für eine Kirche mit Zukunft

Gegenwart und Zukunft der Kirche

"Herr Pfarrer, mit der Kirche ist es Matthai am Letzten." Das hat vor ein paar Jahrzehnten ein SED-Genosse zu einem Pfarrer in der DDR gesagt. Wie recht er hatte, war ihm gar nicht bewusst. Er wollte damals damit ausdrücken, dass es mit der Kirche zu Ende geht. Aber dass bei Matthai am Letzten der Tauf und Missionsbefehl steht, war ihm nicht bewusst.

Der Kommunismus erlebte den Niedergang. Die Kirche lebt, wenn auch angeschlagen, im Osten Deutschlands und im Westen Deutschlands weiter. Sie lebt aber nicht um ihrer selbst weiter, sondern weil sie die Kirche des Herrn ist.

Prof M. Josuttis schreibt dazu: "Eine Kirche, die sich auf die Bibel beruft, die Glaubensgewissheit lebt und den Menschen in der Gesellschaft zu dienen versucht, kann sich selbst nur als Wirkungsfeld der Heilsmacht Gottes verstehen und erfordert deshalb eine kategoriale Betrachtung, in der die Differenz zwischen Profanität und Sakralität für die kritische Analyse wie bei der konstruktiven Gestaltung betrachtet wird" (Seite 20).

Solch eine Kirche ist in der Lage auch Zeiten der Krisis zu überstehen und einen Neuanfang zu beginnen. Oft sind Zeiten der Krisis auch Zeiten der Erneuerung und der Rückbesinnung auf die Bibel, die Glaubensgewissheit und der Erfahrung der Heilsmacht Gottes.

Die Kirche steht im Kontinum ihres Herrn, zwischen der Auferstehung und Pfingsten auf der einen Seite und der Wiederkunft des Herrn auf der anderen Seite:

"Nach Kreuz und Auferstehung Jesu kann es – kein Jahrhundert der Kirche – und erst recht kein – Jahrtausend der Kirche – geben, weil alle Zeit, die noch bleibt, Zeit Christi, Zeit des Reiches und insofern auch Zeit der Kirche ist. Die aber wird dann unvermeidlich selbst immer wieder in das Geschehen von Sterben und Auferstehen verwickelt." (Josuttis, S.22)

Darum gibt es Hoffnung für die Kirche der Gegenwart und die Kirche der Zukunft, wie immer sie aussehen mag.

"Kirchen müssen von Zeit zu Zeit repariert werden. Kirchen können absichtlich oder unabsichtlich zerstört werden. Aber sie können erstaunlicherweise – überhauptnicht verschwinden -. Und es finden sich immer Menschen, die dafür arbeiten und davon leben." (Josuttis, S.23)

Literatur: Manfred Josuttis "Unsere Volkskirche und die Gemeinde der Heiligen" – Erinnerungen an die Zukunft der Kirche Chr. Kaiser Gütersloher Verlagshaus ISBN 3-579-02083-8

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