Warum feiert man nicht am Mittwoch oder Sonnabend Gottesdienst?

Kirche auf dem Lande

By Nicholas_Tunder

Ich bin seit 1. August 2017 in einem Pfarrbereich mit 11 Kirchen Vertretungspfarrer. Da bewegt mich wieder eine Frage mehr, obwohl sie es schon immer tun. Besonders weil ich weiß, dass es in Amerika Gemeinden gibt, für die es kein Problem ist, das anzubieten: Warum feiert man nicht am Mittwoch Gottesdienst? Ok, es kann auch ein anderer Tag in der Woche sein, Donnerstag oder Sonnabend. Beim Sonnabend sind wir sogar wieder beim Sabbat. Selbst die katholische Kirche kennt den Werktagsgottesdienst. Weiterlesen

Die Kriterien für ein gute Predigt?!

Die BEK hat die Predigt des Pfarrer Olaf Latzel vom 18. Januar 2015, die er in der St. Martini-Kirche in Bremen gehalten hat, von namenhaften Theologen bewerten lassen. Und wie zu erwarten war, ist diese bei den Theologen mit harscher Kritik durchgefallen. Das war ja auch Sinn und Ziel der BEK. Sie will damit zum Ausdruck bringen, dass die Predigt nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Form ein Fehlgriff war.

Ich habe einmal die Kritiken gelesen. Einige waren sogar von Theolog/innen dabei, die ich sehr schätze. Manchmal hatte ich fast den Eindruck, bei den Bewertungskriterien, die da angesetzt wurden, ist nicht nur Olaf Latzel durchgefallen, sondern da wären auch Jesus selber, der Apostel Paulus und sogar Martin Luther durchgefallen. Weiterlesen

Die Kirche auf dem Lande braucht auch ein sich veränderndes Bewusstsein der Gemeindeglieder

Es geht bei dem Nachdenken über Kirche auf dem Lande um das Überlegen, wie Kirche in ihren Strukturen und ihrer Daseinsweise auch unter den sich verändernden zukünftigen demografischen und gesellschaftlichen Bedingungen zukunftsfähig bleibt. Dabei sind viele unterschiedliche Anstrengungen und Veränderungen nötig. Nicht nur seitens der Kirchenleitung muss darüber immer wieder neu nachgedacht werden, sondern auch in den Gemeinden selber. Gerade in den Gemeinden vor Ort ist es wichtig, dass man sich fragt: „Wie sind wir als Gemeinde zukunftsfähig?“ „Was macht uns als Gemeinde aus und wie sehen wir uns in der Zukunft?“ Dabei geht es nicht darum ein Bild des Abbaus zu zeichnen, sondern gerade in der Situation ein Bild des Aufbaus und ein Bild der Hoffnung. Dieses Bild begründet sich ja nicht irgendwoher, sondern gerade in dem Glauben, den wir als Christen haben. Weiterlesen

Gottesdienst in 99 Kirchen – Gottesdienstprojekt im Altenburger Land

Gottesdienst in 99 Kirchen 2014

Gottesdienst in 99 Kirchen 2014

Zum 3. Mal findet am 21. September 2014 im Kirchenkreis Altenburger Land das Projekt „Gottesdienst in 99 Kirchen“ statt. An diesem Sonntag wird in allen Kirchen des Altenburger Landes um 10.00 Uhr Gottesdienst sein. Von der Zahl der Kirchen her gesehen wird also schon deutlich, dass die meisten der Gottesdienste nicht von Pfarrern oder Pfarrerinnen und auch nicht von anderen Hauptamtlichen und selbst nicht von den Lektoren des Kirchenkreises geleitet werden. An diesem Sonntag werden viele Kirchenälteste und ehrenamtliche Gemeindeglieder aktiv in den Gottesdiensten mitwirken und diese auch leiten. Weiterlesen

Der Tourismus und der Gottesdienst – offene Kirche um jeden Preis?

Stephansdom in Wien

Stephansdom in Wien

Ich bin gern Tourist und sehe mir andere Orte und andere Länder ab. Dazu gehören auch die Kirchen. Für mich als Christ spielt dabei nicht nur die Historie der Kirche und ihre architektonische Gestaltung eine wichtige Rolle, sondern auch die Gemeinde, die dort lebt. Ich versuche zu ergründen, wie sie ihr Gemeindeleben gestaltet. Manchmal finde ich sogar Impulse für meine Gemeindearbeit. Darum sehe ich mir die Veranstaltungsplakate an, nehme gern Gemeindebriefe mit und entdecke noch die Reste der Kulisse vom letzten Familiengottesdienst.
Es ist dann gut, sich für ein paar Minuten in eine Bank zu setzen und die Atmosphäre der Kirche zu atmen und zu einem Gebet zu finden. Weiterlesen

Ja, wenn ich nur! – Predigt zu Johannes 20,19-29 – Ökumenischer Gottesdienst 2014 Fraureuth

Liebfrauenkapelle Fraureuth

 

Liebfrauenkapelle Fraureuth

Liebfrauenkapelle Fraureuth

am Sonnabend vor dem Sonntag Quasimodogeniti in der Liebfrauenkapelle Fraureuth

Liebe Gemeinde,

zum Glauben an Jesus Christus zu finden, dazu gibt es recht unterschiedliche Wege. Meist sind diese Wege recht unspektakulär. Ein Mensch wächst über das Leben in der Gemeinde, durch das Zeugnis der Eltern, der Familie und anderer Menschen hinein in diesen Glauben. Bei anderen ist es schon etwas spektakulärer, manchmal auch etwas ungewohnter, wie zum Beispiel bei Bernd Merbitz, dem gegenwärtigen Polizeipräsidenten von Leipzig.
Hätte man ihm das von 25 Jahren gesagt, dass er eines Tages einmal Werbung dafür macht, dass im Jahr 2016 der Katholikentag nach Leipzig kommt, hätte er sich damals ungläubig den Kopf geschüttelt.
Denn er war zwar evangelisch getauft, seine Mutter war Katholikin, aber er war dann atheistisch erzogen worden. Sein Vater hatte es ihm verboten, dass er als Kind in die Christenlehre ging. Dann spielte Religion für ihn keine Rolle mehr. Als Polizist war er Mitglied der SED. Er stiegt dann zum Leiter der Mordkommission in Leipzig auf. Nun ich will hier nicht seine ganze Biografie und Karriere aufzählen. Aber durch seine zweite Frau, eine gläubige Katholikin, fand er zum Glauben an Jesus Christus. Weiterlesen

Erntedankfest – eines der schönsten Feste im Herbst

 

Erntedank Fraureuth 2012

Erntedank Fraureuth 2012

Sie kommen in die Kirche und ihnen kommt ein angenehmer Geruch entgegen. Es ist kein kirchenüblicher Geruch. Es ist der Geruch des Gartens und des Feldes, der Geruch von Früchten, von Gemüse, von Stroh und Heu, von Herbstblumen und von Laub. Es ist der Geruch des Herbstes und der Ernte. Und ihre Kirche sieht ganz anders aus. Selbst dir tristeste Kirche ist jetzt gefüllt mit bunten Farbtupfern. In manchen Kirchen hängt sogar eine liebevoll gebundene Erntekrone oder ein Erntekranz. Darum gehört das Erntedankfest für mich zu den schönsten Festen im Kirchenjahr.

In meinen beiden Gemeinden habe ich sogar Zeit dieses Fest richtig zu genießen, weil die Gottesdienste gut voneinander entfernt sind In Fraureuth wird er am Vormittag gefeiert und in Reinsdorf am Nachmittag. Und jede Gemeinde gestaltet ihn auf ihre Weise. In Fraureuth spielt der Posaunenchor und in Reinsdorf singt der Kirchenchor.

Auch im Vorfeld gab es schon viel Engagement der Gemeindeglieder. Durch das Bringen der Erntegaben werden diakonische Einrichtungen des Kirchenkreises Greiz unterstützt. In Reinsdorf finden sich immer Gemeindeglieder, Konfirmanden und Christenlehrekinder, die in die Häuser gehen und Gaben sammeln. Auch das ist ein wichtiger Dienst. Es erinnert auch die, die nichts geben, daran, dass man eigentlich viel Grund hat zu danken.

Das haben wir doch oder nicht?

Wie familienfreundlich ist ihre Gemeinde?

Familienleben - istockphoto.com/ Renphoto

Familienleben – istockphoto.com/ Renphoto

Wenn wir wollen, dass unsere Gottesdienstgemeinde wächst, dass Menschen einen neuen Zugang zur Gemeinde finden, müssen wir besonders nach der Familienfreundlichkeit unserer Gottesdienste und unserer Kirchengemeinden fragen. Aber nicht nur nach den liturgischen Abläufen der Gottesdienste, ob diese wirklich etwas für unsere Familien heute bringen? Welche Möglichkeiten der Gestaltung für die Gottesdienste gibt es dafür? Soll es jeden Sonntag ein Familiengottesdienst sein?

Noch wichtiger als der Gottesdienst selbst ist das Gesamtambiente von Kirche und Gottesdienst-Raum, von dem, wie die Gemeinde der Familie an sich begegnet. Wie familienfreundlich sind denn unsere Kirchen und Gemeindehäuser? Gibt es zum Beispiel einen Wickeltisch und einen Stillraum? Weiterlesen

Welche Rolle spielt der Parkplatz bei einladenden Kirchen und Gemeinden?

Parkplatz gesucht!

Parkplatz gesucht!

Früher musste man als Kirche oder als Gemeinde sich wenig Gedanken über Parkplätze im Umfeld der Kirche oder des Gemeindehauses machen. Die Leute kamen entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Kirche. Später waren es wenige Autos, mit denen man zur Kirche fuhr. Da war ein Fußmarsch in die Kirche von einer Stunde nicht so schlimm. Doch heute kommt manche Familie gleich mit zwei, vielleicht sogar mit drei Autos in die Kirche. Mittlerweile ist die Zahl der Autos enorm angestiegen. Es entsteht also das Problem der Parkplätze im Umfeld der Kirchen. Weiterlesen

Kirchweih in Fraureuth

Kirche Fraureuth

Kirche Fraureuth

Am 3. Sonntag im Oktober feiern wir in unserer Fraureuther Kirche das Kirchweihfest. Nun das ist nicht unbedingt wirklich der Termin an dem unserer Kirche eingeweiht wurde. Der 3. Sonntag im Oktober ist vielleicht deswegen einmal aus ganz pragmatische gründen gewählt worden. So war es wenigsten in Bayern. Dort war es sogar eine Zeitlang richtig verordnet, dass man an diesem Sonntag Kirchweih zu feiern hat.

Also wir gedenken an diesem Tag, dem Tag an dem unserer Kirche „in den Dienst“ gestellt wurde.

Manchmal wird man ja als Pfarrer eingeladen, eine Fahne zu weihen oder das Gemeindeamt einzuweihen. Das ist aber nicht das Gleiche. Da werden die Menschen gesegnet, die zu der Fahne vom Schützenverein oder der Feuerwehr gehören oder im Gemeindeamt ein und ausgehen. Bei der Kirchweih geschah etwas anderes. Da wurde ein Gebäude in den Dienst für Gott gestellt. Das heißt die Kirche ist ein besonderer Ort, wo man Gott suchen und finden kann. Darum kann man hier eben nicht jede Art von Versammlung machen, sondern alles, was in ihr stattfindet, ist Gottesdienst, auch ein Konzert und auch die Trauerfeier, die in ihr stattfindet. Damit stehen wir in der Tradition der alttestamentlichen Väter, die auch solche Orte hatten, wo sie in besonderer Weise Gott suchten und fanden.
Wenn einmal eine Kirche aufgegeben wird, muss sie darum entwidmet, das heißt entweiht werden.

Für uns als Gemeinde ist dieser Tag besonders wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass wir als Gemeinde in Fraureuth nicht in einer geschichtslosen Zeit leben, sondern dass wir hier Väter des Glaubens hatten, die Gemeinde gebaut haben, und dass die Gemeinde Jesu hier weiterlebt, solange bis unser Herr Jesus Christus wiederkommt.

Autor: Dietmar Seling

Lob des Schöpfers in der Natur – unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung

Lob des Schöpfers in der Natur – unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung

Lob des Schöpfers in der Natur – unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung

Predigt zur Hubertusmesse September 2012 Hubertuskapelle Weidmannsruh Werdauer Wald – Jesus Sirach 42,15-25

Liebe Jägerinnen und Jäger des Zwickauer Landes, liebe Gäste, liebe Gemeinde,

vor dieser schönen Kapelle hier in der Weidmannsruh feiern wir heute miteinander die Hubertusmesse. Wir wollen uns durch sie mit hineinnehmen in die Schöpfungsverantwortung, in welche uns Gott gestellt hat. Sogleich wollen wir Gott danke sagen, für seine wunderbare Schöpfung.

In dieser Hubertusmesse werden wir an Hubertus den Bischof von Lüttich erinnert. Dieser veränderte sein Leben. Aus einem wilden und zügellosen Jäger, der Raubbau an Gottes Natur betrieb, wurde ein Hirte, wurde ein Bischof, also jemand der verantwortungsvoll mit Mensch und Tier um ging. Jemand, der in Gottes Auftrag weidete. In der Sprache der Jäger heißt es, der Hege betrieb.

Das Internetlexikon Wikipedia schreibt dazu: „Als Hege werden im Jagdrecht Maßnahmen zusammengefasst, die die Lebensgrundlage von Wildtieren betreffen. Die Hege ist demnach ein Grundelement des Selbstverständnisses vieler Jäger, der sogenannten „Waidgerechtigkeit“. Im Jagdrecht verpflichtet das Hegegebot die Jäger, der Artenvielfalt der Wildtiere nicht zu schaden. Diese Pflicht zur Hege erstreckt sich auch auf solche Wildarten, die durch dessen Schonzeitregelung dauerhaft nicht bejagt werden. Viele Jäger sind regional in Hegegemeinschaften zusammengeschlossen.

Viele Menschen denken, wenn sie die Worte Jäger oder Jägerin hören, nur an den mit der Waffe durch den Wald laufenden Mann oder durch den Wald laufende Frau, die alles Wild, was ihnen vor die Flinte kommt, abschießen. Aber genau das Bild ist ja falsch.

Jäger und Jägerinnen sind ja keine wilden und zügellosen Jagdgenossen, die auf alles Wild ballern, sondern sie stehen mit ihrem Dienst in der Verantwortung vor dem Schöpfer. Darum heißt Jägersein sich auch Bewusstmachen, dass man mit Gottes Schöpfung verantwortlich umgeht. Aber man spürt gerade im Wald besonders, dass das Werden und Vergehen zum Leben in der Schöpfung Gottes dazugehört. Sogleich ist der Wald als Schöpfung Gottes ein besonderer Ort um den Schöpfer in seinem Handeln und Wirken zu entdecken und darüber auch zum Lob zu kommen.

In dem apokryphen Buch Jesus Sirach, also einem Buch das nicht ganz zur Bibel gehört, also in dem Buch Jesus Sirach steht ein Lob des Schöpfers in der Natur.

Und die besten Naturerfahrungen haben eben Jägerinnen und Jäger, wenn sie im Wald unterwegs sind. So wollen wir einmal dieses Lob hören:

Es steht im Buch Jesus Sirach Kapitel 42,15-25:

15 Nun will ich der Werke Gottes gedenken; was ich gesehen habe, will ich erzählen: Durch Gottes Wort entstanden seine Werke; seine Lehre ist ein Ausfluss seiner Liebe.

16 Über allem strahlt die leuchtende Sonne, die Herrlichkeit des Herrn erfüllt alle seine Werke.

17 Die Heiligen Gottes vermögen nicht, alle seine Wunder zu erzählen. Gott gibt seinen Heerscharen die Kraft, vor seiner Herrlichkeit zu bestehen.

18 Meerestiefe und Menschenherz durchforscht er und er kennt alle ihre Geheimnisse. Der Höchste hat Kenntnis von allem, bis in die fernste Zeit sieht er das Kommende.

19 Vergangenheit und Zukunft macht er kund und enthüllt die Rätsel des Verborgenen.

20 Es fehlt ihm keine Einsicht, kein Ding entgeht ihm.

21 Seine machtvolle Weisheit hat er fest gegründet, er ist der Einzige von Ewigkeit her. Nichts ist hinzuzufügen, nichts wegzunehmen, er braucht keinen Lehrmeister.

22 Alle seine Werke sind vortrefflich, doch sehen wir nur einen Funken und ein Spiegelbild.

23 Alles lebt und besteht für immer, für jeden Gebrauch ist alles bereit.

24 Jedes Ding ist vom andern verschieden, keines von ihnen hat er vergeblich gemacht.

25 Eines ergänzt durch seinen Wert das andere. Wer kann sich satt sehen an ihrer Pracht?

Liebe Jägerinnen und Jäger, liebe Gäste,

der Wald ist immer wieder ein ganz besonderer Ort, der uns etwas von dem Schöpfungswirken Gottes erzählt. Darum ist es viel zu schade sich durch den Wald mit einem Auto zu bewegen, selbst mit dem Fahrrad ist man noch zu schnell. Wer zu Fuß durch den Wald geht und die Augen aufmacht, wird viele wunderbare Entdeckungen im Mikrokosmos, aber auch im Makrokosmos der Natur machen. Und wir können nur zum Staunen kommen. Aber auch die Teiche hier im Wald oder manche Schluchten lassen uns Entdeckungen machen.

Da gibt es große und kleine Wunder zu sehen. Die kleine Ameise, die ein große Blatt trägt, oder die Bache mit ihren Frischlingen, die unseren Weg kreuzt oder das Eichhörnchen, was an uns vorbeihuscht.

Wenn wir unsere Augen öffnen und ein Blick dafür gewinnen, können wir viele Entdeckungen in Gottes wunderbarer Schöpfung machen. Wir entdecken in dieser Schöpfung den Ausfluss der Liebe Gottes zu ihr und zu uns Menschen. Gott liebt seine Schöpfung und liebt uns Menschen, deswegen erhält er alles und gibt uns den Auftrag sie zu bewahren und zu pflegen.

In unseren Bibeltext wird die Sonne als Abbild der Liebe Gottes genannt. Wie sehr wir die Sonne in unserem Leben brauchen, das spüren wir spätestens nach ein paar trüben und regnerischen Tagen. Dann haben wir wieder Sehnsucht nach ihr. Und wer in der Mittagspause mit geschlossenen Augen für ein paar Minuten in die Sonne blickt, tankt für den Rest des Tages Glück auf. Denn da wird Serotonin das Glückshormon ausgeschüttet. Die Sonne als Bild für die Größe und Herrlichkeit Gottes in unserem Leben. Die Sonne als Lebens und Energiequelle für uns. Wo machen wir nicht gute Erfahrungen als bei einem schönen Sonnenaufgang am Morgen im Wald. Die Jägerinnen und Jäger können sicher davon berichten, auch wenn sie da an dem Morgen vielleicht kein Tier geschossen haben. Die Stille des Morgens und die aufgehende Sonne schaffen einen ganz anderen Tagesbeginn. Die Sonne ein eigentlich gefährlich zügelloser Energieball, doch bei genügend Abstand schafft er das Leben hier auf Erden.

Für die Menschen damals und auch für uns heute bleiben zwei Dinge bisher verschlossen, das zweite auf jeden Fall. Beim ersten will man langsam versuchen, auch die letzte zu ergründen: Meerestiefe und Menschenherz.

Nun gut aber dennoch sind Meerestiefe und Menschenherz bis heute ein Bild für das, was wir Menschen nicht ergründen und erschließen können. Und doch einer kennt alles und das ist Gott, der Schöpfer. Vielleicht erschreckt uns das auf der einen Seite, dass Gott uns bis in unserer Innerstes hinein kennt. Aber das Kennen Gottes kann man auch positiv sehen. Und ich denke so sieht es auch der Bibeltext.

Er strahlt hier die Gelassenheit aus, das unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft in Gottes Hand liegen. Gott steht über allen Dingen, auch über den Dingen, die uns heute schwer zu schaffen machen. Und das sind nicht wenige. Da gibt es die Gesellschaftlichen, die uns mehr oder weniger betreffen, und auch die ganz persönlichen, genau das was uns heute in unserem Herzen liegt. Eben das, was in unserem Menschenherz verborgen ist. Das kennt und weiß Gott und er will es mit tragen.

Manchmal kommen uns sicher auch Zweifel im Leben, wenn alles schief geht, wenn ein nach dem andern quer läuft, wenn man versagt. Ich könnte mir vorstellen, dann könnte man manchmal so ein richtiger zügelloser Hubertus sein und alles „jetzt bildlich gesprochen“ wegschießen, was einem vor die Flinte läuft. Leider erleben wir das ja manchmal in so einer Form bei Amokläufern.

Aber dann wird uns deutlich; Gott hat alles im Blick. Er hält alles in seiner Hand, nichts ist ihm verborgen. In seiner Weisheit ist alles recht gegründet. Und seine Schöpfung ist 100% in Ordnung. Wir sind Teil dieser wunderbaren Schöpfung Gottes und doch könne wir als Menschen gar nicht die wunderbare Schöpfung Gottes erfassen. Was wir sehen. ist eigentlich nur ein Bruchstück dessen, was Gott geschaffen hat. Ein kleiner Teil eines unendlich wunderbar großen zu dem auch wir gehören. Dabei entdecken wir, dass eben alles wunderbar gemacht ist. Das jedes Wesen in dieser Schöpfung seinen Zweck und seine Bestimmung hat. Und das jeder und jede und jedes ein Original ist. Keines gleicht dem anderen. Selbst bei Zwillingen oder Mehrlingen hat jeder seine Eigenheiten. Und alles ergänzt sich irgendwie. Dennoch sehen wir nur ein Spiegelbild der ganzen Schöpfung Gottes. Der Apostel Paulus schreibt im 1. Korintherbrief Kapitel 13,9-10: „Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.“

Unser gegenwärtiges Wissen um die Schöpfung Gottes ist Stückwerk, aber denn noch sind wir zum Staunen und Gott loben eingeladen. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer schreibt: „Die Schöpfung ist ein Bild der Macht und Treue Gottes, die er uns in seiner Offenbarung in Jesus Christus erwiesen hat.“

Im Hegegebot verpflichten sich die Jäger die Schöpfung Gottes zu bewahren. Das ist richtig und notwendig. Sogleich sind wir immer wieder zum Staunen über die Schöpfung Gottes eingeladen und den Schöpfer darüber zu loben. Amen.

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