Dienen, dienen, dienen?! – Predigt zu Lukas 17,7-10 Sonntag Septuagesimae

Liebe Gemeinde,

Bewerbung

Am Ende des Vorstellungsgespräches fragte der Personalchef den jungen Ingenieur, der frisch von der Hochschule kommt, was für ein Gehalt er sich denn vorstellt?

„Naja so in etwa 140 000 Euro Jahresgehalt, plus Leistungszuschläge.“

„Nun, was würden sie dann zu dem Paket von 7 -Wochen Urlaub, 14 bezahlten Feiertagen, volle medizinische Versorgung und Gesundheitsvorsorge sagen. Dazu dann eine durch das Unternehmen abgesicherte Altersvorsorge von 50% des Gehaltes und ein alle 2 Jahre neu geleastes Auto, sagen wir einen silbermetallic-farbenen Porsche.“

„Wow! Machen Sie Witze?“

„Ja, aber sie haben damit angefangen.“ Weiterlesen

Zukunftsängste

Auch wenn Sie kaum etwas über Ihre Zukunft wissen, steht eines fest: Es ist vorgesehen, dass Sie am Plan Gottes mitwirken sollen, anderen von Gott zu erzählen, der sie liebt und sie nach Hause bringen möchte.
Max Lucado

Zuhause

Zuhause

Manchmal fragen wir uns in unserem Leben: Was wird wohl die Zukunft bringen? Vielleicht tun das jüngere Menschen noch mehr als Ältere. Ich gehöre ja selber nicht mehr zu der so ganz jungen Generation. Doch auch die Älteren haben sichere Ihre Fragen an die Zukunft. Dann denke ich manchmal: Gut, dass ich nicht weiß, was mir das Morgen bringt. Und ich denke noch weiter: Gut, dass ich das Morgen und alle weiteren Tage meines Lebens in Gottes Hand legen darf. Weiterlesen

Der Mensch im Paradies

Tor zum Paradies

Predigt zu 1. Mose 2,4-9.15 – 15. Sonntag nach Trinitatis 2014

Tor zum Paradies

Tor zum Paradies

Liebe Gemeinde,
was fällt ihnen ein wenn sie das Wort Paradies hören?

Vielleicht einen Bahnhof in Jena. Früher war er ein wichtiger Umsteigebahnhof, wenn man seine Richtung wechseln wollte, statt von Ost nach West weiter von Süd nach Nord reisen wollte. Doch die Bedeutung für das Reisen hat er mittlerweile verloren und ist nur noch ein kleiner Haltepunkt. Aber Paradies ist in Jena schon immer auch ein Begriff für ein Stadtgebiet, in dem es sich gut leben lässt.

Wenn wir das Wort Paradies hören, haben wir Menschen eine gewisse Vorstellung, wie dieses aussehen muss.
Dabei wird es einerseits als eine altmodische Vorstellung abgelehnt und doch ist andererseits selbst der moderne Mensch von heute auf der Suche nach dem Paradies.

Und wenn er es nicht findet, dann erschafft er es sich. Weiterlesen

Gottes Wort führt uns zum Fundament des Glaubens

n

Predigt am 6. Sonntag nach Trinitatis 2014 – 1. Petrus 2,2-10

Liebe Gemeinde,
in diesen Tagen bewegt uns das Schicksal unserer Schwester und Brüder von Mosul, die durch die ISIS, den militanten irakischen Terroristen verfolgt werden. Sie wurden vor die Wahl gestellt, zu konvertieren oder eine Sondersteuer zu zahlen. Anderenfalls würden sie ermordet. Seither sind nahezu alle Christen aus der Stadt geflohen. Am Ende blieb ihnen nur die Flucht, denn selbst bei einer Sondersteuer besteht ja die Gefahr ermordet zu werden.
Aus Solidarität mit den Christen aus Mosul haben jetzt viele Christen in den Sozialen Medien ihr Profil-Foto mit einem arabischen N gekennzeichnet bzw. ausgewechselt. Denn mit einem Arabischen N wurden die Häuser der Christen in Mosul markiert. Wir kennen ja so etwas noch aus unserer deutschen Geschichte. Das arabische N steht für Nazarener/Christen, also die gehören zu Jesus, dem Nazarener. Weiterlesen

Lebe dein Leben – mit Gott!

Altar Gemeindehaus Breitungen

Predigt – 5. Sonntag nach Trinitatis 2014 – 2. Thessalonicher 3,1-5

Altar Gemeindehaus Breitungen

Altar Gemeindehaus Breitungen

Liebe Gemeinde,
die Fußballweltmeisterschaft ist vorbei. Deutschland ist Weltmeister. Philipp Lahm ist als Nationalspieler zurückgetreten. Der Alltag hat uns wieder.  Ein Alltag, der viele Veränderungen in sich birgt, aber eben dadurch auch das Leben ist.
Ich möchte noch einmal auf die Fußball-WM zurückschauen. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei ihr Religion eine sehr wichtige Rolle spielte. Wenn man einmal von solchen unqualifizierten Aussagen, wie Fußball-Gott usw. absieht, ist mir aufgefallen, dass mancher Fußballspieler sich nach einem Tor bekreuzigte oder ein kurzes Gebet in den Himmel schickte. Ja, dass die Spieler von Brasilien es als eine religiöse Mission sahen ihr Spiel zu gewinnen. Weiterlesen

Leben in der Nachfolge Christi – Statt Rache – Liebe leben

Gemeinde - Plakat Konfirmandenfreizeit

Gemeinde – Plakat Konfirmandenfreizeit

Predigt zu Römer 12, 17-21 – 4.Stg. n. Trin.

Liebe Gemeinde,
was wir gerade in Israel erleben, kann uns regelrecht erschüttern. Dieser Krieg zwischen Israel und der radikalen Hamas der Palästinenser. Sicher haben wir vom fernen Europa her keinen Durchblick zu dem ganzen Geschehen. Dennoch ist es schlimm, wenn Menschen sterben, auf beiden Seiten. Einen wirklichen Aufschrei gab es ja erst in Europa als ein Kreuzfahrtschiff, die Aida Diva, von weitem ein paar Splitter abbekam.
Angefangen hat diese ganze kriegerische Eskalation mit der Ermordung von 4 israelischen Jugendlichen durch die palästinensische Hamas. Und danach trat eben dieses Gesetz der Rache in Kraft, welches wir ja aus dem Alten Testament kennen: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Leider bleibt es nicht dabei, sondern es eskaliert immer mehr, so wie wir es jetzt in Israel erleben.
Und nun fragt man sich, wie kann dieser Kreislauf der Rache durchbrochen werden.
Aber Rache gibt es nicht nur hier, sondern Rache geschieht in vielen Teilen des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesellschaft. Doch es wird uns dabei ganz schnell deutlich, dass Rache etwas ist, was nicht unbedingt das menschliche Zusammenleben fördert, sondern eher zerstörerisch wirkt. Weiterlesen

Gegenwart Gottes!

Vergiss nicht, was dein Gott für dich getan hat! Wende die Gedenkblätter seiner Wohltaten um und schaue zurück in die vergangenen Tage! Ist auch jetzt alles dunkel, so zünde doch die Lampen der Vergangenheit an. Die werden die Nacht erleuchten, und du wirst auf den Herrn vertrauen, bis der Tag anbricht und die Schatten fliehen. – Charles Haddon Spurgeon

Das rechte Timing für Gottes Kinder – Galater 4,4-7 – Predigt 1. Christtag 2013 – Fraureuth

Krippe

Krippe

Liebe Gemeinde,
haben Sie das nicht auch schon erlebt. Da waren Sie tatsächlich einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Alles war perfekt und alles hat geklappt. So wie sie es sich vorgestellt hatten. Vielleicht sogar noch besser. Vielleicht war es so als sie ein Vorstellungsgespräch bei einer neuen Arbeit hatten. Und sie haben diese Stelle bekommen. Es ist ihr Traumberuf und sie gehen darin auf.
Vielleicht sind sie auch jemand der sich an der Börse auskennt, und sie haben zur richtigen Zeit die richtigen Aktien gekauft und verkauft und einen guten Gewinn gemacht.
Oder sie waren zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle und haben ihre Frau oder ihren Mann des Lebens gefunden, eben die Traumfrau oder den Traummann.
Oder sie waren zum richtigen Zeitpunkt beim richtigen Arzt und dieser entdeckte einen Krebs oder einen Tumor im Frühstadium, ehe sich dieser ausbreitete, und sie konnten wieder geheilt werden bevor das ganze ausarten konnte.
Da geschah dann immer etwas in unserem Leben zum rechten Zeitpunkt und manchmal sagen wir dann im Denglischen Dialekt: „Das Timing ist perfekt.“

Um ein perfektes Timing geht es uns auch am heutigen Weihnachtstag. Und nicht nur um ein perfektes Timing, sondern auch um das perfekte Geschenk und den perfekten Zielpunkt. Weiterlesen

Das große Geheimnis Gottes – Predigt zu 1. Timotheus 3,16 – Heiliger Abend

Weihnachten

Weihnachten

Liebe Gemeinde, liebe Gäste,
vielleicht haben sie in dieser Advents- und Weihnachtszeit auch das beliebte Kinderlied gesungen: ,,Soviel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit.“ Es liegt ja auch ein Geheimnis über dem, was in der Advents- und Weihnachtszeit geschieht. Schon in der äußeren Form dessen, wie wir diese Zeit erleben, wie wir das Weihnachtsfest vorbereiten. Wir sehen einfach mal von den Stress ab, den wir uns selber vielleicht viel zu sehr machen. Da ist doch auch viel Vorfreude auf das Fest dabei. Da basteln oder kaufen wir Geschenke für groß und klein.
Nach Möglichkeit sollen die es noch nicht erfahren, was ihnen da geschenkt wird. Auch wenn wir seit diesem Jahr wissen, dass es da in Amerika eine Organisation mit Namen NSA gibt, die fast alle Geheimnisse ausspioniert hat, so werden diese Geheimnisse sicher nicht gleich verraten und aufgedeckt. Sie stehen bestimmt nicht auf deren Spionageliste oben. 

Auch in unserem Krippenspiel wurde uns heute von einem Geheimnis erzählt. Einem Geheimnis, das durch die Geburt eines Kindes geschieht. Es ist dieses große Geheimnis Gottes, dass mit der Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem — einerseits immer noch ein Geheimnis ist und andererseits doch der ganzen Welt und auch uns heute offenbart wird.
So schreibt es auch Paulus an seinen Freund und Mitstreiter Timotheus:

Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

1. Tim 3,16

 Das Weihnachtsfest mit allen Gottesdiensten, mit den Christvespern, den Konzerten, den Liedern, mit allem was an Weihnachten geschieht, will eigentlich Zeugnis geben von diesem großen und einzigartigem Geheimnis des Evangeliums, von dieser Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem, dass der große Gott Mensch wurde, dass Gott zu uns kommt. Doch was steckt in diesem Geheimnis des Glaubens, in diesem Geheimnis des Evangeliums Gottes, von dem der Apostel Paulus spricht.
Was steckt wohl hinter dem Bekenntnis zu Jesus, zu dem der Apostel Paulus ermutigt:»Er ist offenbart im Fleisch«,»gepredigt den Heiden«,»geglaubt in der Welt«? Dieser Jesus ist»offenbart im Fleisch«: Das heißt also Jesus wurde ganz und gar Mensch, so wie du und ich. Er kam als Baby in tiefer Armut zur Welt, ist in Nazareth aufgewachsen und die letzten drei Jahre seines Lebens öffentlich aufgetreten.
»Offenbart im Fleisch«- das verschweigt auch nicht, dass Jesus wie ein Schwerverbrecher am Kreuz gestorben ist. »Jesus ist offenbart im Fleisch«- das sagt auch, dass er — durchaus als schwacher, verletzlicher, sterblicher — Mensch gelebt hat. 
Dann heißt es:»Gepredigt den Heiden«: Da hat nach seinem Tod eine faszinierende Bewegung eingesetzt: Menschen, die mit der Botschaft von Jesus in Kontakt kamen, spürten die verändernde Kraft in ihrem Leben, die von dieser Botschaft ausging und sie mussten sie aus vollem Herzen weitergeben.
Sie haben gemerkt, die Botschaft hat Kraft und die können wir darum nicht für uns behalten. Es macht diese Botschaft oft so menschlich — manchem von uns manchmal fast zu menschlich -, weil wir als schwache, fehlerhafte Menschen versuchen, einander diese Botschaft glaubhaft weiterzusagen. Vielleicht tun wir das fehlerhaft und stümperhaft, aber aus dem Herzen und gewirkt durch Gottes Geist — Geheimnis des Glaubens.
So geheimnisvoll und manchmal unglaubhaft diese Botschaft auch ist. Seit 2000 Jahren hat sie unzählige Menschen ergriffen und verändert. Die Begegnung mit dem Kind aus dem Stall von Bethlehem hat die Menschen immer wieder verändert und sie auf eine neue Lebensspur gesetzt. Sie haben sich diesem Kind, diesem Jesus von Nazareth anvertraut und ihm Glauben geschenkt. Sie haben gespürt: Er ist immer in meinem Leben bei mir, ich kann mich im Gebet vertrauensvoll an ihn wenden. Er hilft mir, den rechten Weg durchs Leben zu finden, und steht mir auch in schweren Zeiten bei. Es gibt vielleicht Zeiten in unserem Leben, da fehlt uns der Zugang zu ihm. Dennoch dürfen wir wissen: Er ist da, er ist nahe bei mir! 
Diese wenigen Worte»Offenbart im Fleisch«,»gepredigt den Heiden«,»geglaubt in der Welt«sagen uns, dass Gott in Jesus ganz Mensch wurde. Dennoch gehört auch zu diesem Geheimnis dazu, dass Jesus als Mensch immer noch ganz Gott blieb, auch das dürfen wir nicht aus dem Blick lassen: Jesus war auch als ganzer Mensch ganz Gott.
Darum heißt es in den Worten weiter: Jesus ist»gerechtfertigt im Geist«,»erschienen den Engeln«,»aufgenommen in die Herrlichkeit«
Damit wird unser Blick auch heute schon von Weihnachten weg auf Ostern und das nachösterliche Geschehen gerichtet, weil in Gottes Heilsgeschichte gehört alles zusammen und ist für uns bedeutsam!
»Gerechtfertigt im Geist«: Von Menschen wurde Jesus zu Unrecht gekreuzigt. Doch Gott hat Jesus ins Recht gesetzt. Er hat ihn am»Oster«-Morgen wahrhaftig von den Toten auferweckt. Damit zeigt Gott: Wer an ihn glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
»Gerechtfertigt im Geist«: Am»Pfingst«-Sonntag kam der Heilige Geist, so, wie es Jesus verheißen hat. Auch wenn wir Jesus nicht sehen und spüren können. Durch den Heiligen Geist ist er mir nah.
Dies gilt nicht nur für unsere sichtbare Welt:»Erschienen den Engeln«: Alle Mächte, Kräfte und Gewalten müssen anerkennen: Jesus ist Herr, Jesus ist König.
Denn Gott hat ihn, wie es weiter heißt: »Aufgenommen in die Herrlichkeit«: Jesus ist an Himmelfahrt in die für uns unsichtbare Welt Gottes zurückgegangen. Gott hat ihn in seiner göttlichen Würde bestätigt.

Jesus ist der Sohn Gottes, der Heiland und Erlöser. Dennoch stellt sich für uns heute die Frage: Was hat haben wir davon, dass Jesus ganz Mensch war und ganz Gott ist? Was habe ich eigentlich davon, dass sich in Jesus Erde und Himmel berühren?  Weil Jesus wirklich Mensch war wie wir, kann er im Blick auf die Schönheiten und Grausamkeiten der Welt und des Lebens mitreden, mitfühlen, mitgehen. Ihm kann und soll ich vertrauen. Ihn soll und muss ich einfach in Wort und Tat zu anderen bringen. Weil Jesus wirklich Gott ist wie Gott selbst, ist ihm alles möglich. Keine Macht noch Gewalt kann mich von seiner Liebe trennen. Als Christ bin ich heute schon Anteil an Gottes neuer Welt, habe ich schon heute Zukunft mit ihm.  Wir werden dieses Geheimnis der Person und des Werkes von Jesus nicht ganz hier auf Erden ergründen. Schließlich ist es kein menschliches Rätsel, sondern ein göttliches Geheimnis. Aber wir können heute schon damit leben. »Wie?« – fragen Sie?
»Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens« (Lk 2,14).
»Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten (…)« (Lk 2,20).
Ein verlorener Bengel und ein törichter Schafskopf, wer es den jubelnden Engeln und den staunenden Hirten nicht nachmacht. Dem Kind in der Krippe, dem Heiland der Welt, gehört Lob, Anbetung, Ruhm, Ehre und vor allem: mein Vertrauen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Heiligen Abend und frohe Weihnachten, dass Sie selbst in diesen Tagen etwas von dem Geheimnis des Glaubens spüren.
Amen

Gott will unter uns wohnen – Jesaja 66,1-2 Kirchweih 2013

Kirche Fraureuth Altar
Kirche Fraureuth Altar

Kirche Fraureuth Altar

 Fraureuth 21. Stg. n. Trin 20.10.2013

Liebe Gemeinde,

vor 10 Tagen hatten wir hier in unserer Kirche Besuch aus dem fernen Japan. Vier japanische Christen, die in einer japanischen Orgelbaufirma arbeiten bzw. sogar der Chef dieser Firma wollten unsere Silbermann-Orgel sehen. Sie haben alle Klischees eines japanischen Touristen erfüllt. Sie waren voll mit Technik ausgerüstet um alles über die Orgel aufzunehmen.
Wir hatten schon befürchtet, sie wollten eine elektronische Tonkopie unserer Orgel erstellen. Also unsere Kirche mit der Orgel ist weltweit bekannt.
Heute feiern wir das Kirchweihfest. Es ist zwar kein besonderes Jubiläum, aber doch schon eine runde Zahl. Vor 280 Jahren wurde unsere Kirche erbaut. Die Einzelheiten dazu können sie ja in unserer Kirchenbroschüre nachlesen.
Wir wissen aber sie ist nicht die erste Kirche, denn aus der Vorgängerkirche gibt es ja noch den Marienaltar, der in Greiz im Museum zu finden ist.
Die Kirche als Gebäude im Ort war für unsere Mütter und Väter ein wichtiges Zentrum. Auch heute ist und bleibt unsere Kirche umgeben vom Friedhof immer ein gewisses Zentrum für uns hier in Fraureuth. Auch wenn sich in Fraureuth der Ortskern verlagert hat. Oder besser gesagt, man bald drei Ortskerne hat.
Die Kirche ist zwar etwas versteckt. Menschen von außerhalb müssen sie oft erst einmal suchen. Ich habe schon oft die Frage gehört: „Ja, wo ist denn eure Kirche?“
Für uns als Gemeinde ist die Kirche ein Ort der Begegnung und das in zweifacher Hinsicht, ein Ort der Begegnung mit Menschen und ein Ort der Begegnung mit Gott.
Aber Kirche gibt es auch noch anders, nicht nur als Gebäude, eben als Institution d.h. Als Rechtsorganisation: Was meint man damit, wenn jemand sagt: Ich gehöre zu Kirche.
Vielleicht ist es ja zu mindestens manchen in den vergangenen Wochen wieder einmal bewusst geworden, als unser Gemeindekirchenrat gewählt wurde und er oder sie einen Brief bekamen, wo sie zur Briefwahl eingeladen wurden. Ja und 50% unserer wahlberechtigten Gemeindeglieder haben auch daran teilgenommen.
Aber ehrlich brauchen wir denn wirklich die Kirche als Organisation noch – gerade heute in unserer so postmodernen Gesellschaft, wo sich doch alle Strukturen so rasend verändern? Brauchen wir die Kirche noch? Jetzt nach den Skandalen in der katholischen Kirche? Brauchen wir die Kirche wirklich noch als Institution?
Und mancherorts wird die Frage gestellt: Brauchen wir Kirche als Gebäude? Viele mühen sich ja um den Erhalt, auch Nichtchristen sind oft mit dabei. Aber ist es wirklich der Mühe wert.

Auf den ersten Blick macht es uns unser Predigttext heute nicht leicht, darauf eine ermutigende Antwort zu finden. Wir lesen aus dem Buch des Propheten Jesaja Kapitel 66, Verse 1-2:

1 Dies sagt der Herr: »Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße. Was für ein Haus müsstet ihr bauen, damit es diesem gleichkäme? Was wäre das für ein Ort, an dem ich ruhen könnte? 2 Dies alles haben meine Hände gemacht, durch sie ist alles entstanden«, spricht der Herr. »Ich achte auf die, die gedemütigt worden sind und einen gebrochenen Geist haben und vor meinem Wort zittern.

Die erste Frage, die steht lautet: Wo lässt sich Gott finden? Wo ist Gott? Wo finden wir Gott? Wo können wir ihm begegnen? Ist es die Kirche, deren Einweihung vor 280 Jahren wir heute gedenken? Ist es eine andere Kirche? Ist es ein anderer religiöser Ort? Oder ist es doch der Wald und die Natur, wie auch mancher meint?
Uns jedenfalls stellt sich Gott heute vor als der große Gott, als der allmächtige Gott, als der, der davon spricht, dass der Himmel sein Thron ist und die Erde sein Fußschemel. Er stellt sich als der für uns nicht fassbare Gott vor. Aber und das ist wichtig und ein entscheidender Charakterzug Gottes. Er stellt sich als der Gott vor, der auf das kleine achtet, der den Elenden sieht, und den, der auf ihn vertraut.
Gott stellt, sich uns heute als der Gott, vor, der uns Menschen begegnen will. Er will uns mitten in unserem Leben begegnen. Er will uns in unserem Alltag begegnen. Er will uns in unserem hier und heute begegnen. Und er will auch mit uns gehen. Auch im Morgen und wenn wir dann woanders sind.
Uns wird deutlich, das Gott kein Gott ist, der sich in Kirchen, Tempel oder irgendwelche Kulträume einsperren lässt. Er will ein Gott sein, der da ist. Ein Gott, der da ist, wo Menschen ihm vertrauen, wo Menschen seinem Wort nachfolgen, wo Menschen sich von ihm leiten lassen.

Das Haus, das wir bauen
So stellt sich de Frage: Wozu ist die Kirche da? Hat es denn überhaupt Sinn und Zweck dieses Gebäude über so viele Generationen zu erhalten, zu renovieren und zu erneuern? Manchmal gibt es ja sogar Kirchen, die wurden erst vielleicht in den 50iger Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut und werden schon wieder aufgegeben. Müssen wirklich so einen Aufwand betreiben für den Erhalt einer Kirche?
Wir haben schon gesehen: Gott selber braucht die Kirche nicht, denn er ist über all gegenwärtig. Er braucht kein Haus und keinen Kult. Er will sich überall verherrlichen und für die Naturfreunde – auch im Wald, aber nicht nur da.
Wir feiern ja auch Gottesdienst nicht nur hier in der Kirche. Am Johannistag sind wir auf den Friedhof, Himmelfahrt sind wir im Pfarrgarten oder im Grünen, die Jesus-Freaks feiern ihren Gottesdienst bei McDonald, wie auch immer das geht.
Vielleicht sind diese Worte unseres Predigttextes auch so radikal, weil sie sich an die Juden wenden, die gerade wieder aus der Babylonischen Gefangenschaft nach Jerusalem zurückkehren. Und sie finden eben in Jerusalem das Haus Gottes den Tempel als den Ort des Kultes total zerstört. Und die Menschen beginnen trotz aller Armut, trotz allem Elend zuerst mit dem Aufbau des Tempels. Sie brauchen ihn diesen Ort.
Gott braucht den Ort des Kultes nicht, aber der Mensch. Wir Menschen brauchen ihn. Gott ist überall da, wo wir hintreten – als der Erhalter und Bewahrer der Schöpfung, als der Gott, der mit uns geht. So sagt es auch sein Name „Ich bin, der ich sein werde“.
Doch wir brauchen die Kirche oder den Tempel. Wir brauchen den Ort des Kultes . Das zeigt sich in allen Kulturen, das zeigt sich in allen Generationen, das zeigt sich in unserem Menschsein. Selbst die Atheisten und die Kommunisten brauchen den Ort des Kultes. Und bezeichnenderweise, das lehrt uns die Geschichte, je weniger man an Gott glaubt, umso mehr braucht man den Kult.

Aber auch wir brauchen unsere Kirche um Gott zu finden. Sicher das Kämmerlein zum Gebet ist wichtig, der Gesprächskreis zum Austausch ist wichtig, die Räume der Gemeinschaft sind wichtig, dennoch brauchen wir die Kirche als Ort des Herausgenommenseins aus der Hektik des Alltags. Wir brauchen sie als den Ort, wo wir Ruhe finden, wo wir uns besinnen können. Wir brauchen sie als Ort der Andacht. Das kann in der Stille geschehen, im Hören auf Gottes Wort, oder beim Orgelklang.
Kirche ist aber noch mehr. Sie ist ein Ort der Begegnung, wo wir mit anderen auf dem Weg sind, auf dem Weg des Glaubens hin zu Gott. Sie ist zugleich das Symbol unserer Verbundenheit miteinander und mit dem allgegenwärtigen Gott.

Gott ist gegenwärtig
Oft singen wir am Anfang des Gottesdienstes den Choral „ Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten …“ Es gehört zu unserem Glauben, dass wir auf die Gegenwart Gottes vertrauen und nicht nur heute und hier, sondern dass Gott überall auf dieser Welt gegenwärtig ist. Sicher gilt die Gegenwart Gottes für die Kirche in besonderer Weise.
Aber es wird uns deutlich, dass die Welt Gottes Kirche ist. Daher ist er in dieser Welt gegenwärtig. Seine Gegenwart geschieht oft in verborgener Weise, aber er ist da. Manchmal ist sie dennoch gestört, durch uns, durch unser Sünder sein, dass wir den Kontakt zu Gott abbrechen. Und wir können diese Störung nicht einfach mal so reparieren, wie der Elektriker den Stromausfall. Dazu bedarf es mehr.
Wir spüren Gott ist ständig gegenwärtig und am Werk. Dennoch ist sein Handeln manchmal für uns rätselhaft und nicht erkennbar. Dann kommt die Frage: „Gott wo bist du?“ Dann stellen wir ihn in Frage. Und das lässt Gott sogar zu. Er kommt uns dann entgegen. Er kommt uns nahe in seinem Sohn. Er begegnet uns mit seiner göttlichen Liebe und zeigt uns den Weg zum Leben.

Jesus spricht „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Johannes 14,6

Genau dieses Gottes Wort muss mir gesagt werden und das geschieht in der Kirche. Ich kann es mir nicht selber sagen. Das befreiende und leben-bringende Gotteswort muss mir gesagt werden.

Schluss
Wir sind heute hier um Gott für unsere schöne Barock-Kirche, die wir jetzt hier in Fraureuth seit 280 Jahren haben, zu danken In dieser Zeit und noch viel früher wurde unseren Vätern und Müttern Generation für Generation das leben-bringende Gotteswort verkündet. Es wurde gemeinsam Gebet, das Abendmahl gefeiert, Es wurde Menschen getauft und damit in die Gemeinschaft der Kinder Gottes aufgenommen, Ehepaare haben ihren Lebensweg unter den Segen Gottes gestellt. Und man hat Abschied genommen und Menschen unter Gottes Wort auf ihrem letzten irdischen Weg begleitet, wie wir es auch in dieser Woche getan haben. Immer wurde dabei Gottes Wort verkündet.
Zu unserer Kirche gehört die Silbermann-Orgel und mit ihr verbunden ist die Kirchenmusik in unserer Gemeinde, alles erklingt zum Lobe Gottes und uns zur Freude, auch dafür sind wir von Herzen dankbar.
Und wir sind dankbar für unsere Gemeinde selbst, dass wir miteinander auf dem Weg des Glaubens sind, dass wir gemeinsam Gottes Wort hören und darüber uns austauschen und Zeugnis geben, dass wir miteinander und füreinander beten, dass wir einander und anderen dienen, dass wir als Gemeinde Gemeinschaft haben.
Kirche in Fraureuth – das sind wir – das zeugt auch unsere letzte Gemeindekirchenratswahl.
Wenn wir Kirchweih feiern, feiern wir die Größe Gottes und dass wir als Gemeinde weiterhin miteinander auf dem Weg sind.
Amen.

„Was würde Jesus dazu sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“

Kirchenbänke
Kirchenbänke

Kirchenbänke

Predigt zum 20. Stg. n. Trinitatis 13. Oktober 2013 – Fraureuth und Reinsdorf – Markus 2,23-28

Liebe Gemeinde,

es lässt sich gar nicht so einfach immer als Christ leben. Manchmal weiß man gar nicht, wie man richtig leben soll. Uns stellt sich sogar die Frage sollen wir diesen Weg in unserem Leben gehen oder sollen wir jeden Weg gehen? Oder wir fragen uns, ist es richtig jenem Rat zu vertrauen oder dem Rat des anderen.
Was sollen wir tun?
Nur zu schnell merken wir immer wieder, dass unser Leben nicht in Schwarz und Weiß verläuft, sonder, dass es da viele Graustufen gibt.
Und manchmal kann es sogar passieren, dass jede Entscheidung, die wir treffen am Ende auch negative Folgen hat. Auch das gibt es.
Aber dann stellt sich die Frage, was sollen wir tun?
(Fraureuth: Ich werde heute noch einmal die Gedanken aus meiner Andacht aus der Freien Presse aufnehmen.)

Vielleicht haben Sie schon einmal von dem streitbaren hessischen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller gehört. Er gehörte zu den persönlichen KZ-Häftlingen Hitlers während des zweiten Weltkrieges, erst in Sachsenhausen und dann in Dachau.
Nach dem Krieg kämpft er als Kirchenpräsidenten gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und war in der Friedensbewegung engagiert. Dadurch war er im Westen damals teilweise umstritten und in der DDR anerkannt, Das hatte zu Folge, das selbst in der DDR in den siebziger Jahren eine Biografie über ihn erschien. Und dieser Biografie hatte den Titel „Was würde Jesus dazu sagen?“

Die Frage „Was würde Jesus dazu sagen?“ wurde zu einem Markenzeichen von Niemöllers Denken. So erkannte er in engem Rahmen eine relative Autonomie des Politischen an, zunehmend aber betrachtete er politische Entscheidungen als Glaubensentscheidungen.
Seit dem ich diese Biografie gelesen habe, hat mich diese Frage nicht mehr losgelassen.

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand über der Frage „Was würde Jesus tun? eine Jugendbewegung. Junge Menschen haben auf Basis dieser Frage begonnen ihren Glauben zu leben. Diese Fragestellung ist ja so ähnlich. Die Jugendlichen fragten genau danach, wie Jesus handeln würde, was Jesus zu ihrem Leben sagen würde, wie es verändert werden könnte.

Und heute in unserem Predigttext kommen ein paar Typen zu Jesus, die ihn provozieren, weil das Handeln der Leute Jesu nicht der Norm entspricht. Es waren die Pharisäer. Sie waren nicht da, um von Jesus zu lernen, sondern um ihn auszuspionieren. Sie sagen zu ihm: Jesus sage doch deinen Leuten. Sage deinen Leuten, dass sie das tun, was man tut, das sie das tun, was wir wollen. Das sollen sie tun.

Wir lesen einmal aus Markus 2, 23-28:
Jesus ist Herr über den Sabbat
23 An einem Sabbat ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger fingen an, am Weg entlang Ähren abzureißen ´und die Körner zu essen`.
24 Da sagten die Pharisäer zu ihm: »Hast du gesehen, was sie da tun? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt!«
25 Jesus entgegnete: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter nichts zu essen hatten und Hunger litten?
26 Wie er damals – zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar – ins Haus Gottes ging und von den geweihten Broten aß, von denen doch nur die Priester essen dürfen, und wie er auch seinen Begleitern davon gab?«
27 Und Jesus fügte hinzu: »Der Sabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.
28 Darum ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.«

Also es geht eigentlich genau umgekehrt, die Pharisäer kommen erst einmal zu Jesus und sagen: Jesus, sage mal deinen Leuten, dass sie nicht tun.
Ehrlich so etwas hasse ich, wenn Leute über dritte, etwas ausrichten lassen. Die Pharisäer sind richtig feige. Können die das den Jüngern nicht selber sagen. Nein Jesus soll es sagen. Sie wollen seine Autorität aus nutzen, als wenn sie keine haben. Dabei müssten sie doch welche haben, schließlich sind sie doch die Führungskräfte des Volkes.
Es wäre so, als wenn Frau Merkel zu mir käme und zu mir sagte: Sagen sie mal bitte Ihren Gemeindegliedern, dass sie noch ihre Steuern bezahlen müssten. Also das ist nicht meine Aufgabe, sondern der Finanzämter. Sicher hat Jesus gesagt: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser ist und was Gott ist.“ Aber darum geht es nicht.

Für Jesus geht es um das rechte Leben mit Gott oder wir würden es mit den frommen Begriff der Heiligung umschreiben. Die Pharisäer verstehen darin, dass ein Mensch die Gebote Gottes halten muss und jeden Sabbat in die Synagoge geht und am Sabbat nicht arbeitet. Das Ährenausraufen der Jünger sahen die Pharisäer schon als Arbeit an. Das können sie von Sonntag bis Freitag tun, aber nicht am Sabbat. Damit hatten sie etwas, wo mit sie Jesus endlich mal anschwärzen konnten und ihm zeigen konnten, dass er und seine Leute nicht so fromm sind, wie sie tun. Es stimmt, dass der Sabbat geheiligt werden soll, nach den 10 Geboten, aber die Form und die strenge haben die Pharisäer aufgestellt. Es waren daher streng genommen pharisäische Regeln, die da von den Jüngern befolgt werden sollten.

Auch für uns stellt sich heute die Frage: Wie sieht denn aus unserer Sicht das rechte Leben mit Gott aus? Wie würde denn unserer Meinung nach Heiligung aussehen?  Haben wir dazu auch unsere Regeln auf gestellt, die wir befolgen – und vielleicht erwarten, dass andere sie auch befolgen? Jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen? Montags in die Gemeinschaftsstunde (Kirchenchor) (Dienstags Posaunenchor + Kirchenchor Donnerstags Gebetsstunde oder Frauenstunde) Also das komplette Gemeindeprogramm und immer aktiv mitarbeiten? Vielleicht ist man dann sogar der Meinung man würde Gott richtig gut gefallen. Man bekommt dann einen prima Platz im Himmel!

Was meinen Sie „Würde Jesus in den Gottesdienst gehen? Also, was würde Jesus tun?“ Meine ganz persönliche Antwort wäre: „Ja und Nein!“ Weil um eine richtige Antwort zu finden, müssten wir erst einmal fragen, in welchen Gottesdienst? Dabei spielt die Form des Gottesdienste die geringste Rolle, ob er liturgisch einwandfrei ist oder ob er ein offener Lobpreisgottesdienst oder ein Familiengottesdienst oder ein Sonst-wer-weiß-was-Gottesdienst ist. Es stellt sich eine ganz andere Frage: Was ist der Gottesdienst für Sie? Welche Bedeutung hat er für ihr religiöses Leben, für ihren Glauben an Gott? Ist er eine Lebenshilfe und der Ort der Begegnung mit Gott oder ist es nur eine religiöse Pflichterfüllung um sich bei Gott Liebkind zu machen?

Wenn es das Letzte ist, dass sie nur Gottesdienst feiern, um sich bei Gott Liebkind zu machen, dann werden sie Jesus nicht in dem Gottesdienst treffen. Dann ist er nicht da. In so einen Gottesdienst geht Jesus nicht. Denn da ist es, wie bei dem Sabbat – da sind wir Menschen nur für den Gottesdienst da. Aber da, wo Jesus genau das über den Gottesdienst sagen kann, was er über den Sabbat sagt – dass der Sabbat für den Menschen da ist, da wird der Gottesdienst als Lebenshilfe und als Ort der Begegnung mit Gott erfahren, da wird auch Jesus mit dabei sein. Diesen Gottesdienst will er gern feiern, den will Jesus gern mit uns feiern.

Wer von uns solche Gottesdienste feiert, der erfährt dann auch für den Alltag den Beistand und die Hilfe Gottes. Der kann dann sein Leben mit den Fragen: „Was würde Jesus dazu sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“ nach Gottes Willen in ganz positiver Weise gestalten.

Natürlich bekommen wir nicht immer sofort und jetzt eine Antwort auf diese Fragen. Manchmal bedarf es ein gewisses Ringen um die Antwort. Manchmal dauert das sogar etwas. Vielleicht ist dann ein Ringen im Gebet an einem stillen Ort nötig. Manchmal muss man sich sogar in ein Kloster zurückziehen. Oder die tägliche Bibellese mit eine stillen Zeit kann Antworten auf die Fragen und damit Lebenshilfe geben oder das Gespräch mit einem Mitchristen oder einem Seelsorger und dem gemeinsamen Gebet. Manchmal können es auch Lebensumstände sein, die Wegweisung geben. Auch das ist möglich.

Aber wenn wir uns diese Fragen stellen und das Leben Jesu und sein Handeln und Wirken uns vor Augen halten, wird er uns dann Antwort und Wegweisung geben. „Was würde Jesus sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“

Und zum Schluss noch das Wort, das uns ermutigt die Botschaft dieses Sonntags in unseren Alltag in unserem Morgen umzusetzen:
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6, 8)

 Bei Gott geht es immer zuerst um seine Liebe zu uns, dafür musst Jesus am Kreuz mit seinem Leben bezahlen, so dass wir bei Gott eine Zukunft und das ewige Leben haben. Mit seinen Geboten und Gesetzen gibt er uns eine Richtschnur und Wegweisung diesen Weg der Liebe Gottes zu gehen und in unserem Leben Gestalt werden zu lassen. Mit diesem Gottvertrauen dürfen wir in das Morgen und in die neue Woche gehen und unseren Alltag mit Gott gestalten.  Amen.

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