für eine Kirche mit Zukunft

Gemeinde

Kirchen im Greizer Land

Kirche Greiz-Caselwitz

Kirche Greiz-Caselwitz

Ein paar Bilder von Kirchen im Greizer Land. Es ist schon bezaubernd, wie die Kirchen den ländlichen Raum im Vogtland prägen. Sie geben gerade den Dörfern um Greiz ein besonderes Gepräge. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Menschen – egal ob Christ oder Nichtchrist – doch in der Mehrzahl sich für den Erhalt der Kirchen in ihren Orten einsetzen. Weiterlesen

Kirche im ländlichen Raum

Kirche Reinsdorf

Kirche Reinsdorf

Da, wo ich Pfarrer bin, ist der ländliche Raum noch recht dicht besiedelt. Die Infrastruktur ist auch noch intakt. Sicher der strukturelle Wandel hat schon tiefgreifende Veränderungen geschaffen. Die meisten Menschen sind schon lange nicht mehr in der Landwirtschaft tätig. Dennoch wird der ländliche Raum weiterhin als Wohn- und Erholungsraum und damit als Lebensraum von vielen Menschen bevorzugt. Und die Tendenz ist sogar leicht wachsend. Dabei lässt sich aber dennoch nicht übersehen, dass die Bevölkerungszahl in den letzten Jahren grundsätzlich abgenommen hat. Auch und besonders der ländliche Raum war davon betroffen. Gegenwärtig ist die Zahl stagnierend, zumindestens in dem Raum, wo ich jetzt bin, im Thüringer Vogtland. Dabei ist die Bevölkerung in ihrer Struktur überaltert. Weiterlesen

Sie haben gewählt!

Gemeindekirchenratswahl 2013

Gemeindekirchenratswahl 2013

Nicht die Bundestagswahl, die liegt schon lange hinter uns, auch wenn wir noch immer keine Regierung haben. Nein die Gemeindeglieder unserer Gemeinden Reinsdorf und Fraureuth haben am 13. Oktober 2013 die Gemeindekirchenräte gewählt. Auf dem Gebiet der EKM finden ja im Oktober überall die Gemeindekirchenratswahlen statt. So war es auch bei uns.

Wir führten diese Wahlen als Briefwahl durch. Das heißt jedes Gemeindeglied bekam im Vorfeld die Wahlunterlagen zugesandt. Die Vorbereitungen dazu waren sehr hoch. Bei der nächsten Wahl sollte man das nicht unterschätzen. Ich hatte mir geschworen, nie wieder Briefwahl zu machen. Jetzt vier Wochen später nach dem Ergebnis der Wahl sieht das wieder anders aus.  Die Gemeindeglieder hatten über 2 Wochen Zeit ihre Wahl durchzuführen. Trotzdem gab der Letzte seinen Brief 5 Minuten vor Schließung des Wahllokals ab.

Es zeichnete sich schon im Vorfeld in beiden Gemeinden eine recht hohe Wahlbeteiligung ab. In Reinsdorf nahmen 40% aller Gemeindeglieder an der Wahl teil und in Fraureuth 50% an der Wahl. Damit haben sich die Zahlen verdreifacht. Besonders erfreulich ist, dass viele Nichtaktive und auch junge Gemeindeglieder sich beteiligt haben. So hatten unsere Wahlvorstände einige Stunden lang alle Hände voll zu tun.

Bei den  Ergebnissen gab es durch die hohe Wahlbeteiligung in beiden Gemeinden auch kleine Überraschungen. Duch ich denke unsere Gemeindekirchenräte können aus dieser Wahl gestärkt herausgehen, dass sie von ihren Gemeinden in ihrem Amt legitimiert und berufen sind und dass unsere Gemeinden selber auch aus diesen Wahlen gestärkt hervorgehen. Dass bei den Gemeindeglieder das Bewusstsein wächst, wir gehören zur Gemeinde. Es hat sich gelohnt, diese Gemeindekirchenratswahl als Briefwahl zu machen, trotz der vielen Arbeiten und mancher Unzulänglichkeiten.

Den neuen Gemeindekirchenräten wünsche ich Gottes Segen und viel Kraft und Freude in ihrem Amt.

280 Jahre Barock-Kirche in Fraureuth – Kirchweih 2013

Kirche Fraureuth

Kirche Fraureuth

In diesem Jahr jährt sich zum 280. Male die Weihe der Evangelischen Kirche in Fraureuth. 1570 hat sich Fraureuth von der Pfarrei Beiersdorf getrennt und bildete fortan eine eigene Pfarrei. Für die schnell wachsende Gemeinde war die alte Kirche bald zu klein. Aus diesem Grund wurde das mittlerweile auch baufällig gewordene Bau im März 1733 abgerissen. Innerhalb eines halben Jahres wurde bis zum September 1733 die Kirche erbaut, die wir heute noch nutzen.

Im Jahre 1738 stiftete Heinrich XIII., Graf zu Greiz, den Kanzelaltar. Dieser Altar ersetzte den alten Marienaltar, der noch heute in der Doppelkapelle im Oberen Schloss Greiz zu sehen ist. 1742 erfolgte durch Gottfried Silbermann der Einbau der neuen Orgel. 1755 erhielt die Emporenbrüstung durch den Dresdner Kunstmaler Batlowsky ihre barocke Ausmalung.

Bis auf den Einbau einer Gasheizung, der Installation der Elektroanlage und dem Einbau einer neuen Turmuhr in den Jahren 1902 bis 1912 blieb unsere Kirche bis zum Jahr 1952 nahezu unverändert. 1952 begannen eine Reihe von Reparatur- und Umbauarbeiten. Das waren z.B. die Umgestaltung der Vorhalle vom Wagenschuppen in eine Gedenkhalle und das Übermalen der Emporen, bei der leider die alten Ornamentenmalereien überstrichen wurden. 1965 wurde der und dem Einbau einer neuen Innenraum umgestaltet. So wurde z.B. der Mittelgang entfernt und das Gestühl auf einem Podest im Block eingebaut. 1969/70 erfolgte eine umfangreiche Außenerneuerung und eine Neueindeckung von Kirche und Turm. 1978 wurde die Silbermannorgel umfassend generalüberholt und 1980 das Orgelprospekt restauriert und in den Originalzuwerk stand versetzt. Das gleiche geschah 1990/91 mit den Emporeninnenfeldern. Dabei wurden auch das Myliusepitaph und der Kanzelaltar restauriert. Im Jahre 2010 erhielt unsere Kirche 3 neue Bronzeglocken und im Februar diesen Jahres wurden neue Außentüren eingebaut.

 

Berufen, die Berufung zu leben

So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid.

Epheser 4,1

Berufung

Berufung

Die Bundestagswahlen 2013 sind gerade vorbei. Noch weiß niemand, wer mit wem kann. Doch für einige Politiker gibt es einschneidende Veränderungen. Sie haben ihr Bundestagsmandat verloren. Vielleicht haben sie sogar vor der Wahl überhaupt nicht damit gerechnet, dass das passieren könnte. Sie haben sich berufen gefühlt Politiker zu sein. Und ehrlich, zu so einem Amt muss man sich berufen fühlen. Denn der, der so ein Amt ernsthaft ausübt, hat es nicht leicht. Neben manchem Schönen, was so ein Amt hat, gibt es erst einmal viel Arbeit. Da reicht kein 12 Stunden-Tag. Und Kritik und Anfeindungen stehen auf der Tagesordnung. Nur das Problem ist, ein dickes Fell, an dem alles abprallt, nützt da nicht. Da muss sachliche und ehrliche Kritik von unsachlicher Kritik und Anfeindung getrennt werden und ernstgenommen werden. Und das ist nicht einfach. Ein echter Politiker zu sein, bedarf einer Berufung. Da kann man sich jetzt gut vorstellen, wie bei manchen die Welt zusammenbricht, wenn das Amt und Mandat verloren geht und man sich eigentlich noch berufen fühlt. Da muss dann wieder ganz von unten angefangen werden.

Es besteht aber auch die Gefahr, dass Politiker Amt und Mandat haben und die Berufung verloren geht. Dann wird Politik nur noch zum Geschäft, zum eigenen Machtstreben, zum eigenen Kalkühl. Dann steht Politik in der Gefahr nicht mehr dem Wohl des Volkes zu dienen. Weiterlesen

Das Kloster – der Messias ist einer von uns

Klosterruine Boitzenburg

Klosterruine Boitzenburg

Es wird eine Geschichte von einem alten Kloster erzählt, welches harte Zeiten durchlebte. Vor langer Zeit hatte es eine große Blütezeit. Doch in Folge von Wellen der anti-monastischen Verfolgung in dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert und der Zunahme des Säkularismus im 19. Jahrhundert hatte es alle seine Filialen verloren und wurde soweit dezimiert, dass nur noch fünf Mönche mit dem verfallenen Stammhaus übrig blieben: der Abt und vier andere Mönche, alle im Alter weit über die siebzig. Offensichtlich war alles zum Sterben verurteilt. Es sah wirklich düster aus. Weiterlesen

Was kostet die Tasse Kaffee in ihrer Gemeinde?

Vielleicht wird Sie diese Frage etwas verwundern, doch es gibt Gemeinden, da kostet alles, was es in der Gemeinde gibt, immer etwas Geld: die Tasse Kaffee nach dem Gottesdienst, der Kuchen beim Gemeindefest, die Predigt-CD vom letzten Gottesdienst, die Informationsbroschüre über die Gemeinde und über die Kirche, der Gemeindebrief usw.. Sicher kostet die Herstellung der Dinge immer Geld, aber so wie man von den Menschen in der Gemeinde Spenden und Gaben bekommt, muss man dann einfach offen weitergeben können. Die moderne Werbewirtschaft sagt dazu “Giveaways”. Man kann sagen: “Kleine Dinge mit auf den Weg geben”. Das zieht den neuen Besucher der Gemeinde an, denn es zeigt, dass die Gemeinde offen ist. Weiterlesen

Welche Rolle spielt der Parkplatz bei einladenden Kirchen und Gemeinden?

Parkplatz gesucht!

Parkplatz gesucht!

Früher musste man als Kirche oder als Gemeinde sich wenig Gedanken über Parkplätze im Umfeld der Kirche oder des Gemeindehauses machen. Die Leute kamen entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Kirche. Später waren es wenige Autos, mit denen man zur Kirche fuhr. Da war ein Fußmarsch in die Kirche von einer Stunde nicht so schlimm. Doch heute kommt manche Familie gleich mit zwei, vielleicht sogar mit drei Autos in die Kirche. Mittlerweile ist die Zahl der Autos enorm angestiegen. Es entsteht also das Problem der Parkplätze im Umfeld der Kirchen. Weiterlesen

Datennutzung und Datenschutz in der Gemeindearbeit

Es ist schon komisch, gerade in der Kirche haben wir einen sehr großen Zugang zu den persönlichen Daten der Menschen. Darum gibt es ja auch das rechtlich gesicherte Seelsorgegeheimnis. Doch auch andere Daten sind uns zugänglich und sehr oft erhalten wir sie von den Menschen auch freiwillig. Einerseits stellt uns das als Gemeinde in eine große Verantwortung auch im Punkto Datenschutz. Auch wenn wir wissen, dass dieser gar nicht so gegeben ist. Doch andererseits müssen wir uns fragen lassen, nutzen wir sie auch richtig für unsere gemeindliche Arbeit?

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Lokale Kirche und Netzwerk – Warum das Modell der weiteren Regionalisierung scheitern muss?

Kirchenkreis Greiz als Puszzle

Kirchenkreis Greiz als Puszzle

Einleitung

  • Ich liebe meine Kirche mit allen ihren Macken und Fehlern.
  • Ich liebe meine Gemeinden, in denen ich Dienst tue.
  • Ganz besonders liebe ich die Menschen, die dazugehören.
  • Andererseits sehe ich die Notwendigkeit der Veränderung in Kirche und Gemeinde.

So wie sich gegenwärtig die Menschen und die Gesellschaft verändern, müssen sich Kirche und Gemeinde verändern. Was sich nicht verändern darf, ist das Evangelium von Jesus Christus und seine Verkündigung. Das muss allgemeingültig bleiben. 

Die krisenhafte Situation der Kirche und der Bevölkerungsrückgang als Handlungsanstoß zur Schaffung einer neuen kirchlichen Struktur

  • Eigentlich befindet sich besonders in Ostdeutschland die Kirche seit mindestens 60 Jahren in der Krise. Vielleicht sogar noch früher, wenn man den Nationalsozialismus mit einbezieht.
  • Durch die geringen Gehälter für Pfarrer/innen und Mitarbeiter/innen und durch die Unterstützung der westdeutschen Kirche konnte die Krise 40 Jahre verschoben werden. Nichts oder nicht viel wurde bzw. konnte dagegen getan werden.
  • Spätestens seit der Wende trifft die Krise nun voll die Kirche im Osten. Das heißt also seit 23 Jahren. Seit 23 Jahren betreiben wir immer noch einen abgefederten Rückbau. Wir versuchen es mit Umstrukturierungsmaßnahmen, Zusammenlegung von Gemeinden, Regionalisierung usw.

Als ich vor etwa 20 Jahren in der damaligen Altenburger Kreissynode (ohne den damals noch existierenden Kirchenkreis Schmölln) mit einer Mindmap zur Strukturreform auftauchte, um Pfarrstellen einzusparen, da gab es einen Aufschrei. Heute ist diese Mindmap längst überholt. Vielmehr wurde dort eingespart. Weiterlesen

Priestertum aller Gläubigen – jeder Christ hat Teil daran

Gerade in der Diskussion um die Zukunft der Kirche und ihre missionale Sendung taucht immer wieder das besonders in der Reformation postulierte Priestertum aller Gläubigen auf. Das ist auch richtig so. Denn die Urkirche kann ja nicht den so fest angestellten Mitarbeiter, sondern jeder hatte seine Aufgabe und seinen Dienst in der Gemeinde. Doch als erstes geht es ja beim Priestertum der Gläubigen nicht um den Dienst und um den Einsatz in der Gemeinde. Das wäre eine Verengung des Begriffes. Außerdem würde man den zweiten Schritt vor dem ersten machen. Weiterlesen

Die Netzwerk(Cluster)-Kirche

Queens Museum of Art | The Panorama of the City of New York | close-up view over Manhattan, centered on the Empire State Building, also showing the Chrysler Building et al (c)  Chris Devers http://www.flickr.com/photos/cdevers

Queens Museum of Art | The Panorama of the City of New York | close-up view over Manhattan, centered on the Empire State Building, also showing the Chrysler Building et al
(c) Chris Devers
http://www.flickr.com/photos/cdevers/8062634852/

Die lokale Kirche als ein Cluster-Netzwerk.

In dem Buch „Gemeinde im Kontext: Neue Ausdrucksformen gemeindlichen Lebens “ (Hrsg. Christiane Moldenauer/ Georg Warnecke) geht Georg Warnecke in dem Artikel „Die Welt ein – Dorf“ der Struktur von Cluster nach. Konkretisiert ist diese Struktur am Beispiel der CityChurch Würzburg. Dies beschreibt Kerstin Kühnel in ihrem Artikel „Clusternentwicklung in der CityChurch – erste Prozesse auf einem langen Weg“ Dieser Artikel ist in dem Buch „Beziehungsweise leben: Inspirationen zum Leben und Handeln im Einklang mit Gott und Menschen “ (Hrsg. Daniel Ehniss & Björn Wagner) zu finden.

Kann das Modell der Cluster für die lokale Kirche ein Modell der Zukunft sein? Kann sich die Gemeinde der Zukunft so aufbauen? In diesem Blogbeitrag möchte ich an Hand dieser beiden Artikel und weiterer Quellen ein wenig darüber nachdenken. Weiterlesen

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