Das Problem des Bösen in der Bibel und im christlichen Glauben

1) Die härteste Frage, die bleibt
„Warum gibt es das Böse?“ – das ist keine theoretische Denksportaufgabe. Es ist die Frage, die sich aufdrängt, wenn Schuld geschieht, wenn Menschen leiden, wenn Gewalt zerstört, wenn Krankheit nicht weicht und wenn Gebete scheinbar ins Leere gehen. Und sie taucht nicht nur bei Skeptikern auf, sondern mitten im Glauben: Wie kann ein allmächtiger, allwissender und guter Gott eine Welt zulassen, in der so viel Unheil geschieht?
Die klassische Form dieser Anfrage nennt man Theodizeeproblem:
Wenn Gott das Leid beseitigen kann, aber nicht will – wie steht es dann um seine Liebe?
Wenn Gott es will, aber nicht kann – wie steht es dann um seine Allmacht?
Und wenn Gott kann und will – warum existiert das Böse dann überhaupt?
Wer ehrlich ist, merkt schnell: Man kann über das Böse reden, ohne schon im Innersten zu begreifen, was Leid mit Menschen macht. Darum ist wichtig: Christlicher Glaube sucht hier nicht zuerst eine glatte Erklärung, sondern einen Weg, wahrhaftig zu sprechen – vor Gott, mit der Bibel, in der Gemeinde und in der Welt.




