2. Abend: Die 144.000 und das Siegel Gottes
Wer Offenbarung 7 liest, stößt sofort auf starke Bilder: vier Winde, ein Siegel auf der Stirn, 144.000 Versiegelte und schließlich eine unzählbare Schar vor dem Thron Gottes. Doch der Text will keine Angst erzeugen und schon gar keinen geheimen Endzeitfahrplan liefern. Er antwortet auf die bedrängende Frage aus dem vorhergehenden Kapitel: „Wer kann bestehen?“
Die Antwort lautet: Menschen, die Gott kennt und die zu ihm gehören. Das Siegel Gottes ist dabei kein exklusives Abzeichen für eine religiöse Elite und auch keine Garantie für ein leidfreies Leben. Es steht für Zugehörigkeit, Bewahrung und die Gewissheit: Kein Leid kann Gottes Menschen aus seiner Hand reißen.
Auch die 144.000 sind nicht als starre Obergrenze des Heils zu verstehen. Johannes hört diese symbolische Zahl – und sieht dann eine Menge, die niemand zählen kann, aus allen Völkern und Sprachen.
Am Ende steht nicht die Zahl, sondern das Lamm. Der Verwundete wird zum Hirten. Er führt zu den Quellen des Lebens, und Gott wischt jede Träne ab.
So wird Offenbarung 7 zu einem starken Hoffnungsbild: Bedrängnis ist real – aber sie bekommt nicht das letzte Wort.

Hier ist mein Material für den zweiten Abend: