für eine Kirche mit Zukunft

Das Evangelium und der christliche Glaube in einer postmodernen nachchristlichen Gesellschaft.

Eigentlich müsste man schon von einer postpostmodernen Gesellschaft sprechen. Denn nach der Phase der Selbstverwirklichung und der Machbarkeit leben wir heute in einer Phase der teilweise religiösen Neubesinnung und Neuorientierung.

Seit dem 11. September 2001, des Einbruchs der New Economy, des neu entstandenen Terrorismus, des Irakkrieges und letztlich auch des Tsunami am 26.Dezember 2004, spüren die Menschen ganz neu, dass diese Welt gar nicht so sicher ist, dass eben nicht alles in dieser Welt machbar ist. Das Leben, das wir leben, ist nicht sicher. Es ist verletzlich. Das führt zu einer religiösen Neuorientierung. Doch leider spielen da bei vielen Menschen, die Kirchen und die christlichen Gemeinden eine kleine, wenn überhaupt eine Rolle.

Viel mehr entsteht bei vielen Menschen eine Art religiöser Patchworkglaube. Von allen Religionen ein bisschen. Etwas vom christlichen Glauben, etwas vom Islam. Für viele sind dann buddhistischen Elemente interessant. Die Menschen unserer postmodernen Gesellschaft sind religiös, aber nicht christlich. Andererseits bewirkt solcher religiöser Mischmasch auch das Erstarken fundamentalistischer Elemente, in Deutschland z.B. des Islams. Damit ist dann der Traum einer Multikulturellen Gesellschaft ausgeträumt.

Wir müssen uns bewusst machen, wie es um den christlichen Glauben in Deutschland steht. In Mitteldeutschland, dem Kernland der Lutherischen Reformation, gibt es Regionen wo kaum noch 10% der Bevölkerung einer Kirche angehören. Im Durchschnitt wird es sich etwa bei 25% bewegen. Sicher hat die Zeit des Kommunismus ihre Spuren hinterlassen, aber das liegt nicht nur allein daran. Denn gerade in Osteuropa, wo der Kommunismus noch stärker ausgeprägt war, geschieht doch eine religiöse Zuwendung zum christlichen Glauben.

Nein, dass das in Mitteldeutschland so ist, hat noch viel ältere Wurzeln. Besonders Mitteldeutschland wurde von der Aufklärung stark geprägt. Kirche war teilweise Machtorgan der herrschenden Fürstenhäuser (das war zur Zeit der Reformation sogar eine treibende Kraft für die Reformation). Auch der Nationalsozialismus hat im Umgang mit dem christlichen Glauben seine Spuren hinterlassen. Und letztendlich fehlten in Mitteldeutschland die großen geistlichen Aufbrüche, wie sie in Württemberg oder im Siegerland gab.

Nun kann man über diese Situation heute stöhnen und jammern, oder man kann in ihr eine neue Chance missionarischer Arbeit sehen. Dazu bedarf es dann aber einer missionarischen Kraftanstrengungen und nicht bloß einer Werbekampagne zum Eintritt in die Kirche.

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