Die Bedeutung der Erbsündenlehre für Christen heute – Herkunft, Gehalt und bleibende Relevanz

Die Bedeutung der Erbsündenlehre für Christen heute – Herkunft, Gehalt und bleibende Relevanz

Der Sündenfall im Garten Eden (KI-generiert)

Die Lehre von der Erbsünde gehört zu den sperrigsten und zugleich folgenreichsten Themen der christlichen Theologie. Viele empfinden schon das Wort als unerquicklich: Es klingt nach dunkler Vergangenheit, nach Schuldvererbung, nach einer problematischen Sicht auf Leiblichkeit und Sexualität. Und doch lohnt es sich, genauer hinzusehen. Denn hinter der traditionellen Lehre steht eine bis heute bedrängende Frage: Warum ist der Mensch nicht einfach nur frei zum Guten, sondern immer schon hineingestellt in Verhältnisse von Schuld, Verstrickung und Unheil? Und warum ist christlich gesprochen Erlösung nicht bloß moralische Besserung, sondern radikal auf Gottes Gnade angewiesen?

Wir gehen dieser Frage in drei Schritten nach: erstens der Herkunft der Erbsündenlehre, zweitens ihrer biblischen Grundlage und drittens ihrer Bedeutung für Christen heute.

1. Wo kommt die Erbsündenlehre her?

Zunächst ist festzuhalten: Die Erbsündenlehre ist nicht von einer einzelnen Person erfunden worden. Sie ist vielmehr das Ergebnis eines langen theologischen Entwicklungsprozesses. Bereits in den biblischen Traditionen wird die Sünde des Menschen nicht nur als Einzelphänomen, sondern als Grundproblem der Menschheit wahrgenommen. Das Alte Testament verbindet die menschliche Sünde mit Adam, und Paulus entwickelt im Neuen Testament eine umfassende heilsgeschichtliche Perspektive, in der Adam und Christus einander gegenübergestellt werden.[1][2]

Neuer Himmel – neue Erde

Predigt zum Ewigkeitssonntag 2020 – Offenbarung 21,1–7

Liebe Gemeinde,
ihr kennt ja alle den alten Kinderreim, den manche Eltern sagen, wenn sich ihre Kinder verletzt haben:
Heile, heile Gänschen,
es wird bald wieder gut,
das Kätzchen hat ein Schwänzchen,
es wird bald wieder gut
Heile heile Mäusespeck
in hundert Jahren ist alles weg.

Mit ein paar tröstenden Worten und ein paar Streicheleinheiten können wir Erwachsene unsere kleinen Kinder trösten, wenn sie hingefallen sind, und sich vielleicht sogar ein wenig verletzt haben. Dann gibt es noch etwas Süßes und das Lieblingskuscheltier. Schnell ist der Schmerz überwunden. Und manchmal kann man wirklich staunen, wie zäh Kinder sein können und Schmerzen überwinden.


Leid und Schmerz


Auch im Leben von uns Erwachsen ist es gut, wenn Menschen da sind, die trösten und die anderen bei ihrem Leid und in ihrem Schmerz zur Seite stehen. Das ist ungeheuer wichtig. Man muss nicht immer gleich los reden. Manchmal ist es viel wichtiger, da zu sein und einfach zuzuhören.
Doch manchmal können Schmerz und Leid so groß sein, dass man ohnmächtig vor allem steht, dass keine Worte mehr helfen, dass einem die Worte im Halse stecken bleiben. In so einer Situation kann dann nur noch einer helfen. Das ist Gott, auf den man sein ganzes Leid, sein Schmerz und seine ganze Ohnmacht werfen kann. Dann kann man nur noch auf das blicken, was uns Gott verheißen hat. Auf das, was noch kommen wird.
Mancher ist heute hier, der seiner verstorbenen Angehörigen gedenkt. Einige von ihnen haben liebe Menschen im vergangenen Jahr verloren. Nach solchem Verlust sind wir auf der Suche nach Trost und Beistand und Neuorientierung in unserem Leben. Da helfen solche Kinderreime wie „Heile, heile Gänschen“ recht wenig.
Anders ist es mit dem Wort aus dem Buch der Offenbarung. Einem Wort, das wir immer wieder an den Gräbern unserer Verstorbenen hören. Einem Wort, das uns Hoffnung gibt, einem Wort, das uns Zukunft gibt. Einem Wort, das uns eine neue Orientierung für unser Leben geben will.

Wenn uns die Worte fehlen

(c) sxc.hu/kaike75
(c) sxc.hu/kaike75

Im Dienst als Pfarrer hat man nicht nur Menschen zu beerdigen, die über 80 oder noch älter sind. Da kommt es schon vor, dass man Angehörige von jungen Menschen in ihrer Trauer und ans Grab begleiten muss. Man erlebt es mit, wie Mütter ihre Kinder beerdigen müssen, wie sie um sie trauern. Man erlebt es mit wie Väter Gott anklagen und weinen. Manchmal ist es die Folge einer schweren langen Krankheit, dass ein junger Mensch stirbt. Da kann man schon unter Umständen in dieser Zeit die Familie begleiten. Ein anderes Mal ist der Tod des jungen Menschen oder sogar des Familienvaters die Folge eines Verkehrsunfalls oder noch ganz anderer Schicksalsschläge. Dann ist der Schock und das Erschrecken sehr groß. Alles ist unfassbar und irreal. Es stellt sich nun die Frage: Wie geht man damit um?

Eins ist sicher: Worte des Trostes und vieles Reden helfen dabei sehr wenig. Sie sind eher noch eine Belastung. Auch wenn die Freunde des Hiobs in der Bibel später im Umgang mit Hiob viele Fehler gemacht haben, sie hielten zu ihm:

Ewigkeit – was glauben wir?

Wenn Jesus – und das ist unser Glaube – gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen.

1. Thessalonicher 4,14 (Einheitsübersetzung)

Was glauben wir, was kommt nach dem Tod? Vielleicht denkt mancher, Mensch, das ist aber eine komische Frage?