Androikus und Junia (KI generiert)

Eine Frau als Apostel!? – Für die frühe Kirche kein Problem. Und später?

Androikus und Junia (KI generiert)

1. Ein unscheinbarer Vers mit großer Wirkung

Römer 16,7 gehört zu den bemerkenswertesten Sätzen des Römerbriefs. In der NA28 steht im griechischen Text Ἰουνίαν, also Junia; entsprechend übersetzen auch die Lutherbibel 2017 und die BasisBibel mit einem Frauennamen.[1] Damit ist die Frage nach Junia oder Junias heute nicht mehr einfach eine Geschmacksfrage der Übersetzung, sondern eine textkritische und kirchengeschichtliche Frage ersten Ranges.

2. Junia oder Junias? Die philologische Frage

Der Ausgangspunkt des Problems liegt im ältesten Handschriftenbefund. In den frühen Majuskeln erscheint der Name unakzentuiert als ΙΟΥΝΙΑΝ / IOUNIAN. Diese Form ist theoretisch mehrdeutig. Sie kann, je nach Akzentsetzung, als weibliche Form Ἰουνίαν oder als männliche Form gelesen werden. Doch genau an dieser Stelle ist die Evidenz keineswegs ausgeglichen: Griechische Handschriften mit Akzenten setzen den Namen feminin mit Akut, also Ἰουνίαν; außerdem ist Junia in griechischen und römischen Inschriften vielfach belegt, während die männliche Form Junias gerade nicht bezeugt ist.[2]