für eine Kirche mit Zukunft

Formen

Ist Kirche noch zu retten?

Sicher werden die meisten diese Frage mit “Ja” beantworten. Ich natürlich auch. Auf jeden Fall die Leute, die sich zur Zeit in Hannover zum Kongress Kirche²  treffen. Dabei geht es dort um neue frische Ausdrucksformen “fresh expressions” von Kirche. Und das ist wichtig, dass wir in einer sich so rasant verändernden postmodernen und multikulturellen Gesellschaft über neue Ausdrucksformen von Kirche nachdenken. Der normale liturgische Sonntagsgottesdienst, die Bibelstunde oder die katholische Messe sind nicht mehr die einzigen Ausdrucks- und Lebensformen von Kirche. Weiterlesen

Kaffee und Kirche

Kaffeetasse von www.cafechurch.net

Kaffeetasse von www.cafechurch.net

Gerade in diesen Tagen habe ich über einen Bibeltext aus Nehemia 8 nachgedacht, wo das Volk Israel von Nehemia aufgefordert wird ein richtiges Fest zu feiern – ein Fest der Freude. Man soll dabei seine Lieblingsspeisen essen und Lieblingsgetränke trinken. Im Text ist von fetten Speisen die Rede, als nicht ärmliches, sondern das Beste vom Besten. Jeder bringt etwas zur Party mit und man teilt miteinander. Die Feier hat natürlich auch einen Sinn und ein Ziel: In dem Partymachen Gott die Ehre zu geben.Genauso stelle ich mir die christliche Gemeinde vor. Nun sicher ist nicht immer Party angesagt, aber es wird in ihr viel zu wenig  gefeiert. Denn im Feiern hat man eine besondere Gemeinschaft, im Feiern kommt man sich näher. Und wenn man den eigentlichen Sinn und das eigentliche Ziel nicht aus dem Auge verliert, kommt man im Feiern auch Gott näher.

Beim Nachdenken über den Bibeltext ist mir die Kaffeekirche in Canada und das Kaffeekirchen-Netzwerk in England eingefallen. Sie verbinden das Feiern mit der Verkündigung. Die Kaffekirche in Kanada definiert ihr Selbstverständnis folgendermaßen:

Mit unserem Kaffee-Logo ist hervorragend definiert, wer wir sind. Wenn Sie an Kaffee denken, denken Sie daran, dass sie mit Freunden entspannt zusammen sind, um diese besser kennen zu lernen. Sie genießen dabei eine dampfenden Tasse Kaffee. Das ist, wie Kirche sein sollte … Freude, Entspannung, und diese ganze Zeit gibt Ihnen den Auftrieb, den Sie brauchen, um über Ihre Woche zu kommen!

Im Kaffeekirchen-Netzwerk trifft man sich in einem Cafe, wo man fairen Kaffee trinkt. Wer teil dieses Netzwerkes wird, muss sich aber leider auf eine feste Sorte verpflichten und auch einen Mitgliedsbeitrag zahlen. Trotzdem ist die Idee gut. Ein Cafe in lockerer und entspannter Atmosphäre und dann über den Glauben an Jesus Christus sprechen.

Es gibt in Deutschland schon die ersten Ansätze dazu.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich so ein Cafe ganz gut mit verschiedenen Elementen des Glaubenskurses verbinden ließe.

Was ist eigentlich Gemeinde?

Ich fange einmal mit der Begriffsbestimmung, was Gemeinde ist, ganz nach meiner lutherischen Tradition an, nämlich mit der Confessio Augustana – dem Augsburgischen Bekenntnis. Da steht in Artikel 7:

VON DER KIRCHE

Es wird auch gelehrt, daß allezeit eine heilige, christliche Kirche sein und bleiben muß, die die Versammlung aller Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden. Denn das genügt zur wahren Einheit der christlichen Kirche, daß das Evangelium einträchtig im reinen Verständnis gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden. Und es ist nicht zur wahren Einheit der christlichen Kirche nötig, daß überall die gleichen, von den Menschen eingesetzten Zeremonien eingehalten werden, wie Paulus sagt: “Ein Leib und ein Geist, wie ihr berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe” (Eph 4,4.5).

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