Das Evangelium, die Unerreichten und die Region

Seit einigen Wochen bin ich wieder im Altenburger Land. Das hat die Folge, dass die Region wieder größer geworden ist, in der ich als Pfarrer Dienst tue, dass es in meinem Bereich Kirchen gibt, in denen nur alle drei bis vier Wochen Gottesdienst ist. Ja und in einer Kirche ist so gut wie nie Gottesdienst. Fast werde ich an die Zeit des Kirchenvaters Bonifatius erinnert, als er begann Thüringen zu missionieren. Dabei finde ich hier in der Region gute und engagierte Christen, die mit viel Engagement und Herz ihre Kirchen renovieren und den Rest an Gemeindeleben versuchen so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Auch vor wenigen Wochen hat die Evangelische Verlagsanstalt ein kleines Büchlein herausgebracht: „Das Evangelium, die Unerreichten und die Region“. Ein Büchlein, das versucht Akzente zusetzen, wie man heute im beginnenden 21. Jahrhundert im säkularisierten Deutschland missioniert. Weiterlesen

Dorf ist nicht gleich Dorf

Haus auf dem Dorf

Haus auf dem Dorf

Es ist ja gut, dass man sich bei der Kirche zunehmend mit dem Thema „Kirche im ländlichen Raum“ beschäftigt. Das Magazin 3E hat sogar dafür eine ganze Ausgabe gewidmet. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass man ein Bild von einem Dorf zeichnet, welches nur teilweise so stimmt.

Es gibt sie bestimmt in sehr großer Zahl: diese Dörfer, wo die Jugend wegzieht, wo die Abwanderung im großen Stil erfolgt, wo der letzte Laden geschlossen hat, das Bäckerauto oder der Lebensmittelhändler nur noch einmal die Woche kommt.  Die Dörfer, die mehr oder weniger aussterben, wo Sozialdienste und die Kirche die Kontaktträger sind. Weiterlesen

Gesunde Kirche auf dem Lande durch Mischkultur

© www.freeimages.com/Ayla87

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Ich möchte diesen Beitrag mit einem Zitat von Martin Buber beginnen. Dabei habe ich dieses Zitat nicht aus einem Theologiebuch, sondern aus einem Gartenbuch, welches sich mit gesunden Gemüseanbau beschäftigt:

Ich habe keine Lehre.
Ich zeige nur etwas.
Ich zeige Wirklichkeiten, ich zeige
etwas an der Wirklichkeit,
was nicht oder zuwenig gesehen worden ist.
Ich nehme ihn, der mir zuhört, an der Hand
und führ‘ ihn zum Fenster.
Ich stoße das Fenster auf
und zeige hinaus.

Dieses Gartenbuch stammt aus der Mitte der Achtziger Jahre. Das Besondere an diesem Gartenbuch ist es plädiert für eine Mischkultur im Gemüsegarten. Dabei wird der Anbau von verschiedenen Gemüsesorten miteinander vermischt, so dass sich diese in ihrem Wuchs gegenseitig ergänzen. Natürlich gibt es auch so etwas wie ungünstige Nachbarschaften, so vertragen sich z.B. Bohnen und Zwiebeln nicht miteinander. Weiterlesen

Datennutzung und Datenschutz in der Gemeindearbeit

Es ist schon komisch, gerade in der Kirche haben wir einen sehr großen Zugang zu den persönlichen Daten der Menschen. Darum gibt es ja auch das rechtlich gesicherte Seelsorgegeheimnis. Doch auch andere Daten sind uns zugänglich und sehr oft erhalten wir sie von den Menschen auch freiwillig. Einerseits stellt uns das als Gemeinde in eine große Verantwortung auch im Punkto Datenschutz. Auch wenn wir wissen, dass dieser gar nicht so gegeben ist. Doch andererseits müssen wir uns fragen lassen, nutzen wir sie auch richtig für unsere gemeindliche Arbeit?

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Gemeindenetzwerk – Netzwerkgemeinden

Kirchenkreis Greiz als Puszzle

Kirchenkreis Greiz als Puzzle

Nachdem gerade eine Strukturveränderung in unserer Region vollzogen, aber noch nicht verkraftet ist (von Reform will ich nicht reden), steht die nächste schon ins Haus. Und sie wird kommen, weil sie leider notwendig ist. Sicher kling der Slogan „Umbau statt Rückbau“ optimistisch. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Und gut ist es, wenn es jetzt wenigstens am Anfang nicht gleich um Strukturen geht, sondern dass man wirklich mal nach Inhalten, Chancen und Möglichkeiten fragt. Etwas sehr Wichtiges ist, dass die Mission wieder in den Mittelpunkt gerückt wird. Wir sind keine Kirche der Verwaltung, sondern sollten eine Kirche der Mission sein. Als Kirche müssen für uns die Prioritäten klar gesetzt sein, wie sie auch auf dem Kongress Kirche² gesetzt wurden: 1. Jesus – 2. Mission – 3. Gemeinde. Und dann  kommt irgend wann weit hinten vielleicht einmal die Verwaltung. Weiterlesen

Die Rettungsstation

„An einer gefährlichen Küste, die schon vielen Schiffen zum Verhängnis geworden war, befand sich vor Zeiten eine kleine, armselige Rettungsstation. Das Gebäude war nicht mehr als eine Hütte, und dazu gehörte nur ein einziges Boot; aber die Handvoll Freiwilliger versah unentwegt ihren Wachdienst und wagte sich tags wie nachts unermüdlich und ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben hinaus, um Schiffbrüchige zu bergen. Weiterlesen

Soziale Verantwortung in der Gemeinde

(c) brokenarts/sxc.hu

Da läuft jetzt alles beim Bau der Mauer und beim Wiederaufbau des Tempels. Den Feinden wurde das Maul gestopft. Nehemia und das Volk könnten zufrieden sein und in aller Ruhe ihre Arbeit machen. Doch gerade da werden Missstände in der Gemeinschaft aufgedeckt. In Nehemia 5 lesen wir, wie es in dieser Gemeinschaft einige Leute gibt, die sozial benachteiligt waren. Sie mussten ihr Hab und Gut, ja sogar die Arbeitskraft ihrer Familienangehörigen verpfänden, um genügend Lebensmittel zu bekommen.
Andere mussten Kredite aufnehmen, um die vom König geforderten Steuern bezahlen zu können.

In der Zeit des Aufbruchs war das alles erst einmal nach hinten getreten. Umso mehr bricht es jetzt nach vorn und wird zu einem brennenden Problem für Nehemia und seine Leute. Weiterlesen

Was ist eigentlich Gemeinde?

Ich fange einmal mit der Begriffsbestimmung, was Gemeinde ist, ganz nach meiner lutherischen Tradition an, nämlich mit der Confessio Augustana – dem Augsburgischen Bekenntnis. Da steht in Artikel 7:

VON DER KIRCHE

Es wird auch gelehrt, daß allezeit eine heilige, christliche Kirche sein und bleiben muß, die die Versammlung aller Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden. Denn das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche, daß das Evangelium einträchtig im reinen Verständnis gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden. Und es ist nicht zur wahren Einheit der christlichen Kirche nötig, daß überall die gleichen, von den Menschen eingesetzten Zeremonien eingehalten werden, wie Paulus sagt: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ (Eph 4,4.5).

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„Auf die Spitze getrieben“

Kirchweih 2009 mit der Liebenzeller Mission

Kirchweih 2009 mit der Liebenzeller Mission

Kirchweih in Fraureuth – das Wochenende mit Studentinnen der Liebenzeller Mission

Nicht gerade verheißungsvoll begann das Wochenende vom 16. bis 18.10., an dem Studentinnen der Liebenzeller Mission in der Kirchengemeinde in Fraureuth zu Gast waren. Es regnete Bindfäden und es wurde immer kälter. Da machte es vom Wetter her nicht gerade Freude unterwegs zu sein.

Doch die Studentinnen kamen am Donnerstag in Fraureuth an, wo sie bei Rudolphs übernachteten.

Am Freitag gestalteten sie einen Jugendabend in der Pfarrscheune, der sehr gut besucht war. Die Studentinnen waren überrascht, wie viele Jugendliche gekommen waren. „ChillActive – der andere Jugendabend“ unter diesem Thema stand der Jugendabend. Die Älteren würden sagen: „Aktiv Pause machen“.

Am Sonnabend waren die Studentinnen in Sachsen unterwegs.

Am Sonntag gestalteten sie gemeinsam mit dem Posaunenchor und dem Kirchenchor unseren Kirchweihgottesdienst. „Auf die Spitze getrieben“, so hieß das Thema des Gottesdienstes. Es ging um die Person des Zachäus. Auf Grund seines beruflichen Standes war er von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Das Trieb ihn auf die Spitze – auf die Baumspitze, damit er Jesus sehen kann. Wie gehen wir als Gemeinde mit Menschen um, die anders sind als wir?

 

 

Beten mit Konfis

Das ist keine so einfache Sache mit Konfis übers Beten zu reden, ohne dass es denen langweilig wird. Aber ich denke ich habe das heute ganz gut hinbekommen. Aber ein gewisser Ritus geht auch zum Konfi-Programm, egal wie das in der Gemeinde aussieht.
Habe die Doktorarbeit von Klaus Eickhoff im Internet gefunden. Er hat als Rentner noch seinen Doktor gemacht. Da stand ein interessanter Satz:
„Der Konfirmandenunterricht ist die größte jugendmissionarische Veranstaltung.“

Das ist dann eine ganz schöne Herausforderung – aber wenn man sich das bewusst macht stimmt es.

Zelttage in Fraureuth – emergente Kirche !?

Ich habe einmal meinen Vortrag für den Zeltempfang hier vorabgedruckt, weil mir einige Gedanken ganz gut gefallen:
Zelttage in Fraureuth – hat mittlerweile schon fast Tradition. Das 3. Mal werden sie dieses Mal veranstaltet. Eigentlich sollten sie alle 3 Jahre stattfinden. Dass es dann doch vier Jahre wurden, ist einfach dem geschuldet, dass im vergangenen Jahr Zelttage in unserer Nachbargemeinde Gottesgrün stattfanden. Und zwei Zelttage im Jahr, das ist doch im Ganzen etwas zu viel. Weiterlesen

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