für eine Kirche mit Zukunft

Glaube

Dorf ist nicht gleich Dorf

Haus auf dem Dorf

Haus auf dem Dorf

Es ist ja gut, dass man sich bei der Kirche zunehmend mit dem Thema “Kirche im ländlichen Raum” beschäftigt. Das Magazin 3E hat sogar dafür eine ganze Ausgabe gewidmet. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass man ein Bild von einem Dorf zeichnet, welches nur teilweise so stimmt.

Es gibt sie bestimmt in sehr großer Zahl: diese Dörfer, wo die Jugend wegzieht, wo die Abwanderung im großen Stil erfolgt, wo der letzte Laden geschlossen hat, das Bäckerauto oder der Lebensmittelhändler nur noch einmal die Woche kommt.  Die Dörfer, die mehr oder weniger aussterben, wo Sozialdienste und die Kirche die Kontaktträger sind. Weiterlesen

Ja, wenn ich nur! – Predigt zu Johannes 20,19-29 – Ökumenischer Gottesdienst 2014 Fraureuth

 

Liebfrauenkapelle Fraureuth

Liebfrauenkapelle Fraureuth

am Sonnabend vor dem Sonntag Quasimodogeniti in der Liebfrauenkapelle Fraureuth

Liebe Gemeinde,

zum Glauben an Jesus Christus zu finden, dazu gibt es recht unterschiedliche Wege. Meist sind diese Wege recht unspektakulär. Ein Mensch wächst über das Leben in der Gemeinde, durch das Zeugnis der Eltern, der Familie und anderer Menschen hinein in diesen Glauben. Bei anderen ist es schon etwas spektakulärer, manchmal auch etwas ungewohnter, wie zum Beispiel bei Bernd Merbitz, dem gegenwärtigen Polizeipräsidenten von Leipzig.
Hätte man ihm das von 25 Jahren gesagt, dass er eines Tages einmal Werbung dafür macht, dass im Jahr 2016 der Katholikentag nach Leipzig kommt, hätte er sich damals ungläubig den Kopf geschüttelt.
Denn er war zwar evangelisch getauft, seine Mutter war Katholikin, aber er war dann atheistisch erzogen worden. Sein Vater hatte es ihm verboten, dass er als Kind in die Christenlehre ging. Dann spielte Religion für ihn keine Rolle mehr. Als Polizist war er Mitglied der SED. Er stiegt dann zum Leiter der Mordkommission in Leipzig auf. Nun ich will hier nicht seine ganze Biografie und Karriere aufzählen. Aber durch seine zweite Frau, eine gläubige Katholikin, fand er zum Glauben an Jesus Christus. Weiterlesen

MIT GEIST UND MUT … … DIE VERHEISSUNG FESTHALTEN

Allianzgebetswoche 2014

Allianzgebetswoche 2014
Bildquelle: www.ead.de
lilagri/stockphoto.com

Predigt zur Allianzgebetswoche 2014

 Liebe Gemeinde,

hier sind einmal 20 Kennzeichen woran man erkennt, dass man langsam alt wird:

  1. Man schläft und die anderen denken, dass man tot ist.
  2. Man will etwas tun, aber der Rücken macht nicht mehr mit.
  3. Sie hören auf ihren Bauch einzuziehen, egal wer in den Raum herein kommt.
  4. Beim Autofahren ist das Navigationsgerät das wichtigste Gerät.
  5. Sie sind stolz auf Ihren Rasenmäher.
  6. Ihre Arme sind beim Zeitung lesen meistens zu kurz.
  7. Sie singen zur Fahrstuhlmusik.
  8. Sie gehen lieber auf Arbeit, als dass sie einmal zu Hause krank sind.
  9. Sie hören gern zu, wenn andere Leute von ihrer Arbeit reden.
  10. Sie denken nicht mehr, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung eine Herausforderung für sie ist.
  11. Wenn die Leute um 9.00 Uhr abends anrufen und sie dann fragen: „Bist du noch wach?“ Weiterlesen

Blogparade: Lieblingslied im religiösen Gesangbuch

Bachmichels (@Apfelmuse) hat eingeladen, über das Lieblingslied in einem der Gesangbücher zu schreiben. Ursprünglich war damit das alte katholische Gotteslob gemeint. Es kann sein, dass ich das sogar noch irgendwo unter meinen Büchern stehen habe. Doch es zählt nicht zu den Liederbüchern, die ich verwende. Daher weiß ich nicht, ob mein Lieblingslied darin enthalten ist.

Mein Lieblingslied ist “Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein!” (oder auch “Herr bleib bei mir! Der Abend bricht herein!”) wie man es im evangelischen Gesangbuch findet  (EG 488). Es kommt aus dem Englischen “Abide with me”. Weiterlesen

Datennutzung und Datenschutz in der Gemeindearbeit

Es ist schon komisch, gerade in der Kirche haben wir einen sehr großen Zugang zu den persönlichen Daten der Menschen. Darum gibt es ja auch das rechtlich gesicherte Seelsorgegeheimnis. Doch auch andere Daten sind uns zugänglich und sehr oft erhalten wir sie von den Menschen auch freiwillig. Einerseits stellt uns das als Gemeinde in eine große Verantwortung auch im Punkto Datenschutz. Auch wenn wir wissen, dass dieser gar nicht so gegeben ist. Doch andererseits müssen wir uns fragen lassen, nutzen wir sie auch richtig für unsere gemeindliche Arbeit?

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Twitter – ein Abbild christlicher Nachfolge? – auf jeden Fall ein Ort Menschen zu begegnen

Ein wenig kann man Twitter schon mit der christlichen Nachfolge vergleichen. Es gibt in der Begrifflichkeit ein paar Parallelen.

Als erstes wird man ja an die Twitter-Karikatur erinnert, dass Jesus nur 12 Nachfolger hatte. Er brauchte eigentlich nicht mehr. Denn dann funktionierte bei ihm das Prinzip der modernen Network-Kommunikation und seine Botschaft wurde weiter gegeben. In Wirklichkeit hatte er mehr als nur die 12 Jünger.

Bei Twitter gibt es den Begriff Nachfolger (Follower). Das sind die Leute, die mir nachfolgen, die meine Tweets, meine Twittermitteilungen empfangen. Und dann gibt es, die Leute, denen ich nachfolge, deren Tweets ich empfange. Interessanterweise gibt es dafür kein Substantiv. Hier heißt es einfach nur “folgen”.

In seinem nicht mehr abrufbaren Artikel “Warum jeder Seelsorger Twitter nutzen soll?” nennt Mark MacDonald drei gewichtige Gründe dafür: Weiterlesen

Social Media und besonders Twitter – im Dienste des Evangeliums

Twitter Logo

Twitter Logo

Um es vorweg zu nehmen dieser Artikel ist inhaltlich nicht ganz neu. Er ist in ähnlicher Weise schon an anderer Stelle erschienen. Noch einmal das Augenmerk auf die Nutzung der Social Media und besonders Twitter im Dienste des Evangeliums zu legen, ist mir seit dem Kongress Kirche² vom 14.02.2013 bis 16.02.2013 in Hannover, wo das unter anderem ein Thema war, besonders wichtig.

Twitter, das sogenannte Microblogging mit maximal 140 Zeichen, ist jetzt etwa 6 Jahre alt. Ich selber nutze es seit etwa 4 Jahren. Twitter ist nach wie vor sehr beliebt. In Deutschland vielleicht nicht mehr bei der ganz jungen Generation so. Da ist Facebook beliebter. Aber Twitter lässt sich mit den anderen sozialen Netzwerken, wie Facebook, LinkedIn und Google+, verbinden. Selbst mit den verschiedensten Blogs und Webseiten ist ein Verbinden möglich. Es gibt die verschiedensten Twitterdienste und Apps für Smartphones und Tablet-PC, über die man twittern kann. Verschiedene Webseiten und Software können die Tweets (Twitter-Meldungen) auswerten. Zum Beispiel kann man mit Storify und den entsprechenden Stichwörtern und Hashtags eine Geschichte schreiben oder mit paper.li eine eigene Zeitung herausgeben. Weiterlesen

Stell dir vor, du betest – und Gott hört!

In einer kleinen Stadt in Amerika öffnete in deren Hauptstraße eine Diskothek und einen Nachtclub. Die einzige Kirche der Stadt organisierte eine Gebetsnacht gegen die Neueröffnung. Man betete zu Gott, dass Gott einen Blitz vom Himmel senden und die Diskothek und den Nachtclub niederbrennen sollte. Nach ein paar Minuten schlug der Blitz in den Club ein und brannte alles nieder.

Daraufhin verklagte der Nachtclubbesitzer die Kirche auf Schadensersatz und Wiedergutmachung. Die Kirche lehnte aber jede Verantwortung für die Zerstörung ab.

Nach Anhörung beider Seiten sagte der Richter: „Wer auch immer schuldig ist an der Zerstörung, der Nachtclubbesitzer glaubt an das Gebet, die Kirche nicht.

Lob des Schöpfers in der Natur – unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung

Lob des Schöpfers in der Natur – unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung

Lob des Schöpfers in der Natur – unsere Verantwortung gegenüber der Schöpfung

Predigt zur Hubertusmesse September 2012 Hubertuskapelle Weidmannsruh Werdauer Wald – Jesus Sirach 42,15-25

Liebe Jägerinnen und Jäger des Zwickauer Landes, liebe Gäste, liebe Gemeinde,

vor dieser schönen Kapelle hier in der Weidmannsruh feiern wir heute miteinander die Hubertusmesse. Wir wollen uns durch sie mit hineinnehmen in die Schöpfungsverantwortung, in welche uns Gott gestellt hat. Sogleich wollen wir Gott danke sagen, für seine wunderbare Schöpfung.

In dieser Hubertusmesse werden wir an Hubertus den Bischof von Lüttich erinnert. Dieser veränderte sein Leben. Aus einem wilden und zügellosen Jäger, der Raubbau an Gottes Natur betrieb, wurde ein Hirte, wurde ein Bischof, also jemand der verantwortungsvoll mit Mensch und Tier um ging. Jemand, der in Gottes Auftrag weidete. In der Sprache der Jäger heißt es, der Hege betrieb.

Das Internetlexikon Wikipedia schreibt dazu: „Als Hege werden im Jagdrecht Maßnahmen zusammengefasst, die die Lebensgrundlage von Wildtieren betreffen. Die Hege ist demnach ein Grundelement des Selbstverständnisses vieler Jäger, der sogenannten „Waidgerechtigkeit“. Im Jagdrecht verpflichtet das Hegegebot die Jäger, der Artenvielfalt der Wildtiere nicht zu schaden. Diese Pflicht zur Hege erstreckt sich auch auf solche Wildarten, die durch dessen Schonzeitregelung dauerhaft nicht bejagt werden. Viele Jäger sind regional in Hegegemeinschaften zusammengeschlossen.

Viele Menschen denken, wenn sie die Worte Jäger oder Jägerin hören, nur an den mit der Waffe durch den Wald laufenden Mann oder durch den Wald laufende Frau, die alles Wild, was ihnen vor die Flinte kommt, abschießen. Aber genau das Bild ist ja falsch.

Jäger und Jägerinnen sind ja keine wilden und zügellosen Jagdgenossen, die auf alles Wild ballern, sondern sie stehen mit ihrem Dienst in der Verantwortung vor dem Schöpfer. Darum heißt Jägersein sich auch Bewusstmachen, dass man mit Gottes Schöpfung verantwortlich umgeht. Aber man spürt gerade im Wald besonders, dass das Werden und Vergehen zum Leben in der Schöpfung Gottes dazugehört. Sogleich ist der Wald als Schöpfung Gottes ein besonderer Ort um den Schöpfer in seinem Handeln und Wirken zu entdecken und darüber auch zum Lob zu kommen.

In dem apokryphen Buch Jesus Sirach, also einem Buch das nicht ganz zur Bibel gehört, also in dem Buch Jesus Sirach steht ein Lob des Schöpfers in der Natur.

Und die besten Naturerfahrungen haben eben Jägerinnen und Jäger, wenn sie im Wald unterwegs sind. So wollen wir einmal dieses Lob hören:

Es steht im Buch Jesus Sirach Kapitel 42,15-25:

15 Nun will ich der Werke Gottes gedenken; was ich gesehen habe, will ich erzählen: Durch Gottes Wort entstanden seine Werke; seine Lehre ist ein Ausfluss seiner Liebe.

16 Über allem strahlt die leuchtende Sonne, die Herrlichkeit des Herrn erfüllt alle seine Werke.

17 Die Heiligen Gottes vermögen nicht, alle seine Wunder zu erzählen. Gott gibt seinen Heerscharen die Kraft, vor seiner Herrlichkeit zu bestehen.

18 Meerestiefe und Menschenherz durchforscht er und er kennt alle ihre Geheimnisse. Der Höchste hat Kenntnis von allem, bis in die fernste Zeit sieht er das Kommende.

19 Vergangenheit und Zukunft macht er kund und enthüllt die Rätsel des Verborgenen.

20 Es fehlt ihm keine Einsicht, kein Ding entgeht ihm.

21 Seine machtvolle Weisheit hat er fest gegründet, er ist der Einzige von Ewigkeit her. Nichts ist hinzuzufügen, nichts wegzunehmen, er braucht keinen Lehrmeister.

22 Alle seine Werke sind vortrefflich, doch sehen wir nur einen Funken und ein Spiegelbild.

23 Alles lebt und besteht für immer, für jeden Gebrauch ist alles bereit.

24 Jedes Ding ist vom andern verschieden, keines von ihnen hat er vergeblich gemacht.

25 Eines ergänzt durch seinen Wert das andere. Wer kann sich satt sehen an ihrer Pracht?

Liebe Jägerinnen und Jäger, liebe Gäste,

der Wald ist immer wieder ein ganz besonderer Ort, der uns etwas von dem Schöpfungswirken Gottes erzählt. Darum ist es viel zu schade sich durch den Wald mit einem Auto zu bewegen, selbst mit dem Fahrrad ist man noch zu schnell. Wer zu Fuß durch den Wald geht und die Augen aufmacht, wird viele wunderbare Entdeckungen im Mikrokosmos, aber auch im Makrokosmos der Natur machen. Und wir können nur zum Staunen kommen. Aber auch die Teiche hier im Wald oder manche Schluchten lassen uns Entdeckungen machen.

Da gibt es große und kleine Wunder zu sehen. Die kleine Ameise, die ein große Blatt trägt, oder die Bache mit ihren Frischlingen, die unseren Weg kreuzt oder das Eichhörnchen, was an uns vorbeihuscht.

Wenn wir unsere Augen öffnen und ein Blick dafür gewinnen, können wir viele Entdeckungen in Gottes wunderbarer Schöpfung machen. Wir entdecken in dieser Schöpfung den Ausfluss der Liebe Gottes zu ihr und zu uns Menschen. Gott liebt seine Schöpfung und liebt uns Menschen, deswegen erhält er alles und gibt uns den Auftrag sie zu bewahren und zu pflegen.

In unseren Bibeltext wird die Sonne als Abbild der Liebe Gottes genannt. Wie sehr wir die Sonne in unserem Leben brauchen, das spüren wir spätestens nach ein paar trüben und regnerischen Tagen. Dann haben wir wieder Sehnsucht nach ihr. Und wer in der Mittagspause mit geschlossenen Augen für ein paar Minuten in die Sonne blickt, tankt für den Rest des Tages Glück auf. Denn da wird Serotonin das Glückshormon ausgeschüttet. Die Sonne als Bild für die Größe und Herrlichkeit Gottes in unserem Leben. Die Sonne als Lebens und Energiequelle für uns. Wo machen wir nicht gute Erfahrungen als bei einem schönen Sonnenaufgang am Morgen im Wald. Die Jägerinnen und Jäger können sicher davon berichten, auch wenn sie da an dem Morgen vielleicht kein Tier geschossen haben. Die Stille des Morgens und die aufgehende Sonne schaffen einen ganz anderen Tagesbeginn. Die Sonne ein eigentlich gefährlich zügelloser Energieball, doch bei genügend Abstand schafft er das Leben hier auf Erden.

Für die Menschen damals und auch für uns heute bleiben zwei Dinge bisher verschlossen, das zweite auf jeden Fall. Beim ersten will man langsam versuchen, auch die letzte zu ergründen: Meerestiefe und Menschenherz.

Nun gut aber dennoch sind Meerestiefe und Menschenherz bis heute ein Bild für das, was wir Menschen nicht ergründen und erschließen können. Und doch einer kennt alles und das ist Gott, der Schöpfer. Vielleicht erschreckt uns das auf der einen Seite, dass Gott uns bis in unserer Innerstes hinein kennt. Aber das Kennen Gottes kann man auch positiv sehen. Und ich denke so sieht es auch der Bibeltext.

Er strahlt hier die Gelassenheit aus, das unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft in Gottes Hand liegen. Gott steht über allen Dingen, auch über den Dingen, die uns heute schwer zu schaffen machen. Und das sind nicht wenige. Da gibt es die Gesellschaftlichen, die uns mehr oder weniger betreffen, und auch die ganz persönlichen, genau das was uns heute in unserem Herzen liegt. Eben das, was in unserem Menschenherz verborgen ist. Das kennt und weiß Gott und er will es mit tragen.

Manchmal kommen uns sicher auch Zweifel im Leben, wenn alles schief geht, wenn ein nach dem andern quer läuft, wenn man versagt. Ich könnte mir vorstellen, dann könnte man manchmal so ein richtiger zügelloser Hubertus sein und alles „jetzt bildlich gesprochen“ wegschießen, was einem vor die Flinte läuft. Leider erleben wir das ja manchmal in so einer Form bei Amokläufern.

Aber dann wird uns deutlich; Gott hat alles im Blick. Er hält alles in seiner Hand, nichts ist ihm verborgen. In seiner Weisheit ist alles recht gegründet. Und seine Schöpfung ist 100% in Ordnung. Wir sind Teil dieser wunderbaren Schöpfung Gottes und doch könne wir als Menschen gar nicht die wunderbare Schöpfung Gottes erfassen. Was wir sehen. ist eigentlich nur ein Bruchstück dessen, was Gott geschaffen hat. Ein kleiner Teil eines unendlich wunderbar großen zu dem auch wir gehören. Dabei entdecken wir, dass eben alles wunderbar gemacht ist. Das jedes Wesen in dieser Schöpfung seinen Zweck und seine Bestimmung hat. Und das jeder und jede und jedes ein Original ist. Keines gleicht dem anderen. Selbst bei Zwillingen oder Mehrlingen hat jeder seine Eigenheiten. Und alles ergänzt sich irgendwie. Dennoch sehen wir nur ein Spiegelbild der ganzen Schöpfung Gottes. Der Apostel Paulus schreibt im 1. Korintherbrief Kapitel 13,9-10: „Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.“

Unser gegenwärtiges Wissen um die Schöpfung Gottes ist Stückwerk, aber denn noch sind wir zum Staunen und Gott loben eingeladen. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer schreibt: „Die Schöpfung ist ein Bild der Macht und Treue Gottes, die er uns in seiner Offenbarung in Jesus Christus erwiesen hat.“

Im Hegegebot verpflichten sich die Jäger die Schöpfung Gottes zu bewahren. Das ist richtig und notwendig. Sogleich sind wir immer wieder zum Staunen über die Schöpfung Gottes eingeladen und den Schöpfer darüber zu loben. Amen.

Warum Christen und besonders Seelsorger twittern sollten?

Der blaue Vogel

Der blaue Vogel

Twittern, das sogenannte Microblogging mit maximal 140 Zeichen, besteht jetzt etwa 4 Jahre. Doch erst in den letzten Jahren hat es einen großen Zulauf gefunden. Es wird jetzt immer beliebter.
Auf jeden Fall seit es sich mit sozialen Netzwerken, wie Facebook, Myspace und ähnlichen verbinden lässt.
Ich habe es etwa vor 2 Jahren entdeckt. Da bin ich schon erstaunt, welche interessanten Menschen ich in dieser Zeit entdeckt habe. Erst einmal territorial -von Hawaii bis Australien von Saudi-Arabien bis nach England lerne ich bei Twitter Menschen kennen. Aber auch Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen, vom Atheisten bis zum frommen Christen, vom Nichtreligiösen bis zu Pastoren verschiedenster Kirchen und Gemeinden. Ich lerne Menschen kennen die ähnliche Interessen haben wie ich. Bei mir ist es unter anderem Webdesign und Emerging Church. Es ist einfach toll in wenigen Worten zu erfahren, wie es anderen geht. Für mich als Pfarrer öffnen sich Horizonte gegenüber anderen Menschen – und ich habe auch schon manchen Impuls für die Predigt und die Bibelstunde gefunden. Meine Gemeinde kann mit Sicherheit nicht sagen, dass ich nur fromm daher rede und keine Ahnung vom Leben habe.
Dann ist Twitter auch ein Medium der schnellen Information. Fernsehsender und Zeitungen twittern die aktuellsten Schlagzeilen. Ja selbst durch Twitter ist manches Geschehen (meistens die schlechten) schnell um den Erdball mitgeteilt worden.
Nun als Bestandteil des Web 2.0 ist Twitter ein modernes Kommunikationsmittel. Auf der Webseite unserer Kirchengemeinde gibt es einen sogenannten Tweetwall, wo man kurze Mitteilungen absetzen kann.

Mich erstaunt immer wieder in der Alten Kirchengeschichte, wie selbstverständlich, die ersten Christen die damals modernen Kommunikationsmittel der Römer nutzten um das Evangelium von Jesus Christus den Menschen nahe zu bringen. Und wir tun uns als Christen immer wieder schwer die modernen Mittel der Kommunikation zu nutzen. Dabei steht uns doch der Auftrag Jesu in alle Welt zu gehen als Herausforderung vor Augen.
Als ich mir vor 20 Jahren einen Computer kaufte sagten, viele Kollegen: „Brauchen wir nicht.” Heute gibt es kaum eine Kirchengemeinde, die nicht einen Computer verwendet. Natürlich kann man auch sagen: „Twitter – das brauchen wir nicht!” Sicher brauchen wir Twitter nicht um zu leben. Wir brauchen auch den Computer nicht. Aber vergeben wir uns da nicht eine Chance Menschen zu treffen, mit ihnen zu kommunizieren. Ja und bis zu einem gewissen Grad auch seelsorgerlich beizustehen.

Für mich ist Twitter – sicher mit vielen Ecken und Kanten – ein Abbild christlicher Nachfolge. Interessant ist, dass die Leute, die mir nachfolgen, Nachfolger oder Anhänger genannt werden. Ja und für die, denen ich nachfolge, da gibt es kein Substantiv. Da heißt es “folgen.”

Mark MacDonald nennt drei gewichtige Gründe, warum jeder Seelsorger Twitter nutzen sollte:

  1. Die Predigten können relevanter werden. Das habe ich ja schon angedeutet. Über Twitter lernen wir die Menschen mehr und mehr kennen. Wir wissen, was sie bewegt. Erfahren von ihren Frustrationen, ihrem Leid und ihren Nöten. Mit Twitter sind wir an der Basis – auch wenn man es nicht immer schafft, die nötigen Besuche in der Gemeinde zu machen. Twitter eröffnet uns auch die Sorgen und Ängste, der Leute, die ich gar nicht zu Hause antreffe.
  2. Die Barriere zwischen Kanzel und Sitzplatz kann so entfernt werden. Oft hört man von den Leuten, dass wir Pfarrer in einer anderen Welt leben – so eine Art Wolkenkuckucksheim. Wir kennen die Sorgen und Nöte der Menschen nicht. Manchmal gibt es auch Momente im Leben, wo man an einem Menschen schuldig werden muss. Wie geht man damit um?
    Und wir beschweren uns, dass die Leute nicht auf uns hören, wenn wir von Sünde und Vergebung predigen. Twitter kann uns helfen zu erkennen, dass das Leben nicht schwarz und weiß ist, sondern eben grau in vielen Schattierungen.
    Für uns sollte es in allem gelten, dass Jesus Christus so Mensch wurde wie wir, doch ohne Sünde. Sein Tod am Kreuz beseitigte die Barriere zwischen Gott und Mensch. So dürfen wir wissen, dass Jesus unsere Not kennt. und dass er sie schon am Kreuz mitgetragen hat. Das zu wissen, macht uns menschlich und durch den anderen nahbar Twitter hilft uns transparent und echt zu werden.
  3. Das Gebetsleben kann gestärkt werden. Über Twitter erfahren wir vieles über die Not in der Welt, über die Schicksale der Menschen. Wir erfahren über die Freude unserer Mitmenschen. aber auch über ihre Traurigkeit, über Frustration und Bitterkeit. Wir erfahren alles, was Menschen bewegt. Das macht es uns möglich kurz für diese Menschen zu beten. Ich bin keine großer Gebetskämpfer, aber ein kurzes Segensgebet ist immer möglich.

In diesen 140 Zeichen von Twitter bieten sich uns viele Möglichkeiten Menschen zu begegnen und ihnen als Christen echt zu begegnen und Zeugnis zu geben von Jesus Christus.
Und noch etwas Twitter mach Spaß. Ich würde mich freuen wenn sie mir nachfolgen und ich Ihnen nachfolgen kann: www.twitter.com/pfarrerb/

Glaube und Zweifel

Wenn Glaube niemals dem Zweifel begegnet, wenn die Wahrheit nie mit dem Irrtum aneinander gerät, wenn das Böse nie mit dem Guten kämpft, wie kann dann Glaube seine eigenen Kraft erkennen? Auf meiner eigenen Pilgerreise muss ich wählen zwischen einem Glauben, der dem Zweifel ins Auge gesehen und es zum Zwinkern gebracht hat, oder einem naiven Glauben, der die Front des Zweifels nie kennen gelernt hat. Ich würde immer wieder Ersteres wählen.

Gary Parker

 

Lust am Glauben!

Fensterbild Dreifaltigkeitskirche Reinsdorf

Fensterbild Dreifaltigkeitskirche Reinsdorf

Glaubenskurs Emmaus!

Glaubenskurse haben zur Zeit in der Kirche Konjunktur. Das bezeugt auch die EKD mit ihrem Projekt Kurse zum Glauben. Und das ist gut so. Denn Glaubenskurse sind Einladungen, über den Glauben an Gott und an Jesus Christus ins Gespräch zu kommen. Dabei sind gerade die Fragen und Anfragen wichtig, die wir zum Glauben haben.Es hat einmal jemand gesagt: “Nur der kann richtig glauben, der auch Zweifel hat.” Echter Glaube muss sich im Alltag des Lebens bewähren. Nur der Glaube trägt, der sich in den Notsituationen und den Schicksalschlägen des Lebens bewährt.

Aber nicht nur da, sondern Glaube soll zum Miteinander und zur Gemeinschaft führen. Miteinander unterwegs sein, auf dem Weg des Glaubens. Und gemeinsam “Lust am Glauben! ” haben, das wollen wir.

In Fraureuth haben wir uns für den Emmaus-Glaubenskurs entschieden, weil dieser genau unser Anliegen widerspiegelt. So werden wir Ende September mit einem Schnupperabend beginnen und im Oktober mit dem Kurs.  Weiterlesen

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