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Spirituelles Gemeindemanagement: Strategische Systeme und strategische Planung

Unter Strategien im Spirituellen Gemeindemanagement verstehen wir die bedingte, langfristige und globale Verhaltensplanung in der Gemeinde zur Erreichung der Ziele, die durch die Gemeindeleitung erstellt wurden. Sie zeigen den Weg von der Istsituation der Gemeinde zum Soll, wie es durch die Vision vorgegeben ist, auf.

Dabei haben Strategien folgende Merkmale:

  • Strategien legen die Aktivitätsfelder der Gemeinde fest.
  • Strategien bestimmen das Handlungsprogramm in Relation zu den Nachbargemeinden, z. B. in Form von Imitation, Kooperation, Dominanz oder Abgrenzung
  • Strategien nehmen Bezug auf die Umweltsituationen und -entwicklungen, auf Chancen und Risiken. Sie reagieren auf externe Veränderungen und / oder versuchen diese aktiv im eigenen Sinne zu beeinflussen
  • Strategien nehmen Bezug auf die Ressourcen der Gemeinde, auf die Stärken und Schwächen in ihrer relativen Position zu anderen Gemeinden
  • Strategien spiegeln die zentralen Einstellungen, Wünsche und Wertvorstellungen bestimmter Entscheidungsträger der Gemeinde wider
  • Strategien sind auf die ganze Gemeinde, nicht nur auf bestimmte Teilbereiche ausgerichtet
  • Strategien haben eine hohe Bedeutung für die Finanz- und Personalsituation der Gemeinde und weitreichende Konsequenzen, was die Ressourcenbindung anbelangt. Es handelt sich um große Entscheidungen.
  • Strategien sind zukunftsorientiert, sie basieren auf Erwartungen über die Entwicklung eigener Kompetenzen und Umweltzustände
  • Strategien können, müssen aber nicht, Ergebnis eines systematischen Planungsprozesses sein.
  • Strategien erfordern für ihre erfolgreiche Umsetzung die Formulierung von Plänen für die betroffenen Gemeindebereiche.
  • Strategien bedürfen der ständigen Überarbeitung, Kontrolle und Anpassung an die Ziele und Umweltbedingungen in der Gemeinde.

(nach Wikipedia)

Strategien sind Teil eines strategischen Systems innerhalb des Spirituellen Gemeindemanagementes

Es besteht aus vier Teilen, welche aufeinander bezogen sind.

1. Das Ziel mit seinen verschiedenen Teilzielen.

2. Die Strategie – als die Abfolge der Maßnahmen um vom Istzustand zum Sollzustand zu kommen.

3. Die Struktur – als die Zuordnung von Menschen, Zeit, Sachmitteln mit denen das Ziel erreicht werden soll. Sie ergibt sich aus der Strategie. Daher: Struktur folgt Strategie! Leider ist das in der Gemeinde nicht das Normale. Meistens wird erst an den Strukturen gearbeitet, ehe überhaupt einmal daran gedacht wird, an irgend welchen Strategien zu arbeiten. In den Gemeinden und Synoden gibt es zwar Strukturausschüsse, aber keine Strategieausschüsse! Solches Vorgehen ist zum Scheitern verurteilt.
Die Struktur ergibt sich immer aus der Strategie.

4. Die Kultur – das ist die emotionale Absicherung: Das Wertesystem einer Gemeinde, dieses wird von den Mitarbeitenden und Gemeindegliedern anerkannt und als Verpflichtung angenommen. Es beinhaltet ein bis in den Alltag hineinreichendes Zusammenspiel von Formen und Normen. Man könnte es auch als die Seele der Gemeinde bezeichnen, die innere Haltung und innere Substanz dieser.
Eine vom Leben im Geist, Vom Wort Gottes und vom Gebet geprägte Gemeindekultur ist eine große theologische und praktische Herausforderung. Es kann zu einer bemerkenswerten Differenzierung des gemeindlichen Lebens gegenüber dem sonst üblichen kommen.
Die Gemeindekultur gibt Antwort auf grundlegende Fragen:

  • Welche Prinzipien und Werte haben wir als Gemeinde?
  • Wie steht es um unsere Motivation, wer ist die Quelle unseres Handelns?
  • Wie steht es mit unserem Glauben, worauf gründet er sich?
  • Wie soll unser Gemeindestil aussehen?
  • Wie soll unsere Gemeinschaft aussehen, unsere Gottesdienste und sonstigen Veranstaltungen?
  • Was sollen unsere Gäste von uns mitnehmen, wenn diese uns kennenlernen?

Die Kultur in der Gemeinde ist ausschlaggebend, ob das strategische System zum Erfolg führt oder nicht. Denn sie ist der Ort, wo es um das spirituelle und geistliche Leben geht. Sie ist der Ort, wo Gottes Wort den Menschen trifft. Hier geht es um Verkündigung und Seelsorge.

Nicht die materielle und technische Ausstattung einer Gemeinde oder die Qualifikation der Hauptamtlichen machen den wirklichen Unterschied, ob eine Gemeinde besser oder schlechter ist, sondern die wirklichen Unterschiede sind in der Frage nach der Kultur zu suchen.

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