Die Kommunikation des Evangeliums: Wie Kirche in jeder Epoche die „neusten Medien“ genutzt hat

Die Kommunikation des Evangeliums: Wie Kirche in jeder Epoche die „neusten Medien“ genutzt hat

Wenn man Kirchengeschichte einmal unter dem Gesichtspunkt „Kommunikation“ liest, fällt ein Muster auf: Das Evangelium bleibt inhaltlich gleich – aber die Wege, auf denen es Menschen erreicht, verändern sich ständig. Und oft hat die Kirche sehr bewusst die jeweils modernsten Kommunikationsmittel genutzt (oder musste lernen, sie klug zu nutzen).

Die Entwicklung der Kommunikation (KI generiert)

Dabei gilt immer beides: Medien erweitern Reichweite – und sie prägen auch Form, Tempo und Erwartungen der Menschen. (Darum ist Mediengeschichte immer auch Kirchengestalt-Geschichte.)

1) Urchristentum: mündliche Botschaft, öffentliche Lesung, Briefe – und römische Infrastruktur

1.1. Jesus: Predigt „nah am Leben“ – im Resonanzraum der Synagoge und des Alltags

Jesus kommuniziert das Reich Gottes primär mündlich: Gleichnisse, Streitgespräche, Heilungserzählungen – alles Formen, die in einer überwiegend oral geprägten Kultur besonders „tragfähig“ sind. Gleichzeitig nutzt er vorhandene Kommunikationsräume: Synagogen als Orte der Schriftlesung und Auslegung, Feste als „Massenereignisse“, Pilgerwege als Multiplikatoren.

Die Inkarnation Christi

Die Inkarnation Christi

Von den alttestamentlichen Voraussetzungen über die Alte Kirche bis zur Neuzeit – und ihre Bedeutung für uns heute

1. Einleitung: Das Zumutende am christlichen Glauben

Die Inkarnation Christi gehört zu den zentralsten und zugleich anstößigsten Aussagen des christlichen Glaubens. Dass Gott Mensch wird, widerspricht sowohl religiösen Erwartungen als auch philosophischen Denkgewohnheiten. Religion rechnet meist mit einem Gott, der fern, erhaben, unverfügbar ist. Philosophie denkt Gott als das Unveränderliche, Unbewegte, Reine.

Der christliche Glaube aber behauptet: Gott ist nicht auf Distanz geblieben. Gott ist nicht Zuschauer der Geschichte. Gott ist nicht nur Thema menschlicher Rede – Gott ist selbst Geschichte geworden.

„Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“ (Joh 1,14). Diese Aussage ist keine poetische Metapher, sondern der Kern des Evangeliums. An ihr entscheidet sich, ob christlicher Glaube wirklich von Erlösung spricht – oder nur von religiöser Sinngebung.

Inkarnation meint dabei nicht allgemein „Gott ist dem Menschen nahe“, sondern sehr präzise: Der ewige Sohn Gottes, der Logos, ist in Jesus Christus wirklich Mensch geworden, ohne aufzuhören, Gott zu sein. Diese Spannung wird die Kirche durch ihre gesamte Geschichte hindurch begleiten.

Die protestantische Reformation und ihre Folgen für uns Christen heute in Mitteldeutschland

Die protestantische Reformation und ihre Folgen für uns Christen heute in Mitteldeutschland

1. Einleitung: Warum die Reformation heute noch zählt

Martin Luther (KI generiert)

Kaum ein Ereignis hat die religiöse, geistige und gesellschaftliche Gestalt Europas so tief geprägt wie die Reformation des 16. Jahrhunderts. Was im Oktober 1517 mit Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg begann, war weit mehr als ein theologischer Streit um Ablassbriefe und kirchliche Missstände. Es war eine umfassende Erneuerungsbewegung des Glaubens, die das Verhältnis des Menschen zu Gott neu bestimmte.

Mitteldeutschland – die Region zwischen Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt – war nicht nur geographischer Mittelpunkt dieser Bewegung, sondern auch ihr geistliches Herz. Namen wie Luther, Melanchthon, Spalatin, Bugenhagen oder Agricola sind untrennbar mit Orten wie Wittenberg, Erfurt, Altenburg oder Leipzig verbunden. Hier wurde nicht nur Theologie getrieben, sondern Weltgeschichte geschrieben.

Martin Luther und der Jahrtausendsommer 1540

Martin Luther und der Jahrtausendsommer 1540

Martin Luther (KI gemeriert)

Der Sommer 1540 ging in die europäische Geschichte ein. Elf Monate lang fiel kaum Regen, Flüsse trockneten aus, Ernten verdarben. Zeitgenossen berichteten von Temperaturen über 40 Grad. In Lindau am Bodensee war das Wasser so niedrig, dass man die Stadt zu Fuß umrunden konnte. In vielen Regionen brach eine Hungersnot aus, und bald auch die Pest.

Auch Martin Luther erlebte diesen „Jahrtausendsommer“ – und er deutete ihn theologisch. Im Juli 1540 klagte er über die unerträgliche Hitze:

„Allhier solche Hitze und Dürre, dass unsäglich und unerträglich ist Tag und Nacht.“
Und er fügte hinzu:
„Komm, lieber jüngster Tag! Amen.“

Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein.

Predigt zum Reformationstag 2019 – Deuteronomium 6,4-9
Einführung der Kirchenältesten – Kirche Frohnsdorf

ZITAT 5. Mose 6,4 ?Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer.? So beginnt das wichtigste jüdische Gebet. Es ermahnt die Betenden, Gott zu lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn und Heiland Jesus Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,
heute ist der Tag im Jahr, an dem wir dem Reformationsbeginn vor etwas mehr als 500 Jahren gedenken. Reformation kommt vom lateinischen und bedeutet ja Widerherstellung und Erneuerung.
Erneuerung – ich weiß nicht wie es euch ergeht, aber spätesten seit der Wende leben wir in der Evangelischen Kirche in einem ständigen Veränderungsprozess. Ich weiß, dass er vielen von uns nicht gefällt. Auch mir an vielen Stellen nicht. Auf jeden Fall lässt er uns nicht zur Ruhe kommen. Und nicht alles an ihm ist wirklich positiv, ja wir machen dabei viele negative Erfahrungen.
Denn Reformation – Erneuerung bedeutet Veränderung und das kann auch sehr schmerzhaft sein. Es bleibt nicht mehr bei dem Alten und gewohnten Trott.
Das musste auch Martin Luther zu seiner Zeit im Umgang mit seiner Kirche erleben. Wir erleben es heute im Umgang mit unserer Kirche.
Und ich sage euch umso dankbarer bin ich, dass sich heute dennoch wieder unter euch, welche dazu bereitgefunden haben, auch weiterhin für die nächsten 6 Jahre für ihre Gemeinden Verantwortung zu übernehmen.
Und wir erleben es auch im ganz persönlichen Leben wie Erneuerung und Veränderung bei uns, vielleicht in der Familie, in der Firma, oder auch in der Politik, wie auch bei den Wahlen am vergangenen Sonntag, wie Erneuerung schmerzhaft sein kann.
Nun heute möchte ich es mit euch gerade in diesem Gottesdienst einmal exemplarisch am Volk Israel durchdenken. Den modernen Staat Israel gibt es ja nun seit
71 Jahren. Er wird immer wieder von manchen Staaten der Weltgemeinschaft und besonders von seinen Nachbarn in Frage gestellt. Aber für Israel in seiner 3500 jährigen und wenn man die Geschichten der Väter dazu zählt 4000 jährigen Geschichte ist das nichts neues. Denn solange das Volk existiert, wird es in Frage gestellt. Die Ereignisse vor ein paar Wochen in Halle machen uns das ja ganz deutlich. Das Volk hat eine sehr abwechslungsreiche und manchmal sehr tragische Geschichte erlebt, bis in unsere Neuzeit hinein.
Eines der wichtigsten Ereignisse am Anfang seiner Geschichte war der Auszug aus Ägypten und die anschließende Wüstenwanderung. Vom Ende dieser Wüstenwanderung kurz vor der Landnahme, kurz vor der Einnahme des Landes Kanaan berichtet heute unser Bibeltext.
Mose der Führer des Volkes Israel war nach anstrengendem Wirken alt geworden. Er weiß, dass er bald sterben wird.