6. Abend: Babylons Fall und Jubel im Himmel
Offenbarung 19 beginnt mit einem starken Kontrast. Während in Kapitel 18 Könige, Kaufleute und Seefahrer über den Untergang Babylons klagen, erklingt im Himmel ein großes „Halleluja“. Doch dieser Jubel gilt nicht der Zerstörung um ihrer selbst willen. Er gilt Gottes Gerechtigkeit: Unrecht, Ausbeutung und Gewalt behalten nicht das letzte Wort.
„Babylon“ steht dabei historisch im Horizont Roms, zugleich aber weiter für Machtordnungen, die sich selbst absolut setzen, Menschen verführen und Gottes Platz beanspruchen. Die Offenbarung zeigt: Solche Systeme können glänzen und erfolgreich wirken – aber sie sind nicht ewig.
Noch wichtiger ist, wohin der Text führt. Der Höhepunkt ist nicht der Rauch über Babylon, sondern die Hochzeit des Lammes. Gottes Zukunft hat die Form eines Festes. Die Gemeinde wird eingeladen, beschenkt und zugleich zu einem Leben in Treue und Gerechtigkeit gerufen.
Am Ende steht ein nüchterner Satz: „Bete Gott an!“ Auch religiöse Faszination darf nicht an seine Stelle treten.
Die Frage des Abends lautet: Was verändert sich, wenn wir Gottes Zukunft nicht vom Fall Babylons, sondern von der Hochzeit des Lammes her denken?

Hier ist mein Material für den sechsten Abend: