Kirchen zu Begegnungszentren umbauen

Die Kirche steht nicht dort, wo das menschliche Vermögen versagt, an den Grenzen, sondern mitten im Dorf.
Dietrich Bonhoeffer

Ich gebe zu, dass mir eigentlich eine Kirche als „heiliger Raum“ lieb ist. Ein Ort, wo man in einer gewissen Stille in herkömmlicher Weise, vielleicht auch in Bänken sitzend, ein meditatives Altarbild oder ein schlichtes Kruzifix vor sich. Hier kann ich Stille finden und Raum zum Nachdenken und Beten. Und solche Kirchen brauchen wir in unserem Land – viel mehr als wir haben, auch im Osten Deutschlands. Darum ist es richtig, dass die EKM sich für offene Kirchen stark macht. Wir brauchen sie, die offene Kirchen im ländlichen Raum, wo Menschen Raum zum Nachdenken, Meditieren und Beten finden. Vielleicht ist das besonders die Aufgabe der kleinen Kirchen in unserem Land.

Dann gibt es noch die großen Kirchen. Sie sind nicht unbedingt touristisch wertvoll oder sonstige Anziehungsmagnete. Auch füllen sie sich nur an Weihnachten oder nur noch an ein, zwei weiteren besonderen Festen im Jahr.  Weiterlesen

Das Evangelium, die Unerreichten und die Region

Seit einigen Wochen bin ich wieder im Altenburger Land. Das hat die Folge, dass die Region wieder größer geworden ist, in der ich als Pfarrer Dienst tue, dass es in meinem Bereich Kirchen gibt, in denen nur alle drei bis vier Wochen Gottesdienst ist. Ja und in einer Kirche ist so gut wie nie Gottesdienst. Fast werde ich an die Zeit des Kirchenvaters Bonifatius erinnert, als er begann Thüringen zu missionieren. Dabei finde ich hier in der Region gute und engagierte Christen, die mit viel Engagement und Herz ihre Kirchen renovieren und den Rest an Gemeindeleben versuchen so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Auch vor wenigen Wochen hat die Evangelische Verlagsanstalt ein kleines Büchlein herausgebracht: „Das Evangelium, die Unerreichten und die Region“. Ein Büchlein, das versucht Akzente zusetzen, wie man heute im beginnenden 21. Jahrhundert im säkularisierten Deutschland missioniert. Weiterlesen

Gott will unter uns wohnen – Jesaja 66,1-2 Kirchweih 2013

Kirche Fraureuth Altar
Kirche Fraureuth Altar

Kirche Fraureuth Altar

 Fraureuth 21. Stg. n. Trin 20.10.2013

Liebe Gemeinde,

vor 10 Tagen hatten wir hier in unserer Kirche Besuch aus dem fernen Japan. Vier japanische Christen, die in einer japanischen Orgelbaufirma arbeiten bzw. sogar der Chef dieser Firma wollten unsere Silbermann-Orgel sehen. Sie haben alle Klischees eines japanischen Touristen erfüllt. Sie waren voll mit Technik ausgerüstet um alles über die Orgel aufzunehmen.
Wir hatten schon befürchtet, sie wollten eine elektronische Tonkopie unserer Orgel erstellen. Also unsere Kirche mit der Orgel ist weltweit bekannt.
Heute feiern wir das Kirchweihfest. Es ist zwar kein besonderes Jubiläum, aber doch schon eine runde Zahl. Vor 280 Jahren wurde unsere Kirche erbaut. Die Einzelheiten dazu können sie ja in unserer Kirchenbroschüre nachlesen.
Wir wissen aber sie ist nicht die erste Kirche, denn aus der Vorgängerkirche gibt es ja noch den Marienaltar, der in Greiz im Museum zu finden ist.
Die Kirche als Gebäude im Ort war für unsere Mütter und Väter ein wichtiges Zentrum. Auch heute ist und bleibt unsere Kirche umgeben vom Friedhof immer ein gewisses Zentrum für uns hier in Fraureuth. Auch wenn sich in Fraureuth der Ortskern verlagert hat. Oder besser gesagt, man bald drei Ortskerne hat.
Die Kirche ist zwar etwas versteckt. Menschen von außerhalb müssen sie oft erst einmal suchen. Ich habe schon oft die Frage gehört: „Ja, wo ist denn eure Kirche?“
Für uns als Gemeinde ist die Kirche ein Ort der Begegnung und das in zweifacher Hinsicht, ein Ort der Begegnung mit Menschen und ein Ort der Begegnung mit Gott.
Aber Kirche gibt es auch noch anders, nicht nur als Gebäude, eben als Institution d.h. Als Rechtsorganisation: Was meint man damit, wenn jemand sagt: Ich gehöre zu Kirche.
Vielleicht ist es ja zu mindestens manchen in den vergangenen Wochen wieder einmal bewusst geworden, als unser Gemeindekirchenrat gewählt wurde und er oder sie einen Brief bekamen, wo sie zur Briefwahl eingeladen wurden. Ja und 50% unserer wahlberechtigten Gemeindeglieder haben auch daran teilgenommen.
Aber ehrlich brauchen wir denn wirklich die Kirche als Organisation noch – gerade heute in unserer so postmodernen Gesellschaft, wo sich doch alle Strukturen so rasend verändern? Brauchen wir die Kirche noch? Jetzt nach den Skandalen in der katholischen Kirche? Brauchen wir die Kirche wirklich noch als Institution?
Und mancherorts wird die Frage gestellt: Brauchen wir Kirche als Gebäude? Viele mühen sich ja um den Erhalt, auch Nichtchristen sind oft mit dabei. Aber ist es wirklich der Mühe wert.

Auf den ersten Blick macht es uns unser Predigttext heute nicht leicht, darauf eine ermutigende Antwort zu finden. Wir lesen aus dem Buch des Propheten Jesaja Kapitel 66, Verse 1-2:

1 Dies sagt der Herr: »Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel für meine Füße. Was für ein Haus müsstet ihr bauen, damit es diesem gleichkäme? Was wäre das für ein Ort, an dem ich ruhen könnte? 2 Dies alles haben meine Hände gemacht, durch sie ist alles entstanden«, spricht der Herr. »Ich achte auf die, die gedemütigt worden sind und einen gebrochenen Geist haben und vor meinem Wort zittern.

Die erste Frage, die steht lautet: Wo lässt sich Gott finden? Wo ist Gott? Wo finden wir Gott? Wo können wir ihm begegnen? Ist es die Kirche, deren Einweihung vor 280 Jahren wir heute gedenken? Ist es eine andere Kirche? Ist es ein anderer religiöser Ort? Oder ist es doch der Wald und die Natur, wie auch mancher meint?
Uns jedenfalls stellt sich Gott heute vor als der große Gott, als der allmächtige Gott, als der, der davon spricht, dass der Himmel sein Thron ist und die Erde sein Fußschemel. Er stellt sich als der für uns nicht fassbare Gott vor. Aber und das ist wichtig und ein entscheidender Charakterzug Gottes. Er stellt sich als der Gott vor, der auf das kleine achtet, der den Elenden sieht, und den, der auf ihn vertraut.
Gott stellt, sich uns heute als der Gott, vor, der uns Menschen begegnen will. Er will uns mitten in unserem Leben begegnen. Er will uns in unserem Alltag begegnen. Er will uns in unserem hier und heute begegnen. Und er will auch mit uns gehen. Auch im Morgen und wenn wir dann woanders sind.
Uns wird deutlich, das Gott kein Gott ist, der sich in Kirchen, Tempel oder irgendwelche Kulträume einsperren lässt. Er will ein Gott sein, der da ist. Ein Gott, der da ist, wo Menschen ihm vertrauen, wo Menschen seinem Wort nachfolgen, wo Menschen sich von ihm leiten lassen.

Das Haus, das wir bauen
So stellt sich de Frage: Wozu ist die Kirche da? Hat es denn überhaupt Sinn und Zweck dieses Gebäude über so viele Generationen zu erhalten, zu renovieren und zu erneuern? Manchmal gibt es ja sogar Kirchen, die wurden erst vielleicht in den 50iger Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut und werden schon wieder aufgegeben. Müssen wirklich so einen Aufwand betreiben für den Erhalt einer Kirche?
Wir haben schon gesehen: Gott selber braucht die Kirche nicht, denn er ist über all gegenwärtig. Er braucht kein Haus und keinen Kult. Er will sich überall verherrlichen und für die Naturfreunde – auch im Wald, aber nicht nur da.
Wir feiern ja auch Gottesdienst nicht nur hier in der Kirche. Am Johannistag sind wir auf den Friedhof, Himmelfahrt sind wir im Pfarrgarten oder im Grünen, die Jesus-Freaks feiern ihren Gottesdienst bei McDonald, wie auch immer das geht.
Vielleicht sind diese Worte unseres Predigttextes auch so radikal, weil sie sich an die Juden wenden, die gerade wieder aus der Babylonischen Gefangenschaft nach Jerusalem zurückkehren. Und sie finden eben in Jerusalem das Haus Gottes den Tempel als den Ort des Kultes total zerstört. Und die Menschen beginnen trotz aller Armut, trotz allem Elend zuerst mit dem Aufbau des Tempels. Sie brauchen ihn diesen Ort.
Gott braucht den Ort des Kultes nicht, aber der Mensch. Wir Menschen brauchen ihn. Gott ist überall da, wo wir hintreten – als der Erhalter und Bewahrer der Schöpfung, als der Gott, der mit uns geht. So sagt es auch sein Name „Ich bin, der ich sein werde“.
Doch wir brauchen die Kirche oder den Tempel. Wir brauchen den Ort des Kultes . Das zeigt sich in allen Kulturen, das zeigt sich in allen Generationen, das zeigt sich in unserem Menschsein. Selbst die Atheisten und die Kommunisten brauchen den Ort des Kultes. Und bezeichnenderweise, das lehrt uns die Geschichte, je weniger man an Gott glaubt, umso mehr braucht man den Kult.

Aber auch wir brauchen unsere Kirche um Gott zu finden. Sicher das Kämmerlein zum Gebet ist wichtig, der Gesprächskreis zum Austausch ist wichtig, die Räume der Gemeinschaft sind wichtig, dennoch brauchen wir die Kirche als Ort des Herausgenommenseins aus der Hektik des Alltags. Wir brauchen sie als den Ort, wo wir Ruhe finden, wo wir uns besinnen können. Wir brauchen sie als Ort der Andacht. Das kann in der Stille geschehen, im Hören auf Gottes Wort, oder beim Orgelklang.
Kirche ist aber noch mehr. Sie ist ein Ort der Begegnung, wo wir mit anderen auf dem Weg sind, auf dem Weg des Glaubens hin zu Gott. Sie ist zugleich das Symbol unserer Verbundenheit miteinander und mit dem allgegenwärtigen Gott.

Gott ist gegenwärtig
Oft singen wir am Anfang des Gottesdienstes den Choral „ Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten …“ Es gehört zu unserem Glauben, dass wir auf die Gegenwart Gottes vertrauen und nicht nur heute und hier, sondern dass Gott überall auf dieser Welt gegenwärtig ist. Sicher gilt die Gegenwart Gottes für die Kirche in besonderer Weise.
Aber es wird uns deutlich, dass die Welt Gottes Kirche ist. Daher ist er in dieser Welt gegenwärtig. Seine Gegenwart geschieht oft in verborgener Weise, aber er ist da. Manchmal ist sie dennoch gestört, durch uns, durch unser Sünder sein, dass wir den Kontakt zu Gott abbrechen. Und wir können diese Störung nicht einfach mal so reparieren, wie der Elektriker den Stromausfall. Dazu bedarf es mehr.
Wir spüren Gott ist ständig gegenwärtig und am Werk. Dennoch ist sein Handeln manchmal für uns rätselhaft und nicht erkennbar. Dann kommt die Frage: „Gott wo bist du?“ Dann stellen wir ihn in Frage. Und das lässt Gott sogar zu. Er kommt uns dann entgegen. Er kommt uns nahe in seinem Sohn. Er begegnet uns mit seiner göttlichen Liebe und zeigt uns den Weg zum Leben.

Jesus spricht „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Johannes 14,6

Genau dieses Gottes Wort muss mir gesagt werden und das geschieht in der Kirche. Ich kann es mir nicht selber sagen. Das befreiende und leben-bringende Gotteswort muss mir gesagt werden.

Schluss
Wir sind heute hier um Gott für unsere schöne Barock-Kirche, die wir jetzt hier in Fraureuth seit 280 Jahren haben, zu danken In dieser Zeit und noch viel früher wurde unseren Vätern und Müttern Generation für Generation das leben-bringende Gotteswort verkündet. Es wurde gemeinsam Gebet, das Abendmahl gefeiert, Es wurde Menschen getauft und damit in die Gemeinschaft der Kinder Gottes aufgenommen, Ehepaare haben ihren Lebensweg unter den Segen Gottes gestellt. Und man hat Abschied genommen und Menschen unter Gottes Wort auf ihrem letzten irdischen Weg begleitet, wie wir es auch in dieser Woche getan haben. Immer wurde dabei Gottes Wort verkündet.
Zu unserer Kirche gehört die Silbermann-Orgel und mit ihr verbunden ist die Kirchenmusik in unserer Gemeinde, alles erklingt zum Lobe Gottes und uns zur Freude, auch dafür sind wir von Herzen dankbar.
Und wir sind dankbar für unsere Gemeinde selbst, dass wir miteinander auf dem Weg des Glaubens sind, dass wir gemeinsam Gottes Wort hören und darüber uns austauschen und Zeugnis geben, dass wir miteinander und füreinander beten, dass wir einander und anderen dienen, dass wir als Gemeinde Gemeinschaft haben.
Kirche in Fraureuth – das sind wir – das zeugt auch unsere letzte Gemeindekirchenratswahl.
Wenn wir Kirchweih feiern, feiern wir die Größe Gottes und dass wir als Gemeinde weiterhin miteinander auf dem Weg sind.
Amen.

Der Emmaus-Kurs für Gemeinden auf dem Lande

Emmaus auf dem Lande

Emmaus auf dem Lande

Es gibt keine bessere Möglichkeit, zu evangelisieren, zu stärken und ganz allgemein zu helfen dass die Gemeindegliedern in ihrem Wissen um Jesus Christus wachsen, als der Emmaus-Kurs. Für die kleinen Gemeinden auf dem Lande (und in der Stadt) hat er einige Vorteile.

  • Er ist kostengünstig
    Für eine so wichtige Sache ist er sehr preiswert. Um anfangen zu können brauchen Sie eine Leiterhandbuch und ein Basiskurs 2.0-Buch. Das kostet zusammen 55 Euro. Dann kommen noch ein paar Kosten für das Kopierpapier dazu.
  • Es gibt keine kostspieligen Arbeitsbücher oder Videos, weil sie der Emmaus-Kurs nicht benötigt. Das ist gut so, weil viele kleine Gemeinden auf dem Lande wenig Geld haben. Teure Seminarprogramme übersteigen den Haushaltsetat. So kombiniert Emmaus Qualität mit Wirtschaftlichkeit.
  • interaktives Lernen
    Die meisten Gemeindeglieder haben Schwierigkeiten mit einem Arbeitsbuch zu lernen. Erwachsene eignen sich ihr Wissen durch experimentieren, forschen und improvisieren an. So entspricht der interaktive und und auf Entdeckung ausgerichtete Charakter von Emmaus dieser Lernweise.
  • Sehr flexibel
    Emmaus ist so flexibel, dass es jeder Lebensweise der Menschen angepasst werden kann. So kann es z.B. in eine ländliche Lebensweise, wo z.B. das Sähen und die Ernte den Lebensablauf prägen. Das ist möglich, weil der Emmaus-Kurs nicht linear aufgebaut ist, sondern in verschiedenen Modulen. Bei Emmaus muss man eben nicht von der ersten Seite beginnen und bis zur letzten Seite durchziehen, sondern man kann z.B. in der Sommerzeit während der Ernte unterbrechen, um dann wieder fortzusetzen.
  • Sie können bei den einzelnen Einheiten Teile weglassen und sie können andererseits auch hinzufügen. Da möchte eine Gruppe mehr über das Thema Gebet wissen, dann können sie diesen Kursteil erweitern, vielleicht sogar zwei Kurseinheiten gestalten. Oder sie wollen bei ihren Gemeindegliedern ein besseres Verständnis des Abendmahls erreichen, so können sie auch hier mit eigenem Material ergänzen.
  • Lebenslange Nachfolge
    Ein weiterer Vorteil von Emmaus für eine ländliche Gemeinde ist, dass es das umfassendste Arbeitsmittel, die zur Zeit zum Thema Nachfolge zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass nachdem ich einen kompletten Satz des Materials gekauft habe, habe ich praktisch alles, was ich brauche. Das ist ein echter Vorteil, wenn die nächste fromme Buchhandlung rund 40 km weit ist. Und weil Emmaus ist so flexibel, ich weiß, dass ich es aus anderen Quellen ergänzen können, wenn notwendig oder angemessen.
  • Emmaus ist ein einzigartiges Hilfsmittel für eine ländlich geprägte Gemeinde. Ich empfehle es Ihnen
  • Frei nach einem Artikel von Alun J Brookfield (Revd) Parish of Cwmtawe Uchaf, Diocese of Swansea and Brecon

Gemeinde als funktionierendes Ökosystem

Christus am Kreuz

Die Kirchengemeinde als funktionierendes Ökosystem und ihr Einfluss auf das kommunale Gemeinwesen

Der Emmaus-Kurs selber setzt keine perfekte Gemeinde voraus. Die gibt es nämlich nicht. Aber er setzt eine Gemeinde voraus, die sich wie ein funktionierendes Ökosystem versteht. Also Gemeinde versteht man nicht als Organisation oder Verein, sondern wie ein lebendiger Organismus. Dieses ist ja auch ein urbiblisches Bild, welches Paulus geprägt hat, als er vom Haupt und vielen Gliedern gesprochen hat (z.B. 1.Korinther 12).

In seinem Buch „Eine unaufhaltsame Kraft“ vertieft Erwin McManus dieses Bild.

So ist eben eine lebendige Gemeinde ein gut funktionierendes Ökosystem, das auch mit Fehlern und Versagen der einzelnen Glieder umgehen kann. Das nicht erwartet, dass wir perfekt sind, sondern dass wir teilhaben an diesem Ökosystem, so wie wir sind. Aber wir werden nicht bleiben wie wir sind. Die Teilhabe am Ökosystem Gemeinde wird uns verändern.

Dabei gibt es drei nach außen gleichwertige wichtige Beziehungen, die zu pflegen und zu vertiefen sind:

  • – die Beziehung zu Gott, der alles geschaffen hat und uns erhält
    Wo finden Sie in Ihrer Gemeinde Orte um Gott in besonderer Weise zu begegnen?
  • – die Beziehung zu den Nächsten, den wir lieben sollen wie uns selber
    Welche Rolle spielt die nicht verinstitutionalisierte Gemeindediakonie im Leben Ihrer Gemeinde?
  • – das Eingebunden sein in die Welt, die uns umgibt:
    Welchen Einfluß hat Ihre Gemeinde auf das gesellschaftliche Leben in Ihrem Ort/Stadt?

Im Handbuch zum Emmaus-Kurs können wir lesen: ‚Das Emmaus-Projekt möchte das „Beziehungssystem“ Gemeinde stärken, mit seiner Hilfe auch andere gewinnen und beheimaten. Es ist damit kein „Veranstaltungs-Projekt“, es lebt nicht von bestimmten „Events“.‘

Das kann ich aus eigener Erfahrung heraus nur bestätigen. Es ist von Anfang an als Glaubensseminar auf Beziehungen angelegt. Darum gibt er dem Gespräch einen weiten Raum. Für manchen Christen ist es richtig ungewohnt, wenn da nicht das Referat der Mittelpunkt ist, sondern das Gespräch, der Dialog, der Austausch eigener Erfahrungen und Erlebnisse. Aber dass die „Events“ nicht der Schwerpunkt sind, macht ihn auch anpassungsfähig an die jeweilige Gemeindesituation und auch an die Begabungen der Mitarbeiter/innen.

Ich kann daher nur Mut machen, sich auf das Emmaus-Projekt einzulassen.