Was meint Jesus, wenn er am Kreuz ruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Was meint Jesus, wenn er am Kreuz ruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Dieser Satz aus Matthäus 27,46 gehört zu den tiefsten und verstörendsten Worten des Neuen Testaments. Er ist Schrei, Gebet und Schriftzitat zugleich. Wer ihn verstehen will, muss Psalm 22 mitlesen, die Spannung zwischen Leid und Hoffnung aushalten und erkennen: Gerade in diesem Ruf zeigt sich, wie tief Christus in das menschliche Dunkel hineingeht.

Die Auslegung von Matthäus 27,46 gehört seit jeher zu den schwierigsten Aufgaben christlicher Theologie. Denn der Vers zwingt dazu, mehrere Fragen gleichzeitig zu bedenken: Hat Gott Jesus am Kreuz wirklich verlassen? Wie ist Jesu Schrei im Licht von Psalm 22 zu verstehen? Geht es hier um subjektives Empfinden, um eine reale Heilswirklichkeit oder um beides? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Predigt, Seelsorge und christliches Reden von Gott?

Die Bedeutung der Erbsündenlehre für Christen heute – Herkunft, Gehalt und bleibende Relevanz

Die Bedeutung der Erbsündenlehre für Christen heute – Herkunft, Gehalt und bleibende Relevanz

Der Sündenfall im Garten Eden (KI-generiert)

Die Lehre von der Erbsünde gehört zu den sperrigsten und zugleich folgenreichsten Themen der christlichen Theologie. Viele empfinden schon das Wort als unerquicklich: Es klingt nach dunkler Vergangenheit, nach Schuldvererbung, nach einer problematischen Sicht auf Leiblichkeit und Sexualität. Und doch lohnt es sich, genauer hinzusehen. Denn hinter der traditionellen Lehre steht eine bis heute bedrängende Frage: Warum ist der Mensch nicht einfach nur frei zum Guten, sondern immer schon hineingestellt in Verhältnisse von Schuld, Verstrickung und Unheil? Und warum ist christlich gesprochen Erlösung nicht bloß moralische Besserung, sondern radikal auf Gottes Gnade angewiesen?

Wir gehen dieser Frage in drei Schritten nach: erstens der Herkunft der Erbsündenlehre, zweitens ihrer biblischen Grundlage und drittens ihrer Bedeutung für Christen heute.

1. Wo kommt die Erbsündenlehre her?

Zunächst ist festzuhalten: Die Erbsündenlehre ist nicht von einer einzelnen Person erfunden worden. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines langen theologischen Entwicklungsprozesses. Bereits in den biblischen Traditionen wird die Sünde des Menschen nicht nur als Einzelphänomen, sondern als Grundproblem der Menschheit wahrgenommen. Das Alte Testament verbindet die menschliche Sünde mit Adam, und Paulus entwickelt im Neuen Testament eine umfassende heilsgeschichtliche Perspektive, in der Adam und Christus einander gegenübergestellt werden.[1][2]

Der Kelch – ein Symbol des Glaubens

Kelch auf dem Kanzelaltar – St.-Katharinenkirche Neuenmörbitz

Fast könnte man ein kleines Ratespiel machen. In welcher Kirche befindet sich dieser Kelch? Wir finden ihn auf den Kanzelaltar der St.-Katharinen-Kirche in Neuenmörbitz. Sie ist eine der östlichsten Kirchen im Altenburger Land.

Der Kelch symbolisiert den neuen Bund, den Gott durch Jesus Christus mit uns Menschen geschlossen hat. Auf der anderen Seite des Kanzelaltars finden wir die Tafeln mit den 10 Geboten als Zeichen des Alten Bundes, den Gott mit seinem Volk Israel durch Mose geschlossen hat.