Aufhören, zu sagen: „Mit der Kirche geht es zu Ende“!

Jesus am Kreuz

Jesus am Kreuz

Es gibt eine Geschichte aus der DDR-Zeit, ob sie so geschehen ist oder nicht, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist sie symptomatisch für diese Zeit. Einmal wurde ein Superintendent und der Pfarrkonvent zum Rat des Kreises bestellt. Damit es wenigstens den Anschein hatte, dass er sich in der kirchlichen Materie etwas auskennt und dass es ja mit der Kirche auch langsam zu Ende geht, machte der Vorsitzende des Rat des Kreises zu dem Superintendenten und den Pfarrern eine scheinbar biblisch-fromme Bemerkung: „Naja mit der Kirche ist es ja auch Matthäi am Letzten.“ Da nahm der Superintendent seine Bibel und las dem Vorsitzenden des Rat des Kreises eben Matthäi am Letzen vor:
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Gottes Wort führt uns zum Fundament des Glaubens

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Predigt am 6. Sonntag nach Trinitatis 2014 – 1. Petrus 2,2-10

Liebe Gemeinde,
in diesen Tagen bewegt uns das Schicksal unserer Schwester und Brüder von Mosul, die durch die ISIS, den militanten irakischen Terroristen verfolgt werden. Sie wurden vor die Wahl gestellt, zu konvertieren oder eine Sondersteuer zu zahlen. Anderenfalls würden sie ermordet. Seither sind nahezu alle Christen aus der Stadt geflohen. Am Ende blieb ihnen nur die Flucht, denn selbst bei einer Sondersteuer besteht ja die Gefahr ermordet zu werden.
Aus Solidarität mit den Christen aus Mosul haben jetzt viele Christen in den Sozialen Medien ihr Profil-Foto mit einem arabischen N gekennzeichnet bzw. ausgewechselt. Denn mit einem Arabischen N wurden die Häuser der Christen in Mosul markiert. Wir kennen ja so etwas noch aus unserer deutschen Geschichte. Das arabische N steht für Nazarener/Christen, also die gehören zu Jesus, dem Nazarener. Weiterlesen

Priestertum aller Gläubigen – jeder Christ hat Teil daran

Gerade in der Diskussion um die Zukunft der Kirche und ihre missionale Sendung taucht immer wieder das besonders in der Reformation postulierte Priestertum aller Gläubigen auf. Das ist auch richtig so. Denn die Urkirche kann ja nicht den so fest angestellten Mitarbeiter, sondern jeder hatte seine Aufgabe und seinen Dienst in der Gemeinde. Doch als erstes geht es ja beim Priestertum der Gläubigen nicht um den Dienst und um den Einsatz in der Gemeinde. Das wäre eine Verengung des Begriffes. Außerdem würde man den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Weiterlesen

Erneuerung der Kirche ist nur dann von Bestand, wenn es es eine Erneuerung aus dem Heiligen Geist ist!

Wenn wir im Spirituellen Gemeindemanagement von der Erneuerung der Kirche und von Gemeindeaufbau sprechen und dabei solche Dinge wie Management und Marketing anwenden, dann wissen wir, dass dieses alles nur Werkzeuge auf dem Weg sind, Gottes Gemeinde zu bauen. Es sind menschliche Werkzeuge, die uns Gott gegeben hat, diese dazu einzusetzen. Doch bei allem muss uns klar bleiben, dass entscheidend das Wirken des Heiligen Geist ist. Wo dieser nicht wirkt, ist alles nur ein äußeres Geschehen und hat keine wirkliche Zukunft. Darum sollte immer unser demütiges Gebet sein: „Komm Gott, Schöpfer, Heiliger Geist!“ Weiterlesen

Nachfolge – keine leichte Sache

Ist das ewige Leben nicht wert, jede Mühe und Plage auf sich zu nehmen? Es ist doch wahrhaftig kein geringer Unterschied, ob man den Himmel gewinnt oder verliert.     Thomas von Kempen

Ohne innere Liebe ist alles äußere Tun nichts nütze. Was aber aus Liebe geschieht, das ist groß, das bringt reiche Frucht, so gering und ungeachtet es im Auge des Menschen immer sein mag. Denn auf der Waage Gottes wiegt das, was dich zum Tun treibt, ungleich mehr als die Tat selber.     Thomas von Kempen

Wenn du dein Kreuz freudig trägst, wird es dich tragen.   Thomas von Kempen

„Viele folgen Jesus bis zum Brotbrechen beim Abendmahle, aber wenige bis zum Trinken aus dem Leidenskelche. Viele ehren seine Wunder, die er getan, aber wenige teilen mit ihm die Schmach des Kreuzes, die er gelitten hat.“     Thomas von Kempen

Neues Leben und begründete Hoffnung – was ist es uns wert?

Christus der WeltenherrscherPredigt am  Sonntag Quasimodogeniti – Fraureuth und Gottesgrün  – 1.Petrus 1,3-12

Liebe Gemeinde,

nicht immer erkennt man den Wert einer Sache oder Gegenstandes sofort, oder man verkennt den Wert ganz und gar.

 

Nach der Wende kamen die Holländer nach Ostdeutschland und haben in den Dörfern alte Möbel aufgekauft. Da wurde auch manches schöne Stück für 50 DM oder auch nur für 20 DM verkauft, welches vielleicht einen Wert von 500 DM oder 1000 DM hatte. Wir konnten damals oft nicht den Wert der Möbel einschätzen.

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Damit es in uns hell werde!

Licht im Advent

Licht im Advent

Predigt zu 2. Korinther 4,6-10 am letzten Sonntag nach Epiphanias 24.01.2010 -gehalten in Fraureuth und Gottesgrün

Liebe Gemeinde,
am Freitag hatten wir ja in der Kirche in Fraureuth erlebt was eine kleine Kerze bewirken kann, wie so ein kleines Licht in der Dunkelheit Hoffnung geben kann. Ja wie dabei die Angst verschwindet.
Ich muss mich da an meine Kindheit erinnern, wenn es da hieß: „Gehe mal in den Keller und hole mal ein Glas Wurst.“ Ich muss dazu sagen, der Keller war alles andere als beleutet, nur eine Handlampe gab es. Nun da war es in den meisten Räumen dunkel. Erst wenn man die Handlampe nahm und in den Raum leuchtet, wurde er heller und man sah, was darin los war.
Als Kind hatte ich auch manchmal Angst im dunklen Keller. Da war ich froh, dass das Licht brannte.
Auch wir sind froh, wenn wir im Lichte leben. Und uns als Christen ist das wahre Lebenslicht gegeben. Das wahre Lebenslicht heißt Jesus Christus.
Sicher ist es heute sehr schwer, im Angesicht der Katastrophe von Haiti als von Jesus als dem aufgehendem Licht und als das Lebenslicht zu predigen. Doch sind wir ehrlich, wo als nur bei ihm finden wir wirklich Halt und Hoffnung. Dabei soll das aber kein Vertrösten in ein Jenseits sein, sondern Kraftquelle im Diesseits im Heute.
Ich habe die Blogeinträge der Kleinen Brüder und Schwestern in Haiti auf evangelisch.de gelesen. Sie haben über 20 Mitarbeiter verloren, welche im Erdbeben ums Leben gekommen sind. Doch mit welcher bis an den Rand der menschlichen Möglichkeiten gehenden Anstrengung wird hier geholfen. Und Kraft finden sie eben bei dem Lebenslicht Jesus Christus. Nicht nur sie, sondern viele andere, die in Haiti helfen und wirken.
Vom wahren Lebenslicht Jesus Christus spricht nun unser Predigttext heute. Es ist die Epistel aus 2. Korinther 4,6-10. Ich lese ihn nach der Neuen Genfer Übersetzung:

6 Denn derselbe Gott, der gesagt hat: »Aus der Finsternis soll Licht hervorstrahlen!«, der hat es auch in unseren Herzen hell werden lassen, sodass wir in der Person von Jesus Christus den vollen Glanz von Gottes Herrlichkeit erkennen.
7 Wir allerdings sind für diesen kostbaren Schatz, der uns anvertraut ist, nur wie zerbrechliche Gefäße, denn ´es soll deutlich werden, dass` die alles überragende Kraft, ´die in unserem Leben wirksam ist,` Gottes Kraft ist und nicht aus uns selbst kommt.
8 Von allen Seiten dringen Schwierigkeiten auf uns ein, und doch werden wir nicht erdrückt. ´Oft` wis-sen wir nicht mehr weiter, und doch verzweifeln wir nicht.
9 Wir werden verfolgt und sind doch nicht verlassen; wir werden zu Boden geworfen und kommen doch nicht um.
10 Auf Schritt und Tritt erfahren wir am eigenen Leib, was es heißt, am Sterben Jesu teilzuhaben. Aber gerade auf diese Weise soll auch sichtbar werden, dass wir schon jetzt, in unserem irdischen Dasein, am Leben des auferstandenen Jesus teilhaben.

Liebe Gemeinde,
„Aus der Finsternis soll Licht hervorstrahlen.“ Kriege und Terror, die Naturkatastrophen, wie eben die Erdbeben in Haiti sind Bilder der Dunkelheit. Manche sind durch die Menschen selber geschaffen, andere sind so hart wie das klingen mag, Ausdruck der Vergänglichkeit der Schöpfung Gottes auf unserer Erde in unserer Welt. Wir können diese Finsternis nicht begreifen und verstehen. Ja wir leiden darunter. Und eben aus dieser uns Menschen umgebenden Finsternis will das Licht des Lebens leuchten, will Jesus Christus leuchten.
Für den Apostel Paulus ist aber genau die Hintergründigkeit und Finsternis in der Welt eine Realität.
Dabei wird die Finsternis von ihm nicht als Naturereignis verstanden. Sondern es geht um Finsternis als Gottesferne, als Ergebnis der Macht der Finsternis. Dass es diese Finsternismächte gibt, darüber reden wir auch in der Kirche nicht gern. Wir reden viel lieber von den guten Seiten des Glaubens. Doch diese Finsternis ist Realität.
Aber nicht nur diese Finsternis gibt es, sondern auch in unserem eigenen Inneren gibt es Dunkelheit. Und wir leiden selber sogar darunter. Daher können wir das doch recht gut nachempfinden, was der Apostel Paulus so von unserem Menschsein schreibt:

– Wir sind zerbrechliche Gefäße – Terracotta. Uns bedrücken Krankheiten, Schmerz und Leid. Wir sind im Leben schon mit dem Tod gekennzeichnet.
– Von allen Seiten dringen Schwierigkeiten auf uns ein. Wir haben kaum Luft zum atmen. Wir wissen fast nicht mehr ein noch aus.
– Nun Verfolgung erleiden wir zwar hier in unse-rem Land nicht, aber wir brauchen nur etwas in unsere Welt hineinzuschauen. Wie viele Christen werden um ihres Glaubens willen verfolgt. Und dennoch ist es mittlerweile auch bei uns nicht mehr selbstverständlich, dass man an Jesus Christus glaubt. Ja selbst das ist nicht mehr selbstverständlich, dass man Glied einer Kirche oder Gemeinde ist. Manchmal hat christlicher Glaube auch an unserem Land den Charakter von etwas exotischem.
Und natürlich auch die kritische Anfrage unserer Mitmenschen z.B. beim Erdbeben in Haiti. Da hören wir die Fragen: „Wo war denn da euer Gott? Hat er sich verabschiedet?“
– Wir haben Anteil am Sterben Jesu und erfahren es auch an unserem eigenen Leben und zwar jeden Tag neu.

Paulus beschreibt hier die Vergänglichkeit und die Ärmlichkeit unseres menschlichen Daseins. Und ich muss sagen, wenn wir nur dieses hier hätten, wären wir eigentlich nur noch zu bedauern, dann wären wir das, was Paulus in 1. Korinther 15 sagt: „so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“.
Doch und das ist die gute Botschaft, so elend und erbarmungslos unser Leben auch manchmal sein kann. Und ich weiß, dass es sogar schlimmer sein kann, als wie es Paulus hier beschrieben hat. So elend und erbarmungslos unser Leben sein kann, so kann es dennoch ein hoffnungsvolles Leben sein. Ja es kann sogar ein erfülltes Leben sein.
Ich habe es schon oft erlebt, dass Menschen, die selber sehr viel schweres in ihrem Leben durchgemacht haben, nicht getröstet werden mussten, sondern selber zum Tröster wurden, weil sie ihr Leben und ihren Glauben in Jesus Christus gegründet hatten.
Bei ihnen konnte man spüren, dass trotz aller irdischen Vergänglichkeit, trotz allem Leid und Schmerz, sie eine Hoffnung hatten, die ihnen für jeden Tag neu Hoffnung gab. Es war und ist eine Hoffnung, die nicht in das Jenseits vertröstet, sondern eben im heute wirkt und Kraftquelle ist.
Wir werden hier mit zerbrechlichen Tongefäßen verglichen, mit Terracotta: Und genau in diese Tongefäße, die auch manchmal schmuddelig und schmutzig aussehen, die angeschlagen und eingerissen sind, da hinein gibt sich der wertvolle Inhalt, der Schatz, wie es Paulus sagt. Also ganz das Gegenteil dessen, was Werbestrategen empfehlen. Dahinein begibt sich Jesus Christus. Er kommt in unser Sein, in unsere Welt wird Mensch, nimmt diese Menschsein auf sich und überstrahlt alles. Dieser Inhalt Jesus Christus bewährt sich unter schwierigsten Bedingungen.
Vielleicht ist das die Besonderheit dieses Schatzes. Erst unter Schwierigkeiten zeigt er seine schönsten Facetten. Dieser Schatz macht sich angreifbar.
Er zeigt sich darin stark, dass er Schwächen zulässt. Er kommt in die Nöte der Welt. Er nimmt an der Zerbrechlichkeit teil.
Pilatus sagt über ihn in Johannes 19,5: „Seht, welch ein Mensch! Oder die lateinischen Worte, die auch in die Kunstgeschichte eingegangen sind. „Ecce homo!“
Er schottet sich nicht ab gegen die Sorgen und Nöte der Menschen. Und gerade dadurch wirkt er überwindend und befreiend.
Auch schon die erste Generation der christlichen Gemeinde erfuhr Widerstand gegen die Frohe Botschaft. Und wenn wir die Erfolgsbilanz des Apostels sehen, dann war es auch dort nicht die großen Zahlen von Menschen, die zum Glauben fanden. In der Apostelgeschichte und den Briefen des Neuen Testamentes wird Bedrängnis wird beschrieben und Verfolgung. Unterdrückung und sogar tödliche Folgen bei der Verbreitung des Evangeliums werden sichtbar. Aber die Aufzählung der Bedrängnisse hat nicht zum Ziel, Mitleid zu erzeugen oder den Märtyrer zu spielen. Im Gegenteil: In den äußeren Ereignissen, in denen Angst und Schwachheit mitspielen, wird der innere Trost und die Geborgenheit spürbar, die die Wirksamkeit des Christus in diesen Ereignissen hervorbringt.
Wer sich in eigenen Worten und Taten sonnt, verbreitet eher eine Show. Gerade am eigenen Ende wird die Herrlichkeit Gottes darin erfahren, dass er nicht allein lässt und neu mit uns anfängt. Wir fallen, wenn wir fallen, nicht immer auf die eigenen Füße, aber in die Hände Gottes.
Der Liederdichter Arno Pötsch schreibt 1941 folgendes Lied, was die Geborgenheit bei Gott zum Ausdruck bringt:

1. Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand, die er zum Heil uns allen barmherzig ausgespannt.
2. Es münden alle Pfade durch Schicksal, Schuld und Tod doch ein in Gottes Gnade trotz aller unsrer Not.
3. Wir sind von Gott umgeben auch hier in Raum und Zeit und werden in ihm leben und sein in Ewigkeit.

Lasst uns nun in dieser Glaubensgewissheit in den Alltag gehen, das durch uns vergängliche Tontöpfe, der wertvolle Schatz, das helle Licht Jesus Christus strahlt und Raum gewinnt, auch in den schweren Tagen unseres Lebens, auch in solchen Katastrophen wie in Haiti.
Lasst das Lebenslicht Jesus Christus in uns hell werden.
Amen.

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