für eine Kirche mit Zukunft

Jesus

Das große Geheimnis Gottes – Predigt zu 1. Timotheus 3,16 – Heiliger Abend

Weihnachten

Weihnachten

Liebe Gemeinde, liebe Gäste,
vielleicht haben sie in dieser Advents- und Weihnachtszeit auch das beliebte Kinderlied gesungen: ,,Soviel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit.” Es liegt ja auch ein Geheimnis über dem, was in der Advents- und Weihnachtszeit geschieht. Schon in der äußeren Form dessen, wie wir diese Zeit erleben, wie wir das Weihnachtsfest vorbereiten. Wir sehen einfach mal von den Stress ab, den wir uns selber vielleicht viel zu sehr machen. Da ist doch auch viel Vorfreude auf das Fest dabei. Da basteln oder kaufen wir Geschenke für groß und klein.
Nach Möglichkeit sollen die es noch nicht erfahren, was ihnen da geschenkt wird. Auch wenn wir seit diesem Jahr wissen, dass es da in Amerika eine Organisation mit Namen NSA gibt, die fast alle Geheimnisse ausspioniert hat, so werden diese Geheimnisse sicher nicht gleich verraten und aufgedeckt. Sie stehen bestimmt nicht auf deren Spionageliste oben. 

Auch in unserem Krippenspiel wurde uns heute von einem Geheimnis erzählt. Einem Geheimnis, das durch die Geburt eines Kindes geschieht. Es ist dieses große Geheimnis Gottes, dass mit der Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem — einerseits immer noch ein Geheimnis ist und andererseits doch der ganzen Welt und auch uns heute offenbart wird.
So schreibt es auch Paulus an seinen Freund und Mitstreiter Timotheus:

Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

1. Tim 3,16

 Das Weihnachtsfest mit allen Gottesdiensten, mit den Christvespern, den Konzerten, den Liedern, mit allem was an Weihnachten geschieht, will eigentlich Zeugnis geben von diesem großen und einzigartigem Geheimnis des Evangeliums, von dieser Geburt des Kindes im Stall von Bethlehem, dass der große Gott Mensch wurde, dass Gott zu uns kommt. Doch was steckt in diesem Geheimnis des Glaubens, in diesem Geheimnis des Evangeliums Gottes, von dem der Apostel Paulus spricht.
Was steckt wohl hinter dem Bekenntnis zu Jesus, zu dem der Apostel Paulus ermutigt:»Er ist offenbart im Fleisch«,»gepredigt den Heiden«,»geglaubt in der Welt«? Dieser Jesus ist»offenbart im Fleisch«: Das heißt also Jesus wurde ganz und gar Mensch, so wie du und ich. Er kam als Baby in tiefer Armut zur Welt, ist in Nazareth aufgewachsen und die letzten drei Jahre seines Lebens öffentlich aufgetreten.
»Offenbart im Fleisch«- das verschweigt auch nicht, dass Jesus wie ein Schwerverbrecher am Kreuz gestorben ist. »Jesus ist offenbart im Fleisch«- das sagt auch, dass er — durchaus als schwacher, verletzlicher, sterblicher — Mensch gelebt hat. 
Dann heißt es:»Gepredigt den Heiden«: Da hat nach seinem Tod eine faszinierende Bewegung eingesetzt: Menschen, die mit der Botschaft von Jesus in Kontakt kamen, spürten die verändernde Kraft in ihrem Leben, die von dieser Botschaft ausging und sie mussten sie aus vollem Herzen weitergeben.
Sie haben gemerkt, die Botschaft hat Kraft und die können wir darum nicht für uns behalten. Es macht diese Botschaft oft so menschlich — manchem von uns manchmal fast zu menschlich -, weil wir als schwache, fehlerhafte Menschen versuchen, einander diese Botschaft glaubhaft weiterzusagen. Vielleicht tun wir das fehlerhaft und stümperhaft, aber aus dem Herzen und gewirkt durch Gottes Geist — Geheimnis des Glaubens.
So geheimnisvoll und manchmal unglaubhaft diese Botschaft auch ist. Seit 2000 Jahren hat sie unzählige Menschen ergriffen und verändert. Die Begegnung mit dem Kind aus dem Stall von Bethlehem hat die Menschen immer wieder verändert und sie auf eine neue Lebensspur gesetzt. Sie haben sich diesem Kind, diesem Jesus von Nazareth anvertraut und ihm Glauben geschenkt. Sie haben gespürt: Er ist immer in meinem Leben bei mir, ich kann mich im Gebet vertrauensvoll an ihn wenden. Er hilft mir, den rechten Weg durchs Leben zu finden, und steht mir auch in schweren Zeiten bei. Es gibt vielleicht Zeiten in unserem Leben, da fehlt uns der Zugang zu ihm. Dennoch dürfen wir wissen: Er ist da, er ist nahe bei mir! 
Diese wenigen Worte»Offenbart im Fleisch«,»gepredigt den Heiden«,»geglaubt in der Welt«sagen uns, dass Gott in Jesus ganz Mensch wurde. Dennoch gehört auch zu diesem Geheimnis dazu, dass Jesus als Mensch immer noch ganz Gott blieb, auch das dürfen wir nicht aus dem Blick lassen: Jesus war auch als ganzer Mensch ganz Gott.
Darum heißt es in den Worten weiter: Jesus ist»gerechtfertigt im Geist«,»erschienen den Engeln«,»aufgenommen in die Herrlichkeit«
Damit wird unser Blick auch heute schon von Weihnachten weg auf Ostern und das nachösterliche Geschehen gerichtet, weil in Gottes Heilsgeschichte gehört alles zusammen und ist für uns bedeutsam!
»Gerechtfertigt im Geist«: Von Menschen wurde Jesus zu Unrecht gekreuzigt. Doch Gott hat Jesus ins Recht gesetzt. Er hat ihn am»Oster«-Morgen wahrhaftig von den Toten auferweckt. Damit zeigt Gott: Wer an ihn glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
»Gerechtfertigt im Geist«: Am»Pfingst«-Sonntag kam der Heilige Geist, so, wie es Jesus verheißen hat. Auch wenn wir Jesus nicht sehen und spüren können. Durch den Heiligen Geist ist er mir nah.
Dies gilt nicht nur für unsere sichtbare Welt:»Erschienen den Engeln«: Alle Mächte, Kräfte und Gewalten müssen anerkennen: Jesus ist Herr, Jesus ist König.
Denn Gott hat ihn, wie es weiter heißt: »Aufgenommen in die Herrlichkeit«: Jesus ist an Himmelfahrt in die für uns unsichtbare Welt Gottes zurückgegangen. Gott hat ihn in seiner göttlichen Würde bestätigt.

Jesus ist der Sohn Gottes, der Heiland und Erlöser. Dennoch stellt sich für uns heute die Frage: Was hat haben wir davon, dass Jesus ganz Mensch war und ganz Gott ist? Was habe ich eigentlich davon, dass sich in Jesus Erde und Himmel berühren?  Weil Jesus wirklich Mensch war wie wir, kann er im Blick auf die Schönheiten und Grausamkeiten der Welt und des Lebens mitreden, mitfühlen, mitgehen. Ihm kann und soll ich vertrauen. Ihn soll und muss ich einfach in Wort und Tat zu anderen bringen. Weil Jesus wirklich Gott ist wie Gott selbst, ist ihm alles möglich. Keine Macht noch Gewalt kann mich von seiner Liebe trennen. Als Christ bin ich heute schon Anteil an Gottes neuer Welt, habe ich schon heute Zukunft mit ihm.  Wir werden dieses Geheimnis der Person und des Werkes von Jesus nicht ganz hier auf Erden ergründen. Schließlich ist es kein menschliches Rätsel, sondern ein göttliches Geheimnis. Aber wir können heute schon damit leben. »Wie?« – fragen Sie?
»Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens« (Lk 2,14).
»Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten (…)« (Lk 2,20).
Ein verlorener Bengel und ein törichter Schafskopf, wer es den jubelnden Engeln und den staunenden Hirten nicht nachmacht. Dem Kind in der Krippe, dem Heiland der Welt, gehört Lob, Anbetung, Ruhm, Ehre und vor allem: mein Vertrauen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Heiligen Abend und frohe Weihnachten, dass Sie selbst in diesen Tagen etwas von dem Geheimnis des Glaubens spüren.
Amen

Gottes Liebe – Impulsgeber für unsere menschliche Liebe

Predigt Joh. 15, 9-12 (13-17) –  21.Stg.n. Trinitatis Reinsdorf 2013

ehemaliges Denkmal in Nobitz

ehemaliges Denkmal in Nobitz

Liebe Gemeinde,

L I E B E – fünf Buchstaben und man stellt sich unter diesen vieles vor. Es ist eines der meist gebrauchten und meist missbrauchten Worte, die wir in unserem Munde führen, und das täglich.
Ganze Wirtschaftszweige leben von diesen fünf Buchstaben. Da sei nur einmal als negatives Beispiel die Sexindustrie genannt. Doch auch in der Musikindustrie wird dieses Wort gebraucht und missbraucht. Vom Schlager bis zur Liebesballade, vom Hip-Hop bis zur Opernarie, überall wird dieses Wort besungen.
Es wird ganz schnell deutlich, dass Liebe etwas ist, was wir alle Menschen brauchen, wonach wir uns alle sehnen. Doch mit der Liebe wird auch viel Missbrauch getrieben.
Erfahren wir in unserem Leben keine Liebe, spüren wir nur recht schnell, dass wir ohne sie ein Defizit haben.
Das weiß auch Jesus, darum zeigt er uns, wo und wie wir dieses Defizit füllen können, wo wir Liebe in einer besonderen Weise erfahren. Soviel Liebe, dass wir sie im überreichen Maß haben und dann weitergeben können.
Wir hören die Worte Jesu dazu aus dem Johannesevangelium Kapitel 15:

9 »Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe
10 Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich immer die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
11 Ich sage euch das, damit meine Freude euch erfüllt und eure Freude vollkommen ist.
12 Liebt einander, wie ich euch geliebt habe; das ist mein Gebot.
13 Niemand liebt seine Freunde mehr als der, der sein Leben für sie hergibt.
14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
15 Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Diener. Denn ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut; ich aber habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
16 Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat. Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was immer es auch sei.
17 Einander zu lieben – das ist das Gebot, das ich euch gebe.«

Wenn ich diese Worte lese, dann werde ich immer an den Friedhof in meiner ersten Gemeinde in Nobitz erinnert. Dort stand ein Kreuz als Gedenkstein für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges. Leider hat man dieses im vorigen Jahr beseitigt, was mich sehr ärgert. Da man damit ein Stück seiner eigenen Ortskirchengeschichte mit Füßen getreten hat. Dieses Kreuz wurde 1953 aufgestellt, also zu einer Zeit, wo so etwas so gut wie unmöglich war, so etwas zu tun. Dennoch haben es der damalige Pfarrer und die Kirchengemeinden gegen allen Widerstand der damals Herrschenden durchgesetzt, dass das Kreuz errichtet wurde. Eines konnten sie nicht erreichen, dass auf dem Kreuz die Worte standen: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ Wenigstens die Bibelstelle wurde aufgemeißelt: Joh.15,13.
Im 2. Weltkrieg haben viele Menschen ihr Leben lassen müssen. Aber nicht für die Freunde, sondern für einen totalitären und menschenentwürdigenden Staat. Und daher war ich sogar froh, dass nur die Bibelstelle stand, denn der Text war sonst etwas missverständlich.

Andererseits stand dieses gleiche Wort früher über Altar und Kanzel in der damaligen Pfarrkirche meiner Heimatgemeinde. Doch da wurde durch das Kreuz deutlich, wer der eine war, der sein Leben für seine Freunde gelassen hat – Jesus Christus.

Heute stellt der Predigttext an uns die Frage, was bedeutet dieses Wort Liebe für uns? Dabei geht es in ganz besonderer Weise um die göttliche Liebe – die Agape. Es ist die Liebe – mit der Gott seinen Sohn Jesus Christus für uns opferte.

  • Welchen Einfluss hat diese Liebe in unserem Leben?
  • Wie wird durch sie unserer Glauben bestimmt bzw. bestimmt sie unseren Glauben?
  • Welche Konsequenzen hat das für unser alltägliches Leben heute?

Das erste – es geht hier nicht um irgendwelche Ethik und Moral in unserem Leben. Es geht hier auch nicht um irgendwelche platonische Liebe. Es geht hier um ein Liebe, die aus Beziehungen heraus entsteht.

Zuerst aus der Beziehung zwischen Gott, dem Vater, und seinem Sohn Jesus, so dass Jesus bereit war sein Leben zu opfern. Dass so die göttliche Liebe Mensch werden konnte. Dann eben aus der Beziehung zwischen uns und Gott, zwischen mir und Gott. Dass genau diese Liebe mir gilt, dass Ich diese göttliche Liebe erfahren kann: Göttliche Liebe, die mein Leben verändert. Wir brauchen es, das Gott mit seiner Gnade in uns wirkt.
Jesus sagt zu uns: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!“
Jesus ruft uns in Nachfolge, sich mit ihm auf den Weg machen. Diese Liebe Gottes dürfen wir für uns ganz persönlich annehmen und sie im Alltag leben. Vielleicht sogar aus der göttlichen Liebe heraus dann auch den lieben, der uns nicht lieben kann und nicht lieben will.
Das ist nur möglich, wenn wir uns wirklich von Gott seine Liebe und Gnade schenken lasse und sie von ganzem Herzen annehmen.

Zwei Punkte werden deutlich: Jesus Christus ruft uns zur Liebe auf und Jesus Christus ist die Liebe hinein.
Daher sind wir persönlich gefragt. Unser Predigttext ist eine Beziehungsaufforderung von Jesus. Und wenn es um Beziehungen geht, dann wird es immer persönlich. Dann kann man nicht außen davor stehen. Deshalb noch einmal, wenn wir das Beziehungsangebot Jesu ganz persönlich für uns annehmen, hat das für uns und unser Leben Konsequenzen:

1. Jesus macht uns zu Freunden Gottes.
Wir wissen es, dass es für uns unmöglich ist, uns zuerst auf Gott hin zu bewegen.
Im Konfirmandenkurs machen wir immer wieder einmal eine kleine Übung und stellen dieses „Sich zu Gott bewegen wollen und nicht können“ bildlich dar.
Da werden zwei Tische in einem Abstand voneinander aufgestellt. Auf dem einen Tisch ist Gott und auf der anderen Seite sind wir und dazwischen ist ein Graben. Was wir auch versucht haben, wir kamen nicht hinüber. Der Graben war zu groß. Erst als von Gottes Seite ein Brett herüber geschoben wurde, war es möglich hinüber zu gelangen. Und das Brett ist das Kreuz Jesu Christi. Gott sandte seinen Sohn, damit wir mit ihm Gemeinschaft haben.
In Jesus kommt Gott auf uns zu und darin begründet sich seine Liebe und seine Freundschaft.
Das erste Wort, welches Jesus im Predigttext sagt, ist das Wort Vater. Er nennt Gott Vater. Sicher haben in unserer Zeit manche Menschen mit dem Wort „Vater“ große Probleme. Manche haben damit negative Erfahrungen und manche gar keine. Da ist uns Jesus als Freund und Bruder viel sympathischer.
Gottes Freundschaft hebt den Abstand zwischen ihm und uns nicht auf.
Ein väterlicher Freund oder eine mütterliche Freundin ist doch schon etwas anderes als der beste Kumpel am Stammtisch oder die Freundin, mit der man Shoppen geht.
Jesus begegnet uns als Freund und Bruder und doch ist er sogleich unser Herr, dessen Gebot und Auftrag uns gilt. Das Gebot der Liebe, die von Gott kommt und an die anderen Menschen weiter gegeben werden sollen.

2. Jesus bestimmt unser Leben durch seine Liebe
Jesus gibt uns den Auftrag, dass wir einander lieben sollen. Doch mal ehrlich, lässt sich solche Liebe einfach so anordnen?
Wird der Unsympathische auf einmal mir sympathisch, nur weil das Jesus auf einmal so will?
Das liegt vielleicht daran, dass wir eine falsche Vorstellung von der Liebe haben. Seit der Romantik verstehen wir in unserer Gesellschaft Liebe viel zu einseitig nur als Gefühl.

Und genau daran scheitern viele Ehen, dass Mann und Frau in der Illusion leben, ihre Beziehung müsste immer von gegenseitigen Sympathie- und Glücksgefühlen erfüllt sein.

  • Und welche Erwartungen haben wir in unserer Gemeinde von dem Anderen?
  • Erwarten wir nicht eine irrationale Harmonie unter uns?

Manchmal sage ich: „In der Kirche menschelt es!“
Genau darum brauchen wir die Liebe Jesu und müssen in ihr bleiben.
Das bedeutet, dass der Geist Jesu uns immer wieder hilft, Spannungen auszuhalten, gegenseitig zu verstehen und aufeinander zuzugehen. Auf Grund dieser Gemeinsamkeit in Jesus Christus Unterschiede zu ertragen und aufeinander zu zugehen.
Wahre Liebe ist zum Leiden bereit, aber sie nutzt diese Bereitschaft nicht aus.

3. Jesus lässt uns an der Mission seiner Liebe teilnehmen.
Jesus hat uns einen Auftrag gegeben. Wir sollen Frucht bringen. Das bedeutet, dass wir, die wir jetzt hier als Gemeinde Gottesdienst feiern, nicht weiter zusammen hocken sollen, sondern gehen müssen. Wir müssen gehen in den Montag hinein, hinein in unseren Alltag! Wir gehen wieder in unser Privatleben. Wir gehen morgen wieder zur Arbeit, zur Schule, in unser gesellschaftliches Leben. Wir gehen zu unseren Mitmenschen. Dabei nehmen wir heute eine Mission, einen Auftrag von Jesus mit. Wir werden von Jesus gesandt. Im Alltag soll durch uns die Liebe Jesu für unsere Mitmenschen spürbar und erfahrbar werden. Die Liebe Jesu muss sich im Leben der Gläubigen, das heißt also in unserem Leben widerspiegeln.

Es ist heute schwer mit der Sprache der Lehre die Frohe Botschaft von Jesus Christus unseren Mitmenschen nahe zu bringen. Sie ist abgenutzt und für viele unserer Mitmenschen nicht mehr zugänglich. Darum braucht es heute besonders die Sprache der aktiven und tätigen Liebe. Viele können diese Botschaft nur hören, wenn sie sich durch positive Erfahrung mit Christen dafür öffnen.

Unsere Bitte soll es darum sein, dass die Liebe Jesu von uns und durch uns ausstrahlt auf die Menschen um uns herum. Amen.

 

„Was würde Jesus dazu sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“

Kirchenbänke

Kirchenbänke

Predigt zum 20. Stg. n. Trinitatis 13. Oktober 2013 – Fraureuth und Reinsdorf – Markus 2,23-28

Liebe Gemeinde,

es lässt sich gar nicht so einfach immer als Christ leben. Manchmal weiß man gar nicht, wie man richtig leben soll. Uns stellt sich sogar die Frage sollen wir diesen Weg in unserem Leben gehen oder sollen wir jeden Weg gehen? Oder wir fragen uns, ist es richtig jenem Rat zu vertrauen oder dem Rat des anderen.
Was sollen wir tun?
Nur zu schnell merken wir immer wieder, dass unser Leben nicht in Schwarz und Weiß verläuft, sonder, dass es da viele Graustufen gibt.
Und manchmal kann es sogar passieren, dass jede Entscheidung, die wir treffen am Ende auch negative Folgen hat. Auch das gibt es.
Aber dann stellt sich die Frage, was sollen wir tun?
(Fraureuth: Ich werde heute noch einmal die Gedanken aus meiner Andacht aus der Freien Presse aufnehmen.)

Vielleicht haben Sie schon einmal von dem streitbaren hessischen Kirchenpräsidenten Martin Niemöller gehört. Er gehörte zu den persönlichen KZ-Häftlingen Hitlers während des zweiten Weltkrieges, erst in Sachsenhausen und dann in Dachau.
Nach dem Krieg kämpft er als Kirchenpräsidenten gegen die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und war in der Friedensbewegung engagiert. Dadurch war er im Westen damals teilweise umstritten und in der DDR anerkannt, Das hatte zu Folge, das selbst in der DDR in den siebziger Jahren eine Biografie über ihn erschien. Und dieser Biografie hatte den Titel „Was würde Jesus dazu sagen?“

Die Frage „Was würde Jesus dazu sagen?“ wurde zu einem Markenzeichen von Niemöllers Denken. So erkannte er in engem Rahmen eine relative Autonomie des Politischen an, zunehmend aber betrachtete er politische Entscheidungen als Glaubensentscheidungen.
Seit dem ich diese Biografie gelesen habe, hat mich diese Frage nicht mehr losgelassen.

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand über der Frage „Was würde Jesus tun? eine Jugendbewegung. Junge Menschen haben auf Basis dieser Frage begonnen ihren Glauben zu leben. Diese Fragestellung ist ja so ähnlich. Die Jugendlichen fragten genau danach, wie Jesus handeln würde, was Jesus zu ihrem Leben sagen würde, wie es verändert werden könnte.

Und heute in unserem Predigttext kommen ein paar Typen zu Jesus, die ihn provozieren, weil das Handeln der Leute Jesu nicht der Norm entspricht. Es waren die Pharisäer. Sie waren nicht da, um von Jesus zu lernen, sondern um ihn auszuspionieren. Sie sagen zu ihm: Jesus sage doch deinen Leuten. Sage deinen Leuten, dass sie das tun, was man tut, das sie das tun, was wir wollen. Das sollen sie tun.

Wir lesen einmal aus Markus 2, 23-28:
Jesus ist Herr über den Sabbat
23 An einem Sabbat ging Jesus durch die Felder. Seine Jünger fingen an, am Weg entlang Ähren abzureißen ´und die Körner zu essen`.
24 Da sagten die Pharisäer zu ihm: »Hast du gesehen, was sie da tun? Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt!«
25 Jesus entgegnete: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter nichts zu essen hatten und Hunger litten?
26 Wie er damals – zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar – ins Haus Gottes ging und von den geweihten Broten aß, von denen doch nur die Priester essen dürfen, und wie er auch seinen Begleitern davon gab?«
27 Und Jesus fügte hinzu: »Der Sabbat ist für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat.
28 Darum ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.«

Also es geht eigentlich genau umgekehrt, die Pharisäer kommen erst einmal zu Jesus und sagen: Jesus, sage mal deinen Leuten, dass sie nicht tun.
Ehrlich so etwas hasse ich, wenn Leute über dritte, etwas ausrichten lassen. Die Pharisäer sind richtig feige. Können die das den Jüngern nicht selber sagen. Nein Jesus soll es sagen. Sie wollen seine Autorität aus nutzen, als wenn sie keine haben. Dabei müssten sie doch welche haben, schließlich sind sie doch die Führungskräfte des Volkes.
Es wäre so, als wenn Frau Merkel zu mir käme und zu mir sagte: Sagen sie mal bitte Ihren Gemeindegliedern, dass sie noch ihre Steuern bezahlen müssten. Also das ist nicht meine Aufgabe, sondern der Finanzämter. Sicher hat Jesus gesagt: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser ist und was Gott ist.“ Aber darum geht es nicht.

Für Jesus geht es um das rechte Leben mit Gott oder wir würden es mit den frommen Begriff der Heiligung umschreiben. Die Pharisäer verstehen darin, dass ein Mensch die Gebote Gottes halten muss und jeden Sabbat in die Synagoge geht und am Sabbat nicht arbeitet. Das Ährenausraufen der Jünger sahen die Pharisäer schon als Arbeit an. Das können sie von Sonntag bis Freitag tun, aber nicht am Sabbat. Damit hatten sie etwas, wo mit sie Jesus endlich mal anschwärzen konnten und ihm zeigen konnten, dass er und seine Leute nicht so fromm sind, wie sie tun. Es stimmt, dass der Sabbat geheiligt werden soll, nach den 10 Geboten, aber die Form und die strenge haben die Pharisäer aufgestellt. Es waren daher streng genommen pharisäische Regeln, die da von den Jüngern befolgt werden sollten.

Auch für uns stellt sich heute die Frage: Wie sieht denn aus unserer Sicht das rechte Leben mit Gott aus? Wie würde denn unserer Meinung nach Heiligung aussehen?  Haben wir dazu auch unsere Regeln auf gestellt, die wir befolgen – und vielleicht erwarten, dass andere sie auch befolgen? Jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen? Montags in die Gemeinschaftsstunde (Kirchenchor) (Dienstags Posaunenchor + Kirchenchor Donnerstags Gebetsstunde oder Frauenstunde) Also das komplette Gemeindeprogramm und immer aktiv mitarbeiten? Vielleicht ist man dann sogar der Meinung man würde Gott richtig gut gefallen. Man bekommt dann einen prima Platz im Himmel!

Was meinen Sie „Würde Jesus in den Gottesdienst gehen? Also, was würde Jesus tun?“ Meine ganz persönliche Antwort wäre: „Ja und Nein!“ Weil um eine richtige Antwort zu finden, müssten wir erst einmal fragen, in welchen Gottesdienst? Dabei spielt die Form des Gottesdienste die geringste Rolle, ob er liturgisch einwandfrei ist oder ob er ein offener Lobpreisgottesdienst oder ein Familiengottesdienst oder ein Sonst-wer-weiß-was-Gottesdienst ist. Es stellt sich eine ganz andere Frage: Was ist der Gottesdienst für Sie? Welche Bedeutung hat er für ihr religiöses Leben, für ihren Glauben an Gott? Ist er eine Lebenshilfe und der Ort der Begegnung mit Gott oder ist es nur eine religiöse Pflichterfüllung um sich bei Gott Liebkind zu machen?

Wenn es das Letzte ist, dass sie nur Gottesdienst feiern, um sich bei Gott Liebkind zu machen, dann werden sie Jesus nicht in dem Gottesdienst treffen. Dann ist er nicht da. In so einen Gottesdienst geht Jesus nicht. Denn da ist es, wie bei dem Sabbat – da sind wir Menschen nur für den Gottesdienst da. Aber da, wo Jesus genau das über den Gottesdienst sagen kann, was er über den Sabbat sagt – dass der Sabbat für den Menschen da ist, da wird der Gottesdienst als Lebenshilfe und als Ort der Begegnung mit Gott erfahren, da wird auch Jesus mit dabei sein. Diesen Gottesdienst will er gern feiern, den will Jesus gern mit uns feiern.

Wer von uns solche Gottesdienste feiert, der erfährt dann auch für den Alltag den Beistand und die Hilfe Gottes. Der kann dann sein Leben mit den Fragen: „Was würde Jesus dazu sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“ nach Gottes Willen in ganz positiver Weise gestalten.

Natürlich bekommen wir nicht immer sofort und jetzt eine Antwort auf diese Fragen. Manchmal bedarf es ein gewisses Ringen um die Antwort. Manchmal dauert das sogar etwas. Vielleicht ist dann ein Ringen im Gebet an einem stillen Ort nötig. Manchmal muss man sich sogar in ein Kloster zurückziehen. Oder die tägliche Bibellese mit eine stillen Zeit kann Antworten auf die Fragen und damit Lebenshilfe geben oder das Gespräch mit einem Mitchristen oder einem Seelsorger und dem gemeinsamen Gebet. Manchmal können es auch Lebensumstände sein, die Wegweisung geben. Auch das ist möglich.

Aber wenn wir uns diese Fragen stellen und das Leben Jesu und sein Handeln und Wirken uns vor Augen halten, wird er uns dann Antwort und Wegweisung geben. „Was würde Jesus sagen?“ und „Was würde Jesus tun?“

Und zum Schluss noch das Wort, das uns ermutigt die Botschaft dieses Sonntags in unseren Alltag in unserem Morgen umzusetzen:
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6, 8)

 Bei Gott geht es immer zuerst um seine Liebe zu uns, dafür musst Jesus am Kreuz mit seinem Leben bezahlen, so dass wir bei Gott eine Zukunft und das ewige Leben haben. Mit seinen Geboten und Gesetzen gibt er uns eine Richtschnur und Wegweisung diesen Weg der Liebe Gottes zu gehen und in unserem Leben Gestalt werden zu lassen. Mit diesem Gottvertrauen dürfen wir in das Morgen und in die neue Woche gehen und unseren Alltag mit Gott gestalten.  Amen.

Das Kloster – der Messias ist einer von uns

Klosterruine Boitzenburg

Klosterruine Boitzenburg

Es wird eine Geschichte von einem alten Kloster erzählt, welches harte Zeiten durchlebte. Vor langer Zeit hatte es eine große Blütezeit. Doch in Folge von Wellen der anti-monastischen Verfolgung in dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert und der Zunahme des Säkularismus im 19. Jahrhundert hatte es alle seine Filialen verloren und wurde soweit dezimiert, dass nur noch fünf Mönche mit dem verfallenen Stammhaus übrig blieben: der Abt und vier andere Mönche, alle im Alter weit über die siebzig. Offensichtlich war alles zum Sterben verurteilt. Es sah wirklich düster aus. Weiterlesen

Die lokale Kirche stärken

Gottesgrüner Kirche

Gottesgrüner Kirche

Es ist der zweite Beitrag infolge, der sich mit den kleinen Gemeinden auf dem Lande bzw. mit der Kirche vor Ort beschäftigt. Das ist mir immer schon ein Herzensanliegen, weil ich glaube, dass die lokale Kirche  in unserer  (evangelischen) Kirche die wichtigste Kraft ist, die das Evangelium zu den Menschen bringt. Als ich vor 25 Jahren als Pfarrer im Altenburger Land begonnen habe, begann ich in einer Kirche der kleinen Gemeinden zu arbeiten. Sie ist auch heute noch eine Kirche der kleinen Gemeinden trotz aller Strukturreformen. In den Gemeinden in denen ich damals meinen Dienst begann, begegneten mir manchmal die Gemeindeglieder dort mit der Aussage: “Wir sind die Letzten – nach uns kommt niemand mehr!” Gott sei dank, das hat sich nicht bewahrheitet. Nach wie vor existieren die kleinen Gemeinden noch und sind noch recht aktiv. Nach wie vor existiert die lokale Kirche vor Ort noch – auch wenn sie umstrukturiert und sogar von der Kirchenleitung manchmal recht stiefmütterlich behandelt wurde. Denn leider gab es in der Kirche genauso wie in der Gesellschaft das Bestreben alles zu zentralisieren, sogenannte Hauptgemeinden zu gründen und zu Zentralgottesdiensten und Zentralveranstaltungen einzuladen, alles auf einen Ort zu konzentrieren. Weiterlesen

Social Media und besonders Twitter – im Dienste des Evangeliums

Twitter Logo

Twitter Logo

Um es vorweg zu nehmen dieser Artikel ist inhaltlich nicht ganz neu. Er ist in ähnlicher Weise schon an anderer Stelle erschienen. Noch einmal das Augenmerk auf die Nutzung der Social Media und besonders Twitter im Dienste des Evangeliums zu legen, ist mir seit dem Kongress Kirche² vom 14.02.2013 bis 16.02.2013 in Hannover, wo das unter anderem ein Thema war, besonders wichtig.

Twitter, das sogenannte Microblogging mit maximal 140 Zeichen, ist jetzt etwa 6 Jahre alt. Ich selber nutze es seit etwa 4 Jahren. Twitter ist nach wie vor sehr beliebt. In Deutschland vielleicht nicht mehr bei der ganz jungen Generation so. Da ist Facebook beliebter. Aber Twitter lässt sich mit den anderen sozialen Netzwerken, wie Facebook, LinkedIn und Google+, verbinden. Selbst mit den verschiedensten Blogs und Webseiten ist ein Verbinden möglich. Es gibt die verschiedensten Twitterdienste und Apps für Smartphones und Tablet-PC, über die man twittern kann. Verschiedene Webseiten und Software können die Tweets (Twitter-Meldungen) auswerten. Zum Beispiel kann man mit Storify und den entsprechenden Stichwörtern und Hashtags eine Geschichte schreiben oder mit paper.li eine eigene Zeitung herausgeben. Weiterlesen

Die pure Lust als Christ zu leben!

Die pure Lust als Christ zu leben!

Die pure Lust als Christ zu leben!

Predigt zum 15. Sonntag nach Trinitatis – Predigttext: Galater 5,25-26; 6,1-3.7-70

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Galater 6,2

Mitte der 80iger Jahre sang die Gruppe Geier Sturzflug das Lied „Die pure Lust am Leben” zum ersten Mal. In dem Lied heißt es im Refrain: „Aber eins kann mir keiner nehmen, das ist die pure Lust am Leben.“ In den Strophen werden alle möglichen Lebenskatastrophen beschrieben und immer wieder wird die Lust am Leben beschworen. Wenn es doch wirklich so einfach wäre! Doch wir Menschen, auch die Christen, machen da ganz andere Erfahrungen.

Schon dem Apostel Paulus ist das bewusst, dass das menschliche Leben nicht fehlerfrei und voller Belastungen ist. Darum ermutigt er die Christen, sich einander zu unterstützen, Lasten zu tragen, bei Fehlern und Versagen beizustehen und zu helfen. Es ist das Gebot von Jesus Christus. Der Geist Gottes will uns als Helfer dabei beistehen und ermutigen.

Aber wie ist das mit dem Füreinander-Dasein heute bei uns? Wie leben wir in unseren Gemeinden? Wir sind doch ganz gut in unserem Wohlstandschristsein eingerichtet. Leben wir doch ein angenehmes frommes Leben. Für das Soziale gibt es Diakonie und Caritas und andere Vereine. Müssen wir da selber noch handeln? Für die Seele gibt es doch professionelle Seelsorger und Psychologen. Da ist doch gar kein Bedarf, oder doch? Zu sehr gehen wir mit den Scheuklappen des Wohlstandes durch unsere Gemeinden und sehen die Not des anderen nicht, der einfach nur das Gespräch oder das Gebet sucht, der einfach einmal ein Mut machendes Wort benötigt, der einfach nur einmal eine kleine Dienstleistung braucht.

Wie lebe ich in meiner Gemeinde? Lasse ich mich bedienen? Oder bin ich bereit mit den Gaben, die Gott mir gegeben hat, dem anderen zu dienen?

Zu sehr liegt der Fokus unseres Lebens und unseres Christseins auf uns selbst. Dabei ist es das Gebot von Jesus Christus, füreinander Sorge zu tragen. In der alten Kirche war das selbstverständlicher als bei uns heute. Es war ihre Stärke.

Dem Anderen zu dienen erfordert sicher persönliche Opfer von Zeit, Geld Energie und Dinge, die man tun muss. Manchmal muss man die eigenen Bedürfnisse hinten dran stellen. Es erfordert auch Geduld, dem anderen zuzuhören. Dienen kann manchmal unbequem sein.

Dennoch führt Dienen zur Freude. Freude, weil man etwas für andere tut, vielleicht besonders dann, wenn man es gerade nicht an die große Glocke hängt. Manchmal bewirkt das sogar mehr Freude, als wenn es alle Leute wissen. Dienen verbindet die Menschen miteinander und schafft Freunde. Dienen ist der Grundstein für eine lebendige Gemeinde im Sinne von Jesus Christus.

Mag es jetzt paradox klingen, aber es ist so: Wer das lebt, der erfährt die pure Lust am Leben als Christ.

Advent – “Weniger ist mehr!”

Weihnachtskonzert 2010

Weihnachtskonzert 2010

Da liegen sie nun vor uns die vier “anstrengensten” Wochen des Jahres. Keiner möchte sie vermissen, aber viele stöhnen über sie, über den Stress und all die Hektik, welche durch sie entstehen. Und das spitzt sich ja auf das Weihnachtsfest hin. Dennoch gibt es relativ wenige Totalverweigerer, die sagen: “Kein Advent, kein Weihnachten – lasst mich mit all dem in Ruhe.” Unabhängig von der christlichen Bedeutung dieser Tage ist es für viele Menschen in unserem Land dennoch eine wichtige Zeit. Weiterlesen

Eine Herausforderung Jesu an seine Gemeinde

Jesus Christus spricht: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Mt 18,20

Sicher kennen sie alle das folgende Sprichwort: „Es kann der Frömmste nicht im Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt!“ Das trifft nicht nur in der Nachbarschaft zu, da wo man seinen unmittelbaren Lebensbereich hat, sondern genauso im Bereich der Gemeinde. Wir wissen nur zur sehr um manchen Streit oder manche Spannung, die es in der Gemeinde gibt. Leider sind wir dazu viel zu sehr Menschen. Die Gemeinschaft in unserer Gemeinde ist gefährdet und das meistens durch uns selbst.

Anderseits wissen wir um die Gegenwartszusage von Jesus Christus, die er uns gegeben hat. Er hat uns verheißen, dass er bei uns ist. Er ist bei uns, wo wir uns in seinem Namen versammeln, auch wenn es nur zwei oder drei Leute sind. Bei Jesus zählt erst einmal nicht die Größe der Gemeinschaft, sondern dass sie geschieht. Es zählt, dass sich Menschen in seinem Namen treffen, miteinander beten, miteinander reden, die Bibel lesen, Gott loben und miteinander feiern, also essen und trinken. Dabei ist der Höhepunkt der Gemeinschaft das Abendmahl.

Wenn Jesus uns hier seine Gegenwart zusagt, ist das Zuspruch und Anspruch zugleich. Es ist einerseits die Zusage seines Segens, seines Beistandes und seiner Hilfe, aber es ist andererseits auch ein Anspruch für den Umgang miteinander. Er fordert uns heraus in seinem Geiste und Sinne miteinander umzugehen.

Das heißt Gemeinde ist der Ort, wo wir in besonderer Weise miteinander leben sollten. Hier sind wir gefragt, füreinander da zu sein. Zu sehen, wie es dem anderen geht und nicht vor der Not des anderen die Augen verschließen. Immer wieder neu aufeinander zuzugehen, die Spannungen abzubauen und einander die Hände zu reichen. Das tun wir nicht aus eigenen Vermögen und eigener Kraft heraus, sondern weil uns Gott durch Jesus Christus seine vergebende Liebe geschenkt hat. Denn in der Gemeinde zu leben, heißt gerade dem anderen vergeben zu können.

Eines der biblischen Bilder von Gemeinde ist die Familie Gottes. Auch im normalen Leben gibt es nichts schöneres als eine Familie, die in allen Schwierigkeiten zusammenhält. Der Volksmund kennt ja sogar das Sprichwort „Blut ist dicker als Wasser“. Nun genau das trifft ja in der Familie Gottes, in der Gemeinde zu, denn da ist ja Blut geflossen. Das Blut von Jesus Christus, welches Ausdruck der Liebe Gottes zu uns ist. So haben wir ewige Gemeinschaft mit Gott und im Abendmahl feiern wir das. Da sind wir als Gemeinde im Namen Jesu versammelt an einem Tisch.

Darum lasst uns als Gemeinde immer wieder neu diese Gemeinschaft mit der Verheißung der Gegenwart Jesu leben und erleben. Sie sind dazu eingeladen.

Europa – der harte Stein

Eine Tages saß ich am Ufer eines Flusses. Ich holte aus dem Wasser einen runden Stein und brach ihn entzwei. Im Innern war er vollkommen trocken. Dieser Stein lag seit sehr, sehr langer Zeit im Wasser, aber das Wasser hatte ihn nicht durchdrungen. Mir kam der Gedanke, dass es sich mit den Menschen in Europa ähnlich verhält. Seit Jahrhunderten sind sie vom Christentum umgeben, aber das Christentum hat sie nicht durchdrungen, lebt nicht in ihnen.

Sadhu Sundar Singh

Spirituelles Gemeindemanagement: Controlling

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Wer lässt sich denn schon gern kontrollieren? Ehrlich gesagt, ich nicht!

Was ist Controlling? Controlling ist “die Beschaffung, Aufbereitung und Analyse von Daten zur Vorbereitung zielsetzungsgerechter Entscheidungen”. (Wikipedia) Man kann es als die Rückkopplung zum Beginn des Management-Prozesses bezeichnen, wodurch dieser in seiner Fortführung korrigiert wird. Es geht also nicht zu aller erst und in der Hauptsache um Kontrolle der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, sondern um die Rückführung und Wiedereinspeisung von Daten und Informationen in den Management-Prozess. Weiterlesen

Gastfreundschaft – Christentum – die Religion eines Fressers und Säufers!?

Das war der Vorwurf, den die Feinde Jesu ihm gegenüber gemacht haben. Er sei ein Fresser und Weinsäufer (Mt. 11,19). Es ist etwas dran, dass Jesus mit vielen Leuten Tischgemeinschaft hatte. Er saß mit ihnen am Tisch, aß und trank, redete mit ihnen über ihre Sorgen und Nöte und über das Reich Gottes. Wir finden ihn am Tisch bei der Hochzeit zu Kanaan, bei dem Zöllner Matthäus, bei dem Zöllner Zachäus, bei Maria und Martha, beim Passamahl und noch an vielen anderen Stellen. Immer isst und trinkt er mit den Menschen, hat Tischgemeinschaft, kommt ihnen so nahe und bringt ihnen das Evangelium: “Heute ist diesem Haus Heil widerfahren!” (Lukas 19,9).

Auch der nachösterliche Christus offenbart sich den Emmaus-Jüngern bei der Tischgemeinschaft und mit seinen Jüngern sitzt er als der Auferstandene zu Tisch (Johannes 21).

Mir wird hier deutlich, dass der Glaube an Jesus Christus ein ganzheitlicher Glaube ist, der Leib, Seele und Geist umfasst. Genau dieses ist für die Gemeindearbeit von sehr großer Bedeutung. Es ist daher wichtig, dass wir ganz neu unseren Augenmerk auf die Gastfreundschaft richten. Weiterlesen

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