für eine Kirche mit Zukunft

Gottesdienst

Untertan sein?

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Predigt zu Römer 13,1-7 – 23. Sonntag nach Trinitatis – Predigt im Einführungsgottesdienst in die Kirchgemeinde des Wieratals

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus! Amen

Liebe Gemeinde,

groß vorstellen, brauche ich mich Ihnen sicherlich nicht.

Vielen von Ihnen bin ich ja noch bekannt, denn bis vor 13 Jahren war ich ja Pfarrer in Nobitz und habe auch schon hier im Wieratal manche Bibelstunde im Rahmen der Bibelwoche gehalten. Nun nachdem meine Frau und ich dann 9 Jahre in Fraureuth bei Werdau waren, sind wir seit 4 Jahren wieder im Altenburger Land, wo ich jetzt als Vertretungspfarrer arbeite. Als solcher werden wir nun gemeinsam, so Gott will, ein Stück des Weges miteinander gehen. Ich bin schon gespannt darauf, weil es immer wieder neue Begegnungen und Erfahrungen gibt. So wie es sie auch in den vergangenen Monaten im Pfarrbereich Schkölen-Osterfeld, für uns gab und wo wir am vergangenen Sonntag unter dem Segen der Gemeinde Abschied genommen haben. Weiterlesen

Warum feiert man nicht am Mittwoch oder Sonnabend Gottesdienst?

Kirche auf dem Lande

By Nicholas_Tunder

Ich bin seit 1. August 2017 in einem Pfarrbereich mit 11 Kirchen Vertretungspfarrer. Da bewegt mich wieder eine Frage mehr, obwohl sie es schon immer tun. Besonders weil ich weiß, dass es in Amerika Gemeinden gibt, für die es kein Problem ist, das anzubieten: Warum feiert man nicht am Mittwoch Gottesdienst? Ok, es kann auch ein anderer Tag in der Woche sein, Donnerstag oder Sonnabend. Beim Sonnabend sind wir sogar wieder beim Sabbat. Selbst die katholische Kirche kennt den Werktagsgottesdienst. Weiterlesen

Dienen, dienen, dienen?! – Predigt zu Lukas 17,7-10 Sonntag Septuagesimae

Liebe Gemeinde,

Bewerbung

Am Ende des Vorstellungsgespräches fragte der Personalchef den jungen Ingenieur, der frisch von der Hochschule kommt, was für ein Gehalt er sich denn vorstellt?

“Naja so in etwa 140 000 Euro Jahresgehalt, plus Leistungszuschläge.”

“Nun, was würden sie dann zu dem Paket von 7 -Wochen Urlaub, 14 bezahlten Feiertagen, volle medizinische Versorgung und Gesundheitsvorsorge sagen. Dazu dann eine durch das Unternehmen abgesicherte Altersvorsorge von 50% des Gehaltes und ein alle 2 Jahre neu geleastes Auto, sagen wir einen silbermetallic-farbenen Porsche.”

“Wow! Machen Sie Witze?”

“Ja, aber sie haben damit angefangen.” Weiterlesen

Der Mensch im Paradies

Predigt zu 1. Mose 2,4-9.15 – 15. Sonntag nach Trinitatis 2014

Tor zum Paradies

Tor zum Paradies

Liebe Gemeinde,
was fällt ihnen ein wenn sie das Wort Paradies hören?

Vielleicht einen Bahnhof in Jena. Früher war er ein wichtiger Umsteigebahnhof, wenn man seine Richtung wechseln wollte, statt von Ost nach West weiter von Süd nach Nord reisen wollte. Doch die Bedeutung für das Reisen hat er mittlerweile verloren und ist nur noch ein kleiner Haltepunkt. Aber Paradies ist in Jena schon immer auch ein Begriff für ein Stadtgebiet, in dem es sich gut leben lässt.

Wenn wir das Wort Paradies hören, haben wir Menschen eine gewisse Vorstellung, wie dieses aussehen muss.
Dabei wird es einerseits als eine altmodische Vorstellung abgelehnt und doch ist andererseits selbst der moderne Mensch von heute auf der Suche nach dem Paradies.

Und wenn er es nicht findet, dann erschafft er es sich. Weiterlesen

Gottesdienst in 99 Kirchen – Gottesdienstprojekt im Altenburger Land

Gottesdienst in 99 Kirchen 2014

Gottesdienst in 99 Kirchen 2014

Zum 3. Mal findet am 21. September 2014 im Kirchenkreis Altenburger Land das Projekt “Gottesdienst in 99 Kirchen” statt. An diesem Sonntag wird in allen Kirchen des Altenburger Landes um 10.00 Uhr Gottesdienst sein. Von der Zahl der Kirchen her gesehen wird also schon deutlich, dass die meisten der Gottesdienste nicht von Pfarrern oder Pfarrerinnen und auch nicht von anderen Hauptamtlichen und selbst nicht von den Lektoren des Kirchenkreises geleitet werden. An diesem Sonntag werden viele Kirchenälteste und ehrenamtliche Gemeindeglieder aktiv in den Gottesdiensten mitwirken und diese auch leiten. Weiterlesen

Gottes Wort führt uns zum Fundament des Glaubens

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Predigt am 6. Sonntag nach Trinitatis 2014 – 1. Petrus 2,2-10

Liebe Gemeinde,
in diesen Tagen bewegt uns das Schicksal unserer Schwester und Brüder von Mosul, die durch die ISIS, den militanten irakischen Terroristen verfolgt werden. Sie wurden vor die Wahl gestellt, zu konvertieren oder eine Sondersteuer zu zahlen. Anderenfalls würden sie ermordet. Seither sind nahezu alle Christen aus der Stadt geflohen. Am Ende blieb ihnen nur die Flucht, denn selbst bei einer Sondersteuer besteht ja die Gefahr ermordet zu werden.
Aus Solidarität mit den Christen aus Mosul haben jetzt viele Christen in den Sozialen Medien ihr Profil-Foto mit einem arabischen N gekennzeichnet bzw. ausgewechselt. Denn mit einem Arabischen N wurden die Häuser der Christen in Mosul markiert. Wir kennen ja so etwas noch aus unserer deutschen Geschichte. Das arabische N steht für Nazarener/Christen, also die gehören zu Jesus, dem Nazarener. Weiterlesen

Lebe dein Leben – mit Gott!

Predigt – 5. Sonntag nach Trinitatis 2014 – 2. Thessalonicher 3,1-5

Altar Gemeindehaus Breitungen

Altar Gemeindehaus Breitungen

Liebe Gemeinde,
die Fußballweltmeisterschaft ist vorbei. Deutschland ist Weltmeister. Philipp Lahm ist als Nationalspieler zurückgetreten. Der Alltag hat uns wieder.  Ein Alltag, der viele Veränderungen in sich birgt, aber eben dadurch auch das Leben ist.
Ich möchte noch einmal auf die Fußball-WM zurückschauen. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei ihr Religion eine sehr wichtige Rolle spielte. Wenn man einmal von solchen unqualifizierten Aussagen, wie Fußball-Gott usw. absieht, ist mir aufgefallen, dass mancher Fußballspieler sich nach einem Tor bekreuzigte oder ein kurzes Gebet in den Himmel schickte. Ja, dass die Spieler von Brasilien es als eine religiöse Mission sahen ihr Spiel zu gewinnen. Weiterlesen

Leben in der Nachfolge Christi – Statt Rache – Liebe leben

Gemeinde - Plakat Konfirmandenfreizeit

Gemeinde – Plakat Konfirmandenfreizeit

Predigt zu Römer 12, 17-21 – 4.Stg. n. Trin.

Liebe Gemeinde,
was wir gerade in Israel erleben, kann uns regelrecht erschüttern. Dieser Krieg zwischen Israel und der radikalen Hamas der Palästinenser. Sicher haben wir vom fernen Europa her keinen Durchblick zu dem ganzen Geschehen. Dennoch ist es schlimm, wenn Menschen sterben, auf beiden Seiten. Einen wirklichen Aufschrei gab es ja erst in Europa als ein Kreuzfahrtschiff, die Aida Diva, von weitem ein paar Splitter abbekam.
Angefangen hat diese ganze kriegerische Eskalation mit der Ermordung von 4 israelischen Jugendlichen durch die palästinensische Hamas. Und danach trat eben dieses Gesetz der Rache in Kraft, welches wir ja aus dem Alten Testament kennen: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Leider bleibt es nicht dabei, sondern es eskaliert immer mehr, so wie wir es jetzt in Israel erleben.
Und nun fragt man sich, wie kann dieser Kreislauf der Rache durchbrochen werden.
Aber Rache gibt es nicht nur hier, sondern Rache geschieht in vielen Teilen des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesellschaft. Doch es wird uns dabei ganz schnell deutlich, dass Rache etwas ist, was nicht unbedingt das menschliche Zusammenleben fördert, sondern eher zerstörerisch wirkt. Weiterlesen

Ja, wenn ich nur! – Predigt zu Johannes 20,19-29 – Ökumenischer Gottesdienst 2014 Fraureuth

 

Liebfrauenkapelle Fraureuth

Liebfrauenkapelle Fraureuth

am Sonnabend vor dem Sonntag Quasimodogeniti in der Liebfrauenkapelle Fraureuth

Liebe Gemeinde,

zum Glauben an Jesus Christus zu finden, dazu gibt es recht unterschiedliche Wege. Meist sind diese Wege recht unspektakulär. Ein Mensch wächst über das Leben in der Gemeinde, durch das Zeugnis der Eltern, der Familie und anderer Menschen hinein in diesen Glauben. Bei anderen ist es schon etwas spektakulärer, manchmal auch etwas ungewohnter, wie zum Beispiel bei Bernd Merbitz, dem gegenwärtigen Polizeipräsidenten von Leipzig.
Hätte man ihm das von 25 Jahren gesagt, dass er eines Tages einmal Werbung dafür macht, dass im Jahr 2016 der Katholikentag nach Leipzig kommt, hätte er sich damals ungläubig den Kopf geschüttelt.
Denn er war zwar evangelisch getauft, seine Mutter war Katholikin, aber er war dann atheistisch erzogen worden. Sein Vater hatte es ihm verboten, dass er als Kind in die Christenlehre ging. Dann spielte Religion für ihn keine Rolle mehr. Als Polizist war er Mitglied der SED. Er stiegt dann zum Leiter der Mordkommission in Leipzig auf. Nun ich will hier nicht seine ganze Biografie und Karriere aufzählen. Aber durch seine zweite Frau, eine gläubige Katholikin, fand er zum Glauben an Jesus Christus. Weiterlesen

MIT GEIST UND MUT … … DIE VERHEISSUNG FESTHALTEN

Allianzgebetswoche 2014

Allianzgebetswoche 2014
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Predigt zur Allianzgebetswoche 2014

 Liebe Gemeinde,

hier sind einmal 20 Kennzeichen woran man erkennt, dass man langsam alt wird:

  1. Man schläft und die anderen denken, dass man tot ist.
  2. Man will etwas tun, aber der Rücken macht nicht mehr mit.
  3. Sie hören auf ihren Bauch einzuziehen, egal wer in den Raum herein kommt.
  4. Beim Autofahren ist das Navigationsgerät das wichtigste Gerät.
  5. Sie sind stolz auf Ihren Rasenmäher.
  6. Ihre Arme sind beim Zeitung lesen meistens zu kurz.
  7. Sie singen zur Fahrstuhlmusik.
  8. Sie gehen lieber auf Arbeit, als dass sie einmal zu Hause krank sind.
  9. Sie hören gern zu, wenn andere Leute von ihrer Arbeit reden.
  10. Sie denken nicht mehr, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eine Herausforderung für sie ist.
  11. Wenn die Leute um 9.00 Uhr abends anrufen und sie dann fragen: „Bist du noch wach?“ Weiterlesen

Das rechte Timing für Gottes Kinder – Galater 4,4-7 – Predigt 1. Christtag 2013 – Fraureuth

Krippe

Krippe

Liebe Gemeinde,
haben Sie das nicht auch schon erlebt. Da waren Sie tatsächlich einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Alles war perfekt und alles hat geklappt. So wie sie es sich vorgestellt hatten. Vielleicht sogar noch besser. Vielleicht war es so als sie ein Vorstellungsgespräch bei einer neuen Arbeit hatten. Und sie haben diese Stelle bekommen. Es ist ihr Traumberuf und sie gehen darin auf.
Vielleicht sind sie auch jemand der sich an der Börse auskennt, und sie haben zur richtigen Zeit die richtigen Aktien gekauft und verkauft und einen guten Gewinn gemacht.
Oder sie waren zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle und haben ihre Frau oder ihren Mann des Lebens gefunden, eben die Traumfrau oder den Traummann.
Oder sie waren zum richtigen Zeitpunkt beim richtigen Arzt und dieser entdeckte einen Krebs oder einen Tumor im Frühstadium, ehe sich dieser ausbreitete, und sie konnten wieder geheilt werden bevor das ganze ausarten konnte.
Da geschah dann immer etwas in unserem Leben zum rechten Zeitpunkt und manchmal sagen wir dann im Denglischen Dialekt: „Das Timing ist perfekt.“

Um ein perfektes Timing geht es uns auch am heutigen Weihnachtstag. Und nicht nur um ein perfektes Timing, sondern auch um das perfekte Geschenk und den perfekten Zielpunkt. Weiterlesen

Das große Geheimnis Gottes – Predigt zu 1. Timotheus 3,16 – Heiliger Abend

Weihnachten

Weihnachten

Liebe Gemeinde, liebe Gäste,
vielleicht haben sie in dieser Advents- und Weihnachtszeit auch das beliebte Kinderlied gesungen: ,,Soviel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit.” Es liegt ja auch ein Geheimnis über dem, was in der Advents- und Weihnachtszeit geschieht. Schon in der äußeren Form dessen, wie wir diese Zeit erleben, wie wir das Weihnachtsfest vorbereiten. Wir sehen einfach mal von den Stress ab, den wir uns selber vielleicht viel zu sehr machen. Da ist doch auch viel Vorfreude auf das Fest dabei. Da basteln oder kaufen wir Geschenke für groß und klein.
Nach Möglichkeit sollen die es noch nicht erfahren, was ihnen da geschenkt wird. Auch wenn wir seit diesem Jahr wissen, dass es da in Amerika eine Organisation mit Namen NSA gibt, die fast alle Geheimnisse ausspioniert hat, so werden diese Geheimnisse sicher nicht gleich verraten und aufgedeckt. Sie stehen bestimmt nicht auf deren Spionageliste oben. 

Auch in unserem Krippenspiel wurde uns heute von einem Geheimnis erzählt. Einem Geheimnis, das durch die Geburt eines Kindes geschieht. Es ist dieses große Geheimnis Gottes, dass mit der Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem — einerseits immer noch ein Geheimnis ist und andererseits doch der ganzen Welt und auch uns heute offenbart wird.
So schreibt es auch Paulus an seinen Freund und Mitstreiter Timotheus:

Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

1. Tim 3,16

 Das Weihnachtsfest mit allen Gottesdiensten, mit den Christvespern, den Konzerten, den Liedern, mit allem was an Weihnachten geschieht, will eigentlich Zeugnis geben von diesem großen und einzigartigem Geheimnis des Evangeliums, von dieser Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem, dass der große Gott Mensch wurde, dass Gott zu uns kommt. Doch was steckt in diesem Geheimnis des Glaubens, in diesem Geheimnis des Evangeliums Gottes, von dem der Apostel Paulus spricht.
Was steckt wohl hinter dem Bekenntnis zu Jesus, zu dem der Apostel Paulus ermutigt:»Er ist offenbart im Fleisch«,»gepredigt den Heiden«,»geglaubt in der Welt«? Dieser Jesus ist»offenbart im Fleisch«: Das heißt also Jesus wurde ganz und gar Mensch, so wie du und ich. Er kam als Baby in tiefer Armut zur Welt, ist in Nazareth aufgewachsen und die letzten drei Jahre seines Lebens öffentlich aufgetreten.
»Offenbart im Fleisch«- das verschweigt auch nicht, dass Jesus wie ein Schwerverbrecher am Kreuz gestorben ist. »Jesus ist offenbart im Fleisch«- das sagt auch, dass er — durchaus als schwacher, verletzlicher, sterblicher — Mensch gelebt hat. 
Dann heißt es:»Gepredigt den Heiden«: Da hat nach seinem Tod eine faszinierende Bewegung eingesetzt: Menschen, die mit der Botschaft von Jesus in Kontakt kamen, spürten die verändernde Kraft in ihrem Leben, die von dieser Botschaft ausging und sie mussten sie aus vollem Herzen weitergeben.
Sie haben gemerkt, die Botschaft hat Kraft und die können wir darum nicht für uns behalten. Es macht diese Botschaft oft so menschlich — manchem von uns manchmal fast zu menschlich -, weil wir als schwache, fehlerhafte Menschen versuchen, einander diese Botschaft glaubhaft weiterzusagen. Vielleicht tun wir das fehlerhaft und stümperhaft, aber aus dem Herzen und gewirkt durch Gottes Geist — Geheimnis des Glaubens.
So geheimnisvoll und manchmal unglaubhaft diese Botschaft auch ist. Seit 2000 Jahren hat sie unzählige Menschen ergriffen und verändert. Die Begegnung mit dem Kind aus dem Stall von Bethlehem hat die Menschen immer wieder verändert und sie auf eine neue Lebensspur gesetzt. Sie haben sich diesem Kind, diesem Jesus von Nazareth anvertraut und ihm Glauben geschenkt. Sie haben gespürt: Er ist immer in meinem Leben bei mir, ich kann mich im Gebet vertrauensvoll an ihn wenden. Er hilft mir, den rechten Weg durchs Leben zu finden, und steht mir auch in schweren Zeiten bei. Es gibt vielleicht Zeiten in unserem Leben, da fehlt uns der Zugang zu ihm. Dennoch dürfen wir wissen: Er ist da, er ist nahe bei mir! 
Diese wenigen Worte»Offenbart im Fleisch«,»gepredigt den Heiden«,»geglaubt in der Welt«sagen uns, dass Gott in Jesus ganz Mensch wurde. Dennoch gehört auch zu diesem Geheimnis dazu, dass Jesus als Mensch immer noch ganz Gott blieb, auch das dürfen wir nicht aus dem Blick lassen: Jesus war auch als ganzer Mensch ganz Gott.
Darum heißt es in den Worten weiter: Jesus ist»gerechtfertigt im Geist«,»erschienen den Engeln«,»aufgenommen in die Herrlichkeit«
Damit wird unser Blick auch heute schon von Weihnachten weg auf Ostern und das nachösterliche Geschehen gerichtet, weil in Gottes Heilsgeschichte gehört alles zusammen und ist für uns bedeutsam!
»Gerechtfertigt im Geist«: Von Menschen wurde Jesus zu Unrecht gekreuzigt. Doch Gott hat Jesus ins Recht gesetzt. Er hat ihn am»Oster«-Morgen wahrhaftig von den Toten auferweckt. Damit zeigt Gott: Wer an ihn glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
»Gerechtfertigt im Geist«: Am»Pfingst«-Sonntag kam der Heilige Geist, so, wie es Jesus verheißen hat. Auch wenn wir Jesus nicht sehen und spüren können. Durch den Heiligen Geist ist er mir nah.
Dies gilt nicht nur für unsere sichtbare Welt:»Erschienen den Engeln«: Alle Mächte, Kräfte und Gewalten müssen anerkennen: Jesus ist Herr, Jesus ist König.
Denn Gott hat ihn, wie es weiter heißt: »Aufgenommen in die Herrlichkeit«: Jesus ist an Himmelfahrt in die für uns unsichtbare Welt Gottes zurückgegangen. Gott hat ihn in seiner göttlichen Würde bestätigt.

Jesus ist der Sohn Gottes, der Heiland und Erlöser. Dennoch stellt sich für uns heute die Frage: Was hat haben wir davon, dass Jesus ganz Mensch war und ganz Gott ist? Was habe ich eigentlich davon, dass sich in Jesus Erde und Himmel berühren?  Weil Jesus wirklich Mensch war wie wir, kann er im Blick auf die Schönheiten und Grausamkeiten der Welt und des Lebens mitreden, mitfühlen, mitgehen. Ihm kann und soll ich vertrauen. Ihn soll und muss ich einfach in Wort und Tat zu anderen bringen. Weil Jesus wirklich Gott ist wie Gott selbst, ist ihm alles möglich. Keine Macht noch Gewalt kann mich von seiner Liebe trennen. Als Christ bin ich heute schon Anteil an Gottes neuer Welt, habe ich schon heute Zukunft mit ihm.  Wir werden dieses Geheimnis der Person und des Werkes von Jesus nicht ganz hier auf Erden ergründen. Schließlich ist es kein menschliches Rätsel, sondern ein göttliches Geheimnis. Aber wir können heute schon damit leben. »Wie?« – fragen Sie?
»Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens« (Lk 2,14).
»Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten (…)« (Lk 2,20).
Ein verlorener Bengel und ein törichter Schafskopf, wer es den jubelnden Engeln und den staunenden Hirten nicht nachmacht. Dem Kind in der Krippe, dem Heiland der Welt, gehört Lob, Anbetung, Ruhm, Ehre und vor allem: mein Vertrauen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Heiligen Abend und frohe Weihnachten, dass Sie selbst in diesen Tagen etwas von dem Geheimnis des Glaubens spüren.
Amen

Herrnhuter Losungen
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