Ich muss mich mal beschweren

Da hat man am Heiligen Abend die Kirche einmal richtig voller Leute, und dann darf man als Pfarrer nur fünf bis maximal zehn Minuten predigen. Eigentlich müsste man doch mal so richtig eine geschlagene halbe Stunde predigen und das alles nachholen, was die Leute im vergangenem Jahr im Gottesdienst verpasst haben.
Scherz beiseite, sicher ist die Lage an Heiligen Abend so, dass in den Christvespern das Krippenspiel und das Singen der Weihnachtslieder der Schwerpunkt ist.

Hat das Bibelbuch ausgedient?

Ein Bibelgesprächskreis in meiner Gemeinde – acht Bibeln liegen auf dem Tisch. Es soll über ein Bibeltext nachgedacht werden. So nimmt jeder sich eine Bibel. Doch halt, das stimmt nicht. Drei Leute nehmen keine. Der ein zieht sein Handy hervor, der zweite nimmt seinen Palm aus der Jackentasche und der dritte sein PocketWeb(Ogo). Mit ein paar Tastendrücken haben sie ihre Bibel aufgerufen und die Bibelstelle eingegeben.

Muss Kirche um die heutigen Menschen zu erreichen ihre Traditionen über Bord werfen?

So zumindestens kann ich es als Forderung in dem Buch von Erwin McManus „Eine unaufhaltsame Kraft“ im Vorwort herauslesen.
Dem muss ich widersprechen, denn ich halte sogar das Überbordwerfen von Traditionen für gefährlich. Aus meiner eigenen Erfahrung sehe ich, dass ich erst richtig im Heute wirken kann, wenn ich weiß, woher ich komme, was meine Gemeinde in Vergangenheit geprägt hat.