nicht benötigt. Das ist gut so, weil viele kleine Gemeinden auf dem Lande wenig Geld haben. Teure Seminarprogramme übersteigen den Haushaltsetat. So kombiniert Emmaus Qualität mit Wirtschaftlichkeit.
  • interaktives Lernen
    Die meisten Gemeindeglieder haben Schwierigkeiten mit einem Arbeitsbuch zu lernen. Erwachsene eignen sich ihr Wissen durch experimentieren, forschen und improvisieren an. So entspricht der interaktive und und auf Entdeckung ausgerichtete Charakter von Emmaus dieser Lernweise.
  • Sehr flexibel
    Emmaus ist so flexibel, dass es jeder Lebensweise der Menschen angepasst werden kann. So kann es z.B. in eine ländliche Lebensweise, wo z.B. das Sähen und die Ernte den Lebensablauf prägen. Das ist möglich, weil der Emmaus-Kurs nicht linear aufgebaut ist, sondern in verschiedenen Modulen. Bei Emmaus muss man eben nicht von der ersten Seite beginnen und bis zur letzten Seite durchziehen, sondern man kann z.B. in der Sommerzeit während der Ernte unterbrechen, um dann wieder fortzusetzen.
  • Sie können bei den einzelnen Einheiten Teile weglassen und sie können andererseits auch hinzufügen. Da möchte eine Gruppe mehr über das Thema Gebet wissen, dann können sie diesen Kursteil erweitern, vielleicht sogar zwei Kurseinheiten gestalten. Oder sie wollen bei ihren Gemeindegliedern ein besseres Verständnis des Abendmahls erreichen, so können sie auch hier mit eigenem Material ergänzen.
  • Lebenslange Nachfolge
    Ein weiterer Vorteil von Emmaus für eine ländliche Gemeinde ist, dass es das umfassendste Arbeitsmittel, die zur Zeit zum Thema Nachfolge zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass nachdem ich einen kompletten Satz des Materials gekauft habe, habe ich praktisch alles, was ich brauche. Das ist ein echter Vorteil, wenn die nächste fromme Buchhandlung rund 40 km weit ist. Und weil Emmaus ist so flexibel, ich weiß, dass ich es aus anderen Quellen ergänzen können, wenn notwendig oder angemessen.
  • Emmaus ist ein einzigartiges Hilfsmittel für eine ländlich geprägte Gemeinde. Ich empfehle es Ihnen
  • Frei nach einem Artikel von Alun J Brookfield (Revd) Parish of Cwmtawe Uchaf, Diocese of Swansea and Brecon

Gemeinsam unterwegs sein

Unterwegs am Voss-Kanal

Unterwegs am Voss-Kanal

Als Gemeinden gemeinsam unterwegs sein, dass wollen die Kirchengemeinden Beiersdorf, Fraureuth, Gottesgrün und Ruppertsgrün. Darum trafen sich am 12. Juni. die Kirchenvorstände um in einer lockeren Runde zu überlegen, wie könnte diese Unterwegssein aussehen, wie könnte das, was die Gemeinden tun auch gemeinsam getan werden. Es gab schon viele Vorschläge und Ideen, welche jetzt weiter in den Kirchenvorständen besprochen werden müssen.

1 7 8 9 10