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Gottes Liebe – Impulsgeber für unsere menschliche Liebe

Predigt Joh. 15, 9-12 (13-17) –  21.Stg.n. Trinitatis Reinsdorf 2013

ehemaliges Denkmal in Nobitz

ehemaliges Denkmal in Nobitz

Liebe Gemeinde,

L I E B E – fünf Buchstaben und man stellt sich unter diesen vieles vor. Es ist eines der meist gebrauchten und meist missbrauchten Worte, die wir in unserem Munde führen, und das täglich.
Ganze Wirtschaftszweige leben von diesen fünf Buchstaben. Da sei nur einmal als negatives Beispiel die Sexindustrie genannt. Doch auch in der Musikindustrie wird dieses Wort gebraucht und missbraucht. Vom Schlager bis zur Liebesballade, vom Hip-Hop bis zur Opernarie, überall wird dieses Wort besungen.
Es wird ganz schnell deutlich, dass Liebe etwas ist, was wir alle Menschen brauchen, wonach wir uns alle sehnen. Doch mit der Liebe wird auch viel Missbrauch getrieben.
Erfahren wir in unserem Leben keine Liebe, spüren wir nur recht schnell, dass wir ohne sie ein Defizit haben.
Das weiß auch Jesus, darum zeigt er uns, wo und wie wir dieses Defizit füllen können, wo wir Liebe in einer besonderen Weise erfahren. Soviel Liebe, dass wir sie im überreichen Maß haben und dann weitergeben können.
Wir hören die Worte Jesu dazu aus dem Johannesevangelium Kapitel 15:

9 »Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe
10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich immer die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
11 Ich sage euch das, damit meine Freude euch erfüllt und eure Freude vollkommen ist.
12 Liebt einander, wie ich euch geliebt habe; das ist mein Gebot.
13 Niemand liebt seine Freunde mehr als der, der sein Leben für sie hergibt.
14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
15 Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Diener. Denn ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut; ich aber habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat. Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was immer es auch sei.
17 Einander zu lieben – das ist das Gebot, das ich euch gebe.«

Wenn ich diese Worte lese, dann werde ich immer an den Friedhof in meiner ersten Gemeinde in Nobitz erinnert. Dort stand ein Kreuz als Gedenkstein für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges. Leider hat man dieses im vorigen Jahr beseitigt, was mich sehr ärgert. Da man damit ein Stück seiner eigenen Ortskirchengeschichte mit Füßen getreten hat. Dieses Kreuz wurde 1953 aufgestellt, also zu einer Zeit, wo so etwas so gut wie unmöglich war, so etwas zu tun. Dennoch haben es der damalige Pfarrer und die Kirchengemeinden gegen allen Widerstand der damals Herrschenden durchgesetzt, dass das Kreuz errichtet wurde. Eines konnten sie nicht erreichen, dass auf dem Kreuz die Worte standen: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ Wenigstens die Bibelstelle wurde aufgemeißelt: Joh.15,13.
Im 2. Weltkrieg haben viele Menschen ihr Leben lassen müssen. Aber nicht für die Freunde, sondern für einen totalitären und menschenentwürdigenden Staat. Und daher war ich sogar froh, dass nur die Bibelstelle stand, denn der Text war sonst etwas missverständlich.

Andererseits stand dieses gleiche Wort früher über Altar und Kanzel in der damaligen Pfarrkirche meiner Heimatgemeinde. Doch da wurde durch das Kreuz deutlich, wer der eine war, der sein Leben für seine Freunde gelassen hat – Jesus Christus.

Heute stellt der Predigttext an uns die Frage, was bedeutet dieses Wort Liebe für uns? Dabei geht es in ganz besonderer Weise um die göttliche Liebe – die Agape. Es ist die Liebe – mit der Gott seinen Sohn Jesus Christus für uns opferte.

  • Welchen Einfluss hat diese Liebe in unserem Leben?
  • Wie wird durch sie unserer Glauben bestimmt bzw. bestimmt sie unseren Glauben?
  • Welche Konsequenzen hat das für unser alltägliches Leben heute?

Das erste – es geht hier nicht um irgendwelche Ethik und Moral in unserem Leben. Es geht hier auch nicht um irgendwelche platonische Liebe. Es geht hier um ein Liebe, die aus Beziehungen heraus entsteht.

Zuerst aus der Beziehung zwischen Gott, dem Vater, und seinem Sohn Jesus, so dass Jesus bereit war sein Leben zu opfern. Dass so die göttliche Liebe Mensch werden konnte. Dann eben aus der Beziehung zwischen uns und Gott, zwischen mir und Gott. Dass genau diese Liebe mir gilt, dass Ich diese göttliche Liebe erfahren kann: Göttliche Liebe, die mein Leben verändert. Wir brauchen es, das Gott mit seiner Gnade in uns wirkt.
Jesus sagt zu uns: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!“
Jesus ruft uns in Nachfolge, sich mit ihm auf den Weg machen. Diese Liebe Gottes dürfen wir für uns ganz persönlich annehmen und sie im Alltag leben. Vielleicht sogar aus der göttlichen Liebe heraus dann auch den lieben, der uns nicht lieben kann und nicht lieben will.
Das ist nur möglich, wenn wir uns wirklich von Gott seine Liebe und Gnade schenken lasse und sie von ganzem Herzen annehmen.

Zwei Punkte werden deutlich: Jesus Christus ruft uns zur Liebe auf und Jesus Christus ist die Liebe hinein.
Daher sind wir persönlich gefragt. Unser Predigttext ist eine Beziehungsaufforderung von Jesus. Und wenn es um Beziehungen geht, dann wird es immer persönlich. Dann kann man nicht außen davor stehen. Deshalb noch einmal, wenn wir das Beziehungsangebot Jesu ganz persönlich für uns annehmen, hat das für uns und unser Leben Konsequenzen:

1. Jesus macht uns zu Freunden Gottes.
Wir wissen es, dass es für uns unmöglich ist, uns zuerst auf Gott hin zu bewegen.
Im Konfirmandenkurs machen wir immer wieder einmal eine kleine Übung und stellen dieses „Sich zu Gott bewegen wollen und nicht können“ bildlich dar.
Da werden zwei Tische in einem Abstand voneinander aufgestellt. Auf dem einen Tisch ist Gott und auf der anderen Seite sind wir und dazwischen ist ein Graben. Was wir auch versucht haben, wir kamen nicht hinüber. Der Graben war zu groß. Erst als von Gottes Seite ein Brett herüber geschoben wurde, war es möglich hinüber zu gelangen. Und das Brett ist das Kreuz Jesu Christi. Gott sandte seinen Sohn, damit wir mit ihm Gemeinschaft haben.
In Jesus kommt Gott auf uns zu und darin begründet sich seine Liebe und seine Freundschaft.
Das erste Wort, welches Jesus im Predigttext sagt, ist das Wort Vater. Er nennt Gott Vater. Sicher haben in unserer Zeit manche Menschen mit dem Wort „Vater“ große Probleme. Manche haben damit negative Erfahrungen und manche gar keine. Da ist uns Jesus als Freund und Bruder viel sympathischer.
Gottes Freundschaft hebt den Abstand zwischen ihm und uns nicht auf.
Ein väterlicher Freund oder eine mütterliche Freundin ist doch schon etwas anderes als der beste Kumpel am Stammtisch oder die Freundin, mit der man Shoppen geht.
Jesus begegnet uns als Freund und Bruder und doch ist er sogleich unser Herr, dessen Gebot und Auftrag uns gilt. Das Gebot der Liebe, die von Gott kommt und an die anderen Menschen weiter gegeben werden sollen.

2. Jesus bestimmt unser Leben durch seine Liebe
Jesus gibt uns den Auftrag, dass wir einander lieben sollen. Doch mal ehrlich, lässt sich solche Liebe einfach so anordnen?
Wird der Unsympathische auf einmal mir sympathisch, nur weil das Jesus auf einmal so will?
Das liegt vielleicht daran, dass wir eine falsche Vorstellung von der Liebe haben. Seit der Romantik verstehen wir in unserer Gesellschaft Liebe viel zu einseitig nur als Gefühl.

Und genau daran scheitern viele Ehen, dass Mann und Frau in der Illusion leben, ihre Beziehung müsste immer von gegenseitigen Sympathie- und Glücksgefühlen erfüllt sein.

  • Und welche Erwartungen haben wir in unserer Gemeinde von dem Anderen?
  • Erwarten wir nicht eine irrationale Harmonie unter uns?

Manchmal sage ich: „In der Kirche menschelt es!“
Genau darum brauchen wir die Liebe Jesu und müssen in ihr bleiben.
Das bedeutet, dass der Geist Jesu uns immer wieder hilft, Spannungen auszuhalten, gegenseitig zu verstehen und aufeinander zuzugehen. Auf Grund dieser Gemeinsamkeit in Jesus Christus Unterschiede zu ertragen und aufeinander zu zugehen.
Wahre Liebe ist zum Leiden bereit, aber sie nutzt diese Bereitschaft nicht aus.

3. Jesus lässt uns an der Mission seiner Liebe teilnehmen.
Jesus hat uns einen Auftrag gegeben. Wir sollen Frucht bringen. Das bedeutet, dass wir, die wir jetzt hier als Gemeinde Gottesdienst feiern, nicht weiter zusammen hocken sollen, sondern gehen müssen. Wir müssen gehen in den Montag hinein, hinein in unseren Alltag! Wir gehen wieder in unser Privatleben. Wir gehen morgen wieder zur Arbeit, zur Schule, in unser gesellschaftliches Leben. Wir gehen zu unseren Mitmenschen. Dabei nehmen wir heute eine Mission, einen Auftrag von Jesus mit. Wir werden von Jesus gesandt. Im Alltag soll durch uns die Liebe Jesu für unsere Mitmenschen spürbar und erfahrbar werden. Die Liebe Jesu muss sich im Leben der Gläubigen, das heißt also in unserem Leben widerspiegeln.

Es ist heute schwer mit der Sprache der Lehre die Frohe Botschaft von Jesus Christus unseren Mitmenschen nahe zu bringen. Sie ist abgenutzt und für viele unserer Mitmenschen nicht mehr zugänglich. Darum braucht es heute besonders die Sprache der aktiven und tätigen Liebe. Viele können diese Botschaft nur hören, wenn sie sich durch positive Erfahrung mit Christen dafür öffnen.

Unsere Bitte soll es darum sein, dass die Liebe Jesu von uns und durch uns ausstrahlt auf die Menschen um uns herum. Amen.

 

„Was würde Jesus dazu sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“

Kirchenbänke

Kirchenbänke

Predigt zum 20. Stg. n. Trinitatis 13. Oktober 2013 – Fraureuth und Reinsdorf – Markus 2,23-28

Liebe Gemeinde,

es lässt sich gar nicht so einfach immer als Christ leben. Manchmal weiß man gar nicht, wie man richtig leben soll. Uns stellt sich sogar die Frage sollen wir diesen Weg in unserem Leben gehen oder sollen wir jeden Weg gehen? Oder wir fragen uns, ist es richtig jenem Rat zu vertrauen oder dem Rat des anderen.
Was sollen wir tun?
Nur zu schnell merken wir immer wieder, dass unser Leben nicht in Schwarz und Weiß verläuft, sonder, dass es da viele Graustufen gibt.
Und manchmal kann es sogar passieren, dass jede Entscheidung, die wir treffen am Ende auch negative Folgen hat. Auch das gibt es.
Aber dann stellt sich die Frage, was sollen wir tun?
(Fraureuth: Ich werde heute noch einmal die Gedanken aus meiner Andacht aus der Freien Presse aufnehmen.)

Vielleicht haben Sie schon einmal von dem streitbaren hessischen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller gehört. Er gehörte zu den persönlichen KZ-Häftlingen Hitlers während des zweiten Weltkrieges, erst in Sachsenhausen und dann in Dachau.
Nach dem Krieg kämpft er als Kirchenpräsidenten gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und war in der Friedensbewegung engagiert. Dadurch war er im Westen damals teilweise umstritten und in der DDR anerkannt, Das hatte zu Folge, das selbst in der DDR in den siebziger Jahren eine Biografie über ihn erschien. Und dieser Biografie hatte den Titel „Was würde Jesus dazu sagen?“

Die Frage „Was würde Jesus dazu sagen?“ wurde zu einem Markenzeichen von Niemöllers Denken. So erkannte er in engem Rahmen eine relative Autonomie des Politischen an, zunehmend aber betrachtete er politische Entscheidungen als Glaubensentscheidungen.
Seit dem ich diese Biografie gelesen habe, hat mich diese Frage nicht mehr losgelassen.

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand über der Frage „Was würde Jesus tun? eine Jugendbewegung. Junge Menschen haben auf Basis dieser Frage begonnen ihren Glauben zu leben. Diese Fragestellung ist ja so ähnlich. Die Jugendlichen fragten genau danach, wie Jesus handeln würde, was Jesus zu ihrem Leben sagen würde, wie es verändert werden könnte.

Und heute in unserem Predigttext kommen ein paar Typen zu Jesus, die ihn provozieren, weil das Handeln der Leute Jesu nicht der Norm entspricht. Es waren die Pharisäer. Sie waren nicht da, um von Jesus zu lernen, sondern um ihn auszuspionieren. Sie sagen zu ihm: Jesus sage doch deinen Leuten. Sage deinen Leuten, dass sie das tun, was man tut, das sie das tun, was wir wollen. Das sollen sie tun.

Wir lesen einmal aus Markus 2, 23-28:
Jesus ist Herr über den Sabbat
23 An einem Sabbat ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger fingen an, am Weg entlang Ähren abzureißen ´und die Körner zu essen`.
24 Da sagten die Pharisäer zu ihm: »Hast du gesehen, was sie da tun? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt!«
25 Jesus entgegnete: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter nichts zu essen hatten und Hunger litten?
26 Wie er damals – zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar – ins Haus Gottes ging und von den geweihten Broten aß, von denen doch nur die Priester essen dürfen, und wie er auch seinen Begleitern davon gab?«
27 Und Jesus fügte hinzu: »Der Sabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.
28 Darum ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.«

Also es geht eigentlich genau umgekehrt, die Pharisäer kommen erst einmal zu Jesus und sagen: Jesus, sage mal deinen Leuten, dass sie nicht tun.
Ehrlich so etwas hasse ich, wenn Leute über dritte, etwas ausrichten lassen. Die Pharisäer sind richtig feige. Können die das den Jüngern nicht selber sagen. Nein Jesus soll es sagen. Sie wollen seine Autorität aus nutzen, als wenn sie keine haben. Dabei müssten sie doch welche haben, schließlich sind sie doch die Führungskräfte des Volkes.
Es wäre so, als wenn Frau Merkel zu mir käme und zu mir sagte: Sagen sie mal bitte Ihren Gemeindegliedern, dass sie noch ihre Steuern bezahlen müssten. Also das ist nicht meine Aufgabe, sondern der Finanzämter. Sicher hat Jesus gesagt: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser ist und was Gott ist.“ Aber darum geht es nicht.

Für Jesus geht es um das rechte Leben mit Gott oder wir würden es mit den frommen Begriff der Heiligung umschreiben. Die Pharisäer verstehen darin, dass ein Mensch die Gebote Gottes halten muss und jeden Sabbat in die Synagoge geht und am Sabbat nicht arbeitet. Das Ährenausraufen der Jünger sahen die Pharisäer schon als Arbeit an. Das können sie von Sonntag bis Freitag tun, aber nicht am Sabbat. Damit hatten sie etwas, wo mit sie Jesus endlich mal anschwärzen konnten und ihm zeigen konnten, dass er und seine Leute nicht so fromm sind, wie sie tun. Es stimmt, dass der Sabbat geheiligt werden soll, nach den 10 Geboten, aber die Form und die strenge haben die Pharisäer aufgestellt. Es waren daher streng genommen pharisäische Regeln, die da von den Jüngern befolgt werden sollten.

Auch für uns stellt sich heute die Frage: Wie sieht denn aus unserer Sicht das rechte Leben mit Gott aus? Wie würde denn unserer Meinung nach Heiligung aussehen?  Haben wir dazu auch unsere Regeln auf gestellt, die wir befolgen – und vielleicht erwarten, dass andere sie auch befolgen? Jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen? Montags in die Gemeinschaftsstunde (Kirchenchor) (Dienstags Posaunenchor + Kirchenchor Donnerstags Gebetsstunde oder Frauenstunde) Also das komplette Gemeindeprogramm und immer aktiv mitarbeiten? Vielleicht ist man dann sogar der Meinung man würde Gott richtig gut gefallen. Man bekommt dann einen prima Platz im Himmel!

Was meinen Sie „Würde Jesus in den Gottesdienst gehen? Also, was würde Jesus tun?“ Meine ganz persönliche Antwort wäre: „Ja und Nein!“ Weil um eine richtige Antwort zu finden, müssten wir erst einmal fragen, in welchen Gottesdienst? Dabei spielt die Form des Gottesdienste die geringste Rolle, ob er liturgisch einwandfrei ist oder ob er ein offener Lobpreisgottesdienst oder ein Familiengottesdienst oder ein Sonst-wer-weiß-was-Gottesdienst ist. Es stellt sich eine ganz andere Frage: Was ist der Gottesdienst für Sie? Welche Bedeutung hat er für ihr religiöses Leben, für ihren Glauben an Gott? Ist er eine Lebenshilfe und der Ort der Begegnung mit Gott oder ist es nur eine religiöse Pflichterfüllung um sich bei Gott Liebkind zu machen?

Wenn es das Letzte ist, dass sie nur Gottesdienst feiern, um sich bei Gott Liebkind zu machen, dann werden sie Jesus nicht in dem Gottesdienst treffen. Dann ist er nicht da. In so einen Gottesdienst geht Jesus nicht. Denn da ist es, wie bei dem Sabbat – da sind wir Menschen nur für den Gottesdienst da. Aber da, wo Jesus genau das über den Gottesdienst sagen kann, was er über den Sabbat sagt – dass der Sabbat für den Menschen da ist, da wird der Gottesdienst als Lebenshilfe und als Ort der Begegnung mit Gott erfahren, da wird auch Jesus mit dabei sein. Diesen Gottesdienst will er gern feiern, den will Jesus gern mit uns feiern.

Wer von uns solche Gottesdienste feiert, der erfährt dann auch für den Alltag den Beistand und die Hilfe Gottes. Der kann dann sein Leben mit den Fragen: „Was würde Jesus dazu sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“ nach Gottes Willen in ganz positiver Weise gestalten.

Natürlich bekommen wir nicht immer sofort und jetzt eine Antwort auf diese Fragen. Manchmal bedarf es ein gewisses Ringen um die Antwort. Manchmal dauert das sogar etwas. Vielleicht ist dann ein Ringen im Gebet an einem stillen Ort nötig. Manchmal muss man sich sogar in ein Kloster zurückziehen. Oder die tägliche Bibellese mit eine stillen Zeit kann Antworten auf die Fragen und damit Lebenshilfe geben oder das Gespräch mit einem Mitchristen oder einem Seelsorger und dem gemeinsamen Gebet. Manchmal können es auch Lebensumstände sein, die Wegweisung geben. Auch das ist möglich.

Aber wenn wir uns diese Fragen stellen und das Leben Jesu und sein Handeln und Wirken uns vor Augen halten, wird er uns dann Antwort und Wegweisung geben. „Was würde Jesus sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“

Und zum Schluss noch das Wort, das uns ermutigt die Botschaft dieses Sonntags in unseren Alltag in unserem Morgen umzusetzen:
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6, 8)

 Bei Gott geht es immer zuerst um seine Liebe zu uns, dafür musst Jesus am Kreuz mit seinem Leben bezahlen, so dass wir bei Gott eine Zukunft und das ewige Leben haben. Mit seinen Geboten und Gesetzen gibt er uns eine Richtschnur und Wegweisung diesen Weg der Liebe Gottes zu gehen und in unserem Leben Gestalt werden zu lassen. Mit diesem Gottvertrauen dürfen wir in das Morgen und in die neue Woche gehen und unseren Alltag mit Gott gestalten.  Amen.

Gebt der Liebe in der Ehe eine Chance!

(c) sxc.hu/theswedish

(c) sxc.hu/theswedish

“Ach Herr Pfarrer, wir haben uns auseinander gelebt. Wir haben keine Gefühle mehr füreinander. Es ist keine Liebe mehr da.”

Wie oft hört man das als Pfarrer von Menschen, die sich in ihrer Ehe auseinander gelebt und getrennt haben. Sie haben sich vielleicht nach 5 Jahren, 10 Jahren oder kurz vor der Silberhochzeit getrennt. Manchmal sind familiäre oder berufliche Einschnitte der Auslöser. Die Kinder sind aus dem Haus, einer der Ehepartner hat eine neue Arbeitsstelle und vieles mehr.

Auch einige von mir getraute Paare sind schon geschieden. Doch kann man das nicht verhindern, dass die Liebe erkaltet und stirbt? Und was ist, wenn die Liebe erkaltet ist? Kann man ihr nicht eine neue Chance zum Aufblühen geben? Weiterlesen

Wie gehen wir in unseren Gemeinden mit unseren hauptamtlichen und nebenamtlichen Mitarbeitern um?

(c) sxc.hu/svilen001

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Das Hauptaugenmerk in unserer Gemeindearbeit legen wir auf unsere Gemeindeglieder und Ehrenamtliche. Wir wollen, dass sie sich in der Gemeinde wohlfühlen. Sie sollen hier Geborgenheit und Heimat erfahren. Es soll für sie in der Gemeinde die Liebe Christi erfahrbar werden. Um die ehrenamtlichen Mitarbeiter in unseren Gemeinden kümmern wir uns in ganz besonderer Weise. Sie sind ja die, die vieles in der Gemeinde tun und bewegen. Ohne sie würde vieles nicht laufen. Das ist richtig, dass wir das tun. Dann bemühen wir uns als Gemeinde noch um Menschen, die außerhalb der Gemeinde sind. Wir wollen, dass sie durch uns etwas von dem Liebesangebot Gottes erfahren.
Doch dann gibt es eine Gruppe von Menschen, die wir in der Gemeinde brauchen und dennoch viel zu sehr vernachlässigen. Das sind die haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiter in unseren Gemeinden. Weiterlesen

Die Führung und Leitung von Mitarbeitern in der Gemeinde unter Anwendung der Skill-Will-Matrix

(c) sxc.hu/pinzino

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In einer Gemeinde brauchen alle Mitarbeiter, egal ob es ehrenamtliche oder hauptamtliche sind, mehr oder weniger Leitung und Anleitung, damit sie gemeinsam auf dem Weg sind und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Besonders ehrenamtliche Mitarbeiter brauchen Führung. Es kann in einer Gemeinde nicht jeder machen , was er will, wo zu es ihm gerade Lust ist. Leider erleben wir das viel zu oft. Andererseits gibt es Leute in der Gemeinde, die machen Dinge in der Gemeinde, weil sie gemacht werden müssen, obwohl sie selber dafür nicht geeignet sind. Das Ergebnis ist dann manchmal entsprechend. So wie jeder Mensch verschieden ist, gibt es in der Gemeinde daher recht unterschiedliche Typen von Mitarbeitern. Sie bewegen sich in der Mitarbeit zwischen Können (Skill) und Wollen (Will). Damit sie in der Gemeinde erfolgreich sind und sich in ihrer Aufgabe wohl fühlen, müssen sie richtig eingesetzt werden. Dabei gibt es nie den Typen des Mitarbeiters. Ja der Mitarbeiter wird selten der eine Typ bleiben. Oft wird er zwischen den verschiedenen Typen hin und her wechseln, je nach Aufgabe, Anforderung und auch persönlicher Stimmung. Weiterlesen

Es wird nur mit Wasser gekocht

(c) sxc.hu/rubenshito

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Das wird in allem, was in der Gemeinde passiert, deutlich. Zum ersten ist die Gemeinde der Ort, wo sich ehrenamtlich betätigen. Es sind Menschen, die bereit sind sich einzusetzen, mit ihren Gaben und Fähigkeiten, aber auch mit ihrem Unvermögen, die erst einmal kommen und sagen: „ Ich möchte etwas tun.“ Es sind keine Profis, keine Experten, selten jemand, der eine passende Ausbildung hat. Manchmal kann das sicher frustrierend sein, wenn es dadurch irgendwie nicht vorwärts geht, wenn die Qualität der Arbeit nicht stimmt. Wenn man mehr in das hineinlegen muss jemanden anzuleiten, als wenn man es selber getan hätte.

Manchmal erlebt man Gemeinden, die sich einbilden sie seien etwas Besonderes. Auch in der Bibel gab es das ja schon. Da bilden sie sich etwas auf ihre Kultur ein, ihre Geschichte, ihr Geldvermögen und Spendenfreudigkeit, die Zahl der Mitarbeiter oder die Besucherzahl im Gottesdienst. Das hindert manchmal sehr in der Gemeindearbeit vorwärts zu kommen. Denn oft will man auf dem Bestehenden stehen bleiben und sich nicht weiter bewegen. Weiterlesen

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