für eine Kirche mit Zukunft

Hören, sehen, glauben, bezeugen

Andacht zum 2. Petrus 1,16-19 – letzte Sonntag nach Epiphanias 2021

2. Petrus 1,16–19 (BasisBibel)

16 Wir haben euch ja angekündigt, dass unser Herr Jesus Christus machtvoll wiederkommen wird. Und dabei haben wir uns nicht auf ausgeklügelte, erfundene Geschichten gestützt. Sondern wir haben mit eigenen Augen seine wahre Macht und Größe gesehen.

17 Gott, der Vater, ließ seine Ehre und Herrlichkeit sichtbar werden – damals, als von der Ehrfurcht gebietenden Herrlichkeit Gottes her eine Stimme erklang, die zu ihm sprach: »Das ist mein Sohn, ihn habe ich lieb. An ihm habe ich Freude.«

18 Diese Stimme haben wir selbst gehört. Sie kam vom Himmel her, als wir mit Jesus auf dem heiligen Berg waren.

19 So gewinnt das prophetische Wort für uns noch an Zuverlässigkeit. Und ihr seid gut beraten, wenn ihr euch daran haltet. Denn dieses Wort ist wie ein Licht, das an einem dunklen Ort brennt – so lange, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in eurem Herzen aufgeht.

Liebe Leserinnen und liebe Leser, wissen Sie wievielmal der ehemalige amerikanische Präsident Trump in seiner Amtszeit in den vergangenen 4 Jahren gelogen hat? Dennoch hat er bis heute unzählig viele Freunde und Anhänger, die ihm vertrauen.

Wie viele Unwahrheit wird gerade jetzt während der Corona-Krise durch die sogenannten Verschwörungstheoretiker verbreitet, dennoch gibt es auch in unserem Land unheimlich viele Anhänger.

Den Opfern eines besonders ausgeklügelten Propagandasystems, bei dem viele Menschen zu Opfer und Täter wurden, haben wir in dieser Woche gedacht, den Opfern des Nationalsozialismus.

Jetzt werden wir mit hineingenommen in die Verkündigung des Evangeliums, nicht auf der Basis von irgendwelchen ausgeklügelten und erfundenen Geschichten, nicht auf der Grundlage von irgendwelchen Fake News, auch keine Alternativen Nachrichten. Wir werden mit hineingenommen in die Zeugenschaft des Apostels: “Wir haben es mit eigenen Augen gesehen.”

Wir werden mit hineingenommen in das Leben des Gottessohnes. In einem Stall kommt er zu Welt, als Kleinkind ist er auf der Flucht, wächst in einem Provinzort Nazareth auf, lernt den Beruf eines Häuserbauers. Er, Jesus, ist erst einmal ein Mensch wie Du und ich.

Gott ist nicht mehr im Himmel, sondern er ist mit Jesus mitten auf der Erde. Gott hat den Himmel verlassen, um die Erde in Ordnung zu bringen.

Auf dem Berg der Verklärung beruft er seinen Sohn: “Dies ist mein lieber Sohn, an dem habe ich Wohlgefallen.” Am Anfang der Wirksamkeit Jesu hören diese Worte Petrus und zwei weitere Jünger, nicht die große Öffentlichkeit. Die Berufung von Jesus beleibt klein und bescheiden, wie seine Worte und Handeln später die nächsten 3 Jahre immer. Nur dass sie Kraft und Vollmacht haben, und darum nach außen wirken, Menschen begeistern und sie ansprechen.

Berühmte Menschen versuchen immer wieder auf verschiedene Art und Weise ihre Unsterblichkeit zu sichern. In der Antike benannte man Städte nach Herrschern z.B. Alexandria nach Alexander oder Cäsarea nach Cäsar. Auch in unserer Zeit gab und gibt es das.: St. Petersburg oder Karl-Marx-Stadt und noch andere. Berühmte Künstler machen es in Hollywood mit dem Walk of Fame.

Bei Jesus ist es anders. Alles hatte Anlass zum Vergessen gegeben, erst recht sein Tod am Kreuz. Das wird in einer der biblischen Ostergeschichten deutlich, als Kleopas mit seinem Freund wieder nach Emmaus geht und mit einem dritten Fremden ins Gespräch kommt: “Eigentlich können wir das mit Jesus vergessen, die vergangenen drei Jahre waren sinnlos verbrachte Zeit.” Beim gemeinsamen Essen merkten sie dann auf einmal, dass der Fremde Jesus war und dass es doch nicht sinnlos war. Sie hatten den Sinn ihres Lebens bei der Tischgemeinschaft wiedergefunden. Hier ist Jesus wieder so ganz anders, als wir immer denken. Das passiert, wenn Jesus Menschen in seine Nachfolge und in seinen Dienst ruft. Das war damals so und es ist auch heute so.

Wir kennen dieses bewegte Auf und Ab im Leben des Petrus mit Jesus.

Petrus, der einfache Fischer am See Genezareth, – ein Typ, der schnell Feuer und Flamme ist, aber der auch schnell die Flinte ins Korn wirft. Petrus, der aber sofort bereit ist, trotz erfolglos durchfischter Nacht noch einmal hinauszufahren und für Jesus die Netze auszuwerfen. Petrus, der als er eine gute geistliche Erfahrung machte, diese festhalten will und daher drei Hütten bauen will. Petrus, der dennoch von seinem Herrn Vergebung erfährt und zum Gemeindeleiter berufen wird. Petrus, der als Gemeindeleiter Mist baut und von Paulus gerügt wird, der aber mit seiner Aufgabe zum geistlichen Vater wächst.

So kann ein Mensch im Auf und Ab des Glaubens und in der Nachfolge dieses Jesus von Nazareth wachsen.

Im Auf und Ab des Glaubens wirkte Jesus und wirkte seine Botschaft damals und brachte die Menschen auf den richtigen Weg. So geschieht es auch heute bei uns.

Das Handeln und Wirken Jesu geschieht nicht unter Zwang, sondern ist ganz und gar von der göttlichen Liebe bestimmt. Niemand wird zu etwas gezwungen.  Es ist Gottes Geist, der liebevoll in unseren Herzen wirbt.

Wie finster es auch in mir aussieht, wie schwach, wie zerrissen, wie mutlos, wie unzulänglich ich bin: Ich lebe von „der Gerechtigkeit, die uns Gott gibt und der Heiland Jesus Christus“ und die unter dem neuen Himmel und auf der neuen Erde vollendet werden wird.

Unser Glaube wird jeden Tag angefochten. Gerade darum sind wir auf das Wort Gottes angewiesen. Das Wort Gottes ist, wie eine brennende Kerze in einem dunklen Raum. Es bringt Licht in unser Leben.

Es ist es gut, wenn wir auf die Worte hören: „Ihr seid gut beraten, wenn ihr euch daranhaltet. Denn dieses Wort ist wie ein Licht, das an einem dunklen Ort brennt – so lange, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in eurem Herzen aufgeht.“

Für uns ist es nicht einfach, das Leben von Jesus zu verstehen. Manchmal ist es so, als warten wir auf eine Antwort und dann kommt sie. Dann hat man das Gefühl, dass man sie schon immer kannte. Genau das macht uns Petrus deutlich, wenn er hier von dem Licht, das am dunklen Ort brennt, und dem Morgenstern spricht.
Und wir sind bereit uns mit Jesus auf den Weg zu machen bis zu dem Tag, an dem er als das Licht der Welt, als der Morgenstern wiederkommt. Amen.

Ihr Pfarrer i.R. Jörg Bachmann

Andacht 2. Petrus 1,16-19

Print Friendly, PDF & Email

Kommentar verfassen

Kategorien


Copyright by Jörg Bachmann