Spirituelles Gemeindemanagement: Die Vision

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Vielleicht wiederhole ich mich in diesem Blog. Aber das macht nichts. Schließlich ist die Wiederholung die Mutter aller Weisheit. Ich möchte mir noch einmal bewusst machen, was Vision ist und welche Rolle sie beim Spirituellen Gemeindemanagement spielt.

Bei Wikipedia wird Vision unter anderem als das innere Bild einer Vorstellung, die meist auf die Zukunft bezogen ist definiert. So ähnlich definiert es auch Klaus Douglass in seinen Buch die neue Reformation: “Eine Vision ist eine bildhafte Vorstellung von einer Zukunft, die sich gegenüber der Realität der Gegenwart durchsetzen wird.”

Interessant ist, dass zur Zeit viele Gemeinden, die weiterhin aktiv sein und nach außen wirken wollen, eine Vision entwickeln oder eine Vision entwickelt haben. Meistens ist es eine Doppelvision einmal in Beziehung zu Gott und in Beziehung zur Welt.Gerade im Spirituellen Gemeindemanagement geht es darum, dass am Anfang eine Vision entsteht. Diese Vision ist kein menschlicher Traum, oder eine fixe Idee des Pfarrers oder der Pfarrerin. Nein sie ist geistgewirkt. Somit entsteht sie im Hören auf Gott und sein Wort. Darum ist es nicht ganz verkehrt, wenn sich die Gemeindeleitung dazu Orte und Tage der Stille suchen, um persönlich und miteinander zu beten, Gottes Wort zu lesen und nachzudenken.

Eine Vision entsteht durch den reformatorischen Dreischritt, der aber nicht hintereinander, sondern sich überschneidend geschieht:

oratio: von Gott erbeten. Das Gebet spielt eine ganz wichtige Rolle. Ohne Beten läuft nichts.

meditatio: in der inneren Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes. Das Lesen der Bibel, gemeinsam und allein, spielt eine ungeheuer wichtige Rolle. Denn ohne die Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes kommt man nicht ans rechte Ziel.

tentatio: bezogen auf die Not der persönlichen und kirchlichen Verhältnisse. Ich würde an dieser Stelle auch die gesellschaftlichen Verhältnisse mit einbeziehen. Denn in die Gesellschaft will die Gemeinde hinein wirken.

Mit diesem Dreierschritt oder mit diesen drei Elementen kann dem Einzelnen, aber auch der Gemeindeleitung oder der Gemeindegruppe eine Vision geschenkt werden. Es ist aber ein Geschenk, für das etwas getan werden muss.

Noch besser gefällt mir bei der Visionsentwicklung das Bild vom Polaroid-Foto. Am Anfang ist alles verschwommen. Jede und jeder hat seine eigenen Vorstellungen oder auch gar keine. Da wird deutlich, dass man Zeit und Geduld braucht. Aber unter Gebet und Gottes Wort, unter dem Gespräch miteinander, schärft sich langsam das Bild und entwickelt sich zur Vision.

Wichtig ist zu wissen: Beim spirituellen Gemeindemanagement steht die Vision am Anfang jeglicher weiterer Planung.

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