Evangelisch vor Ort: Warum kleine Gemeinden Zukunft haben, wenn sie nicht alles allein tragen müssen

Gemeinde und Kirchen (KI -generiert)
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Inhalt

  • Einleitung: Die Größe ist nicht die eigentliche Frage
  • Teil 1: Die Gemeinde vor Ort
  • Teil 2: Die Gemeinde neue Wege
  • Teil 3: Das Ehrenamt, herausgefordert in der Gemeinde
  • Schluss: Kleine Nähe, mittlere Gemeinschaft, große Entlastung
  • Endnoten und Literaturverzeichnis

Einleitung: Die Größe ist nicht die eigentliche Frage

Die evangelische Kirche in Deutschland steht vor einer doppelten Aufgabe. Einerseits muss sie nüchtern wahrnehmen, dass Mitgliederzahlen, Finanzen, Personalressourcen und gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten zurückgehen. Andererseits darf sie die Gemeinde nicht auf eine betriebswirtschaftliche Recheneinheit reduzieren. Kirche ist nicht zuerst ein Standortnetz, sondern Leib Christi in konkreten Beziehungen: hörend, betend, feiernd, tröstend, lernend und dienend. Wer über Gemeindegrößen spricht, spricht daher immer zugleich über Theologie, Sozialraum, Leitung, Ehrenamt, Gebäude, Mobilität, Verwaltung und geistliche Präsenz.

Die gegenwärtigen Zahlen machen den Veränderungsdruck sichtbar. Ende 2025 gehörten nach vorläufigen Angaben rund 17,4 Millionen Menschen einer evangelischen Landeskirche an. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr lag bei etwa 3,2 Prozent. Ende 2024 waren es 17.979.849 Kirchenmitglieder in 12.014 Kirchengemeinden. Dieser Durchschnitt von ungefähr 1.500 Mitgliedern je Kirchengemeinde ist jedoch nur ein rechnerischer Mittelwert. Er verdeckt enorme Unterschiede zwischen den Landeskirchen und Regionen. Anhalt hatte Ende 2024 24.180 Mitglieder in 125 Kirchengemeinden, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland 573.777 Mitglieder in 1.734 Kirchengemeinden, Westfalen dagegen 1.885.944 Mitglieder in 431 Kirchengemeinden.[1][2][3]

Schon diese Zahlen zeigen: Die Frage „Wie groß soll eine Ortsgemeinde sein?“ lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. In manchen ostdeutschen Dörfern kann eine Gemeinde mit 150, 250 oder 400 Mitgliedern die letzte sichtbare kirchliche Präsenz sein. In westdeutschen Regionen können 2.000 oder 4.000 Gemeindeglieder in einer Gemeinde organisatorisch noch klein wirken. In der Stadt gelten wiederum andere Bedingungen als im ländlichen Raum. Ebenso unterscheiden sich Gemeinden mit vielen Gebäuden, Friedhöfen und kleinen Kirchorten von Gemeinden mit wenigen Gebäuden und starker hauptamtlicher Infrastruktur.

Darum lautet die bessere Frage nicht: Wie groß muss eine Gemeinde sein? Sondern: Welche Größe braucht welche Aufgabe?

Diese Verschiebung ist entscheidend. Eine geistliche Kleingruppe braucht eine andere Größe als ein Kirchenvorstand. Eine Kerngemeinde braucht eine andere Größe als eine Verwaltungsregion. Ein Dorfkirchort braucht eine andere Größe als eine landeskirchliche Planungseinheit. Eine Gemeinde kann also zugleich klein und groß sein: klein in der Nähe, mittel in der verbindlichen Gemeinschaft, groß in Verwaltung und Entlastung. Erst dieses Mehr-Ebenen-Denken schützt vor zwei falschen Alternativen: vor romantischer Kleinstgemeindeverklärung und vor kalter Großstruktur.

Die folgenden Überlegungen entfalten deshalb drei Perspektiven. Der erste Teil fragt nach der Gemeinde vor Ort: Was macht eine Ortsgemeinde geistlich und sozial aus? Der zweite Teil fragt nach neuen Wegen: Welche Strukturen helfen, kleine Kirchorte nicht zu überfordern und dennoch lebendig zu halten? Der dritte Teil fragt nach dem Ehrenamt: Wie werden Ehrenamtliche nicht als Lückenfüller verbraucht, sondern als Trägerinnen und Träger von Berufung, Gaben und Verantwortung gestärkt?

Teil 1: Die Gemeinde vor Ort

1.1 Die Ortsgemeinde als geistlicher Nahraum

Die Ortsgemeinde ist mehr als die unterste Verwaltungsebene der Kirche. Sie ist der Ort, an dem Menschen die Kirche berühren können. Hier wird getauft, konfirmiert, getraut und bestattet. Hier wird das Kirchenjahr gefeiert. Hier wird die Glocke gehört. Hier steht die Kirche als Zeichen im Dorf oder im Stadtteil. Hier wissen Menschen, wer besucht werden sollte, wer gerade trauert, wer nicht mehr kommen kann, wer seit Jahren still mithilft. Gerade in ländlichen Räumen ist die Ortsgemeinde oft zugleich geistlicher Ort, Gedächtnisort, Kulturort und sozialer Treffpunkt.

Diese Nähe ist nicht ersetzbar. Eine regionale Verwaltung kann vieles besser erledigen als ein kleiner Kirchenvorstand: Buchhaltung, Bauakten, Datenschutz, Versicherungen, Personalverträge, Haushaltspläne. Aber sie kann nicht wissen, welche Witwe am Ewigkeitssonntag nicht allein bleiben sollte, welches Kind im Krippenspiel zum ersten Mal aufblüht, welcher alte Friedhofsweg für das Dorf identitätsstiftend ist, welche Kirche für die Bewohnerinnen und Bewohner auch dann wichtig bleibt, wenn sie selten Gottesdienste besuchen. Kirche lebt an Orten, nicht nur in Zuständigkeitsplänen.

Darum wäre es fatal, kleine Ortsgemeinden nur als Problem zu beschreiben. Viele kleine Gemeinden haben eine hohe Beziehungskraft. Sie kennen Menschen über Jahrzehnte, sie können unkompliziert helfen, sie halten liturgische und soziale Traditionen wach, sie verbinden Friedhof, Kirchenjahr und Dorfleben. Sie können auch in einer säkularen Umgebung ein leises, aber zuverlässiges Zeichen der Gegenwart Gottes sein.

Gleichzeitig wäre es ebenso fatal, kleine Gemeinden zu idealisieren. Nähe kann auch Enge bedeuten. Wenige Aktive können über Jahrzehnte dieselben Aufgaben tragen. Konflikte können sich festsetzen. Neue Menschen finden schwer Zugang, wenn alles über alte Familien- und Vereinsbeziehungen läuft. Kleine Gemeinden werden besonders gefährdet, wenn sie als vollständige Verwaltungskörper funktionieren sollen. Dann wird geistliche Nähe durch administrative Dauerlast erdrückt.

Die Ortsgemeinde der Zukunft muss daher als geistlicher Nahraum verstanden werden, nicht zuerst als vollständige Kleinbehörde. Ihr Kernauftrag ist nicht, jede Verwaltungspflicht allein zu erfüllen, sondern vor Ort das Evangelium sichtbar, hörbar und erfahrbar zu machen. Sie braucht eine Form, die Nähe schützt und Verwaltung abnimmt.

1.2 Größe ist keine Tugend, sondern eine Passungsfrage

In der Diskussion über Gemeindegrößen werden Zahlen schnell moralisch aufgeladen. Die einen halten kleine Gemeinden für besonders treu, persönlich und biblisch. Andere halten große Gemeinden für professioneller, missionarischer und zukunftsfähiger. Beides ist zu einfach. Größe ist weder Tugend noch Laster. Größe ist eine Passungsfrage.

Gemeinden unterschiedlicher Größe funktionieren tatsächlich verschieden. Kleine Gemeinden brauchen weniger formale Struktur, leben stärker über Beziehungen und informelle Kommunikation, sind aber anfällig für Überlastung weniger Personen. Mittlere Gemeinden brauchen klare Rollen, einfache Leitungsstrukturen und verlässliche Kommunikation. Große Gemeinden brauchen Kleingruppen, transparente Beteiligungswege, gute Personalführung, Gabenorientierung und Formen, in denen Menschen persönlich gesehen werden. Murray Capill weist zu Recht darauf hin, dass Gemeindegröße beeinflusst, wie viel Struktur nötig ist, wie zentral oder dezentral Leitung sein muss und welche Leitungsgaben gebraucht werden.[4]

Auch wachstumsorientierte Gemeindeanalysen zeigen: Gemeinden haben häufig die Größe, für die sie gebaut sind. Strukturen, Kommunikationswege, Leitungsformen und Erwartungen halten eine Gemeinde oft auf einer bestimmten Größenstufe. Wer eine andere Größe erreichen oder tragen will, muss daher nicht nur mehr Menschen wünschen, sondern die Gestalt der Gemeinde ändern. Für evangelische Landgemeinden bedeutet das: Eine Kleinstgemeinde darf nicht so strukturiert werden, als wäre sie eine Vollgemeinde mit eigenem Apparat. Eine große Gemeinde darf nicht so tun, als könne sie durch Bekanntheit im Pfarramt allein zusammengehalten werden.[5]

Eine hilfreiche Orientierung ist deshalb eine gestufte Sicht: Kleine geistliche Gruppen von etwa 12 bis 18 Personen ermöglichen Vertrauen und gegenseitige Fürsorge. Eine tragende Kerngemeinde von etwa 30 bis 60 Personen kann noch überblickbar bleiben und zugleich verlässliche Dienste tragen. Eine Ortsgemeinde mit einigen hundert Gemeindegliedern kann geistlich sehr lebendig sein, wenn sie Verwaltungslast nicht allein tragen muss. Eine Verwaltungs- und Pfarrregion braucht dagegen häufig 1.500 bis 5.000 Mitglieder oder mehr, je nach Fläche, Gebäudelast und Personalmodell. Diese Zahlen sind keine Normen, sondern Orientierungen.

Eine Ortsgemeinde soll so klein sein, dass Menschen einander wahrnehmen, und so eingebunden, dass sie nicht an sich selbst erschöpft.

1.3 Biblische Größen: große Versammlung und kleine Hausgemeinde

Die Bibel kennt keine einheitliche Idealgröße für Gemeinde. Die Jerusalemer Urgemeinde wird in der Apostelgeschichte mit großen Zahlen beschrieben: Am Pfingsttag werden etwa 3.000 Menschen getauft, später ist von etwa 5.000 Männern die Rede. Diese Texte zeigen, dass große Zahl nicht an sich verdächtig ist. Das Evangelium kann Menschen in großer Zahl erreichen, und die Gemeinde kann eine sichtbare soziale Gestalt annehmen.[6]

Daneben stehen jedoch die Hausgemeinden. Aquila und Priska beherbergen eine Gemeinde in ihrem Haus; ähnliche Hinweise finden sich an mehreren Stellen der Paulusbriefe. Die frühe Kirche lebte offenbar in mehreren Formen zugleich: größere Versammlung, überschaubare Gemeinschaft, kleine Hausgruppe. Das spricht gegen die Vorstellung, Gemeinde müsse immer nur eine einzige Sozialform haben. Gerade die Mischung war stark: öffentliche Verkündigung, gemeinschaftliches Leben, häusliche Nähe, diakonische Verantwortung und apostolische Lehre.[7]

Theologisch ist dabei wichtig: Größe ist im Neuen Testament kein Kriterium für geistliche Qualität. Eine große Gemeinde kann treu oder untreu sein, eine kleine Gemeinde ebenso. Entscheidend ist, ob Christus die Mitte ist, ob die Gemeinde im Hören auf das Wort lebt, im Brotbrechen und Gebet, in gegenseitiger Verantwortung und in der Sendung in die Welt. Eine Kirche, die nur Zahlen verwaltet, verliert ihren Auftrag. Eine Kirche, die Zahlen ignoriert, verliert ihre Verantwortung. Beides gehört zusammen: geistliche Unterscheidung und nüchterne Organisation.

Für heute bedeutet das: Wir sollten nicht fragen, ob die Zukunft der Kirche in kleinen oder großen Gemeinden liegt. Wir sollten fragen, wie kleine, mittlere und große Formen zusammenspielen. Die Hausgruppe ersetzt nicht den Gottesdienst. Der regionale Gottesdienst ersetzt nicht die Nachbarschaftsseelsorge. Die Verwaltungseinheit ersetzt nicht den Kirchort. Gemeinde lebt im Zusammenhang verschiedener Größen.

1.4 Ost und West: zwei unterschiedliche Gemeindelandschaften

Die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sind für Gemeindegrößen zentral. Die sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung beschreibt für Ostdeutschland einen deutlich höheren Anteil konfessionsloser Menschen als im Westen. Zugleich weist sie darauf hin, dass ostdeutsche Evangelische unter den Kirchenmitgliedern häufig stärker religiös und kirchlich engagiert sind als westdeutsche Evangelische. Das ist eine wichtige Korrektur gegen pauschale Schwächebilder. Ostdeutsche Gemeinden sind oft kleiner, aber nicht einfach weniger kirchlich. Sie leben in einer Minderheitensituation, in der Zugehörigkeit bewusster und sozial weniger selbstverständlich ist.[8]

In westdeutschen Regionen bestehen vielerorts noch stärkere volkskirchliche Reststrukturen: größere Gemeinden, größere Kirchensteuerkraft, teilweise mehr hauptamtliche Infrastruktur, aber auch Gewöhnung an kirchliche Versorgung. Dort stellt sich die Frage, wie große Gemeinden persönliche Bindung und missionarische Beweglichkeit bewahren. In Ostdeutschland stellt sich stärker die Frage, wie kleine Kirchorte sichtbar bleiben, ohne ihre wenigen Aktiven in Gremien, Gebäude- und Verwaltungsfragen zu verbrauchen.

Das hat direkte Konsequenzen. Eine westdeutsche ländliche Kirchengemeinde mit 1.500 bis 3.000 Gemeindegliedern kann als selbständige Gemeinde tragfähig sein, sofern Gebäude, Personal und Ehrenamt dazu passen. In ostdeutschen Regionen ist eine solche Mindestzahl für einen Kirchort oft unrealistisch. Dort kann ein Ort mit 200 oder 400 Gemeindegliedern unverzichtbar sein, weil er die einzige erkennbare kirchliche Präsenz im Dorf darstellt. Aber dieser Ort braucht eine größere Trägerstruktur, sonst wird er von den eigenen Aufgaben erdrückt.

Darum darf man ostdeutsche Kleinstgemeinden nicht mit westdeutschen Maßstäben messen. Ebenso wenig darf man westdeutsche Großgemeinden für automatisch zukunftsfähig halten. Die eine Gefahr ist Überforderung durch zu viel Selbständigkeit. Die andere ist Anonymität durch zu viel Größe. Beide Gefahren müssen unterschiedlich beantwortet werden.

1.5 Die tragende Mitte: kleine Gruppen, Kerngemeinde, Kirchort

Für das tatsächliche Leben einer Gemeinde ist die Zahl der Kirchenmitglieder weniger entscheidend als die tragende Mitte. In vielen Gemeinden gibt es eine formale Mitgliederzahl, eine Gottesdienstgemeinde, eine Kerngemeinde, einen Kreis der regelmäßig Mitarbeitenden und kleine Gruppen. Diese Ebenen dürfen nicht verwechselt werden. Eine Gemeinde mit 1.000 Mitgliedern kann eine Kerngemeinde von 40 Menschen haben. Eine Gemeinde mit 300 Mitgliedern kann eine sehr starke Kerngruppe von 60 Menschen haben. Eine Gemeinde mit 4.000 Mitgliedern kann im Alltag erstaunlich wenige aktive Beziehungen aufweisen.

Für Ehrenamt, Wahrnehmung und geistliche Begleitung sind Größen zwischen 12 und 18 Personen für kleine Gruppen sowie 30 bis 60 Personen für eine Kerngemeinde besonders bedeutsam. Lyle Schaller hat die Stärke kleiner Gemeinden und kleiner Gruppen gerade in ihrer Fähigkeit gesehen, Beziehungen, Beteiligung und Fürsorge zu tragen. Diener und Eggers betonen in ähnlicher Richtung die Bedeutung überschaubarer Kerngemeinden, in denen Menschen noch wahrgenommen und getragen werden.[9][10]

Diese Perspektive verändert die Planung. Es reicht nicht, Kirchengemeinden nach Mitgliederzahl zuzuschneiden. Man muss fragen: Gibt es an diesem Kirchort eine tragende Mitte? Gibt es drei bis sieben Menschen, die Verantwortung übernehmen können? Gibt es 15 bis 30 Menschen, die geistlich und sozial verlässlich da sind? Gibt es eine Kerngemeinde, die nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern aus Glauben und Freude handelt? Gibt es Räume, in denen neue Menschen hinzukommen können?

Wo eine solche Mitte fehlt, hilft eine formale Selbständigkeit wenig. Wo sie vorhanden ist, kann auch eine kleine Gemeinde stark sein. Der entscheidende Punkt lautet: Die Mitte muss geistlich gestärkt und administrativ entlastet werden.

1.6 Gemeinde vor Ort und Verwaltungseinheit trennen

Eine der wichtigsten Unterscheidungen für die Zukunft lautet: Ortsgemeinde und Verwaltungseinheit müssen nicht identisch sein. Lange Zeit wurde die Kirchengemeinde in Deutschland vielfach als Einheit von Kirchort, Gremium, Haushalt, Pfarrdienst, Gebäudeverantwortung und lokaler Identität verstanden. Dieses Modell ist unter Schrumpfungsbedingungen vielerorts nicht mehr tragfähig. Es bindet zu viel Energie in Verwaltung, während geistliche Präsenz und Beziehungsarbeit zu kurz kommen.

Die Zukunft wird stärker föderal gedacht werden müssen. Der Kirchort bleibt sichtbar und verantwortlich für sein geistliches Leben. Die rechtliche, finanzielle und administrative Verantwortung wird in größere Einheiten eingebunden: Kirchengemeindeverband, Gesamtkirchengemeinde, Region, Pfarrbereich oder Kirchenkreis. Entscheidend ist, dass dies nicht als Entmachtung erlebt wird. Der Ort braucht Stimme, Profil, kleines Budget, beauftragte Personen und verlässliche Gottesdienst- oder Andachtsrhythmen.

Im Kirchenrecht der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zeigt sich diese Unterscheidung exemplarisch. Mehrere Kirchengemeinden können sich zu einem Kirchengemeindeverband zusammenschließen; dabei behalten die einzelnen Kirchengemeinden ihre Rechtsfähigkeit. Bei einer Vereinigung zu einer neuen Kirchengemeinde verlieren sie diese. Der Verband ermöglicht also eine Form gemeinsamer Struktur, ohne die örtliche Identität vollständig aufzulösen. Zugleich sind örtliche Beiräte und Einspruchsrechte bei bestimmten Gebäudefragen vorgesehen, damit lokale Betroffenheit nicht übergangen wird.[11][12]

Theologisch formuliert: Die Gemeinde vor Ort darf nicht zur Außenstelle einer anonymen Organisation werden. Aber sie darf auch nicht als kleine Verwaltungseinheit überfordert werden. Sie braucht eine größere Struktur, die sie trägt, und eine kleine Form, in der sie lebt.

Teil 2: Die Gemeinde neue Wege

2.1 Strukturreform beginnt mit dem Auftrag

Strukturprozesse beginnen häufig mit Zahlen: Wie viele Pfarrstellen bleiben? Welche Gebäude können gehalten werden? Wie viele Gemeindeglieder braucht eine Kirchengemeinde? Wie hoch ist die Kirchensteuerkraft? Diese Fragen sind notwendig. Sie sind aber nicht ausreichend. Wenn eine Kirche nur mit Sparlogik beginnt, verliert sie Vertrauen. Menschen spüren, ob es um geistliche Zukunft oder nur um Abwicklung geht.

Darum muss jede Reform mit dem Auftrag beginnen: Wozu sind wir hier Kirche? Für wen sind wir da? Welche Menschen erreichen wir tatsächlich? Welche Menschen übersehen wir? Welche Orte haben geistliche Ausstrahlung? Welche Lasten binden so viel Energie, dass das Eigentliche kaum noch geschieht? Welche Traditionen tragen Leben, und welche werden nur aus Angst festgehalten?

Die Mitgliederprojektion der EKD bis 2060 beschreibt langfristig einen deutlichen Rückgang der evangelischen Mitgliederzahl. Der Wert für 2060 wird in der Projektion etwa halb so hoch angesetzt wie 2017. Diese Projektion ist keine unausweichliche Zukunft, aber sie ist ein ernstes Warnsignal. Sie macht deutlich, dass die Kirche ihre Arbeitsformen nicht einfach fortschreiben kann. Die Frage ist nicht, ob sich Strukturen verändern, sondern ob sie geistlich verantwortlich verändert werden.[13]

Eine Reform, die nur größer macht, löst das Problem nicht. Eine Reform, die nur kleiner bewahren will, löst es auch nicht. Neue Wege müssen zwei Ziele zugleich verfolgen: Verwaltung und Personal müssen tragfähig organisiert werden; geistliche Nähe und lokale Verantwortung müssen erhalten oder neu gewonnen werden.

2.2 Regiolokale Kirchenentwicklung

Ein hilfreiches Leitwort dafür ist „regiolokal“. Regiolokale Kirchenentwicklung verbindet regionale Verantwortung mit lokaler Verwurzelung. Sie ist eine Alternative zu zwei Sackgassen: parochialem Einzelgängertum und inhaltsleerer Regionalisierung. Der einzelne Ort bleibt wichtig, aber er muss nicht mehr alles allein leisten. Die Region wird wichtig, aber sie darf den Ort nicht verschlucken.[14]

Praktisch bedeutet das: Nicht jede Gemeinde bietet alles an. Nicht jeder Kirchort braucht denselben Gottesdienstrhythmus, dieselbe Kinderarbeit, dieselbe Kirchenmusik und dieselben Verwaltungsgremien. Stattdessen werden Profile gebildet. Ein Ort ist besonders stark in Musik, ein anderer in Kasualien, ein dritter in offener Kirche, ein vierter in Konfi-Arbeit, ein fünfter in diakonischer Nachbarschaft. Die Region sorgt dafür, dass diese Profile zusammen ein kirchliches Ganzes ergeben.

Regiolokal heißt nicht: Die kleinen Gemeinden werden an die Region abgegeben. Regiolokal heißt: Die kleinen Gemeinden werden in der Region gehalten. Das ist ein Unterschied. Die Region fragt nicht: Was können wir schließen? Sondern: Was kann welcher Ort zum gemeinsamen Auftrag beitragen? Was muss ihm abgenommen werden, damit er das leisten kann?

Eine regiolokale Ordnung braucht verbindliche Elemente: gemeinsame Jahresplanung, gemeinsame Kasualkoordination, gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, ein regionales Pfarr- und Mitarbeitendenteam, ein Gebäude- und Finanzkonzept, aber zugleich örtliche Kirchortteams und lokale Budgets. Ohne Verbindlichkeit bleibt Region nur ein Wort. Ohne lokale Freiheit wird Region zur Entfremdung.

2.3 Kirchengemeindeverband, Fusion und föderale Gemeinde

Es gibt nicht das eine richtige Strukturmodell. Für manche Regionen ist eine Fusion zu einer großen Kirchengemeinde sinnvoll. Für andere ist ein Kirchengemeindeverband besser. Wieder andere brauchen zunächst eine verbindliche Kooperation ohne sofortige rechtliche Zusammenlegung. Entscheidend ist nicht der Name des Modells, sondern die geistliche und praktische Wirkung.

Eine Fusion kann entlasten, wenn kleine Gemeinden keine eigenen Gremien mehr bilden können oder wenn die Verwaltungsarbeit faktisch nur noch von wenigen Personen getragen wird. Sie kann aber auch verletzen, wenn sie als Auslöschung lokaler Geschichte erlebt wird. Dann entsteht das Gefühl: „Unsere Gemeinde gibt es nicht mehr.“ Deshalb braucht eine fusionierte Gemeinde unbedingt Ortsausschüsse, Kirchortteams, lokale Jahresrhythmen, feste Ansprechpersonen und eine gute Erinnerungskultur.

Ein Kirchengemeindeverband kann eine mittlere Lösung sein. Er bündelt Verwaltung und Leitung, lässt aber örtliche Identität stärker bestehen. Doch auch hier gilt: Der Verband darf nicht nur ein neues Sitzungssystem erzeugen. Wenn Ehrenamtliche aus kleinen Dörfern künftig weitere Wege fahren, dickere Vorlagen lesen und über noch mehr Gebäude entscheiden sollen, ist nichts gewonnen. Dann wird die Großstruktur zur Überforderung.

Ich schlage deshalb den Begriff der föderalen Gemeinde vor. Eine föderale Gemeinde hat eine gemeinsame rechtliche und administrative Ordnung, aber mehrere starke Kirchorte. Sie denkt nicht zentralistisch, sondern subsidiär: Was lokal gut entschieden werden kann, bleibt lokal. Was professionell und regional besser getragen wird, geht nach oben. Die Leitfrage lautet immer: Welche Ebene ist für diese Aufgabe die richtige?

Groß darf die Entlastungsstruktur sein. Klein bleiben muss der geistliche Handlungsraum.

2.4 Impulse aus der Church of England

Für ländliche Räume lohnt ein Blick auf die Church of England. Nicht alles ist übertragbar, denn die Church of England hat eine andere Geschichte, eine andere staatskirchliche Stellung und andere Rechtsformen. Aber gerade im Umgang mit vielen kleinen Kirchen, großen ländlichen Zuständigkeitsräumen und stärkerer Laienverantwortung gibt es wertvolle Anregungen.

Besonders interessant ist die Unterscheidung von parish und benefice. Die parish bezeichnet den örtlichen kirchlichen Zusammenhang; der benefice ist der Bereich, für den eine Pfarrperson oder ein Pfarrteam zuständig ist und der mehrere parishes umfassen kann. Die Church of England unterstützt ausdrücklich multi-parish benefices und große Gruppen ländlicher Kirchen. Für deutsche Verhältnisse heißt das: Kirchort und Pfarrraum müssen nicht identisch sein. Eine Dorfkirche kann ihre lokale Identität behalten, während Pfarrdienst und Verwaltung regional organisiert werden.[15]

Ebenso anregend sind Team- und Gruppenmodelle. Statt einer einzelnen Pfarrperson für viele Orte wird stärker in Dienstgemeinschaften gedacht: ordinierter Dienst, Laienleitung, Verwaltung, Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit, Seelsorge und lokale Verantwortliche arbeiten zusammen. Auch hier besteht die Gefahr der Überlastung; aber der Grundgedanke ist wichtig: Die Zukunft liegt weniger im Einzelpfarramt als in begleiteten Teams.

Schließlich ist die englische Tradition beauftragter Laienämter bedeutsam. Readers oder Licensed Lay Ministers übernehmen Verkündigungs-, Lehr- und Leitungsaufgaben in klarer kirchlicher Beauftragung. Für Deutschland heißt das nicht, den ordinierten Dienst zu entwerten. Es heißt: Lektorinnen, Prädikanten, Kirchortbeauftragte, Besuchsdienstleitende, Andachtsleitende und ehrenamtliche Seelsorgepersonen brauchen Ausbildung, Auftrag, Begleitung und öffentliche Anerkennung. Ehrenamt darf nicht bloß improvisierte Lückenfüllung sein.[16]

2.5 Festival Churches, Fresh Expressions und Mischformen

Ein weiteres englisches Modell ist die Festival Church. Gemeint sind Kirchen, die nicht jede Woche für Gottesdienste genutzt werden, aber für Feste, Kasualien, lokale Ereignisse und Gemeinschaft wichtig bleiben. Für viele deutsche Dorfkirchen könnte dies ein befreiendes Modell sein. Statt alle Kirchen in denselben Gottesdienstturnus zu pressen, könnten manche Kirchen bewusst als Fest-, Kasual-, Erinnerungs-, Pilger-, Kultur- oder Musikorte profiliert werden.[17]

Das ist keine Abwertung. Es kann eine Aufwertung sein. Eine Dorfkirche, in der alle acht Wochen ein schlecht besuchter Pflichtgottesdienst stattfindet, wirkt schwach. Dieselbe Kirche kann stark wirken, wenn sie verlässlich Erntedank, Ewigkeitssonntag, Christvesper, Kirchweih, Taufen, Trauungen, Beerdigungen, Sommerkonzerte, offene Kirche und Friedensgebet trägt. Ein guter Rhythmus ist wichtiger als ein schlechtes Vollprogramm.

Dazu passt das Konzept einer gemischten kirchlichen Landschaft. Die Church of England spricht von mixed ecology: traditionelle Parish Churches, Fresh Expressions, Gemeindegründungen, Pionierarbeit und andere kirchliche Formen gehören zusammen. Auch für evangelische Kirche in Deutschland bedeutet das: Die Parochie bleibt wichtig, aber sie ist nicht die einzige Form von Kirche. Daneben können Familienkirchen, Trauercafés, digitale Abendandachten, Segensorte, Pilgerwege, mobile Kinderkirchen, Nachbarschaftsprojekte oder geistliche Gesprächsräume entstehen.[18]

Die entscheidende Frage ist, ob diese Formen miteinander verbunden sind. Neue Formen dürfen nicht als Konkurrenz zur Ortsgemeinde auftreten; die Ortsgemeinde darf neue Formen nicht aus Misstrauen blockieren. Eine reife Kirche kann beides: Erbe bewahren und Neues erproben. Sie fragt nicht zuerst: Ist das schon immer so gewesen? Sie fragt: Dient es dem Evangelium, den Menschen und der Gemeinschaft der Kirche?

2.6 Gebäudeprofile statt Schließungslogik

Gebäude sind für viele Gemeinden Segen und Last zugleich. Dorfkirchen sind oft bauhistorisch wertvoll, identitätsstiftend und geistlich aufgeladen. Gleichzeitig verursachen sie hohe Kosten, Baupflichten und Verwaltungsarbeit. Wer nur über Schließungen spricht, verletzt Bindungen. Wer nie über Prioritäten spricht, überfordert die Zukunft.

Ein hilfreicher Weg ist die Profilierung. Nicht jedes Gebäude muss dieselbe Funktion haben. Manche Kirchen sind zentrale Gottesdienstkirchen. Andere sind Kasualkirchen. Manche sind offene Dorfkirchen. Andere sind Kulturkirchen, Pilgerkirchen, Winterkirchen, Sommerkirchen oder Erinnerungsorte. Manche Gebäude können stärker mit Kommune, Förderverein oder Kulturträgern verbunden werden. In Einzelfällen wird auch Abgabe oder Entwidmung nicht zu vermeiden sein. Aber sie sollte das Ende eines geistlichen Klärungsprozesses sein, nicht dessen Anfang.

Ein Gebäudeprofil nimmt ernst, was an einem Ort tatsächlich möglich und nötig ist. Es fragt: Welche geistliche Aufgabe hat diese Kirche? Welche Menschen nutzen sie? Welche Feste gehören hierher? Welche Ehrenamtlichen können sie tragen? Welche Kosten sind realistisch? Welche Kooperationen sind möglich? Welche Nutzung würde den Raum entwürdigen, welche ihn öffnen?

So wird aus Gebäudemanagement ein Stück Kirchenentwicklung. Die Kirche fragt nicht nur, was sie sich leisten kann. Sie fragt, welche Räume Menschen brauchen, um Gott zu suchen, Abschied zu nehmen, Gemeinschaft zu erleben, Geschichte zu erinnern und Hoffnung zu feiern.

2.7 Pfarrdienst als geistliche Leitung im Team

Der Pfarrdienst verändert sich. In vielen ländlichen Regionen kann eine Pfarrperson nicht mehr als alleinige Versorgerin einer überschaubaren Einzelgemeinde arbeiten. Stattdessen entstehen größere Räume, mehrere Kirchorte, mehr Koordination, mehr Kasualplanung, mehr Ehrenamtsbegleitung. Das kann den Pfarrdienst überfordern, wenn alles nur addiert wird. Es kann ihn aber auch erneuern, wenn Aufgaben geklärt werden.

Pfarrpersonen sollten nicht zuerst Managerinnen und Manager vieler Defizite sein. Ihr Kern liegt in Wort und Sakrament, Seelsorge, theologischer Klärung, geistlicher Leitung, Begleitung von Ehrenamtlichen und Verbindung der Kirchorte. Das heißt nicht, dass Organisation unwichtig wäre. Aber Organisation muss dem geistlichen Auftrag dienen.

Dazu braucht es regionale Teams. Pfarrdienst, Gemeindepädagogik, Kirchenmusik, Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Diakonie und qualifizierte Ehrenamtliche sollten nicht nebeneinanderher arbeiten, sondern gemeinsam planen. Jeder Kirchort braucht eine Ansprechperson. Nicht alles muss von der Pfarrperson getan werden, aber vieles braucht ihre geistliche Aufmerksamkeit.

Die Zukunft des Pfarrdienstes liegt daher nicht im Rückzug aus der Fläche, sondern in einer anderen Präsenz: weniger Einzelkämpfertum, mehr Team; weniger Verwaltung im Pfarrhaus, mehr professionelle Unterstützung; weniger Anspruch auf Vollprogramm an jedem Ort, mehr geistliche Profilierung; weniger Sitzungsroutine, mehr Befähigung der Gemeinde.

Teil 3: Das Ehrenamt, herausgefordert in der Gemeinde

3.1 Das Ehrenamt als Prüfstein der Reform

Das Ehrenamt ist der Prüfstein jeder Gemeindereform. Eine neue Struktur ist nicht dadurch gut, dass sie auf dem Papier effizienter aussieht. Sie ist gut, wenn Ehrenamtliche nach einiger Zeit sagen können: Wir sind weniger belastet, besser begleitet und geistlich wirksamer. Wenn sie dagegen mehr Sitzungen, mehr Wege, mehr Vorlagen und weniger persönliche Wahrnehmung erleben, ist die Reform gescheitert, auch wenn sie formal korrekt umgesetzt wurde.

Evangelische Kirche lebt vom Priestertum aller Getauften. Das bedeutet aber nicht, dass jede Aufgabe einfach auf Ehrenamtliche übertragen werden darf. Ehrenamtliche sind keine Reservearmee für schrumpfende Hauptamtlichkeit. Sie sind Getaufte mit Gaben, Grenzen, Berufen, Familien, Arbeitszeiten, Lebensgeschichten und geistlichen Sehnsüchten. Wer sie nur als Lückenfüller betrachtet, beschädigt das Ehrenamt und die Gemeinde.

Das EKM-Ehrenamtsgesetz formuliert hier wichtige Schutzgedanken. Ehrenamtlich Mitarbeitende haben Anspruch auf geistliche Stärkung, fachliche und persönliche Einarbeitung, Begleitung, Beratung und Unterstützung. Sie sollen rechtzeitig informiert und in Entscheidungen ihres Aufgabenbereichs einbezogen werden. Verantwortliche sollen regelmäßig auf Überforderung und Überlastung achten. Außerdem bestehen Ansprüche auf Fort- und Weiterbildung sowie bei Bedarf auf Supervision.[19]

Diese Regelungen sollten nicht als Formalien gelesen werden. Sie enthalten eine Theologie des Ehrenamts: Dienst braucht Auftrag, Begleitung, Begrenzung, Anerkennung und Schutz. Ohne diese Elemente wird Ehrenamt zur Selbstausbeutung.

3.2 Kleine Gemeinden überfordern anders als große

Kleine Gemeinden haben eine besondere Stärke: Menschen kennen einander. Mitarbeit wird gesehen. Wege sind kurz. Entscheidungen können pragmatisch sein. Die Kirche ist nicht anonym. Aber gerade diese Nähe kann zur Falle werden. Weil jeder jeden kennt, werden dieselben Personen immer wieder gefragt. Wer einmal „ja“ gesagt hat, bleibt oft jahrzehntelang zuständig. Aus Engagement wird Zuständigkeit, aus Zuständigkeit wird Gewohnheit, aus Gewohnheit wird Erschöpfung.

In kleinen Gemeinden übernehmen Ehrenamtliche häufig mehrere Rollen gleichzeitig: Kirchenvorstand, Küsterdienst, Lektorin, Besuchsdienst, Gemeindebrief, Friedhof, Schlüssel, Blumenschmuck, Kasse, Krippenspiel, Kuchen, Baufragen. Das Problem ist nicht fehlender Wille. Das Problem ist Rollenverdichtung. Wenige Menschen tragen zu viel Unterschiedliches.

Deshalb darf man kleine Gemeinden nicht einfach auffordern, „mehr Ehrenamt“ zu mobilisieren. Oft gibt es gar kein ungenutztes Reservoir. Die vorhandenen Engagierten sind bereits hoch belastet. Die richtige Antwort lautet: Aufgaben reduzieren, Verwaltung herausnehmen, Rollen klären, Teams bilden, Zuständigkeiten befristen und geistliche Stärkung geben.

Kleine Gemeinden brauchen also nicht zuerst Appelle, sondern Entlastungsarchitektur. Das bedeutet: ein gemeinsames Büro, professionelle Bau- und Finanzverwaltung, einfache Abrechnungswege, regionale Öffentlichkeitsarbeit, klare Kasualplanung und kleine lokale Budgets. Erst wenn Verwaltung abnimmt, kann geistliche Beteiligung wachsen.

3.3 Große Gemeinden überfordern anders als kleine

Große Gemeinden haben andere Möglichkeiten. Sie können mehr hauptamtliche Kompetenz bündeln, vielfältigere Angebote machen, verschiedene Milieus erreichen, Kirchenmusik, Kinderarbeit und Bildungsarbeit professioneller aufstellen. Zugleich haben sie ein ernstes Risiko: Menschen werden funktionalisiert. Ehrenamtliche werden gebraucht, aber nicht unbedingt gekannt. Sie erledigen Aufgaben, finden aber keinen geistlichen Ort.

Robert Schnase beschreibt eindrücklich, wie Gemeinden die Gaben ihrer Mitglieder übersehen können. Menschen möchten etwas Sinnvolles tun, werden aber nur für einfache Hilfsdienste angefragt oder bleiben außen vor, weil etablierte Gruppen geschlossen wirken. Jared Wilson kritisiert, dass Mitarbeit in großen Gottesdienstapparaten dazu führen kann, dass Menschen sich wie austauschbare Zahnräder fühlen: nützlich, aber nicht genährt.[20][21]

Auch das ist Überforderung, nur anders. In der kleinen Gemeinde wird man durch zu viel persönliche Zuständigkeit überlastet. In der großen Gemeinde kann man durch zu wenig persönliche Wahrnehmung entmutigt werden. Die eine Gefahr heißt Erschöpfung, die andere Entfremdung.

Darum brauchen große Gemeinden bewusst kleine Räume. Jede große Gemeinde braucht Gruppen, Teams, Seelsorgeräume, Gabenberatung, persönliche Dankkultur und transparente Beteiligung. Sie muss fragen: Wer wird bei uns übersehen? Wer dient seit Jahren, ohne begleitet zu werden? Wer könnte mehr Verantwortung übernehmen, wird aber nur als Hilfskraft angefragt? Wer hat sich still zurückgezogen?

3.4 Gabenorientierung statt Lückenfüllung

Eine der wichtigsten Aufgaben künftiger Gemeindeleitung ist Gabenorientierung. Viele Gemeinden arbeiten jedoch lückenorientiert. Es fehlt jemand für den Kirchenkaffee, den Gemeindebrief, den Bauausschuss, die Kinderkirche, den Besuchsdienst. Also wird gefragt, wer die Lücke füllt. Kurzfristig ist das verständlich. Langfristig zerstört es Freude.

Gabenorientierung fragt anders: Welche Menschen sind da? Was können sie? Was macht ihnen Freude? Welche Erfahrungen bringen sie aus Beruf, Familie, Ehrenamt, Musik, Handwerk, Pädagogik, Pflege, Verwaltung, Kunst, Technik oder Gebet mit? Welche Aufgabe würde ihrer Berufung entsprechen? Wo braucht jemand Schulung? Wo braucht jemand Begrenzung?

Leith Anderson und Jill Fox betonen, dass Dankbarkeit und bewusste Wahrnehmung geplant werden müssen; Wertschätzung geschieht nicht automatisch. Kevin Gerald hebt hervor, dass Menschen eher verbindlich mitarbeiten, wenn Leitende nicht um Mitarbeitende konkurrieren, sondern ihnen helfen, einen erfüllenden Platz zu finden. Praktische Theologie wird hier sehr konkret: Mitarbeit muss fachlich, persönlich und geistlich entwickelt werden; sie darf nicht dem Zufall überlassen bleiben.[22][23][24]

Gabenorientierung bedeutet auch, Nein sagen zu dürfen. Nicht jede Aufgabe muss weitergeführt werden. Nicht jede Tradition ist lebensnotwendig. Nicht jedes Projekt verdient neue Ehrenamtliche. Manchmal ist die geistlichste Entscheidung, etwas zu beenden, damit Menschen wieder frei werden für das, was wirklich trägt.

3.5 Kirchortteams als lokale geistliche Verantwortung

Ein zentrales Modell für kleine Gemeinden sind Kirchortteams. Ein Kirchortteam besteht aus drei bis sieben Personen, die öffentlich beauftragt und regelmäßig begleitet werden. Es ersetzt nicht den Pfarrdienst, es ersetzt nicht die Verwaltung, und es soll nicht alle Aufgaben eines Kirchenvorstands übernehmen. Es hält den geistlichen Nahraum offen.

Ein solches Team kann verantwortlich sein für offene Kirche, einfache Andachten, Begrüßung, Kirchenjahr, Besuchsdienst, Kontakt zu Vereinen, Rückmeldungen an die Region, kleine lokale Veranstaltungen und die Sorge um die Atmosphäre des Ortes. Es braucht dafür eine klare Aufgabenbeschreibung, ein kleines Budget, eine Ansprechperson im Pfarr- oder Regionalteam und regelmäßige geistliche Stärkung.

Wichtig ist die Begrenzung. Ein Kirchortteam darf nicht heimlich zum Mini-Kirchenvorstand werden, der doch wieder Bau, Haushalt, Personal und Konflikte allein tragen soll. Seine Stärke liegt gerade darin, dass es lokal und geistlich arbeitet. Es soll Menschen sammeln, nicht Akten bewegen. Es soll den Ort hören, nicht die gesamte Region verwalten.

Kirchortteams können besonders dort helfen, wo Gemeinden rechtlich zusammengelegt oder in Verbände eingebunden werden. Sie verhindern, dass Menschen das Gefühl bekommen, ihr Ort sei verschwunden. Sie geben der regionalen Struktur Gesichter. Sie halten Kontakt zum Dorf. Sie machen sichtbar: Diese Kirche ist nicht aufgegeben, auch wenn die Verwaltung anders organisiert ist.

3.6 Dank, Beteiligung und geistliche Begleitung

Ehrenamtliche brauchen Dank. Aber Dank muss konkret sein. Ein allgemeines „Danke an alle“ ist freundlich, aber oft zu schwach. Menschen brauchen das Gefühl: Jemand hat gesehen, was ich getan habe. Jemand weiß, dass es Zeit, Kraft und Herz gekostet hat. Jemand nimmt wahr, dass ich nicht selbstverständlich bin.

Dank kann viele Formen haben: persönliche Gespräche, Segnung im Gottesdienst, jährliche Dankbriefe, Mitarbeitendenabende, kleine Zeichen, öffentliche Erwähnung, Fortbildung, geistliche Einkehrtage, Geburtstagsgrüße, Bescheinigungen erworbener Kompetenzen. Entscheidend ist nicht die Größe der Geste, sondern ihre Echtheit.

Beteiligung ist ebenso wichtig. Wer nur ausführt, ermüdet. Wer mitdenken darf, bleibt verbunden. Ehrenamtliche sollten in ihrem Aufgabenfeld nicht erst informiert werden, wenn alles entschieden ist. Sie brauchen frühzeitige Beteiligung, Rückkopplung und die Möglichkeit, Kritik zu äußern. Gerade in Strukturprozessen ist dies entscheidend. Wenn Menschen nur erfahren, was künftig mit „ihrer“ Kirche geschieht, statt mit ihnen darüber zu beraten, entsteht Widerstand oder Rückzug.

Geistliche Begleitung ist der dritte Punkt. Ehrenamtliche brauchen nicht nur Sitzungen, sondern Gebet, Auslegung, Segen, Seelsorge und Räume, in denen sie selbst auftanken können. Eine Kirche, die ihre Ehrenamtlichen nur organisiert, aber nicht geistlich nährt, verliert ihre Mitte.

3.7 Zehn praktische Schritte für Gemeinden und Regionen

Aus den bisherigen Überlegungen ergeben sich zehn praktische Schritte, die Gemeinden und Regionen prüfen können.

  • Erstens: Alle Verwaltungsaufgaben erfassen und unterscheiden, was wirklich lokal bleiben muss und was regional oder professionell getragen werden kann.
  • Zweitens: Für jeden Kirchort ein kleines Kirchortteam bilden oder bestätigen, öffentlich beauftragen und geistlich begleiten.
  • Drittens: Ein einfaches lokales Budget einrichten, über das das Kirchortteam innerhalb klarer Grenzen entscheiden kann.
  • Viertens: Den Gottesdienstplan nicht als Pflichtumlauf, sondern als geistliche Landschaft gestalten: Hauptgottesdienste, Festgottesdienste, Andachten, offene Kirche, Hausabendmahl und regionale Formen.
  • Fünftens: Gebäude profilieren, statt alle Gebäude gleich zu behandeln: Gottesdienstkirche, Festkirche, Kasualkirche, offene Dorfkirche, Kulturkirche, Pilgerkirche oder Abgabekandidat.
  • Sechstens: Ehrenamtsrollen befristen und schriftlich klären, damit niemand durch unbegrenzte Zuständigkeit vereinnahmt wird.
  • Siebtens: Gabenorientierte Gespräche führen, bevor Aufgaben verteilt werden.
  • Achtens: Regionale Gremien klein, transparent und gut vorbereitet halten, damit Ehrenamtliche nicht in Großsitzungen verschlissen werden.
  • Neuntens: Fortbildung, Supervision und geistliche Einkehr als normale Bestandteile des Ehrenamts einplanen.
  • Zehntens: Nach zwei Jahren prüfen, ob Ehrenamtliche tatsächlich entlastet wurden und ob die Kirchorte geistlich lebendiger geworden sind.

Diese Schritte sind bewusst einfach formuliert. Sie ersetzen keine landeskirchliche Planung, aber sie geben eine Prüfrichtung. Entscheidend ist nicht, ob ein Modell modern klingt. Entscheidend ist, ob Menschen vor Ort wieder freier werden für Gebet, Beziehung, Dienst und Zeugnis.

3.8 Der prominente Einwand gegen Großstrukturen

Der Einwand, dass Ehrenamtliche in Großstrukturen überfordert werden, ist ernst zu nehmen. Er trifft einen wunden Punkt vieler Reformen. Große Einheiten können Ehrenamtliche nicht nur entlasten, sondern auch überlasten: längere Wege, abstraktere Themen, größere Haushalte, mehr Gebäude, weniger persönliche Kenntnis, kompliziertere Vorlagen. Dann wird aus Entlastung ein neues Expertengremium, in dem Ehrenamtliche sich fremd fühlen.

Die Antwort darauf kann aber nicht einfach lauten, alle Kleinstgemeinden unverändert selbständig zu lassen. Auch das überfordert Ehrenamtliche. Der richtige Schluss lautet: Großstrukturen dürfen nicht das Ehrenamt aufsaugen. Sie müssen Verwaltung, Fachlichkeit und Verantwortung so bündeln, dass Ehrenamtliche im Nahraum wirksam bleiben können.

Daher braucht jede größere Struktur eine Subsidiaritätsregel. Was lokal geistlich sinnvoll verantwortet werden kann, bleibt lokal. Was rechtlich, fachlich oder finanziell überfordert, wird regional getragen. Ehrenamtliche sollen möglichst wenig regionale Verwaltung leisten und möglichst viel lokale Wirksamkeit erleben. Sie sollen nicht aus ihrem Dorf herausgezogen werden, um ein System am Laufen zu halten. Das System soll ihnen dienen, damit sie im Dorf Kirche sein können.

Nicht Ehrenamtliche in Großstrukturen hineinziehen, sondern Verwaltung aus Kleinstgemeinden herausziehen.

Schluss: Kleine Nähe, mittlere Gemeinschaft, große Entlastung

Evangelisch in Deutschland wird künftig weniger selbstverständlich sein. Die Kirche wird kleiner, älter, regional unterschiedlicher und gesellschaftlich weniger vorausgesetzt. Gleichzeitig bleibt ihr Auftrag derselbe: das Evangelium von Jesus Christus zu bezeugen, Menschen zu taufen und zu lehren, Gemeinschaft zu stiften, Leidende zu begleiten, Schuld und Versöhnung auszusprechen, Hoffnung zu feiern und der Welt in Liebe zu dienen.

Dafür braucht sie die Gemeinde vor Ort. Aber diese Gemeinde vor Ort muss neu verstanden werden. Sie ist nicht zuerst ein kleiner Verwaltungsbezirk. Sie ist ein geistlicher Nahraum. Sie lebt dort, wo Menschen einander wahrnehmen, Gottes Wort hören, beten, singen, Brot und Wein empfangen, Kinder segnen, Tote bestatten, Einsame besuchen, Schuld vergeben, Feste feiern und Verantwortung teilen.

Die Zukunft wird daher nicht in einer einzigen Gemeindegröße liegen. Sie wird in einem Zusammenspiel liegen: kleine Gruppen für Vertrauen, Kerngemeinden für Verlässlichkeit, Kirchorte für lokale Präsenz, Regionen für Entlastung, professionelle Verwaltung für Fachlichkeit, Pfarr- und Mitarbeitendenteams für geistliche Leitung und Ehrenamtliche für lebendige Beteiligung.

Kleine Gemeinden dürfen nicht romantisiert werden. Sie können eng, erschöpft und überfordert sein. Große Gemeinden dürfen nicht vergötzt werden. Sie können anonym, funktional und unpersönlich sein. Entscheidend ist die geistliche und soziale Passung. Jede Größe braucht die ihr entsprechende Struktur. Jede Struktur braucht geistliche Prüfung. Jede Reform muss am Ehrenamt, an der Nähe zu Menschen und am Auftrag des Evangeliums gemessen werden.

Die Leitformel kann daher lauten: kleine Nähe, mittlere Gemeinschaft, große Entlastung. Kleine Nähe meint, dass Menschen einander sehen. Mittlere Gemeinschaft meint, dass Verantwortung geteilt werden kann. Große Entlastung meint, dass Verwaltung, Bau, Personal und Finanzen nicht von wenigen Engagierten in kleinen Orten allein getragen werden müssen.

Wenn diese drei Ebenen zusammenfinden, können auch kleine Gemeinden stark sein. Nicht, weil sie alles leisten. Nicht, weil sie wachsen müssen. Sondern weil sie wissen, wozu sie da sind, wer sie trägt, was ihnen abgenommen wird und welche geistliche Aufgabe sie vor Ort haben.

Die Gemeinde der Zukunft ist nicht einfach größer. Sie ist klarer, verbundener, geistlicher und ehrlicher begrenzt.

Prüf- und Quellenhinweis

Die aktuellen statistischen Angaben wurden im Mai 2026 gegen offizielle EKD-Quellen und die digital zugänglichen Ergebnisse der sechsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung geprüft. Kirchengesetzliche Aussagen zur EKM wurden anhand der veröffentlichten kirchenrechtlichen Texte kontrolliert. Die bibliographischen Angaben zu einzelnen praktisch-theologischen und gemeindeentwicklerischen Werken folgen den angegebenen Quellen und wurden inhaltlich zurückhaltend verwendet. Wo keine vollständigen digitalen Volltexte vorlagen, wurden keine wörtlichen Zitate, sondern nur allgemein zusammenfassende Bezugnahmen aufgenommen.

Endnoten
  • [1] Evangelische Kirche in Deutschland, Pressemitteilung vom 16. März 2026: Evangelische Kirche veröffentlicht Mitgliedszahlen für das Jahr 2025. Genannt werden rund 17,4 Millionen Mitglieder Ende 2025 und ein Rückgang von rund 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • [2] Evangelische Kirche in Deutschland, Statistik zu Kirchenmitgliedern und Kirchengemeinden in den Landeskirchen der EKD, Stand 31. Dezember 2024: 17.979.849 Kirchenmitglieder und 12.014 Kirchengemeinden.
  • [3] Ebd.; Beispiele: Anhalt 24.180 Mitglieder in 125 Kirchengemeinden; Evangelische Kirche in Mitteldeutschland 573.777 Mitglieder in 1.734 Kirchengemeinden; Evangelische Kirche von Westfalen 1.885.944 Mitglieder in 431 Kirchengemeinden.
  • [4] Vgl. Murray Capill, The Elder-Led Church, Phillipsburg 2024, S. 111.
  • [5] Vgl. David P. Ripley, Moving beyond Attendance Barriers to Growth, in: Artur A. Stele (Hg.), The Word: Searching, Living, Teaching, Silver Spring 2015, S. 298–299.
  • [6] Vgl. Apostelgeschichte 2,41 und Apostelgeschichte 4,4.
  • [7] Vgl. 1. Korinther 16,19; Römer 16,5; Kolosser 4,15; Philemon 2.
  • [8] Vgl. Evangelische Kirche in Deutschland, 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, Themenbereich Ost-/West-Deutschland. Dort werden für Ostdeutschland ein deutlich höherer Konfessionslosenanteil und zugleich eine stärkere kirchliche Bindung ostdeutscher evangelischer Kirchenmitglieder beschrieben.
  • [9] Vgl. Lyle E. Schaller, Small Congregation, Big Potential, Nashville 2010.
  • [10] Vgl. Michael Diener / Ulrich Eggers, Mission Zukunft, Witten 2019, S. 206–207.
  • [11] Vgl. Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Kirchengemeindestrukturgesetz, insbesondere die Regelungen zu Kirchengemeindeverband und Vereinigung von Kirchengemeinden.
  • [12] Vgl. Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Kirchengemeindestrukturgesetz, Regelungen zu örtlichem Beirat, Einspruchsrecht und Gebäudefragen.
  • [13] Vgl. Evangelische Kirche in Deutschland, Entwicklung der Kirchenmitgliederzahlen. Projektion 2060.
  • [14] Vgl. Michael Herbst / Hans-Hermann Pompe, Regiolokale Kirchenentwicklung, midi; sowie die Materialien zur regiolokalen Kirchenentwicklung.
  • [15] Vgl. Church of England, Rural Mission. Die Materialien nennen Unterstützung für multi-parish benefices und große Gruppen ländlicher Kirchen.
  • [16] Vgl. Church of England, Readers and Licensed Lay Ministers; Church of England, Developing Lay Ministries.
  • [17] Vgl. Church of England, Strategic Planning for Church Buildings: Festival Churches.
  • [18] Vgl. Church of England, Mixed Ecology; Church of England, Fresh Expressions in the Church of England.
  • [19] Vgl. Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, Ehrenamtsgesetz, §§ 4–5.
  • [20] Vgl. Robert Schnase, Just Say Yes! Unleashing People for Ministry, Nashville 2015.
  • [21] Vgl. Jared C. Wilson, The Prodigal Church, Wheaton 2015, S. 44.
  • [22] Vgl. Leith Anderson / Jill Fox, Volunteering: A Guide to Serving in the Body of Christ, Grand Rapids 2015.
  • [23] Vgl. Kevin Gerald, By Design or Default? Creating a Church Culture that Works, Nashville 2007.
  • [24] Vgl. Philipp Bartholomä / Helge Stadelmann / Stefan Schweyer, Praktische Theologie. Ein Grundriss für Studium und Gemeinde, Gießen 2024, S. 203.
Literaturverzeichnis
Biblische Quellen
  • Die Bibel. Lutherübersetzung 2017. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Kirchliche und statistische Quellen
  • Evangelische Kirche in Deutschland: Statistik zu Kirchenmitgliedern und Kirchengemeinden in den Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Stand 31. Dezember 2024.
  • Evangelische Kirche in Deutschland: Evangelische Kirche veröffentlicht Mitgliedszahlen für das Jahr 2025. Pressemitteilung vom 16. März 2026.
  • Evangelische Kirche in Deutschland: Entwicklung der Kirchenmitgliederzahlen. Projektion 2060.
  • Evangelische Kirche in Deutschland: 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung. Themenbereich Ost-/West-Deutschland.
  • Evangelische Kirche in Mitteldeutschland: Kirchengemeindestrukturgesetz.
  • Evangelische Kirche in Mitteldeutschland: Ehrenamtsgesetz.
  • Church of England: Rural Mission.
  • Church of England: Strategic Planning for Church Buildings: Festival Churches.
  • Church of England: Mixed Ecology und Fresh Expressions.
  • Church of England: Readers and Licensed Lay Ministers.
Praktische Theologie, Gemeindeentwicklung und Ehrenamt
  • Anderson, Leith / Fox, Jill: Volunteering. A Guide to Serving in the Body of Christ. Grand Rapids: Zondervan, 2015.
  • Bartholomä, Philipp / Stadelmann, Helge / Schweyer, Stefan: Praktische Theologie. Ein Grundriss für Studium und Gemeinde. Gießen: Brunnen, 2024.
  • Capill, Murray: The Elder-Led Church. How an Eldership Team Shepherds a Healthy Flock. Phillipsburg: P&R Publishing, 2024.
  • Diener, Michael: Alles wird gut! In 14 Etappen durch die Jakobs- und Josefsgeschichte. Witten: R. Brockhaus, 2014.
  • Diener, Michael / Eggers, Ulrich: Mission Zukunft. Zeigen, was wir lieben: Impulse für eine Kirche mit Vision. Witten: R. Brockhaus, 2019.
  • Gerald, Kevin: By Design or Default? Creating a Church Culture that Works. Nashville: Thomas Nelson, 2007.
  • Getz, Gene A. / Easley, Michael J.: The Measure of a Healthy Church. How God Defines Greatness in a Church. Chicago: Moody Publishers, 2007.
  • Gumbel, Nicky: Fragen an das Leben. Asslar: Gerth Medien, 2010.
  • Knorr, Hartmut: Für den besonderen Anlass. Kasualien in der Freikirche. Herausgegeben von Daniel Aderhold. Erzhausen: Forum Theologie & Gemeinde, 2020.
  • Lawrence, James: Lead On. 30 Reflections to Refresh and Re-energize Your Leadership. Oxford: Monarch Books, 2017.
  • Lieth, Norbert: Prophetische Gleichnisse. Dübendorf: Verlag Mitternachtsruf, 2005.
  • Ripley, David P.: Moving beyond Attendance Barriers to Growth. In: Artur A. Stele (Hg.): The Word: Searching, Living, Teaching. Silver Spring: Biblical Research Institute / Review and Herald Publishing Association, 2015, S. 298–299.
  • Russell, Cormac / McKnight, John L. / Unwin, Julia: Rekindling Democracy. A Professional’s Guide to Working in Citizen Space. New York: Cascade Books, 2020.
  • Schaller, Lyle E.: Small Congregation, Big Potential. Ministry in the Small Membership Church. Nashville: Abingdon Press, 2010.
  • Schaller, Lyle E. / Bird, Warren: Wisdom from Lyle E. Schaller. The Elder Statesman of Church Leadership. Nashville: Abingdon Press, 2012.
  • Schnase, Robert: Just Say Yes! Unleashing People for Ministry. Nashville: Abingdon Press, 2015.
  • Stanton, Allen T.: The Gift of Small. Embracing Your Church’s Vocation. Erscheinungsjahr nicht angegeben.
  • Wilson, Jared C.: The Prodigal Church. A Gentle Manifesto against the Status Quo. Wheaton: Crossway, 2015.

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