Wenn man Kirchengeschichte einmal unter dem Gesichtspunkt „Kommunikation“ liest, fällt ein Muster auf: Das Evangelium bleibt inhaltlich gleich – aber die Wege, auf denen es Menschen erreicht, verändern sich ständig. Und oft hat die Kirche sehr bewusst die jeweils modernsten Kommunikationsmittel genutzt (oder musste lernen, sie klug zu nutzen).

Dabei gilt immer beides: Medien erweitern Reichweite – und sie prägen auch Form, Tempo und Erwartungen der Menschen. (Darum ist Mediengeschichte immer auch Kirchengestalt-Geschichte.)
1) Urchristentum: mündliche Botschaft, öffentliche Lesung, Briefe – und römische Infrastruktur
1.1. Jesus: Predigt „nah am Leben“ – im Resonanzraum der Synagoge und des Alltags
Jesus kommuniziert das Reich Gottes primär mündlich: Gleichnisse, Streitgespräche, Heilungserzählungen – alles Formen, die in einer überwiegend oral geprägten Kultur besonders „tragfähig“ sind. Gleichzeitig nutzt er vorhandene Kommunikationsräume: Synagogen als Orte der Schriftlesung und Auslegung, Feste als „Massenereignisse“, Pilgerwege als Multiplikatoren.
1.2. Paulus: Koine-Griechisch, Städte-Netzwerke, Straßen – und ein „Brief-Internet“ der Antike
Paulus (und die frühe Mission insgesamt) nutzt mehrere „Highways“ der damaligen Welt:
- Koine-Griechisch als Verkehrssprache im östlichen Mittelmeerraum: Ein Evangelium, das nicht in einer lokalen Stammes- oder Hofsprache stecken bleibt, sondern „anschlussfähig“ wird.
- Römische Straßen, Seewege, urbanes Handelsnetz: Die Mission bewegt sich bevorzugt entlang von Knotenpunkten (Häfen, Marktstädten, Provinzhauptstädten).
- Hausgemeinden als soziale Kommunikationszellen: Netzwerke über Familien, Berufe, Gastfreundschaft.
- Briefe: Paulus schafft mit Rundbriefen, Boten und Vorlesepraxis eine Kommunikationsform, die erstaunlich „skalierbar“ ist. Die neutestamentlichen Briefe setzen explizit auf öffentliche Verlesung in den Gemeinden (z. B. 1Thess 5,27; Kol 4,16; 1Tim 4,13).
1.3. Urchristen: Vom Erzählen zum Schreiben – und zur „Community-Praxis“
Die kommunikative Schlüsselzüge der Urchristen:
- Orale Kultur: Jesus verkündigt vor allem mündlich (Gleichnisse, Streitgespräche, Tischgemeinschaft). Das Evangelium „läuft“ zuerst als Erzählung – memorierbar, weitergebbar.
- Öffentliche Lesung: Gemeinden hören Texte gemeinsam (1Thess 5,27), lernen, beten, singen – Kommunikation ist Gemeindepraxis, nicht nur Information.
- Frühe Hymnen als „Glaubens-Sprache“: Stücke wie Phil 2,6–11 oder Kol 1,15–20 wirken wie verdichtete Bekenntnispoesie – theologisch stark, leicht erinnerbar.
- Briefe der Apostel als Rundbriefe an die Gemeinden
- Kanonbildung des Neuen Testamentes
2) Frühe Christen und das „neue Buchformat“: der Codex als Medieninnovation
2.1. das „neue Buchformat“: der Codex als Medieninnovation
Ein spannender Punkt, der oft in der Aufzählung fehlt: Sehr früh bevorzugen Christen häufig den Codex (Buchform) gegenüber der Rolle. Das ist nicht nur praktisch (blättern, mehrere Texte bündeln), sondern wirkt wie eine „Medienentscheidung“, die Bibelgebrauch verändert: schnelleres Auffinden, Zusammenstellung, Zirkulation. Der Codex (Buchform) setzt sich im ersten Jahrhundert gegenüber der Rolle immer stärker durch – praktisch für Transport, Sammlung, Verweisstellen.
2.2. „Musik“ schon ganz früh: Singen als gemeinschaftliches Speichermedium
Dass Christen sehr früh singen, belegen antike Beobachter: Plinius d. J. erwähnt das Singen eines Hymnus „Christus wie einem Gott“. Das ist Kommunikation: kurz, merkfähig, gemeinschaftsstiftend.
3) Spätantike & Mittelalter: Handschrift, Klöster – und die „Köster“ als Träger von Text und Bildung
Bevor es den Druck gibt, entscheidet ein andere Form über Reichweite: die manuelle Vervielfältigung. Und hier kommen Klöster, Skriptorien und kirchliche Bildungsämter ins Spiel.
3.1. Klöster & Skriptorien: Abschreiben als geistliche Infrastruktur
- Klöster als Wissens- und Medienzentren: In monastischen Skriptorien werden Bibeln, Evangeliare, Psalter, Predigtsammlungen und theologische Texte systematisch kopiert, abgeschrieben, korrigiert, verbreitet – eine mühsame, aber geistlich-kulturell zentrale Kommunikationsarbeit. Das ist nicht romantische Liebhaberei, sondern das damalige „Publikationswesen“.
- Beispiel Reichenau: Das Kloster Reichenau (gegründet im 8. Jh.) steht exemplarisch für monastische Bildungs- und Schriftkultur im deutschen Raum.
3.2. Küster/„Köster“, Schulmeister, Kantoren: lokale Kommunikationsprofis
Neben den Klöstern braucht es vor Ort Menschen, die Schrift, Liturgie und Bildung praktisch tragen: Küster und Schulmeister (später oft eng mit Kantoren verbunden) halten Lesen/Singen/Liturgie in Gang, schreiben und verwalten Texte, unterrichten Kinder – kurz: Sie sind die „kommunikativen Systemadministratoren“ der Gemeinde, lange bevor es diesen Begriff gibt.
4) Mittelalterliche Großmedien: Kirchenmusik, Gregorianik und Orgel
4.1. Gregorianischer Gesang: Klang als theologische „Massenkommunikation“
Gregorianik ist mehr als Ästhetik: Sie trägt Bibeltexte, Gebete, Festzeiten – und prägt Glaubenssprache über Generationen. Wo viele nicht lesen können, wird gesungenes Wort zum Speicher des Glaubens.
4.2. Orgel: Technik wird Liturgie-Träger
Die Orgel wird (regional unterschiedlich) zum dominanten Kircheninstrument, weil sie Räume füllt, Gemeinde führt und liturgische Dramaturgie stützt. Auch das ist Mediengeschichte: ein Instrument als „Verstärker“ gemeinsamer Praxis.
4.3. Bach als Kommunikationsgenie: Predigt in Tönen
Bei Bach sieht man besonders deutlich, wie Musik Verkündigung trägt: Kantaten sind oft „ausgelegte Schrift“ – theologisch komponiert für konkrete Sonntage im Kirchenjahr. Dass Bach 1723 Thomaskantor in Leipzig wurde, markiert eine Epoche, in der Kirchenmusik eine zentrale öffentliche Kommunikationsform des Evangeliums ist.
5) Vorreformation und Übersetzungsbewegungen: Wyclif und der lange Weg zur Bibel „in die Sprache der Leute“
Hier zwei Linien, die man unterscheiden sollte:
5.1. John Wyclif (14. Jahrhundert) – Bibel in der Volkssprache als Programm
Wyclif gilt als wichtiger Impulsgeber für eine volkssprachliche Bibel- und Reformbewegung in England (Wyclif-Bibel).
5.2. Wycliff-Bibelübersetzer (20./21. Jahrhundert) – Übersetzung als Weltkommunikation
Die Bewegung Wycliff (auch in Deutschland organisatorisch präsent) arbeitet weltweit an Bibelübersetzung, Alphabetisierung und Sprachforschung – also an Kommunikation an der Wurzel: Verstehen in der Herzenssprache.
6) Reformation: Buchdruck, Flugschriften – und Gemeindegesang als „Massenmedium“
Mit Gutenberg verändert sich die Kommunikationslage grundlegend: Text wird billig, schnell, massenhaft.
6.1. Flugschriften/Publizistik: die Reformation als Medienereignis
Reformation verbreitet sich nicht nur über Kanzeln, sondern über Flugblätter, Pamphlete, gedruckte Predigten. Historiker beschreiben den Zeitraum 1517–1524 ausdrücklich als Phase, in der Druck und Protestbewegung sich gegenseitig verstärken.
- Buchdruck & Flugschriften: Drucktechnik macht Verbreitung schnell und massenhaft – Lutherschriften, Predigten und zahllose Flugschriften treiben die Bewegung an.)
- Reformation als Medienereignis: Historisch wird sie ausdrücklich als erster medial ausgetragener Großkonflikt beschrieben – mit sprunghaft steigender Druckproduktion.
- Konkretes Beispiel (Deutsches Historische Museum): Flugschriften konnten in kurzer Zeit enorme Auflagen erreichen – das DHM nennt bei Argula von Grumbach ca. 30.000 Exemplare im Umlauf.
6.2. Gesangbücher: „Achtliederbuch“ & Co.
Dazu kommt ein oft unterschätztes Medium: Gemeindelieder. Das „Achtliederbuch“ (1524) gilt als eines der frühesten lutherischen Gesangbücher – das Evangelium wird „mitsingbar“ und wandert auf Melodien durch Städte und Dörfer.
Auch Sammlungen wie Johann Walters Geystliche gesangk-Buchleyn zeigen: Reformation kommuniziert stark über Musikdruck und Chortradition.
6.3. Eine Nebenwirkung: vom gemeinsamen Hören zur privaten Lektüre
Mit der gedruckten Bibel verändert sich Frömmigkeitspraxis: Neben dem gottesdienstlichen Hören tritt stärker die individuelle, stille Lektüre – eine Verschiebung, die bis heute nachwirkt.
7) Bibelanstalten, Bibelgesellschaften, Schriftenmission: Evangelium „in Auflage“ (18.–20. Jahrhundert)
7.1. Cansteinsche Bibelanstalt (Halle) – industrielle Bibelverbreitung avant la lettre
1710 entsteht in Halle die Cansteinsche Bibelanstalt – mit dem Ziel, Bibeln in hoher Auflage und günstig zu verbreiten; später werden millionenfach Bibeln/NTs produziert.
7.2. Bibelgesellschaften in Deutschland (19. Jh. bis heute)
- In Württemberg wird 1812 die Württembergische Bibelanstalt gegründet (wichtige deutsche Bibelverbreitung).
- 1981 entsteht die Deutsche Bibelgesellschaft durch Zusammenschluss zentraler Träger; heute gehören zahlreiche regionale Bibelgesellschaften dazu.
7.3. Traktate, Kolportage, Schriftenmission
Im 19. Jahrhundert spielen Traktatgesellschaften, Kolportage und Missionspresse eine große Rolle: Evangelium kommt als Heft, Blatt, Zeitung, Kalender – niedrigschwellig, billig, massenhaft.)
Ein Beispiel für organisierte Schriftenarbeit im deutschsprachigen Raum ist die Evangelische Schriftenmission (Gründung 1927).
8) Moderne Kirchenmusik: Von Bach bis Worship – Kommunikation, die „unter die Haut“ geht
- Bach als Höhepunkt protestantischer Kantoreitradition: In Leipzig wird Bach 1723 Thomaskantor; seine Hauptaufgaben umfassen die Musik für mehrere Kirchen und Kantaten für Sonn- und Festtage.
- Theologischer Kern: In der lutherischen Tradition ist Kirchenmusik nicht Beiwerk, sondern Verkündigung in Klanggestalt.
- Heute: Gospel, „Neues Geistliches Lied“, Lobpreis/Worship, Bands, Streaming-Live-Sets – das sind Kommunikationsformen, die Gefühle, Sprache und Gemeinschaft verbinden (und oft Menschen erreichen, die mit Predigttext allein wenig anfangen).
9) 20. Jahrhundert: Radio, Fernsehen – und populäre Musik als Reichweitenmotor
9.1. Radio: die „Kathedrale der Luft“
Schon sehr früh werden Gottesdienste übertragen: Am 2. Januar 1921 wurde ein Gottesdienst der Calvary Episcopal Church (Pittsburgh) über KDKA ausgestrahlt – oft als erste regelmäßig geplante Kirchenübertragung genannt.
In den 1920ern nutzen Figuren wie Aimee Semple McPherson Radio strategisch; der Begriff „cathedral of the air“ steht exemplarisch für dieses neue Reichweiten-Denken.
9.2. Fernsehen und Massenformate
Mit TV entstehen neue Kommunikationslogiken: Bilddramaturgie, kurze Aufmerksamkeitsspannen, Personalisierung über charismatische Sprecher – Chancen und Risiken liegen nah beieinander.
9.3. Moderne Musik: Gospel, Jesus-Movement, Worship-Industrie
Im 20. Jahrhundert wird Musik erneut ein Hauptmedium der Evangeliumskommunikation: von Gospelbewegungen bis zur Contemporary-Worship-Kultur. Praktisch heißt das: Menschen lernen Glaubenssprache oft zuerst singend, nicht lesend.
9.4. Und in Deutschland:
- Fernsehverkündigung: „Das Wort zum Sonntag“ gehört zu den bekanntesten kirchlichen Sendeformaten im deutschen Fernsehen und wird im Kontext der frühen Fernsehjahre verortet.
- Christlicher Rundfunk: Der ERF (Evangeliums-Rundfunk) wird 1959 gegründet; Anfang der 1960er Jahre beginnen Ausstrahlungen (z.B. über Kurzwelle).
- Bibel TV: Als christlicher Fernsehsender in Deutschland prägt Bibel TV seit den frühen 2000ern das Feld.
10) Digitalzeitalter: Internet, Social Media, Livestream – Kirche „on demand“
Spätestens seit den 2000ern ist Kommunikation nicht mehr „Senden an viele“, sondern auch Dialog, Community-Bildung, Algorithmus-Öffentlichkeit. : Digitale Kommunikation ist nicht „Spielerei“, sondern ein eigener Öffentlichkeitsraum.
Die Pandemie hat diesen Wandel sichtbar beschleunigt: Viele Menschen nahmen Gottesdienste zeitweise online wahr; und auch nach der akuten Phase bleibt hybride Teilnahme ein Faktor.
- Die EKD beschreibt und bündelt digitale Formate und Erfahrungen („Kirche digital“), und es gibt empirische Zugänge zur Frage, wie Online- und Hybridgottesdienste wahrgenommen werden.
- Landeskirchen arbeiten an Strategien (Guidelines, Musterprojekte) für digitale Kommunikation.
11) Zukunft: KI als nächstes Kommunikations-Ökosystem (mit Chancen und echten Gefahren)
KI ist nicht nur „ein Tool“, sondern ein neues Kommunikationsmilieu: Texte, Bilder, Stimmen, Übersetzungen, Suche, Personalisierung. Sie kann Texte erzeugen, Zusammenhänge finden, Stimmen imitieren. Darum braucht es Leitplanken.
11.1. Was KI der Evangeliumskommunikation realistisch bringen kann
Chancen (realistisch, nicht überhöht)
- Sprachbrücken: Unterstützung bei Übersetzung, Verständlichkeit, Barrierefreiheit. Gerade Bibelübersetzung arbeitet zunehmend mit digitalen Verfahren; globale Statistik- und Projektplattformen zeigen, wie dynamisch das Feld ist.
- Übersetzung & Verständlichkeit: Sprache vereinfachen, Barrieren abbauen (z.B. leichte Sprache, Zusammenfassungen, mehrsprachige Zugänge).
- Vorbereitungshilfe: Strukturieren, Material sichten, Varianten formulieren (nicht als „Ersatz-Prediger“, eher als Assistent).
- Recherche & Didaktik: Material sichten, strukturieren, Varianten für Zielgruppen erstellen.
- Seelsorge-nahe Dienste: Chatbots als Erstkontakt (nicht als Ersatz für echte Seelsorge), Termin- und Informationsassistenz.
- Seelsorge-Kontaktpunkte: niedrigschwellige Erstansprache – aber nur mit klaren Grenzen und verantwortlicher Einbettung.
Risiken (die man geistlich und rechtlich ernst nehmen muss)
- Verlässlichkeit: KI kann überzeugend klingen und dennoch falsch sein.
- Bias & Manipulation: Modelle reproduzieren Verzerrungen.
- Datenschutz & Vertrauen: Gerade bei seelsorglichen Inhalten sind Daten sensibel.
- Autorschaft/Redlichkeit: Predigt- und Unterrichtsvorbereitung brauchen Transparenz.
11.2. Warum Kirchen jetzt Leitlinien formulieren (müssen)
In Deutschland gibt es seit 2024/2025 deutlich mehr kirchliche Regeltexte:
- Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat eine KI-Leitlinie veröffentlicht (mit Geltungsbereich, Verantwortlichkeiten, Schutzprinzipien). (
- Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE) hat Leitlinien beschlossen (ethisch, sicher, risikoarm).
- Die EKD-Synode 2025 hat die Entwicklung einer kirchlichen KI-Strategie beschlossen.
- Datenschutzaufsicht verweist auf Kriterien für datenschutzkonforme KI-Nutzung (auch als Leitfaden für Kirche/Diakonie). (datenschutz.ekd.de)
- Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung hat KI-Leitlinien beschlossen (verantwortlich, sicher, ethisch).
- Die EKD reflektiert europäische KI-Leitlinien ausdrücklich aus Sicht von Menschenwürde und Grundrechten.
- Und: Die EU-KI-Verordnung (AI Act) ist als Rahmenfaktor benannt (mit Inkrafttreten im August 2024).
Das ist kein Technik-Fetisch, sondern Realismus: KI erhöht das Risiko von Täuschung (Deepfakes), Bias, Urheberrechtsproblemen, Datenschutzverletzungen und verdeckter Manipulation – gerade in religiösen Kontexten, wo Vertrauen zentral ist.
Mein Fazit in einem Satz: KI kann Kommunikation unterstützen – aber sie darf Glaubwürdigkeit, Verantwortung und die personale Mitte des Evangeliums nicht ersetzen.
11.3. Ein praktisches Kriterium für die Zukunft
Die Frage ist nicht: „Dürfen wir KI?“, sondern: Dient es Wahrheit, Menschenwürde, Transparenz, Verantwortung – und der realen Gemeinde?
Oder anders: KI kann Kommunikation skalieren, aber sie kann Glaubwürdigkeit nicht automatisch mitliefern.
Schluss: Medien wechseln – der Kern bleibt
Von der Straße Roms über den Codex, vom Klosterskriptorium über Druckerpresse und Orgel, von Bibelanstalten und Schriftenmission über Radio/TV bis zu Social Media und KI: Das Evangelium wurde immer wieder so kommuniziert, dass Menschen es verstehen, hören, mitsingen, nachlesen, weitergeben konnten.
Und vielleicht ist das der rote Faden: Die Kirche ist am stärksten, wenn sie neue Medien mutig nutzt, aber sie zugleich theologisch prüft – damit das Medium dem Evangelium dient und nicht umgekehrt.
Drei Prüf-Fragen für jede „neue“ Kommunikation (damals wie heute)
- Wen erreichen wir – und wen verlieren wir? (Zugang, Sprache, Milieu)
- Was macht das Medium mit der Botschaft? (Tempo, Tiefe, Wahrheit, Gemeinschaft)
- Bleibt die Kirche erkennbar Kirche? (Wort, Sakrament, Gemeinschaft, Seelsorge – nicht nur Content)
Quellen (Auswahl)
Primär-/Grundquellen zur frühen Kirche
- Plinius der Jüngere, Brief an Trajan (Hinweis auf christlichen Hymnusgesang). (Georgetown Faculty)
- Hinweise zur öffentlichen Schriftlesung im frühen Gottesdienst (NT-Belege, Überblick). (Southern Equip)
Urchristentum, Infrastruktur, Buchform
- Koine-Griechisch als Verkehrssprache (Überblick). (Encyclopedia Britannica)
- Römische Verkehrs-/Kommunikationsinfrastruktur (Überblick). (sites.dartmouth.edu)
- Zur frühen christlichen Codex-Präferenz. (Wikipedia)
Klöster, Skriptorien
- Scriptorium (Überblick).
- Monastische Bücher-/Bibliothekskultur (Überblick). (Amazon.de)
Kirchenmusik
- Gregorianischer Gesang (Überblick). (Encyclopedia Britannica)
- Orgel (Überblick). (Encyclopedia Britannica)
- Bach in Leipzig / Thomaskantor (Überblick). (Bach-Museum Leipzig)
Buchdruck & Reformation
- Johannes Gutenberg / Druckrevolution (Überblick). (Encyclopedia Britannica)
- Druck, Propaganda und Luther (Darstellung). (publishing.cdlib.org)
- „Achtliederbuch“ (Einordnung als frühes lutherisches Gesangbuch). (Wikipedia)
- Johann Walter, Geystliche gesangk-Buchleyn (Nachweis/Einordnung). (IMSLP)
Bibelanstalten/Bibelgesellschaften/Schriftenmission
- Cansteinsche Bibelanstalt (Überblick). (Global Bible)
- BFBS und „Cheap Bibles“ (Forschung/Überblick). (Cambridge Assets)
- Religious Tract Society (Forschung/Überblick). (St Andrews Research Repository)
- American Tract Society (Überblick). (CedarCommons)
- Deutsche Bibelgesellschaft / Württembergischer Kontext (Überblick). (Wikipedia)
Wycliffe / Übersetzungsmission
- Gründung/Origins Wycliffe Bible Translators (Überblick). (Museum of the Bible)
- Wycliffe Global Alliance: Scripture-Access-Statistiken und Projekte. (wycliffe.net)
Radio/TV & Digital
- Erste Kirchenübertragung über KDKA/Calvary (Überblick). (Episcopal News Service)
- Aimee Semple McPherson und Radio („cathedral of the air“ im Kontext). (PBS SoCal)
- Pew Research zu Online-/hybrider Gottesdienstteilnahme nach COVID (Daten). (Pew Research Center)
KI & Kirche (Leitlinien/aktuelle Beschlüsse)
- KI-Leitlinie ELK Württemberg (PDF + Meldung). (Evangelische Landeskirche in Württemberg)
- EWDE-Leitlinien zur KI-Nutzung (PDF). (Diakonie Deutschland)
- EKD-Synode 2025: Beschlüsse zur KI-Strategie. (EKD)
Weitere Fachliteratur (zur Einordnung/Medientheorie/Predigtlehre)
- Eilert Herms / Christian Grethlein, „Medien“, in: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG).
- Darrell L. Bock / Jonathan J. Armstrong, Virtual Reality Church (Moody, 2021).
- Helge Stadelmann, Kommunikativ predigen (SCM R. Brockhaus; Ausgaben/Neuauflagen).
- Jürgen Moltmann, Kirche in der Kraft des Geistes (Gütersloher Verlagshaus; Ausgabeangaben/Einordnung).
