Sollte Gott gesagt haben?

Predigt Sonntag Invocavit 2020

Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,
vielleicht kennen Sie noch das alte Karnevalslied von Jupp Schmitz aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts:
Am Aschermittwoch
Ist alles vorbei (ist alles vorbei)
Die Schwüre von Treue
Sie brechen entzwei (sie brechen entzwei)
Von all deinen Küssen
Darf ich nichts mehr wissen
Wie schön es auch sei
Dann ist alles vorbei

In der zweiten Strophe dieses Liedes heißt es dann:

Adam und Eva im Paradies
Fanden verbotene Früchte süß
Und sie probierten auf jeden Fall
Noch einmal! (Noch einmal!)
Weil der App’tit kam erst hinterher
War auf dem Baum bald kein Apfel mehr
Da Karneval war im Paradies
Flüsterte Eva ganz süß

Der Dienst als Pfarrer macht sie angreifbar für Versuchungen – wodurch sie sich wiederum schlecht fühlen

Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Epheser 6,12

(c) sxc.hu/dvet
(c) sxc.hu/dvet

Vielleicht klingt das irgendwie übertrieben oder abgefahren, aber der alte Paulus hat schon recht, im Dienst als Pfarrer steht man in einer besonderen Auseinandersetzung mit der widergöttlichen Welt. Dabei sind nicht die Menschen gemeint, die einem irgendwie Schwierigkeiten machen, sondern wirklich Satan und seine widergöttlichen Mächte. Davon zu schreiben, fällt mir nicht leicht, weil ich sonst kein Typ bin, der gleich mit dem Teufel kommt. Doch an dieser Stelle, denke ich, wird er oft unterschätzt. Als „Diener Gottes“ stehen wir an dieser Stelle darum besonders im Zielfeld seiner Versuchung. Schließlich hat er es bei Jesus auch versucht.