Christi Himmelfahrt, ein Feiertag, der jedes Jahr 40 Tage nach Ostersonntag begangen wird, steht vor der Tür. Doch was genau wird an diesem Tag gefeiert? Und warum ist dieser Feiertag für alle ein freier Tag?

Gemäß den Berichten des Evangelisten Lukas wird in der Bibel zweimal über die Himmelfahrt Jesu berichtet – einmal in Lukas 24,50-53 und dann erneut in der Apostelgeschichte 1,4-12. An Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu von den Toten. Das leere Grab und die Erscheinungen Jesu vor seinen Freunden bestärken den Glauben an seine Wiederauferstehung. Anschließend verbringt Jesus 40 Tage auf der Erde, bevor er zu seinem Vater in den Himmel aufsteigt.

Es ist wichtig anzumerken, dass die Vorstellung von der Himmelfahrt nicht bedeutet, dass Jesus wie eine Rakete ins All geschossen ist. In der englischen Sprache gibt es sogar zwei verschiedene Begriffe: “Sky” für den Himmel über der Erde und “Heaven” für den göttlichen und paradiesischen Himmel.

Man kann es, um es bei den sich mittlerweile eingebürgerten Begriff Vatertag zu bleiben, auch so ausdrücken: Himmelfahrt ist der Vatertag der Christen, weil Jesus zu seinem Vater in den Himmel ging. Von dort aus regieren Gott und Jesus die Welt, zum Wohle aller, unabhängig davon, ob es uns gefällt oder nicht.

Warum aber ist Christi Himmelfahrt ein Feiertag für alle? Die Antwort liegt in der noch prägenden Rolle der christlichen Geschichte und Kultur in Deutschland. Die kirchlichen Feiertage haben immer noch einen tiefen gesamtgesellschaftlichen Einfluss. Obwohl in der ehemaligen DDR Christi Himmelfahrt bereits einmal abgeschafft wurde, blieb er indirekt als “Vatertag” bestehen. Viele Männer nahmen sich an diesem Tag frei und unternahmen gemeinsam Ausflüge. Heutzutage ist Christi Himmelfahrt für einige immer noch ein Anlass für ausgelassene Vatertagstouren, doch es ist auch ein zunehmender Trend zu beobachten, den Tag als Familienwandertag zu nutzen.

Neben der religiösen Bedeutung von Christi Himmelfahrt und der anderen kirchlichen Feiertage sollten wir generell darauf achten, dass wir als Menschen ein Bewusstsein für den Wert solcher kirchlichen Feiertage nicht verlieren. Dies ist eine Aufgabe, die sowohl von den Kirchen als auch von den Christen selbst wahrgenommen werden kann. Gleichzeitig ist es jedoch immer wichtig, dass wir uns gegenseitig begegnen und Zeit füreinander haben. In diesem Sinne dienen solche Feiertage als wertvolle Gelegenheiten, um Gemeinschaft zu stärken und Ruhe zu finden.

Wenn es um die Gestaltung des Tages geht, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Pfarrer i.R. Jörg Bachmann aus Kriebitzsch, der als Ruheständler an diesem Tag predigtfrei hat, wird den Tag in einer besonderen Weise verbringen. Er plant, an einem Himmelfahrtsgottesdienst am Haselbacher See zu teilnehmen und dann mit seiner Frau zum Zwenkauer See zu fahren und dort einen Spaziergang um den See zu machen.

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