3. Abend: Die Schriftrolle und der erneuerte Auftrag
Offenbarung 10 gehört zu den ungewöhnlichsten Szenen des Buches. Ein mächtiger Engel erscheint, sieben Donner reden – und Johannes darf ihre Worte nicht aufschreiben. Schon darin steckt eine wichtige Botschaft: Nicht alles wird uns erklärt. Glaube bedeutet nicht, jedes Geheimnis entschlüsseln zu können.
Dann geschieht etwas noch Merkwürdigeres: Johannes soll eine kleine Schriftrolle nehmen und essen. Sie schmeckt süß wie Honig, wird ihm aber im Magen bitter. Das Bild erinnert an die Berufung des Propheten Ezechiel. Gottes Wort soll nicht nur gelesen oder gehört werden. Es soll in den Menschen hinein, ihn prägen, trösten, herausfordern – und manchmal auch schwer im Magen liegen.
Denn wer Gottes Wort wirklich an sich heranlässt, bleibt nicht unverändert. Johannes wird danach neu beauftragt: Er soll wieder prophetisch reden – vor Völkern, Nationen, Sprachen und Königen.
So wird dieser Abschnitt zum Gelenk der Bibelwoche: Gott bewahrt seine Menschen nicht, damit sie sich zurückziehen. Er gibt ihnen sein Wort und sendet sie neu.
Die Frage des Abends lautet deshalb: Welches Wort Gottes ist für mich süß – und zugleich so ernst, dass es mein Leben verändert?

Hier ist mein Material für den dritten Abend: