Liebe Gemeinde,

Bewerbung

Am Ende des Vorstellungsgespräches fragte der Personalchef den jungen Ingenieur, der frisch von der Hochschule kommt, was für ein Gehalt er sich denn vorstellt?

„Naja so in etwa 140 000 Euro Jahresgehalt, plus Leistungszuschläge.“

„Nun, was würden sie dann zu dem Paket von 7 -Wochen Urlaub, 14 bezahlten Feiertagen, volle medizinische Versorgung und Gesundheitsvorsorge sagen. Dazu dann eine durch das Unternehmen abgesicherte Altersvorsorge von 50% des Gehaltes und ein alle 2 Jahre neu geleastes Auto, sagen wir einen silbermetallic-farbenen Porsche.“

„Wow! Machen Sie Witze?“

„Ja, aber sie haben damit angefangen.“

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(c) sxc.hu/svilen001

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Das Hauptaugenmerk in unserer Gemeindearbeit legen wir auf unsere Gemeindeglieder und Ehrenamtliche. Wir wollen, dass sie sich in der Gemeinde wohlfühlen. Sie sollen hier Geborgenheit und Heimat erfahren. Es soll für sie in der Gemeinde die Liebe Christi erfahrbar werden. Um die ehrenamtlichen Mitarbeiter in unseren Gemeinden kümmern wir uns in ganz besonderer Weise. Sie sind ja die, die vieles in der Gemeinde tun und bewegen. Ohne sie würde vieles nicht laufen. Das ist richtig, dass wir das tun. Dann bemühen wir uns als Gemeinde noch um Menschen, die außerhalb der Gemeinde sind. Wir wollen, dass sie durch uns etwas von dem Liebesangebot Gottes erfahren.
Doch dann gibt es eine Gruppe von Menschen, die wir in der Gemeinde brauchen und dennoch viel zu sehr vernachlässigen. Das sind die haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter in unseren Gemeinden.

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(c) sxc.hu/pinzino

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In einer Gemeinde brauchen alle Mitarbeiter, egal ob es ehrenamtliche oder hauptamtliche sind, mehr oder weniger Leitung und Anleitung, damit sie gemeinsam auf dem Weg sind und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Besonders ehrenamtliche Mitarbeiter brauchen Führung. Es kann in einer Gemeinde nicht jeder machen , was er will, wo zu es ihm gerade Lust ist. Leider erleben wir das viel zu oft. Andererseits gibt es Leute in der Gemeinde, die machen Dinge in der Gemeinde, weil sie gemacht werden müssen, obwohl sie selber dafür nicht geeignet sind. Das Ergebnis ist dann manchmal entsprechend. So wie jeder Mensch verschieden ist, gibt es in der Gemeinde daher recht unterschiedliche Typen von Mitarbeitern. Sie bewegen sich in der Mitarbeit zwischen Können (Skill) und Wollen (Will). Damit sie in der Gemeinde erfolgreich sind und sich in ihrer Aufgabe wohl fühlen, müssen sie richtig eingesetzt werden. Dabei gibt es nie den Typen des Mitarbeiters. Ja der Mitarbeiter wird selten der eine Typ bleiben. Oft wird er zwischen den verschiedenen Typen hin und her wechseln, je nach Aufgabe, Anforderung und auch persönlicher Stimmung.

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(c) sxc.hu/rubenshito

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Das wird in allem, was in der Gemeinde passiert, deutlich. Zum ersten ist die Gemeinde der Ort, wo sich ehrenamtlich betätigen. Es sind Menschen, die bereit sind sich einzusetzen, mit ihren Gaben und Fähigkeiten, aber auch mit ihrem Unvermögen, die erst einmal kommen und sagen: „ Ich möchte etwas tun.“ Es sind keine Profis, keine Experten, selten jemand, der eine passende Ausbildung hat. Manchmal kann das sicher frustrierend sein, wenn es dadurch irgendwie nicht vorwärts geht, wenn die Qualität der Arbeit nicht stimmt. Wenn man mehr in das hineinlegen muss jemanden anzuleiten, als wenn man es selber getan hätte.

Manchmal erlebt man Gemeinden, die sich einbilden sie seien etwas Besonderes. Auch in der Bibel gab es das ja schon. Da bilden sie sich etwas auf ihre Kultur ein, ihre Geschichte, ihr Geldvermögen und Spendenfreudigkeit, die Zahl der Mitarbeiter oder die Besucherzahl im Gottesdienst. Das hindert manchmal sehr in der Gemeindearbeit vorwärts zu kommen. Denn oft will man auf dem Bestehenden stehen bleiben und sich nicht weiter bewegen.

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Wie jedes Unternehmen im Profitbereiche und im Non-Profit-Bereich braucht eine Gemeinde Führung und Leitung. Das ist auch in der Bibel so vorgegeben. Schon im Alten Testament finden wir verschiedene Strukturen der Leitung, z.B. bei Mose und dem Gottesvolk, im Neuen Testament bei Jesus und seinen Jüngern und dann in der urchristlichen Gemeinde.

In der Kirche hatte sich ein gewissermaßen pastorales Modell der Gemeindeleitung durchgesetzt. Der Pfarrer oder die Pfarrerin als hauptamtlicher Gemeindeleiter/in. Es ist sozusagen das Hirtenmodell. Dieses bestimmt in abgewandelter Form nach wie vor das Leitungsprinzip vieler Gemeinden.

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Wenn man etwas Neues beginnt, muss man immer mit Widerstand rechnen. Es wird immer Leute geben, die damit nicht einverstanden sind. Sie haben oft viele Argumente. Manchmal sind es sogar richtig gewichtige Argumente gegen die Sache. Beim Aufbau der Stadtmauern von Jerusalem hatte das Nehemia immer wieder erlebt. Schon von Anfang an gab es Zeichen des Widerspruches durch Sanballat und seine Mitstreiter. Jetzt in Nehemia 4 eskallierte es richtig. Da heißt es nun:

Als aber Sanballat und Tobija und die Araber und Ammoniter und Aschdoditer hörten, dass die Mauern Jerusalems ausgebessert wurden, weil die Lücken angefangen hatten sich zu schließen, wurden sie sehr zornig und verschworen sich alle miteinander hinzuziehen, um gegen Jerusalem zu streiten und bei uns Verwirrung anzurichten.

Die Feinde taten alles um den Aufbau der Stadtmauer zu stören und zu verhindern,

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Wenn etwas schief läuft, sind wir schnell dabei zu kritisieren und aufzuzeichnen, was da alles schief gelaufen ist, was hätte besser laufen müssen. Aber wenn alles klappt und gut läuft, dann ist es selbstverständlich. Dann muss das so sein. Man vergisst denjenigen oder diejenige zu loben. In manchen Kirchen ist es ja regelrecht verpönt nach einer guten Sache auch einmal zu klatschen, schließlich war es ja zur „Ehre Gottes“.

Irgendwie erachten wir es in der Kirche und in der Gemeinde viel zu viel als selbstverständlich, dass es so läuft. Wir achten viel zu wenig aufeinander und bestärken uns  viel zuwenig gegenseitig. Und wirklich inhaltlich qualifizierte positive Rückmeldung gibt es so gut wie nicht. Kritik wird oft so niederschmetternd herüber gebracht, dass der andere am liebsten alles hinwerfen möchte.

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Eigentlich wollte ich das Nehemia-Buch kapitelweise durchgehen. Doch in dem Buch ist so vieles zu finden, was für das Gemeindemanagement wichtig ist, dass wir uns doch kleiner Einheiten ansehen müssen.

Nehemia hat von dem Zustand Jerusalems gehört. Es bedrückt ihn. Er hat seine Not schon Gott geklagt. Doch er bleibt traurig. In dieser Situation versieht er seinen Dienst beim König Artahsasta (Nehemia 2). Der König merkt sofort, dass seinen Mitarbeiter etwas bedrückt und traurig macht. Und genau das gefällt mir an dem König. Er achtet auf seine Mitarbeiter. Ihm ist es nicht egal, wie es seinen Mitarbeitern geht. Er sagt nicht: Hauptsache, die machen ihren Job. Was die privat machen, das geht mich nichts an!“ Nein, er sieht die Not und die Trauer seines Mitarbeiters.

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Dieses Buch habe ich ja schon einmal vor einiger Zeit in einem Beitrag vorgestellt. So alt wie es ist (über 40 Jahre), so ist es doch das älteste Gemeindeaufbaubuch der Neuzeit (außer die Bibel selber), welches mir bekannt ist. Darum habe ich mich entschlossen, es in gewissen Abständen zu rezitieren und es mit unserer heutigen Lebenswirklichkeit zu vergleichen. Dabei tue ich das aus meiner subjektiven Sicht eines ostdeutschen Landpfarrers, der 20 Jahre in einer Gemeinde war, mit wenig Gottesdienstbesucher, und jetzt in eine Gemeinde mit einem für Landeskirchen sehr guten Durchschnitt an Gottesdienstbesuchern ist.

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