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Verhalten

Undercover Pastor – zu Jakobus 2,1-13

www.sxc.hu/imaspy

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In einer Gemeinde in Amerika war ein Pastor als Vakanzvertretung tätig. An einem Sonntagmorgen vor dem Gottesdienst rasierte er sich nicht, duschte nicht und putze auch seine Zähne nicht. Er zog seine schlechtesten Klamotten an, die er fand. Sie waren schmutzig, fleckig, abgenutzt und rochen auch, weil sie eigentlich in dem Müll sollten. Dann ging er in ein Geschäft (in Amerika sind die Geschäfte auch sonntags geöffnet) und kaufte eine Flasche Bier und lieh sich einen Einkaufswagen. Er füllte den Wagen mit Kartons, Aluminiumdosen und anderen Müll. Weiterlesen

Männliches Rollenverhalten – gibt es so etwas!?

Käseliebhaber

(c) istockphoto.com / Tempura

Da habe ich bei Google einmal Mannsein eingegeben und es war sehr interessant, was dabei zum Vorschein kam. Da gibt es erst einmal in Augsburg einen Verein Mannsein e.V.. Aber so richtig bin ich nicht dahinter gestiegen, was dieser Verein will. Gruppengespräche und ähnliches, wahrscheinlich das Aufarbeiten von männlichen Defiziten. Sicher ist das notwendig, aber kann das alles sein?

Noch interessanter ist neben Artikeln aus der Welt und der FAZ der Beitrag einer Frau “Wie wird ein Mann ein Mann? Männliches Rollenverhalten und wie es entsteht”. Dieser Beitrag von Evelyne Muck steht im (ein interessanter Titel) Familienhandbuch des Staatsinstitutes für Frühpädagogik (IFP). Ich dachte immer Männer schreiben über Männer und Frauen über Frauen, aber weit gefehlt.

Nun sie teilt ihren Artikel in drei Teile:

1. Männliches Rollenverhalten – was ist das?
2. Früh übt sich, was ein richtiger Mann werden soll: männliches Rollenverhalten – auch schon bei kleinen Jungen
3. Schlussbemerkungen

Eigentlich regt mich schon der Titel auf “Männliches Rollenverhalten”. Mal ehrlich – ich bin doch kein Affe, der alles nachäfft. Und ob mein Mannsein mir wirklich nur anerzogen wird, mag ich bezweifeln. Ob meine Männlichkeit erst erworben und erarbeitet wird, möchte ich doch bezweifeln. Ich denke, Mannsein und Frausein hat der Schöpfer schon vom ersten Punkt des Werdens in den Menschen hinein gelegt. Es ist meines Erachtens um es mit wissenschaftlichen Worten auszudrücken archetypisch.

Der Artikel beginnt damit, dass jeder den Satz “Sei ein Mann!” kennt, aber keiner den Satz “Sei eine Frau!”. Das ist sehr schade, denn manchmal müsste man heute auch sagen “Sei eine Frau!”.

Im Prinzip hat Frau Muck schon recht, dass es solche Rollenspiele in der Welt gibt. Doch muss man ganz klar fragen, macht das, was sie in ihrem Beitrag darlegt, wirklich das Mann sein aus. Viele der dargelegten Rollenfunktionen sind ja mittlerweile in unserer modernen und postmodernen Zeit stückweise verloren gegangen.

Der Mann als Beschützer und Ernährer, den gibt es zum großen Teil in unserer Gesellschaft so nicht mehr. Das neue Elterngesetz zwingt den Mann fast mindestens für eine gewisse Zeit (2 Monate) Hausmann zu sein, wenn man die staatliche Förderung in Anspruch nehmen will).

Der Mann als Familienvater, schön wäre es, wenn es ihn auch weiterhin gäbe. Kinder brauchen eben nicht nur ihre Mütter, sondern auch die Väter.

Der Mann als Partner, das ist keine Rolle, die antrainiert werden muss, sondern archetypisch. In beiden Schöpfungsberichten (1.Mose 1+2) wird immer wieder die Partnerschaft von Mann und Frau betont. Doch leider ist dieses Partnersein im gesellschaftlichen Kontext verloren gegangen und muss neu erarbeitet werden. Auch bei mir ist das so, andererseits stehen wir Männer in der Gefahr diesbezüglich von unseren Frauen überfordert zu werden.

Im zweiten Teil geht es um das frühe Antrainieren des männlichen Rollenverhalten. Wie gesagt, vieles ist in dem Artikel richtig, doch für mich fehlt religiös gesehen der schöpferische Ansatz und nichtreligiös der archetypische Ansatz.

Ich kann nur sagen Rollen spielt man – man tut, was die anderen erwarten. Das ist nicht echt. Aber das, was der Schöpfer in uns hineingelegt hat und das wir in unserem Menschsein, Mannsein oder Frausein leben, das sind wir wirklich.

Wer soll ich als Mann sein?

Warten auf den Showdown

(c) istockphoto.com / © Rasmus Rasmussen

Das ist die große Frage, die sich jeder Mann stellt? Soll ich Sitzpinkler oder Stehpinkler sein? Soll ich Warmduscher oder Kaltduscher sein? Soll ich hart sein wie Eisen oder weich wie Butter? Gefrorene Butter kann auch ganz schön hart sein.  Soll ich leiten und führen oder wie ein Schaf hinterher trotten.  Soll ich die Kuh sein, die man melken kann (sprich der viel Money nach Hause bringt) oder der Ochse, der mit dem Kopf durch die Wand will? Ich könnte die Liste weiterführen und würde nicht so schnell zum Ende kommen.

Markus Hofer bringt in seinem Buch Männersache einen sehr interessanten Vergleich, dem es lohnt nachzugehen. Von welchem Mann wünschte sich eine Karrierefrau, die auf Emanzipation und Gleichberechtigung aus ist, ein Kind. Von einem Versager, vielleicht einem Alkoholiker, einem der unter der Brücke schläft oder einem netten Arbeitslosen, der ja Zeit für das Kind hat? Wohl kaum! Von einem Mann, der der Vater ihres Kindes sein soll, erwartet sie beste Qualitäten, ehrgeizig, erfolgsorientiert und der weiß, wie man Geld verdient.

Irgendwie ist das richtig paradox, was man da von uns Männern so erwartet, manchmal richtig schizophren.

Wie soll man denn als Mann sein? Nicht zu vergessen, was da so die restliche Welt von mir als Mann erwartet. Die Kumpels am Stammtisch und auf dem Fußballplatz erwarten von mir, dass ich kein Weichei und keine Memme bin. Der Chef erwartet von mir den Radfahrer nach oben bücken und nach unten treten. Die Arbeitskollegen erwarten von mir den loyalen Partner. Der Kirchenvorstand erwartet von mir den aktiven und verantwortungsvollen Mitarbeiter. Die Kinder den liebevollen Vater. Die Frau den zu hörenden Ehepartner, der aber auch bereit ist, sich in Krisen nicht zurückzuziehen, sondern in Angriffsstellung zu gehen und sich einzusetzen, auf jeden Fall, wenn es um die Belange der Familie.

Wer würde da nicht, wenn er das alles liest, stöhnen und fragen: “Wo habe ich da noch Platz für mich selber?” Oder nur drei Worte, die Dietrich Bonhoeffer sicher in einer anderen Situation sagt: “Wer bin ich?” Aber ich kann mir gut vorstellen, dass mancher Mann sein Mannsein als Gefängnis empfindet.

Ich wünsche uns, dass wir am Ende auch zu der Antwort finden, die Dietrich Bonhoeffer gibt: Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin? Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

Dein bin ich, o Gott! – Ich werde hier keine absolute letztgültige Antwort auf das Mannsein geben. Ich möchte mich mit auf die Suche machen, Fragen stellen, Gedankensplitter einwerfen, diskutieren, nachdenken – und wenn eine Antwort, dann ist es nur ein Teil, ein Bruchstück.

Vielleicht erst einmal bei aller getrennter Betrachtungsweise, Mann und Frau gehören nach dem biblischen Schöpfungsbericht zusammen und sie haben einen kollektiven, partnerschaftlichen Auftrag: “Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde!” 1. Mose 1,28

Im anderen Schöpfungsbericht ist es der Mann, der den Tieren den Namen gibt, auf der Suche nach dem Gegenüber, der Partnerin. Da wird sicher deutlich, dass unser Mannsein sich am Gegenüber, an der Frau definiert. Ja sie werden massiv aneinander gebunden.

Und doch wird das immer wieder missverstanden und falsch gedeutet, mit einem Hineingepresstwerden in Klischees und Rollen, die nicht nützen, sondern zerstören.

Wer soll ich als Mann sein? Ich soll ich sein – ein von Gott geliebtes Menschenkind. Auf dieser Basis kann ich mein Mannsein aufbauen.

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