Die Kommunikation des Evangeliums: Wie Kirche in jeder Epoche die „neusten Medien“ genutzt hat

Die Kommunikation des Evangeliums: Wie Kirche in jeder Epoche die „neusten Medien“ genutzt hat

Wenn man Kirchengeschichte einmal unter dem Gesichtspunkt „Kommunikation“ liest, fällt ein Muster auf: Das Evangelium bleibt inhaltlich gleich – aber die Wege, auf denen es Menschen erreicht, verändern sich ständig. Und oft hat die Kirche sehr bewusst die jeweils modernsten Kommunikationsmittel genutzt (oder musste lernen, sie klug zu nutzen).

Die Entwicklung der Kommunikation (KI generiert)

Dabei gilt immer beides: Medien erweitern Reichweite – und sie prägen auch Form, Tempo und Erwartungen der Menschen. (Darum ist Mediengeschichte immer auch Kirchengestalt-Geschichte.)

1) Urchristentum: mündliche Botschaft, öffentliche Lesung, Briefe – und römische Infrastruktur

1.1. Jesus: Predigt „nah am Leben“ – im Resonanzraum der Synagoge und des Alltags

Jesus kommuniziert das Reich Gottes primär mündlich: Gleichnisse, Streitgespräche, Heilungserzählungen – alles Formen, die in einer überwiegend oral geprägten Kultur besonders „tragfähig“ sind. Gleichzeitig nutzt er vorhandene Kommunikationsräume: Synagogen als Orte der Schriftlesung und Auslegung, Feste als „Massenereignisse“, Pilgerwege als Multiplikatoren.

Der Dienst in einer kleinen Gemeinde kann Sie „faul“ machen

(c) sxc.hu/pontuse
(c) sxc.hu/pontuse

Damit meine ich nicht, dass man als Pfarrer in erster Linie arbeitsmäßig faul ist. Sicher man kann, wenn man will, als Pfarrer 24 Stunden am Tag arbeiten. Unsere wachsenden Gemeindegebiete fordern uns Pfarrer immer mehr heraus, dass man manchmal gar nicht weiß, was man zu erst tun soll. Doch das kann genau zu einer Lähmung führen. Wenn man nicht mehr weiß, was man zu erst tun soll, macht man gar nichts mehr. Das kann sogar soweit gehen, dass am Ende die Arbeit in der anderen Gemeinde zum Alibi wird, um in der einen Gemeinde etwas nicht zu tun. Überforderung kann zur Lähmung führen.

Worum es mir eigentlich geht, ist, dass man beim Dienst in einer kleinen Gemeinde theologisch faul wird. Für den normalen Dienst in der Gemeinde muss ich doch mein Gehirn nicht strapazieren. Schließlich stehe ich doch theologisch über den Gemeindegliedern und kann aus dem Fundus meines Studiums viele Jahre und Jahrzehnte schöpfen. Selbst den Laientheologen der Gemeinde bin ich noch lange überlegen. Sind denn in einer kleinen Gemeinde überhaupt hohe theologische Standards gefragt? Geht es nicht hier vielmehr um Beziehung, um Miteinander und um Gemeinschaft?