für eine Kirche mit Zukunft

Der Dienst in einer kleinen Gemeinde bringt Sie auf eine Achterbahn der Gefühle

(c) sxc.hu / Vidor

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“Liebe Trauergemeinde, wir haben uns versammelt um Abschied zu nehmen, das habe ich heute Vormittag gesagt. Jetzt heißt es, liebe Traugemeinde, wir sind zusammen um das Brautpaar unter den Segen Gottes zu stellen.”

So könnte der etwas schusselige Pfarrer gerade noch die Kurve bekommen haben, als er seine Trauansprache beinahe mit der Traueransprache begonnen hatte. Aber diese etwas humorvolle Darstellung zeigt uns in welcher Gefühlswelt wir Pfarrer und Pfarrerinnen jeden Tag uns bewegen. Und dies Gefühlswelt kann sich an einem Tag mehrmals wechseln, ja sogar mehrmals innerhalb von einer Stunde. So bewegen wir uns ständig zwischen Freude und Verzweiflung hin und her. Da erfahren wir Bedrückendes von Menschen in der Seelsorge. Gewiss bringen wir es mit ihnen oder für sie vor Gott, aber spurlos geht es nicht an uns vorüber. Dann erhalten wir wieder eine froh machende Mitteilung aus der Gemeinde.Oder bei den Kasualien, wie oft wechseln da innerhalb einer Woche  Taufe, Trauung und Bestattung mit all ihren Gesprächen sich ab. Manche Woche hat man das Gefühl man ist als Pfarrer nur Bestattungsprediger. In der anderen Wochen ist gar nichts. Dann soll man gleich wieder gut drauf sein für die Konfirmanden, für die Jugend und alle anderen Gemeindekreise. Auch im Gottesdienst soll man eine gute und zuversichtliche Predigt abliefern.
Zum Dienst als Pfarrer gehören auch Auseinandersetzungen mit Menschen dazu, wo man Spannungen und Widerstand erfährt, also Stress pur. Früher gab es die Empfehlung nach einer stressvollen Sitzung in der Gemeinde oder im Pfarrkonvent, dass man eine Runde Holz hacken gehen sollte, aber bei unserer modernen Form der Heizung ist das kaum noch möglich. Das wird sich vielleicht durch die Änderung der Energiewirtschaft wieder ändern.

Es ist ja das Schöne, dass man gerade im Pfarrberuf mit Menschen zu tun hat. Das ist ja gerade ein wichtiger Grund, warum man Pfarrer geworden ist.  Wer mit Menschen zu tun hat, der hat mit dem Leben zu tun. Der hat mit den positiven und schönen Seiten des Lebens zu tun. Er hat aber auch mit den negativen und zerstörerischen Seiten des Lebens zu tun. Sicher geht es hier in mit unseren Gefühlen manchmal, wie in einer Achterbahn, aber spiegeln sie nicht die Lebenswirklichkeit wider? Für uns heißt es dennoch dran zu bleiben am Leben. So ermutigt uns auch der Apostel Paulus dazu:

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander.

Röner 12,12-16

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